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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-01-06 · 1 (6.1.1911) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
1 (6.1.1911)
Date
1911-01-06
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Sette 16 Wien. (Heimann - Kr änzch en.) Das diesjährige Schülermid Familienkränzchen des Tauzlehrinstitutes Hermann findet DrevStag den 10. Jänner im großen Festsaale des „Hotel Continental", II., Taborstraße 4, statt. Für diese Veranstaltung, welche alljährlich zu den schönsten Tanzfesten der Residenz zahlt, gibt sich bereits großes Interesse kund, indem der große Zuspruch, dessen sich das genannte Tanzinstitut besonders heuer erfreut, sowie die Vorbereitungen, welche für das Fest getroffen werden, ein besonderes Gelingen desselben gewärtigen läßt. Im Mittelpunkte des Kränzchens wird ein Festreigen, sowie als Tanznovität eine vom Tanzlehrer Rudolf Heimann komponierte Gavotte-Quadrille, zu welcher die Musik Herr Chormeister Josef Kohn aus Jglau schrieb, stehen. Wieu. (Verein Kinderbeteilung Weißgärber.) Der erst vor sechs Wochen gegründete Verein hat am 1. Jänner 1911 im Restaurant Goldmann III., Radetzkystraße 21, fünfzehn Kinder vollständig bekleidet. Nach einer Begrüßung durch den Obmann Herrn Löwy hielt Dr. Ehrentherl eine rührende Ansprache an die Kinder, denen zum Schluffe eine gute Jause serviert wurde. Zuschriften und Spenden für diesen wohltätigen Verein sind an Gustav Silberkuopf, Schriftführer, III., Untere Viaduktgaffe 93, zu richten. Austritte aus dem Judentum Vom 25. bis inkl. 31. Dezember 1910. Baumann Bernhard geb. 2. Oktober 1879 Wien, X., Gellertgasse 19. Bix Bobert, Zahntechniker, 4. Juni 1880 in Altstadt, XVI., Blumberggasse 23. Münzer Dr„ Bernhard geb. 18. September 1871 Biala, V., Gasserg. 34. Pollak Richard, Kommis, geb. 28. August 1887 Wien, VIII., Breitenfeldergasse 17. Ranzenhofer Eduard R. geb. 14. April 1879 Wien in Pilsen, Böhmen. Reiner Margarethe, Private, 27. Jänner 1892 Wien, IX., Türkenstrasse 9. Reiner Rosa geb. 30. Juli 1888 Wien, IX., Türkenstrasse 9. Reiner Mathilde geb. 14. März 1858 Ob. Grünbach, IX., Türkenstr. 9. Reiner Mathilde Thekla geb. 10. September 1887 Wien, IX., Türkenstrasse 9. Reiner Ludwig, Architekt, geb. 1. August 1899 Wien, IX., Türkenstrasse 9. Schlesinger Hans Bernhard, akadem. Maler, I., Neuer Markt 8. Schmidt Felix, Ob.-Buchhalter, geb. 30. Oktober 1869 Wien, VIII., Florianigasse 15. Schreiber Adele, Modistin, geb. 16. Oktober 1878 Wien, IX., Grüne- Thorgasse 19. Spiegler Franziska geh. Go dschmiedt, Fabrikantensgattin, geb. 26. April 1880, I., Falkestrasse 3. Spielke Ben'amin, Priv.-Beamter, geb. 3. Oktober 1879 Warschau, XVIII., Schindlergasse 35. Strasser Dr. Alfred, med. prakt. Arzt, geb. 28. November 1868 Wien, IX., Porzellangasse 8. Theller Elisabeth, Private, geb. 19. März 1836, VIII., Josefstädterstrasse 29. Budrveis. (Verlobung.) Fräulein Erna St o 5 % Tochter des Herrn Dr. I. Kohn, Advokat und Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde in Budweis, hat sich mit Herrn Richard Freund, Mitchef der Firma Rind, verlobt. Oderberg-Bahuhof Am 26. Derember v. I. hat der Jsraelstische Frauen-Wohltätigkeitsverein für Oderberg-Bahnhof und Umgebung in den.Saallokalitäten des Herrn M. Safier seine Gründungsfeier veranstaltet, welche als eine in jeder Beziehung gelungene zu bezeichnen ist. Sowohl die Begrüßungsansprache der Vereinspräfidentin Frau Charlotte Zänker, als auch sämtliche Darbietungen der im offiziellen Teile mitwirkenven Damen und Herren lohnte rauschender Beifall. Nach der glänzenden Wirkung zu schließen, die sowohl das reichhaltige künstlerische Programm des Abends, als auch die darauffolgende überaus animierte Tanzunterhaltung in dem zahlreich erschienenen Publikum hervorrief, hat das Fest zu einer Kundgebung der Sympathien für diesen Verein gestaltet, die auch in den Reinertrag von über K 300 ihren Ausdruck fand. Prag. Am 26. Dezember v. I. fand hier eine große Chanukafeier des Jüdischen Volksverejnes statt. Der Riesensaal der Produktenbörse war von mehr denn 600 Festgästen gefüllt, die der VereinSobmann Herr Advokat Dr. Ludwig Singer in beiden Landessprachen herzlich willkommen hieß, worauf Herr Kantor M. Kaufmann unter Assistenz des gesamten Tempelchors in eindrucksvoller und erhebender Weise die Festweihe vornahm. Herr M Kaufmann, der dem Prager Publikum noch von seiner früheren Th-aterlaufbal n in angenehmer Erinnerung ist und im Mittelpunkte der künstlerischen Darbietungen stand, erhielt stürmische Ovationen. Als ausgezeichnete Klaviervirtuosin brillierte Fräulein H. Beran u. a. mit LiSzts »Tarantella". Herr Paul Brandfeld erntete reichen Beifall mit Rezitationen und sei noch eines von Fräulein Josa Lekner gesungenen SoloS