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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-12-30 · 52 (30.12.1910) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
52 (30.12.1910)
Date
1910-12-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 860 *r. 52 Dr» Vlochs Wochenschrift Königsberg i. Preußen: Schächtmesser. — Dr. H. Haas e, Wien: Die hygienische Bedeutung der jüdischen Wohltätrgkertsbkstrebungen» Ms. — H a mburg. StadtblbUoihek: Einschlägige Manuskripte mit Abbildungen. Deutsch-Israel. Gemeinde: Modell des rit. Bades. Gesellschaft für jüdische Volkskunde: Verschiedenes. — H. Hauptner, Berlin: Schächlmtsser. — Dr. Hill es um: Photogrophien. — Direktor L. Horch, Wien: Photographien. — Karlsbad. Israelitische Kultusgemeinde: Pläne rc. des israelitischen Kurhospizes. — (*) Karlsruhe i. B. Großh. Oberrat der Israeliten: Dokumente über das Beschneidungsuud Schächtwesen in Baden und Beschneidungs-Jnstrumente. — M. S. Knöpfelmacher, Wien: Mohel-Dücher. — Rabbiner Dr. Kroner, Oderdorf - Bopfingen: Photographien mediz. Codices des Maimonides; Maimonides als Hygieniker, Ms. — Trtularrat Doktor I. Marken, Petersburg: Modell eines russisch - jüdischen Bades, u. A. — (*- Oberrabbiner Doktor Margulies, Florenz: Photographien. — (*) Dr. Morpurgo, Padua: s. den bes. Bericht über das Comitato pro coltura israelitica. — München: (*) Nationalmuseum, Photographien. München-Loge: Die Fleischbehandlung bei den Juden. — Dr. P. M ü n z, Nürnberg: Die hygienische Bedeutung der jüdischen Speisegesetze, Ms. und Bücher. — (*) Rabbiner Dr. Nordheimer, Schwetz (Weichsel): Urteile über die Hygiene der Juden, Ms.; Hygiene im Cusari, Ms. — (*) Oberrabb. Doktor P e r l s, Pecs: Diätvorschriften im Talmud, Ms. — (*) Doktor Rainer, Wiesbaden: Eigene Arbeiten über jüdische Hygiene, — (*)J. Rosanowsky, Braunschweig: Bemerkungen zum Schächten, Ms. — Rabbiner Dr. A. Rosenthal, Berlin: Die Hygiene bei Philo u. Josephus, Ms. — Rabbiner Dr. Rosenack, Bremen: (*) Em Beschneidungsmesser; ein Ntederlegeapparat. — S. Rothschild, Worms: Bücher. — H. Silberbach, Köln: Ntederlegeapparat. — Dr. Schwarz, Wien: Photographien. — Dr. C. Seligmann, Frankfurt: Stat. Material. — Sprecher, Lemberg: Statistisches Materials — Dr. F. Teilhaber, Manchen: Statistische Beiträge zur Hygiene der Juden, MS. — Dr. S. Weissenberg. Eltsabetygrad: Die Hygiene im Brauch der Juden, Ms. — (*) Oberravdiner Dr. W e l l e s z: Hygienische Exzerpte aus der Respouseuliteratur. Ms. — Wien, etliche Vereine: Photographien, Modelle rc. Ms.; Kuliusgememde und Lotatkomitee: Verschiedenes. — Humanilätsoerem „Wien": ein Beitrag. — Worms, Dalberg-Loge: Modell des Wormser Judenbaves. — (*) Sekretär WormS, Frankfurt: Statistisches Material, Ms. Dezember 1910. Dr. M. G r u n w a l d. Jüdische Botschafter an „christlichen" Höfen. Der „American 2sraelite" schreibt: Es ist kein Fall bekannt, daß ein Jude Botschafter an einem „christlichen" Hose gewesen wäre. Jüngst erst wurde Mr. decken aus Virginia Zum amerikanischen Botschafter in Oesterreich- Ungarn ernannt, wurde jedoch von der österreichischen Regierung zurückgewiesen, weil wohl nicht er selbfi Jude ist, sondern nur eine Jüoin geheiratet hat. Man bemüyte sich, auf den österreichischen Minister des Auswärtigen einen Druck auszuüben, damit er Mr. Kelley akzeptiere, jedoch erfolglos. Der Wiener Hof blleb bei seinem Standpunkt» und deshalb blieb der Posten eines amerikanischen Botschafters am Wiener Hofe lange Zeit unbesetzt. Die Auswanderung aus Palästina. Dem „Hajehud" wird aus Jaffa geschrieben: Die hiesige jüdische Kolonie ist in stetem Rückgänge begriffen, da auffällig viele das Land verlassen. Manche wollen diese auffällige Erscheinung damit