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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-01-29 · 3 (29.1.1911) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
3 (29.1.1911)
Date
1911-01-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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, Nr. s Dr. Blochs Wochenschrift. Premsla Nr. 757 und lli'.i iiv 'd des Moses Machir, sd. Venedig 1605» p. 82d). Am Schluffe dieser Untersuchung über die Entstehungsgeschichte und Verbreitung des Jom-Kippur katan sei noch kurz auf den Ritus dieses Tages hingewiesen. In der ältesten Zeit schon war mit dem Fasten das Rezitieren von Bußgebeten eng verbunden. Es war daher notwendig, mit der Bestimmung dieses Fasttages auch dessen Ritus festzustellen. Nach dem uvc*6 non (Abteilung vin nbiy p. 43 b) wurde zu Mincha dieses Tages folgender Ritus eingehalten: 1. Der Abschnitt über die Akeda und im Anschlüsse daran das Gebet voov ivo yv tieti. Mit Vorliebe sagte man diesen Abschnitt täglich zu Mincha, weil nach der Tradition Isaak das Minchagebet eingeführt hat. 2. V. & M. 30, 1—20. 3. V. B. M. 10. 12—11, 9. 4. Ein von Lurja verfaßtes Gebet. 5. von Hai Gaon, aus dem Ritus vom Vorabende des Versöhnungstages. 6. Ps. 84. 7. Abschnitt über die täglichen Opfer. 8. nn'opn mo's. 9. Die 13 Middot dreimal (hierzu wurde eine Thorarolle ausgehoben). 10. örnaK um dieses Gebet ist den aus der gaonäischen Zeit nachgebildet; der Text a. a. O. 11. Tfcsn aai dreimal. 12. Hier wurde der Abschnitt bm gelesen. 13. Das Achtzehngebet. 14. Es wurden aus einer Reihe von bestimmten Bibel- Versen 8 Sätze rezitiert. (Die angeführten Verse find so ausgewählt, daß die ersten Buchstaben aller Verse zusammen den vierbuchstabigen Gottesnamen in zwei verschiedenen Formen ergeben. Die 8 Buchstaben werden für jeden Monat anders variiert.) 15. ^3l'2rr yaw.t ein Piut angeblich von Jehuda Halevi (nicht von Josef, wie Zunz, Literaturgeschichte S. 571 angibt), enthalten im spanischen Ritus zu Mincha des .Versöhnungstages. 16. warn diese Selicha stammt aus der "gaonäischen Periode und war bereits um diese Zeit im Bußeritual. Sie besteht aus 32 Sätzen, die mit J1? 1218 wem beginnen; mit dem 10. Vers beginnt eine alphabetische Reihenfolge bis zum 31. Vers, während der 32. für fich steht. In ..dieser Vollständigkeit ist diese Selicha in verschiedene Riten für den Versöhnungstag, auch für die Frühandachten (niiiaL'8) vor Rosch Haschanah ausgenommen (vgl. Siddur des Amram, ed. Warschau 1865, II. Teil, S. 19; ferner Marx im Jahrbuch der jüd.-lit. Ges. Frankfurt a. M., Bd. V, S. 31). 17. by .1*52 uay rr>yn 18. 19. non na 20. -8 fijn' von R. Abraham; ausgenommen im Machsor 1519 (Zunz, Ltg. 717). 21. 133V 13'28 1337 (nachgebildet dem I. Kön. 18,37), 22. fi3Ni Bim: 23. niirbcn pi8. 24. pjoS wy *n 25. ojjji (Amrams Siddur). 26. V. B. M. 1,12. Dies alles war der Inhalt des öffentlichen Gottesdienstes. Es gab fromme und eifrige Leute, die an diesem Tage schon in der Mittagsstunde die Synagogen und Lehrhäuser aufsuchten und die Zeit bis zum Minchagebet mit dem Rezitieren ausgewählter Stücke aus den heiligen Schriften zubrachten (Pri Chadasch O. CH. § 417.) Wir wissen, daß der Ritus des synagogalen Gottesdienstes in den verschiedenen Ländern verschiedene Formen annahm. Besonders in jenen Ländern, in welchen der Verkehr mit anderen Gemeinden selten und schwierig war, bestimmten die angesehenen Lehrer oder Vorsteher die Gebetsordnung. Dies gilt in erster Reihe von den Gebetsstücken, die für neueingeführte Freuden¬ oder Fasttage in die Gebetsordnung Aufnahme finden sollten. Am meisten wichen die Ordnungen verschiedener Länder in Piut und Selicha ab. Auch der Ritus des Jom-Kippur katan erfuhr im Laufe der Zeit mannigfache Veränderungen. Er wurde wesentlich gekürzt und man begnügte fich mit einigen Piutim und Selichoth, die man zum Teil aus dem Ritus des Minchagebetes vom Versöhnungstage übernahm. Der heute eingeführte und am meisten verbreitete Minhag enthält die Psalmen 120 und 8, mit dem Pismon 'nnan bs \t nt av von Jehuda de Modena und folgende Selichoth: 1. ns»ö, von Mordechai b. Schabtüi zu Mincha des Versöhnungstages (Zunz, Ltg. der syn. Poesie S. 338). Die Verwendung dieser Selicha zum p'2' erforderte eine kleine Aenderung des ursprünglichen Textes. 