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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-01-13 · 2 (13.1.1911) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
2 (13.1.1911)
Date
1911-01-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 3 Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 38 G. Kaatz, Das Wesen des prophetischen Judentums Berlin 1907. M. Poppelauer. Das Buch ist so einleuchtend, klar, schlicht und überzeugend geschrieben, daß es den Gegnern des darin vertretenen — orthodoxen — Standpunktes schwer fallen dürfte, in diesen Wall bündiger Beweise Bresche zu legen. Besonders gelungen ist schon die Einleitung. Das Buch ist eine heilsame Douche für Gemüter, die von der Phantastlk moderner Bibelforichnng sich haben erhitzen lassen. R. Rabb. Dr. Adolf F ankl-Grün : „Der Weg zu Gott". Festrede, gehalten bei der Emwelhung des Kaiser Franz Joseph I. Jubiläumstempels in Kremsier am 36. Siwan 5670 (3. Juli 1910). — Kremsier, Selbstverlag. Allen, die an dem sonnigen Julitage der Einweihung der neuen, mit dem Aufwands großer Opfer errichteten Synagoge in der uralten mährischen Gemeinde anwohnten, wird dieser Tag unvergessen bleiben. Wir haben seinerzeit über dieses schöne, den Namen des Herrn heiligende Fest berichtet. Nun erhalten wir, als bleibendes Andenken an dielen Tag der Freude, den Abdruck der Rede, welche damals der Ortsabbiner Dr. A. Frankl-Grün hielt. Sie zeichnet sich durch ebenso schöne Gedanken, wie schöne Sprache aus. Man wird si; mit Andacht und Freude zuglsich lesen. Sie enihält eine sinnige Betrachtung über die Bedeutung des Gotteshauses, dieses Weges zu Gott. Nicht nur einen Weg zu Gott, sondern auch zu unserem Nebenmenschen bedeutet uns das Gotteshaus. -Das ist trefflich ansgeführt in dieser Werherede. Das Heftchen ist gefällig ausgestattet und dem um den Synagogenbau sehr verdienten Vorstande gewidmet. Wir aber denken, wenn wir die Rede lesen, an die weihevolle Stunde zurück, da die schönen Worte in dem prächtigen Hause ertönten. Dr. M. Grünfeld. „Die Quelle", Diese so empfehlenswerte Monatsschrift bringt in ihrem Jännerheft Berta v. Suttners verständige Novelle „Eine Geistergeschichte", welche mit dem denselben Grundgedanken ansdrückenden Bilde „Genesung" von Alfred R e t h e l geziert ist, nebst erner biographischen Skizze und zahlrenen Gedankenspänen aus Werken der Dichterin auch Aussprüche bedeutender Männer über die Frredensfrage. Weiters folgen Aphorismen und Skizzen vcn Grete v. Urbanitzky und Herma v. S ko d a s sinnige „Geschichte von den drei Spielkameraden", sowie ungedruckle Lyrik von Stephan Milow. Franz Herold, K. F. Escuyer, C. von Gatelain, Herma v Skoda, F. Feichtinger, E. Fabri, RegierungSrat Freund, A. Pollat und dem Herausgeber Dr Robert Rein hart. Besonders heroorzuheben ist der prachtvolle Aufsatz Oskars Lindens über Leo Tolstoi. Das Landschaflsbild „Lied vom Gardasee" von H. Dobrounig bildet nebst der wichtigen und scharfen Rubrik „Gegen den Strom" und der reichhaltigen Bücherschau den Beschluß dieses inhaltlich gediegenen Heftes, das im Einzelverkanf 40 H ller kostet; Abonnementspreis ganrjährig 4 Kr. franko. — Administration: Wien, III., Linke Bahngasse 9. Rabb. Josef Nobel in Halberstadt. Libanon. Exegetisch-homiletischer Kommentar zu den Psalmen. I. Teil. Selbstverlag des Verfassers. Der Verfasser des ausgezeichneten exegetischen und homiletischen Werkes „Hermon" bietet im „Libanon" üver die Psalmen ein gleich treffliches Buch, welches wir bestens empfehlen können Der „Libanon" erscheint in zwei Bänden (gr. Oktav, kartoniert) zirka 1300 Seiten statk. Der Ladenpreis beträgt für das ganze Werk 14.50 Mk, ä Band 7.2n Mk., dasselbe fein in zwei Ganzleinenbände mit Golaprägnng gebunden kostet 18 — Mk.. ä Band 9.