erklären, daß zur Zeit der letzten großen Unruhen in Rußland eine übereilte größere Auswanderung aus diesem Lande nach Palästina stattgesunden habe. Demgegenüber kann jedoch die Tatsache nicht geleugnet werden, daß unter den Auswanderern sich auch viele befinden, die seit einer großen Reihe von Jahren in Palästina leben. Erypto-Juden auf den Kanarischen Inseln. Die jüdische historische Gesellschaft von England hielt vorige Woche ihre Jahresversammlung, in welcher der bekannte Schriftsteller Lucien Wolf abermals zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt wurde. Aus diesem Anlasfe hielt Mr. Wolf einen interessanten Vortrag über „Krypto-Juden in den Kanarischen Inseln". Als er vor ungefähr zwanzig Jahren die Geschichte der jüdischen Ansiedtungen in England studierte, da siel es ihm auf, daß die Hauptfigur der letzten Wiederzulassung von Juden in England, Fernande Carvajal, und mehrere feiner Genossen aus den Kanarischen Inseln gekommen waren. Er ging nun diesen Spuren nach und fand, daß in den Kanarischen Inseln schon lange vor der Vertreibung der Juden aus Spanien und Portugal eine Gemeinde spanischer Juden bestanden habe. Noch viele Jahre nach der Vertreibung blieb diese Gemeinde unbehelligt. Anläßlich eines vom Bischof Diego de Muros eingesetzten Ketzergerichtes im Jahre 1499 wurde jedoch festgestellt, daß in den Kanarischen Inseln zahlreiche Marannen leben, die in San Lucar eine geheime Synagoge besaßen. Die Behörden von Sevilla erhielten hievon Kenntnis und stellten fest, daß der Rabbiner her Marannengemeinde Luis Alvarez!war. In Las Palmas wurde die Inquisition im Jahre 1504 etabliert. Im Jahre 1519 wu,rde die Meldung von einer geheimen Synagoge in Santa Cruz erstattet. Interessant ist ein Edikt vom Mai 1524, in welchem eine genaue Beschreibung der religiösen Zeremonien der Marannen enthalten ist, um auf diese Weise ihre Entfernung und Ergreifung zu erleichtern. Lucien Wolf lieferte dann die Schilderung einiger interessanter Eerichtsfälle. Nach dem großen Auto-da-fs im Jahre 1534 blieben nur wenige Juden auf den Inseln zurück, die dann schließlich zu Beginn des 17. Jahrhunderts zum größten Teile nach England auswanderten. Esperantokehrbücher in hebräischer Sprache. In Warschau wurde dieser Tage eine Esperanto-Ausstellung eröffnet. In der Mitte des Hauptsaales der Ausstellung -steht ein,e große Büste des Erfinders Doktor Zamenhof. Interessant ist die Sammlung der verschiedenen Lehrbücher und Zeitschriften in Esperanto. Man hielt hier Esperantolehrbücher in allen Sprachen der Welt, sogar jüdische und chinesische. Ebenso zehn verschiedene Lehrbücher in hebräischer und eine große Anzahl in jüdischer Sprache. Wie Tolstoi Hebräisch lernte. In dem neuen Werk von Jlmer Maüd über Tolstois Leben findet sich eine interessante Stelle, wie Tolstoi Hebräisch lernte. Tolstoi begann im Oktober 1882 Hebräisch zu lernen. In ihrem Tagebuch schreibt die Gräfin Torstaja hierüber: „Lewotschta lernt Hebräisch und ich habe großen Kummer darüber: er vergeudet seine Kräfte auf Dummheiten und darüber leidet sein Geist und seine Gesundheit. Das beunruhigt mich sehr und ich kann meine Unzufriedenheit nicht verhehlen. ... Keine andere Sache vermag chn jetzt Zu interessieren und in Anspruch zu nehmen." •' Tolstoi selbst schreibt hierüber folgendes: „Ich bin jetzt mit dem Erlernen der hebräischen Sprache beschäftigt; ich verstehe beinahe schon die Sprache". Das Lernen der hebräischen Sprache war für Tolstoi nur ein Mittel zu seinem bestimmten Zweck; die Bibel besser zu verstehen. Er war ein fleißiger Schüler, aber er las nur das, was er brauchte, und übersprang >alles, was er für seine Zwecke nicht nötig hatte.

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