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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-12-30 · 52 (30.12.1910) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
52 (30.12.1910)
Date
1910-12-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Nr. 62 -man 970 Dr. Mschs WvcheMM. destvwemger erbot ich mich, die einmal im Namen und zu Gunsten der gramersüllten Mutter aufgenommene Aktion weiter fortzusetzen und jetzt auch auf dem russischen Konsulate über den Verbleib und das Schicksal ihrer Tochter weitere Nachforschungen anzustellen. Auf dem russischen Konsulate wurde ich von dem ersten Dragoman, . einem eingeborenen orthodoren Araber, empfangen, welcher mir auf meinen ausgedrückten Wunsch, in einer wichtigen und dringenden Angelegenheit den Konsul persönlich Zu sprechen, Mitteilung machte, daß der Konsul augenblicklich selbst nicht da sei, und mich bat, mein Anliegen zur weiteren llebermittlung an denselben zunächst ihm selber vorsutragen.; Als ich mich darauf nach dem verschwundenen jüdischen Mädchen erkundigte und die Beschwerden und Bitten der trostlosen Mutter gellend machte, gestand der arabische Konsulatsbeamte gleich, daß das jüdische Mädchen mit Wissen und Einverständnis des russischen Konsulats in dem großen russischen Nonnenkloster auf dem Oelberg sich befinde und daß man schon nach Rußland, an die Heimatsgemeinde, wegen der Papiere desselben geschrieben habe, um dessen Alter festzustellen, sobald die Antwort aus Rußland eingetroffen sei und dieselbe ausweise, daß das Mädchen das gesetzmäßige Alter für einen Glaubmswechsel erreicht habe, werdr. ^arn die Mutter und die Tochter zu einer freien, ungehinderten Aussprache auf das Konsulat zusammenbringen, und wenn dann aber nach dieser Unterredung die Tochter auch der Mutter gegenüber ihren Wunsch kund gebe, getauft zu werd^r, so werde man auf niemand, auch auf die Mutter nicht, Rücksicht nehmen, sondern das Mädchen der Taufe Zufuhren. Ich erklärte mich mit diesem vorläufigen Bescheid Döllig einverstanden und entfernte mich, um der ängstlich harrenden Mutter von dem Ergebnis dieser Unterredung Mitteilung zu machen, in der zuversichtlichen Erwartung, daß jetzt in dieser Sache alles „gesetzlich und ordentlich zugehen und geschlichtet werde". War es für die Mutter schon eine gewisse Beruhigung, daß man jetzt doch endlich den Aufenthaltsort der Tochter in gewisse Erfahrung gebracht hatte, so leuchtete auch ein freudiger -Hoffnungsstrahl in ihrem Herzen auf, daß die in Aussicht gestellte ungehinderte Unterredung mit der Tochter den guten Erfolg haben werde, daß dieselbe dem ververzehrenden Gram und Kummer der Mutter mit ihrer Erklärung, daß sie die Taufe zurückweisen und nach Hause zurückkehren wolle, ein schnelles Ende bereiten werde. Doch wie Mer der Türe von Dantes Hölle standen auch über der Türe dtzs russischen Konsulates in Jerusalem die Worte geschrieben: „Lasciate ogni speranza voi ch’ontrate“. Einige Tage nach meinem Vorsprechen wurde die unglückliche Mutter zu einer Begegnung mit der Tochter, vormittags neun Uhr, auf das Konsulat geladen. Trotzdem die Mutter allein geladen war, entschlossen sich die beiden jüdischen Männer Lasjnsky und Ben Tauwin und der Rabbiner Levi die Frau auf das Konsulat zu begleiten, in der sicheren Erwartung, von dem Konsul bei bem bevorstehenden großen „Religionsgespräch" als Zeugen zugelassen zu werden. (Fortsetzung folgt.) Literat«». Abraham a Sancta Clara. Btütenlese aus seinen Werken nebst einer biographisch-literarischen Einleitung von Dr. Karl B epische. Mit Bildnis und Autogramm. Zweite Auflage. Oktav (XIV. u. 222). Herde r'sche Verlagshandlung. Freiburg 19*0. Geb. M. 2,80, M. 2.—. Die erste Auflage hat solchen Anklang gefunden, daß sie innerhalb weniger Wochen vergriffen war. Möge die neue Auflage dH gächmackvoll auHgestatteten, billigen Büchleins die gleich willkommene Aufnahme Aden. Der urwüchsige Donnerer, der Goethe Me Schiller, Eichendorff wie Jean Paul u. v. A. zu Freunden gewaonrU hah wird auch bei dieser neuen Ausfahrt neuen Beifall G-deru. x. Karl Möllenhoff. (Kiel 1846), Die Sagen, Märchen und Lieder der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. 