Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 1 (6.1.1911)
- Date
- 1911-01-06
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette 18 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr.,i derndem Lob anerkannt wurde, hat auch hier wieder Köstliches geleistet. Durch all diese heiteren Geschehnisse blickt das ernste Auge des Lebens, das unergründliche, und all die heiteren Stimmen unserer Jugend, die zuerst mit diesen lieben Gestalten vertraut wurde, sie werden beim Lesen des köstlichen Buches wieder in uns laut, fröhlich einsetzend und in Wehmut verklingend. x. Derselbe Verlag hat soeben den zweiten Band der „Illust rirrten Sittengeschichte" von Ed. Fuchs vollendet. WaS diesem Prachtwerk an Lob auch an dieser Stelle gespendet, worden ist, kann nur immer von Neuem wiederholl werden. Solche nackte Darstellungen zeigen uns die gute, alle Zeit im rechten Lichte und weisen uns den Weg, der uns zu einer besseren, neuen Zeit führen-kann. z. Coll. Jules Verne, Nr. 95/97, „Die Schiffbrüchigen des Jonatan". K 3.—, geb. in drei Bänden K 3.90. Verlag A. Hartleben, Wen und Leipzig. Die Handlung dieses Romanes befaßt sich mit einem sehr aktuellen Problem.:, der sozialen Frage. Im Gewände einer fesselnden, an mtereflanten und idyllischen Einzelheiten reichen Erzählung wird uns die Genesis eines Staatswesens vor Augen geführt, dessen wechfelvolle Schicksale an unserem geistigen Auge vorüberziehen. Die Aufmerksamkett der Gemüter wird auf diese aktuelle Frage gelenkt, die in zwanglos belehrender Form dem Verständnis nahegelegt wird. — Doch an poetischem Wert wird das Buch beiweitem überragt von Nr. 98: Wilhelm Storltz' Geheimnis. Geb. K 1.—, geb. K 1.80. In „Wilhelm Storitz' Geheimnis" ist eS ein chemisch-physikalisches Rätsel, das der Verfasser zu lösen bestrebt ist, dessen seltsame Manifestationen das unheimlich-geheimnisvolle Gerippe der Erzählung bilden und die Aufmerksamkeit des Lesers bis zur letzten Seite in regster Spannung erhalten. Von ganz besonderer Kraft sind die landschastlichen Schilderungen. R. Max Nordau, Märchen. Illustriert von Hans Neumann. München. Prachtband mtt Goldschnitt M. 4.50. Otto Hendel Verlag, Halle an der Saale. Diese neuesten Märchen, die von Max Nordau, zeichnen sich durch die größtmöglichste Einfachheit aus. Wer Nordau als Philosophen kennt, der freut sich, welch ein exzellenter Kinderkenner lltordau ist. Nur ein Dichter, der das Herz und den Sinn des Kindes studiert hat und das Kind liebt, konnte diese zarten, voraussetzungslosey Märchen dichten. Wir freuen uns herzlich des trefflichen Buches, das Whalllich, in der Form, in der Ausstattung und der Illustration gleichmäßig gediegen ist. Alles hätten wir Nordau eher zugetraut, als diese gelungene Aeberraschung. R. Rich Huldschmer, Die Nachtmahr. München 1910, Albert Langen. Wer Huldschiner's „Stille Stadt" und sein „Schützenfest" gelesen hat, wird staunen, mit welcher Elastizität er jetzt wieder zu den harten, trotzigen Bauernschädeln seiner Tiroler Heimat den Weg zurückfindet. Das Buch, das die Tragödie eines Frauenherzens schildert, dem eine verfehlte Heirat von Verbrechen zu Verbrechen die Bahn ebnet, zeigt alle Vorzüge Huldschinersscher Darstellungskunst. X. Richard Huldschiuer, »Fegefeuer". („Volksbücher", Heft 29.) Mit Einleitung von Dr. Karl Hans Sttobl und Buchschmuck von Hugo Amberg. 