Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 1 (6.1.1911)
- Date
- 1911-01-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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inririTH nr i Seite 8 Dr. Blocks Wochenschrift. Nr. 1 über daS segensreiche Wirken dieses Tempelvereines zu berichten. Er beglückwünscht den Kultusvorstand, daß der Obmann dieses trefflichen Vereines auch für die Leitung der Kultusgemeinde gewonnen wurde, und wünscht, daß die friedlichen Beziehungen zwischen dem Kultusvorstand und den Tempelvereinen weiterhin ungetrübt bleiben (Lebhafter Beifall). Herr Leopold Stowass er erstattet den Bericht der Revisoren und beantragt, der Vereinsleitung das Absolutorium zu erteilen und den Dank zu votieren, welcher Antrag einstimmige Annahme findet. Kaiserlicher Rat Friedrich P o l l a k erwähnt zum 5. Punkt der Tagesordnung (Bestimmung des Mitgliedsbeitrages), daß der Jahresbeitrag von 12 K seit den ältesten Anfängen des Vereines datiert; daß aber seit jener Zeit alle Wertverhältnisse eine umstürzende Aevderung erfahren haben. Die Anforderungen au den Verein wachsen und steigern sich und Redner appelliert darum an die Vereinsmitglieder, den Jahresbeitrag freiwillig zu erhöhen. In dem gedruckten Verzeichnis der Mitglieder soll der Jahresbeitrag jedes einzelnen Vereinsgenoffen ebenfalls notiert werden. Vereinsmitglied Herr Jos. B a r k a n gibt Anregungen für eine raschere Einkassierung der Spenden und Mitgliedsbeitrage und spricht dem Vorstand im Namen der Generalversammlung den Dank aus (Beifall). Zum 6. Punkt der Tagesordnung (Wahlen) erklären die aus dem Vorstande ausscheidenden Herren: August Fischel, Friedrich P o l l a k (Schmalzhofgosse) und kais. Rat Josef T o s f l e r in kurzen Worten eine Wiederwahl anzunehmen. Für die Ersatzwahl kandidiert Herr Fabrikant Heinrich Bäck, welcher eine mit Beifall begleitete Ansprache an die Generalversammlung richtet. Redner erklärt, daß von hochgeschätzter Seite das ehrenvolle Anerbieten ihm gemacht wurde, eine Kandidatur für den Vereinsvorstand avzunehmen. Aus Liebe zum Vereine und aus Sympathie für den trefflich funktionierenden Vereinsvorstand erkläre er fich bereit, in den Dienst der guten Sache zu treten, wenn die verehrte Generalversammlung ihn mit dem Vertrauen auszeichne (Lebhafter Beifall). Es wird sodann zur Wahl geschritten; als Skrutatoren fungieren die Herren: David Kohn, Ludwig Mahler, Josef B a r k a n, Sal. Lemberger. Das Skrutinium ergibt die Wiederwahl der Herren: August Fischl, Friedrich P o l l a k, kaiserlicher Rat T o f f l e r und die Neuwahl des Herrn Heinrich Bäck. Der Vorfitzende erklärt mit einem Dank an die zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder die Generalversammlung für geschloffen. Grnrralversammlung de» Krigittenauer israrl. Tempelvereiues. Donnerstag, den 22. Dezember 1910, fand unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der Vereinsmitglieder die Generalversammlung dieses Vereines statt. Ueber den äußerst würdigen Verlauf derselben wird uns Nachstehendes berichtet: Der Obmann, Herr Hermann Eltbogen, eröffnete die Versammlung, begrüßte die Ehrengäste — insbesondere die Präsidentin des Frauen-Vereines Frau D. Weiß, mit der Vizepräsidentin Frau Marie Kohn und mehrere Vorstandsdamen usw. — und konstatierte unter dem Ausdrucke der Freude die hohe Frequenzziffer der Mitglieder. Redner teilte weiters mit, daß vom Präsidenten der Kultusgemeinde eine Zuschrift eingelaufen sei, wonach die Entsendung eines Delegierten wegen der gleichzeitig stattfindenden Budgetberatung nicht möglich sei. Entschuldigung Sft eingelangt: von Herrn Calo Cohn, — welchen er zum Beweise der Dankbarkeit des Vereines für die demselben geleisteten Dienste speziell eingeladen habe — wegen Unwohlseins. Ferner haben die Vorstandsmitglieder Wünsch und Reiter ihr Fernbleiben entschuldigt. Der Redner weift darauf hin, daß die heutige Generalversammlung den Abschluß einer Gebarungsperiode bilde, welche durch mehrere besonders hervorzuhebende Ereignisse gekennzeichnet sei, insbesondere seien es zwei Momente, welche derselben ein festliches Gepräge verleihen. Der Obmann gedenkt sohin in warmen, von tiefem patriotischen Empfinden durchwehten Worten des 80. Geburtstages des erhabenen Monarchen und beantragt die Absendung einer Huldigungsdepesche an die Kabinettskanzlei. (Hierzu erteilt die Versammlung^ welche diese schöne Kundgebung der Liebe zu unserm greisen Kaiser stehend angehört hatte, unter brausenden Hochrufen die Zustimmung.) Fortsahrend erinnert der Redner daran, daß mit dem heurigen Jahre das erste Jahrzehnt seit der Einweihung unseres Gotteshauses verstrichen sei. Es dränge ihm, dem alten jüdischen Brauche gemäß, den Lobspruch: „Gelobt seist du. Ewiger, unser Gott, König der Welt, schehachajonu, wekimonu, wehigijonu laseman haseh" zu sprechen; denn mit freudigen Gefühlen und mit berechtigtem Stolze können wir alle auf den verflossenen Zeitabschnitt zurückblicken. Er wolle nicht die Geschichte des Vereines hier darlegen, denn dies würde wohl weit über den Rahmen der heutigen Versammlung hinausreichen. Doch könne er sich nicht enthalten, in wenigen Worten darzustellen, welche Leistungen der Verein auf sich, genommen und mit Gotteshilfe auch erfüllt habe. Es war im Jabre 1873 als einige tatkräftige Männer, die Herren Moritz Heller, Moritz Kohn, Salomon Fried und Jakob Süß — die Kinder der genannten weilen heute noch in unserer Mitte und das Andenken ihrer Väter möge ihnen zum Segen sein — es unternahmen, in dem Hause Klosterneuburgerstraße Nr. 41 ein Vetlokal zu errichten. Später übersiedelte dasselbe in das Haus Webergasse Nr. 20. Der Verein zählte damals 30 bis 40 Mitglieder, aber schon im Jahre 1895 war die Zahl derselben auf 96 gestiegen. Im Jahre 1896 aber reifte in den Mitgliedern des damaligen Vorstandes schon die Idee, einen der Zahl der Bewohner des Bezirkes entsprechend großen, der Würde seiner Bestimmung Ausdruck gebenden Bau für unsere Andachtsstätte zu errichten. Dem Redner sei es — als Obmann seit dem Jahre 1896 — gegönnt gewesen, dieses Projekt zur vollen Reife zu bringen. 'Leicht wurde uns die Ausführung unseres höchsten Wunsches nicht gemacht. Spärlich nur flössen die Zuwendungen für den Bau auf unsere Bitten ein. Von den Baukosten per Kronen 170.000 mußten wir wohl an Kronen 90.000 selbst durch Sammlungen aufbringen. Für die Erhaltung unseres Tempels und die Aufrechterhaltung des Gottesdienstes haben wir in 10 Jahren rund Kronen 263.000 aufgebracht. Der Obmann gedenkt sohin in wehmutsvollen Worten jener Männer, welche mit dazu beigetragen, den Verein in dem abgelaufenen Dezennium zu heben und zu stärken, denen es aber nicht mehr gegönnt war, den heutigen Tag zu erleben. Er gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Verein noch lange gegönnt sein werde, unter dem Schutze Gottes und der Leitung verdienstvoller, zielbewußter Männer, mit Unterstützung der Kultusgemeinde auch fernerhin Ersprießliches zu schaffen, und daß dereinst, wenn er und seine Kollegen, welche ihm stets treu zur Seite standen und denen er hier den wärmsten Dank hiefür ausspreche, nicht mehr auf diesem Platze sein werden, ihnen ein freundliches Gedenken werde bewahrt werden. Zur Berichterstattung über das abgelaufene Vereinsjahr übergehend, gedenkt der Obmann vor allem der Dahingeschiedenen dieses wahres, der Herren: Siegfried Fischer, Bernhard Kämpf, C. H. Karpel, Leopold Preßburger und nicht an letzter Stelle des Hingeschiedenen II. Kantors^ Herrn Juda Ro- *