4. Äufl., 1910. Verlag von Max Lieb sch er, Siegen, Westfalen. M. 10.50, geb. M. 13. Diesem köstlichen Buche scheint unverwelklicher Lorbeer sicher. Was einst der junge Kieler Privatdozent in flüchtigen Monaten gesammelt, ist zu einem dauerndm Besitz der W ffenschaft geworden. Die gleiche Begeisterung, die an des Buches Wiege gestanden, glüht ihm noch heute allerwärts entgegen. x. Die Verlagsanstalt Emil Abigt, Wiesbaden 35, hat in rascher Folge die nachstehend erwähnten Bücher herausgegeben, die jedes in seiner Art beherzigenswerte Ratschläge erteilen: Das englische Landhaus. Eine Sammlung vorbildlicher HauSpläne aus dem Privatbesttze Sr. Majestät des Kaiser« zur Anregung für den deutschen Hausbau veröffentlicht. Mit Text , von Professor Artur Wienkoop, Darmstadt, und 36 Bildertafeln nebst Textbildern. Zweite verbesserte Auflage. Preis M. 3.— , geb. M. 4.—. — Die H e ilung der Lungentuberkulose im Hochgebirge. Unter spezieller Berücksichtigung der Behandlung fieberhafter Fälle, beh. von Dr. O. Amrein. Preis 60 Pf., geb. 80 Pf. — Die Bor zü ge deS Hochgebllrges für Gesunde und Krank e. Aerztliche Belehrungen von Dr. O. Amrein. Preis 60 Pf. — Wie verhütet man die Uebertragung derLungentuberkulose? Von Dr. O. Amrein. Preis M. 1.—. H. Berlin und Schwester Elfriede, Kochkunst der Neuzeit. Großes Handbuch des gesamten Küchenwesens. Für den einfachen und feinen Tisch unter Berücksichtigung aller Fortschritte auf dem Gebiete des heutigen Küchenwesens. Mit weit über 2500 neuen erprobten Rezepten und Anweisungen. Zirka 700 Seiten stark. Preis M. 6.—, Geschenkband M. 7.—. (Porto 50 Pfg.) Verlagsanstalt Emil A b i gt in Wiesbaden 95. Gute, sparsame Küche — ökonomischer Haushalt — Rat für alle wirtschaftlichen Vorkommnisse find die Grundzüge dieses großen Hausbuches. Es enthält alles, was für das Küchenwesen von Wichtigkeit ist, von Einrichtung, Geschirr und seiner Behandlung^ den Küchenprodukten usw. an. mit Speise- und Küchenzetteln für alle Jahreszeit, Küchenlexikon und dergl. bis zu allen Einzelheiten, Küchenchemie, Rezepte für Haus- und Gebrauchsmittel, vielen Küchengeheimnissen und allerhand ökonomischen Vorteilen. Für alles im Hauswesen Vorkommende findet man hier Rat und Belehrung. Neue Ullstein-Bücher. (Ullstein u. C., Berlin S. W. 68): Georg Engel, „Die Last", K. Aram, „Viole l" und Nich. Bost, „Der Todesweg auf den Piz Palü". D.r Band M. 1.—. Man sieht, der Verlag hält seine Auslese unter den Besten und Beliebtesten. In diesen Bänden haben diese noch dazu mit ihr Bestes geboten. Der Kampf um das Weib und der Kampf der Mutter um ihr Kind sind die Themen, die hier behandelt werden. X. Ergötzliches Experimentierbuch von Albert N e u b u r g e r. Verlag Ullstein u. Co., Berlin und Wien, Preis geb. M. 6.—. Das Buch ist leicht und lustig geschrieben, kann aber doch Anspruch auf vollste Wiffenschaftlichkeit erheben. Spielend gewinnt es das Interesse des Lesers für die schwersten Fragen der Naturforschung. Es ist darum von hohem, pädagogischen Wert. Hinzu kommt, daß das vorliegende Werk auch das Studium neuer Gebiete ermöglicht. Die drahtlose" Telegraphie und die Bilder-Telegraphie ist behandelt, ebenso wie die Flugtechnik und die Einschienenbahn. Alle diese Kapitel werden in der Neuburger'schen Darstellung viel klarer und verständlicher als durch dar Studium großer, wiffenfchaftlicher Werke, und somit dürfte das Experuientierbuch bei Jung und Alt freudige Aufnahme finden. Grundzüge des babylonisch-talmudischen Eherechts von Doktor A. Billauer, Warschau, Berlin 1910. Karl Heymanns Verlag. M. 2.—. Babylonisch - talmudisch soll hier ..nach dem babylonischen Talmud" bedeuten. Der Verfasser beherrscht die deutsche Sprache so wenig wie die jüdische Geschichte (Raschi 1105 geboren, S. 7.) Der Ton, in dem er von den Rabbinen des Talmuds oder von Männern, wie Duschak und Frankel, spricbt, wird auch manchen verletzen, der in der Sache ihm beipflichtet. . Wichtige einschlägige Literatur (Friedmann, Buchholz) hat er nicht berücksichtigt. Eine Geschichte des Rechter ohne Eingehen auf das allgemeine Kulturbild zu schreiben, ist ein Unding. Das Buch wimmelt von Druckfehlern. Immerhin wird es die Aufmerksamkeit wieder auf ein gerade in Oesterreich aktuelles Thema zu lenken geeignet sein. G. W. A. Sybel, Ursprung des französischen Krieges (im Auszug) 1910. Alfred I a n s s e n, Hamburg, Spitalerstraße 12. Geb. M. 1.50. Der Verlag erwirbt sich durch die Verbreitung solcher im Ganzen für das Volk zu kostspieliger, epochemachender Werke ein unbestreitbare; Verdienst. Das ist echte Popularisierung der Wissenschaft. X. Im Verlage von Gerhard StaMng, Oldenburg i. Gr., erscheint : Musik und Musiker in Karikatur und Satyre. Eine Kulturgeschichte der Musik aus dem Zerrspiegel von Dr. Karl Storck. Die vorliegenden Hefte versprechen ein Meisterwerk der Kunst, die lachen macht.

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