2. -|ö7 -USD n^K, von Elieser b. Isaak Halevi ebenfalls zu «feite 4» Mincha des Versöhnungstages verfaßt (a. a. O. 358). 3. nrnn *6 na von Binjamin b. Abraham in Rom, 13. Jht. (a. a. O. 353), im römischen Ritus zu Mincha des Versöhnungstages bestimmt. Ferner die bereits erwähnte Selicha msni, deren Verse auf 10 reduziert wurden, entsprechend den 10 Aussprüchen durch welche, nach der Tradition, die Welt erschaffen würde (Aboth V, 1.) und den 10 Geboten. Das hierauf folgende aSiy b& 13121, das in unseren Ausgaben mit „Widdui hagodol schel Rabbenu Nissim" bezeichnet ist, ist nach Rapaport („Toldoth R. Nissim" in Bikkure Haittim 5592) einem »Äser Tefilla" des R. Nisfim entnommen. Im römischen und spanischen Ritus für den Jozer des Versöhnungstages bestimmt, wurde es später auch zu verwendet, jedoch mit unwesentlichen Aenderungen. Nach den neuesten Forschungen Harkavy'S (Hagoren II., S. 86) ist der Verfaffer dieser Selicha der blinde Nisfi Naharvani, ein Zeitgenoffe Saadja's. Korrespondenzen. Das SV. Geburtstagsseft des Herrn Rabbiners Dr. Adolf Schmiedl am 27. Jänner 1911. Der ehrwürdige, allgemein verehrte Rabbiner Dr. Adolf Schmiedl wird am 27. Jänner d. I. sein 90. Wiegenfest begehen. Aus allen Kreisen der Gemeinde und des ganzen Reiches wenden fich die Sympathien dem ehrwürdigen Seelsorger zu. Die Wiener israelitische Kultusgemeinde wird aus diesem Anlaffe einen Festgottesdienst veranstalten, über welchen das Programm in der nächsten Nummer publiziert werden wird. Der Jubilar hat nacheinander in den Gemeinden Gewitsch, Proßnitz und Fünfhaus segensreich gewirkt. Nach der Vereinigung der Vororte wurde der Jubilar als Nachfolger des Oberrabbiners Dr. Güdemann an den Tempel der Leopoldstadt berufen, wo er vermöge seiner Kanzelberedsamkeit rasch eine hohe Popularität fich erworben hat. Bon seinen wissenschaftlichen Arbeiten erwähnen wir sein bekanntes Buch „Sansinim,, (Prag 1859), das durch seine populäre Darstellung einen weiten Leserkreis fich erwarb. Ferner sein großes Werk: „Studien zur jüdisch-arabischen Religionsphilosophie" (Wien, bei Herzfeld und Bauer, 1869) dann, „Saadia Alfojümi und die negativen Vorzüge seiner Religionsphilosophie", „Eine Denkschrift auf Dr. Julius Fürst und deffen sprachwiffenschaftlichen Standpunkt". „Der Kampf ums Recht im Verhältnis zum Judentum und dem Urchristentum". (Wien 1875). In den Jahrbüchern Ozar Hsafrath erschienen „Scholim zum Tractat Kiddaschin“, als eherechtliche Studien. Endlich „das älteste Buchdrama in der Weltliteratur". Aus Anlaß der Feier seines 80. Geburtstages vor zehn Jahren war der Jubilar Gegenstand außerordentlicher Ehrungen sowohl seitens der Wiener israelitischen Kultusgemeinde und ihrer zahlreichen Organisationen, als auch seitens unzähliger Gemeinden des In- und Auslandes. Von Sr. Majestät dem Kaiser wurde er durch Verleihung des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet. Generalversammlung des israelitische» Bethausvereines Chewra Beth - Hatftlah im IX. Bezirk. Am 11. Jänner 1911 fand die Generalversammlung deS israelitischen Tempelvereines im IX. Bezirk für das 44. Bereinsjahr statt und gab Zeugnis von der stets fortschreitenden Entwicklung dieses angesehenen Tempelvereines unter der zielbewußten Leitung des Bereinsvorstandes. Obmann Herr Gottlieb Bettelheim eröffnete die Versammlung, konstatierte die statutenmäßig geforderte Beschlußfähigkeit und begrüßte die Erschienenen, insbesonders den Vertreter der Kultusgemeinde Herrn S ch r a m e k, die Vertreterin deS Vereines „Frauenhort" Frau Benedikt, den Obmann des Tempelvereines im VIII. Bezirk Herrn Beck, die Herren NaF und Bellack als Vertreter des Vereines „Menschenliebe"^ Herrn Lampet als Vertreter des Vereines „Bikur Cholim"/ daS

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