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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-01-06 · 1 (6.1.1911) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
1 (6.1.1911)
Date
1911-01-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Vkochs Wochenschrift. Seite S werden, immer unzulänglich bleiben wird, solange für denselben nicht wehr als eine Stunde zur Verfügung steht. Kaiserl. Rat Jonas Weil spricht dem Referenten die Anerkennung aus und schließt sich besonders seinem Wunsche auf Errichtung eines monumentalen Amtsgebaudes an. Präsident Dr. Alfred Stern teilt das Ergebnis der Einnahmen bis 15. Dezember 1910 mit u. zw.: Kultussteuer und Jmmatrikulationsgebühren zirka K 1,360.000 Friedhostoxen.„ „ 797.000 Betsitze.. „ 113.000 Trauungstaxen.. „ 43 000 Wilhelm Kuffner bedauert cs sehr, daß die Frage des Kinderspitales wieder aufgerollt wurde, da schon eine einfache Berechnung zeige, daß schon für den Betrieb eines nur mit 50 Betten gedachten kleinen Spitales ein Kapital von K 1,800.000 erforderlich sei. Für die Erhaltung eines solchen kleinen Spitales -sei ein Kapital von zumindest 3—4 Millionen Kronen notwendig, während für diesen Zweck bisher im ganzen K 600.000 zur Verfügung stehen. Es sei daher ausgeschlossen, daß die Gemeinde jetzt auch nur daran denken könnte, ein jüdisches Kinderspital zu errichten. Nachdem die Herren Dr. S a m u e l y und .kaiserl. Rat Weil nochmals den Wunsch äußern, das Projekt der Errichtung eines Kinderspitales nicht für immer aufzugeben, verweist Kultusvorsteher Schramek auf die Tatsache, daß die Kultusgemeinde seit dem Jahre 1857 in der Leopoldstadt keinen Tempel gebaut hat, obwohl die jüdische Bevölkerung daselbst seit jener Zeit sich bedeutend vermehrt hat. Ja, Herr S ch r a m e k selbst hat für die Zwecke eines größeren Tempelbaues bisher ungefähr X 100.000 gesammelt, die er der Kultusgemeinde zur Verfügung stelle und die Gemeinde möge nun den Bau des Tempels ausführen. Nach einem Schlußworte des Referenten, Herrn Frank, wurde auf Antrag des Herrn Dr. Leopold K o h n das Budget im Allgemeinen und in seinen Details unverändert err bloc einhellig angenommen und dem Referenten der Dank votiert. Hiermit schloß die öffentliche Sitzung. Vom Aabrmarkl des Lebens. Emigrations-Kongreß. Am 17. Dezember 1910 fand im Sitzungssaale der B'nai B'rith eine zahlreich besuchte Sitzung des hier zur Vorbereitung des Emigrations-Kongresses in Wien bestehenden Komitees unter dem Vorsitze des Obmannes, des Vizepräsidenten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde Herr Gustav Kohn statt. In derselben erstattete Herr Dr. Gustav Kohn einen ausführlichen Bericht über die bisherige Tätigkeit des Komitees, er konnte mit Befriedigung darauf Hinweisen, daß die Idee der Abhaltung eines Emigrations-Kongresses die Zustimmung der weitesten Kreise in allen in Betracht kommenden Ländern gefunden hat. Er bemerkte, daß die zahlreichen Sympathiekundgebungen und wertvollen Anregungen, die von vielen in den Emigrationsfragen kompetenten Persönlichkeiten und Organisationen ihm zugefallen sind> gewiß zur Aufmunterung dienen müssen, die in so vielen Belangen schwierigen Vorbereitungsarbeiten fortzusetzen und daß dieselben hoffen lassen, daß diese Arbeiten auch mit sehr günstigem Erfolg zu Ende geführt werden. Hierauf erstattete der Schriftführer Herr M. Schmidt das Referat über den heutigen Stand der Aktion, indem er zuvor die zahlreichen Korrespondenzen und Zuschriften aus Amerika,, Deutschland, Frankreich, England, Holland, Rußland, Türkei» Schweiz usw. verlas. An der Hand dieser Zuschriften entwarf derselbe