250 Seiten. Preis geheftet 70 Pf., geb. M. 1.—« Verlag der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Sttftung in Hamburgburg-Großborstel. Huldschiner'S „Fegefeuer" ist geradezu ein Muster und — beute leider nur noch allzu seltenes — Beispiel moderner und zugleich volkstümlicher Erzählungskunst. Richard Huldschiner liefert hier den vollgültigen Beweis, daß der moderne „psychologische Roman" und die „volkstümliche Erzählung" durchaus nicht, wie man immer wieder alarcken machen möchte, unvereinbare Gegensätze zu sein.brauchen, wofern sich nur der Dichter au die elementaren Grundzüge 'der menschlichen Natur hall und eben diese in ihrer ganzen Tiefe und Größe zu erfassen strebt. In demselben Verlage ist erschienen. Franz Grillparzer: „Weh dem. der lügt" (Volksbücher". Heft 30.) Mit Bild Grillparzers und Einlettung von Kurt Küchler. 132 Setter». Preis geheftet 25 Pf., gebunden 55 Pf. „Weh Dem, der lügt," mit seinem einfachen Grundgedanken und klaren Aufbau, seinem fremdartig historischen Hintergrund und seiner bewegten Handlung ist ein echtes Volksstück und darum ganz besonders geeignet, den Geschmack am guten Lustspiel zu heben. Möchte es in dieser hübschen Sonderausgabe viele neue Leser finden nnd den wachsenden Kreis der Freunde guter Lustspielkunst immer mehr erweitern helfen. „Es siel ei» Steif". Unter diesem Titel ist unlängst bei Karl Kon egen (Wien) ein Band Novellen und Gedichte erschienen. Das Wtelblatt schmückt das wohlgelungene Bild der Verfasserin; ihr Name Elsa Mayer war zeither in der lüerarischen Welt unbekannt; wie tS im Vorworte heißt, hat. sie die hier vorliegenden Novellen und Gedichte im Alter von 16—17 Jahren verfaßt. Man staunt, daß ein so junges Mädchen sich schon die Gabe zu eigen gemacht haben kann, Welt und Menschen in so formvollendeter Weise zu skizzieren. Und dem Staunen reiht sich aufrichtiges Bedauern an, daß dieses reich begabte Mädchen in der Blüte der Jahre dem grausamen Tod zum Opfer fiel. Elsa Mayer, die die Lebenslust und Schönheit in Person war, erkrankte im Sommer 1910 an einer Lungenentzündung; weder die Kunst der Aerzte, noch die hingehendste Pflege von Verwandten und Freunden vermochten der Krankheit Einhalt zu gebieten. „Betrogen um ein schönes Leben, Verweht in holder Blütezeit; Aus vollstem Liebesglück gerissen Sankst Du hinab zur Ewigkeit." Dies einige Strophen des Epilogs, den ein Freund der zu früh Dahingeschiedenen dem Werke anreiht. Der tief Trauernde, der Elsa Mayers ideellen Wert erkannt, hat ihr draußen auf dem großen Totenfeld ein herrliches Grabdenkmal, das viele Tausende kostet, errichten lassen, er hat ihre Gedichte und Novellen mit seltener Pietät gesammelt und, um ihr ein bleibendes Andenken zu sichern, jetzt in Buchform herausgegeben, eine herzergreifende Totenklage dem Buche angereiht, aber — die Klage, sie wecket die Tote nicht auf; wir Ueberlebenden wissen, daß ein vielversprechendes Talent zu früh eine Beute des unerbittlichen Todes geworden. Jda B a r b e r. „Die Hilfe." Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 53. 31. Dezember 1910. Aus dem Inhalte: Friedrich Naumann: Neujahr. — H. G. Erdmannsdörffer: Der Landtagsprozeß. — Karl Nötzel: Despotismus und Volkscharakter. — Gottfried Traub: Jahrwende. — Adolf Behne: Ein erzieherisches Museum. — Paul Schubring: Gnesen. — Karl Wilhelm Fritsch: Um Michelburg. — Buchverlag der „Hilfe", G m. b. H. Berlin-Schöneberg. „Das freie Wort". Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebi.ten des geistigen Lebens. Begründet von Karl Sänger. Herausgegeben von Max Henning. Erstes Jännerheft 1911. X. Jahrgang Nr. 19. Inhalt: Ewigkeitskultur. — Otto Corbach: Panamerika. — H. W.: Der Katholizismus von Modena. — Andrezej Niemojewski: Die Mariawiten in Polen. — Karl Frey: Wider Professor Dr. Wilhelm Bousset. — W. v. S ch n e h en: Neues vom Kampf um die Christusmythe. — W. W. Lynkeus: Naturschutzparks in Deutschlaud. — Hanns Fischer: Ueber die Alkoholvergiftung. — Dr. phil. K. Nötzel: Solidarität bei Tieren und Menschen. — Kleine Mitteilungen. — Neuer Frankfurter Verlag, G. m. b. H. Frankfurt am Main. „The Jewish Review“. Edited by Normann Bentwich. Dr. Joseph Höchmann. Vol. 1. No. 5. January 1911. Contents Editorial Notes: Dr. Friedländer. The Mission of Israel. Intermarriage. The Jewish Law of Divorce. Harkavy. — Advice to the Ottoman Jews. Israel Zangwill. — Social Justice in Ancient Judaism. Dr. Felix Perles. — Hebrew Sacred Poetry in the Middle Ages. Nina Salaman. — The Making of a Nation. Dr. S. Herbert. — The Last Gorpses in the Desert Translated by Helena Frank. — Reviews of Book s: Critical and Exegetical Commentary on Genesison the Book of Chronicles. by M. G a s t er. — The Psalms in the Jewish Church, by Oswald John Simon, Etc. — London: Geo. Routledce & Sons Ld. Krrefkasterr. Horotvitz D. L., Palanka. Regierungsrat Dr. A. H. ist steuerzahlendes Mitglied der israelitischen Kultusgemeinde. S. Jellinek, Oberhollabrunu. Sie fragen: Ist die hiesige Kultusgemeinde berechtigt, von einem Israeliten (rumänischer Jude), ver dem türkisch-sephardischen Ritus angehört und seit längerer Zeit hier ansäßig ist, Kultussteuer zu verlangen, bezw. ob derselbe hiezu verpflichtet ist? Antwort: Ja l Dieser Mann ist zur Kultussteuerleistung verpflichtet und soll im Sinne des Gesetzes dazu Verhalten werden. „Lügenmaul." Das offizielle Organ der Wiener Bubokratie erzählt, daß die „Bloch'sche Wochenschrift" „einen Herzl der Geldunterschlagung geziehen hat." Selbstverständlich, ist das eine dummdreiste Lüge irgend eines elenden Preßbuben. Notiz. Jüdisches Theater. Regie: M. Siegler Hotel Stefanie. II., Taborstraße 12. Freitag den 6. Jänner 1911, abends 8 Uhr: „Der jüdische König Lear" von I. Gordin. Nachmittag halb 4 Uhr: „S u l a m i t h" von A. Goldfaden. — Samstag den 7. Jänner: „Der G e m e i n d e r a t" von M. Richter. — Sonntag den 8. Jänner: „Schabes Kojdesch" von S. Feinman». Nachmittags halb 4Uhr: „Der zweite H aman", von I. Latainer. — Montag den 9. Jänner: „IüdaIe der Blinde“ von I. Latainer. — Ab Dienstag den 10. Jänner. Täglich: „Die 5 ch ch i t e" von I. Gordi«. — In Vorbereitung: „B e n I a k o j w", Operette von I. Latainer