rühmliche Erwähnung getan, das deren schöne Stimmmittel voll zur Geltung brachte. Ei» Ehoral, zum Vortrage gebracht vom Tempelchor unter Leitung seines bewährten Dirigenten Herrn M Kaufmann, schloß die würdige Feier. Rr. 1 Pilsen. Im Vorjahre wurde hier von einigen einflußreichen Herren und Damen ein Verein, betitelt „Bund jüdischer Frauen und Mädchen", gegründet, der sich die- Aufgabe gestellt hat, Geselligkeit zu pflegen, Bildung und Wissen zu vermitteln. Ganz besondere Verdienste um den Verein erwarben sich die Präsidentin Frau Kamilla Eckstein, Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Golinski, Herr Dr. Löwenstein und Herr Dr. Eidlitz. Es ist dem Verein gelungen, wissenschaftlich hochstehende Männer für den diesjährigen Vortragszyklus zu gewinnen. Als erster sprach Herr Universitäts-Prof. Dr. Wiuternktz (Prag) über «Die Moral in den heiligen Büchern des Ostens", als zweiter Herr Univ.-Prof. Dr. Forel (Zürich) über „Die Frau und das Sexualproblem im Lichte moderner Weltanschauung." Als dritter trat mit einem ausgesprochen jüdischen Vortrag Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Golinski (Pilsen) vor das Publikum. Sein Thema war: „Die Frau in der biblischen Zeit." Das lebhafte Interesse, das zunächst der Person des Vortragenden galt, wußte der glänzende Redner durch seine belehrenden und unterhaltenden Ausführungen auf den Gegenstand selbst zu übertragen. Bekannte und weniger bekannte biblische Frauengestalten fesselten infolge der plastischen Darstellung des Redners die Aufmerksamkeit der Zuhörer, die den zwei Stunden dauernden Ausführungen des Vortragenden in großer Spannung lauschten. Den nächsten Vortrag hält Herr Dr. Eidlitz (Pilsen) über: „Dte Frau im österreichischen Rechte." Horazdowitz. Am ersten Chanukatage feierten Herr Rabbiner M. Friedmann und seine Gemahlin, Frau Louise, geborene Steiner, die silberne Hochzeit im Kreise ihrer Familie und der nächsten Anverwandten. Das Fest war als stille und interne Familienfeier gedacht und beabsichtigt, weshalb keinerlei Verlautbarung gemacht und auch keine Einladung versandt wurde. Umso größer und freudiger war ihre Ueberraschung, als der gesamte Kultusvorstand die Wohnung betrat. Herr I. U. Dr. David Popper, Präses der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, hielt eine feierliche Ansprache an das Jubelpaar Und überreichte im Namen der Gemeinde ein ansehnliches Ehrengeschenk. In bewegten Worten dankte der Herr Rabbiner für die ehrende Aufmerksamkeit und bemerkte zugleich, daß das Fest ein doppeltes ist, nämlich auch das fünfundzwanzigjährige Dienstjubiläum, von denen er dreiundzwanzig Jahre in der hiesigen Gemeinde wirkt. — Von Nah und Fern langten Gratulationen ein. Allen voran, die ihre Glückwünsche persönlich darbrachten, war Frau Dr. Popper, die Gemahlin des Herrn Kultusvorstehers, die auch ein prachtvolles Geschenk überreichte. Ung.-Ostra. Am letzten „Chanuka-Abend" fand in unserer Gemeinde zum ersten Male, auf Anregung unseres verehrten Rabbiners Dr. M. Halberftam. eine Chanukafeier statt, die unter den überaus zahlreich erschienenen Gästen große Befriedung hervorrief. — Den Abend eröffnete unser Herr Rabbiner mit einer eindrucksvollen Rede, worauf das schöne, historische Festspiel „Ein Chanukatraum" von Friede Mehler mit Musik und Gesang von der hiesigen Schuljugend zur Aufführung gelangte. Die Leitung lag in den Händen unseres Religionslehrers und Oberkantors Berthold Weißmandl, der es verstanden, das exakte und verständnisvolle Spiel den Kindern beizubringen. Besonders rühmend hervorgehoben zu werden verdient das Spiel der Bürgerschülerinen Helene Czech, Malviue Frank. Paula Singer und der Knaben Richard Braun, Jos. Wagner, Paul Adler und Max Neufeld, wie auch die Rezitalion jüdischer Dichtungen durch 8tud. jur Sigm Braun. Eine heitere Posse, ebenfalls von Kindern aufgeführt, bildete deu Abschluß dieser Feier. Sophia. Eine in jeder Beziehung gelungene Chanukafeier wudre hier in der Leutsch-israel. Schule abgehalten. -Nach dem Minchagebet und Lichteranzünden hielten Ansprachen an die sehr zahlreich erschienene Jugend: Rabbiner Dr. Rosenwasser, Präsident Josef Ferber, Chevalier M. Adler, Direktor Jacques Gaster. Ergreifend waren die Kleinen mit ihren Darbietungen: Rosa Adler „Der Sturm", Moritz Grünberg „Leid im Winter", Sarah Albert „Der Frauen Menorah". Jüdische Lehrer an türkischen Staatsschulen. Wie aus Salonichi berichtet wird, hat der staatliche Studiendirektor des Vilajet Cossovo sich an den Direktor der Lehranstalt „Moise Allatini" mit dem Ersuchen gewendet, ihm vier Absolventen dieser Anstalt namhaft zu machen, welche dann an den Staatsschulen des Vilajets als Lehrer angestellt werden sollen. Dr. Bkochs Wochenschrift.

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