— Mk. Der Bezug des ersten Bandes verpflichtet zur Abnahme des zweiten. Gegen Einsendung des Betrages zu bezühen vom Verfasser Rabbiner I. Nobel, Halberstadt oder durch jede Buchhandlung. Das ganze Wert brosch. um 9 Mk., den I. Teil brosch. um Mk. 4.50. Diese Begünstigung dürfte jedoch nur bis zum Monat März l. I. dauern. „Die Hilfe." Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nimmer 1. 5: Jänner 1911. Aus dem Inhalte: Friedrich Naumann: Demokratie und Herrschaft. — Paul R o h r b a ch: Persien und die deutschen Interessen. — Georg G o t 1 h e i m. M d. N.: Glossen zum Beckerprozeß I. — Gerhard Hildebrand: Die Zukunft der Industrie- Herrschaft. — Politische Notizen. — Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. — Gottfried Traub: Außerordentliches. — Hans Harbeck: Stil. - TheodorH e u ß: Gerhart Hauptmanns Christusromann. — Paul Hoche: Die Tochter auf der höheren Schule. — Karl Wilhelm Fritsch: Um Michelburg. Roman. — Fritz Müller: Der Puddler. Ballade. — Kunst. — Büchertrsch. — Verlag der „Hilfe", Berlm-Schöneberg. _ Krrefkaste«. K. B. Das ist ein Irrtum. In der Sitzung des Wahlkomitees zur Vorbereitung der Kultuswahlen in Wien hat Dr. Bloch den Antrag, im Wege eines Kompromiffes den Zionisten ein Mandat einzuräumen, wärmstens unterstützt. Allerdings in der Voraussetzung, daß die eventuell zu nominierenden Kandidaten nicht Radau-Leute, sondern Männer sein, sollen, welche, in jüdischen Dingen sich auskennen und auch hebräische Buchstaben im jüdischen Gebetbuch zu lesen verstehen. Redaktion des „Empor". Wenn Sie über das Schlachten der Tiere nach jüdischer Schächtmelhode erzürnt und empört sind, warum wendet sich Ihre sittliche Entrüstung nicht auch gegen das Schlachten der Schweine, die absichtlich in barbarischer Weise geschlachtet werden, damit das infolge des vermehrten Schmerzes hervorgerufene Schreien des Tieres der Nachbarschaft verkünde, daß es heute guten Schweinsbraten gilt. Und warum haben Sie noch nie ein gesetzliches Verbot der Jagd und insbesondere der Hetzjagden angeregt. Hinter Euerer Humanität birgt sich lediglich der Rasseninstinkt, erne Bosheit gegen Juden und Judentum zu begehen. I. L in F. Ihre Bemerkung ist vollständig korrekt und sollte in einem wissenschaftlichen Blaite zur Erörterung gestellt werden. Kultusvorsteher Spiegel ans Franzensbad: Ein solcher Bericht in uns n chr zugekommen. »Jehuda." Ein sechswöchentlicher Aufenthalt. — Die Höhe der Trauun^stuxen in Salzburg sind uns unbekannt. A. K in B. Herr Hermann Stern in Bruck a. d. Leitha ist Ausschußmitglied nicht der Brücker, sondern der angrenzenden Kiralyhidaer Gemeinde. I. S. B. Der 2. Februar 1908 war Sonntag, der 50. Schebath 5668. _ Notizen. Jüdisches Theater. Regie: M. Siegler Hotel Stefanie. II., Taborsirave 12. Freitag den 18 Jänner 1911. Zum letztenmale: „Die S ch ch t t e" von I. Gordin. — Ad Samsrag den 14. Jänner täglich „B e n I a k o j w". Operette von I. Latainer. — In Vorbereitung: „König Salomon". Kapitalsvermehrnng der Unlonbank. Der Verwaltungsrat der Unionbank hat auf Grund der ihm durch die außerordentliche Generalversammlung vom 14. Oktober 1903 erteilten Ermächtigung beschlossen, das dermalige Gesellschaftskapital von 60 Millionen Kronen durch Ausgabe von 25 000 Stück Altien L Nom. Kr. 400, welche vom 1. d. M. ab an den Erträgnissen der Bank teilnehmen, auf 70 Millionen Kronen zu erhöhen. Wie aus der veröffentlichten Kundmachung hervorgeht, werden 15.000 Aktien den Aktionären in der Zelt vom 6. bis inklusive 17. d. M. zum Bezüge in der Art angeboten, daß auf je zehn alte Aktien eine neue entfällt. Der Bezugspreis beträgt Kr. 575 per Stück, wovon bei der Anmeldung Kr. 175, der Rest bis längstens 30. Februar dieses Jahres einzuzahlen ist. Die weiteren 10.0»0 Stück Aktien dieser Emission werden auf Grund freihändiger Begebung zur Verrechnung gelangen. Kapitalsvermehrung der Verkehrsbank. Im Inseratenteile unseres Beatles veröfstulUchl die Velkehisdank die Einladung zum Bezüge von 20.000 neuen, ab 1. Jänner 1911 dividendenberechtigten Aktien, welche den Aktionären zum Kurse von 360.— im Verhältnisse von 1:5 angeboten werden. Der letzte-Kars dieser Aktien st-lll sich auf zirka 389.— Durch diese Kapitals Vermehrung erhöht sich das Aktienkapital auf 33-6 Millionen Kronen, die offenen Reserven auf zirka 7% Millionen Kronen. Die Dividende, welche in den Utzten Jahren L 19.— betrug, wird für das Jahr 1910 unter Aufrecht» rhaltung der außerordentlichen Dotationen des Reservefonds eine Erhöhung erfahren. Das Bezugsrechl auf die neuen Aktien muß bei sonstigem Verluste desselben in der Zeit vom 7. Jänner bis 16. Jänner d. I. auSgeübt werden. Fürsorge-Lotterie. Der unter dem Präsidium des Obcrlandesgelichls-Präsioenren Dr. von Bittorelli stehende „Wiener Unterstützungsverein für aus d e r H a f l E n l l a s s e n e und Familien von Verhafteten", der sen Jahrzehnten im Stillen aber intei siv arbeitet, um den ungiücklln sten, ans der Gesellschaft verstoßenen Menschen, harptsächlich aber ihren unschuldig in Not geratenen Frauen und Kindern tarkiäftige Hilfe zu bieten, sicht sich veranlaßt, an die große O.ffentlichkeit zu appellieren. Um seine gering» n Fonds zu stärken, die den jährlich steigenden Anforderungen beiwertem nicht entsprechen, veranstaltet der Verein eine Fürsorge-Lotterie unter dem P'vteklorate des JustizmlnisterS Dr. R tter von Hocheuburger. Es werden Lose zu einer K,one ausgegeden. Der Haupttnffer im Werte von 30 000 Kronen kann auch im baren nach den üblichen Abzügen ausbezahlt werden; die Lotterie enthält 200 Haupttreffer und 1600 Nebent»effer im Gesamtwerte von 60.1,00 Kronen; der kleinste Treffer beträgt 10 Kronen. Die Ziehung findet am 18. Mär, 1911 statt. Für die Plakate und Lose hat der bekannte Maler Hans Larwi» eine vielbewunderte Originalzeichnung entworfen. Die Lotterie-Verwaltung befindet sich im k. k. Landesgerichte in Strafsachen Wien, VIII/1, Landesgerichtsstraße 11, II. Stock, Tür 128. Wohltäter und wahre Menschenfreunde werden auf das so humanitäre Unternehmen, das soziale Aufgaben des Staates und der Gesellschaft zu erfüllen hat, aufmerksam gemacht und gebeten, es nach Kräften zu fördern.

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