ein Bild des heutigen Standes der Emigrationsbewegung im allgemeinen, sowie des Interesses, welches die Idee der Einberufung eines Kongreffes zur Beratung sämtlicher jüdischer Emigrationsangelegenheiten überall gefunden hat. l Von besonderer Wichtigkeit waren die Zuschriften ruffischer und englischer Fmanzfachleute und Bankinstitute, die sich mit der Notwendigkeit der Schaffung eines Finanzinstitutes in Form einer Emigratürnsbank befassen und die Förderung eines solchen Unternehmens zusichern. Nach eingehender Debatte, an welcher sich die Herren Kultusvorsteher Dr. Samuely, Vizepräsident dieses Vorbereitungskomitees und Dr. H a l p e r n, welch letzterer die Frage besonders vozn Standpunkte der galizifchen Juden beleuchtete, ferner die Herren Dr. Knöpfmacher, Dawidowitsch, Dr. Bloch und Jakob Krauß beteiligten und innerhalb welcher die Herren Dr. Samuely, Dawidowitsch und M. Schmidt die Erfahrungen, welche sie auf ihren ad hoc erfolgten Reisen gemacht haben, zur Kenntnis brachten, wurde folgender Antrag einhellig angenommen und Mar: „Nach Anhörung der Ausführungen des Präsidenten Dr. Gustav Kohn und des vom Schriftführer M. Schmidt erstatteten Berichtes über die Vorbereitungen zu dem in Wien einzuberufenden Emigrationskongreß bestimmt das Komitee, bezugnehmend auf den im September gefaßten Beschluß, den Kongreß in der ersten Hälfte des Jahres 1911 einzuberufen, die Vorarbeiten zu demselben fortzusetzen und seine besondere Aufmerksamkeit der Schaffung neuer Immigrationsmöglichkeilen für die jüdischen Auswanderer, der detaillierten Ausarbeitung des Emigrations-Bauprojektes und der Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Finanzkreisen zuzuwenden. Das Komitee billigt die in den Kongreßangelegenheilen vom Präsidenten Dr. Gustav Kohn unternommenen Schritte, drückt ihm sein volles Vertrauen und seinen Dank aus und wünscht die Arbeit im Aufträge des Komitees fortzusetzen und zu finalisieren." Es wird demgemäß die Fortsetzung der Arbeiten und die Einberufung des Komitees in einigen Wochen zur weiteren Besprechung beschlossen. Baron David Günzburg gestorben. Am 23. Dezember machte ein Herzschlag dem Leben Baron David Günzburgs ein unerwartetes Ende. Baron David Günzburg ist nur 53 Jahre alt geworden. Sein Tod ist ein furchtbarer Schlag für die ruffische Iudenschaft, die in ihm einen ihrer besten, treuesten und auch einflußreichsten Söhne verliert. Er war der Sohn Horace Günzburgs, der nicht allzu lange seinem Sohne im Tode vorangegangen ist. Der Vater war ein großer Philanthrop. Der Sohn war es nicht minder: wo es Not zu lindern, gegen Unterdrückung aufzukommen galt, stand er immer an der Spitze seiner Volksgenossen, warf er sein Wort in die Wagschale, deren Zünglein nach der Willkür der Petersburger Machthaber schwankte. Aber Baron David Günzburgs größtes Verdienst war seine Sorge und seine Arbeit für die kulturellen Institute >des Judentums. Er selbst war ein bedeutender Orientalist, ein genauer Kenner des jüdischen Altertums. Das von ihm herausgegebene Werk „Orientalische Ornamente" hat in allen Fachkreisen Anerkennung gefunden. Seine „Hebräische Enzyklopädie" hat überall Verbreitung und Beachtung gefunden. Besonders groß war er aber als Organisator von Wissensinstituten, won gelehrten Korporationen, die er mit frischem Leben zu erfüllen wußte. Die Privathochschule für Orientkunde zeugt davon: soeben wurde in Petersburg eine jüdische Altertumsgesellschaft gegründet, die Baron David Günzburg nun nicht mehr fördern kann. Die gesamte russische Presse würdigt den Verstorbenen

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