Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-11-25 · 47 (25.11.1910) · page 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
47 (25.11.1910)
Date
1910-11-25
Page
– (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3021873-3021921--19762-3044763
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 47 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 789 Wien. Freitag-Abend-Vorträge im Beth-Hamidrasch Talmud-Thora. II., Malzgasse 16. Am 35. November: Herr Rabbiner L. Goldstein: „Abraham ben Meir ibn Esra" und am 2. Dezember: Vortrag des Herrn Rabbiners M. Schenk. Beginn jedesmal um 7 Uhr 30 Minuten. Wien. (Mensa academica Judaica.) Für das Wintersemester 1910/11 hat sich die Studentenvertretung der Mensa acadernica Judaica folgendermaßen konstituiert: rned. Gustav Fischer, Präses; jur. Feiwel Frankel, I. Stellvertreter; phil. Jakob Bronner sen, II. Stellvertreter; eanä, phil st Hur. Adolf Heinrich Landau, Kasseverwalter und Archivar; meä. Julius Rausnitz. I. Schriftführer; phil. Moriz Bronner jmi., II. Schriftführer. Gütige Spenden für den Studentenfond wolle man gefälligst an die Mensa acadernica Judaica, Wien, II., Malzgasse 12, senden. Wien. (Verein zur Unter st ützung jüdischer Kleingewerbetreibender in Wien, II., Obere Donaustr aße 81.) Die Witwen-Unterstützungen aus dem anläßlich des 60jäyrigen Regierungsjubiläums unseres geliebten Kaisers gegründeten Fonds gelängen am 2. Dezember d. I. zur Auszahlung. Die anspruchsberechtigten Witwen wollen mündlich oder schriftlich bis längstens Ende dieses Monats das diesbezügliche Ansuchen Vorbringen. Der Obmann Dr. Klausner. Wien. Am 8. d. M. starb Frau Therese Zinner, die Mutter des Buchhändlers Wilhelm Zinner und des Stationsvorstandes Anton Zinner in Gloggnitz, eine wegen ihrer Herzensgüte und ihrer seltenen Charaktereigenschaften sehr geehrte Frau im hochbetagten Alter von 92 Jahren. Die Leiche wurde nach Pardubitz überführt. Dem Leichenbegängnisse, welches sich zu einem imposanten gestaltete,wohnten alle ihre Kinder aus Wien, Gloggnitz, Prag, Pardubitz und Hamburg, sowie zahlreiche Verwandte w. bei. Sie hinterließ eine große Anzahl Enkel, Urenkel sowie Ur-Urenkel und wohnte die letzten drei Jahre bei ihrer Enkelin Frau Bertha Breuer, welche sie aufopferungsvoll hegte und pflegte. 6. 8. Wien. (Leichenbegängnis.) Am 17. d. M. fand das Leichenbegängnis des Herrn Karl Hirsch, Seniorchefs und Mitbegründers der Firma Sam. S. Bing u. Co. I., Morzinplatz, statt. Zu der imposanten Trauerfeierlichkeit hatten sich die hervorragendsten Vertreter der Industrie und des Handels im Trauerhause, Salzgries 14, eingefunden. Anwesend waren unter Anderen: Vertreter der Niederösterreichischen Eskomptegesellschaft, des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, des Vereines reisender Kaufleute, des humanitären Vereines „Bene Brith", vieler kommerzieller Institute und zahlreicher Wohltätigkeitsvereine, denen der Verblichene als Vorstand, Zensor oder Mitglied angehöct hatte. Oberkantor D. Fuchs stimmte unter großer Assistenz den Choral an, worauf der Sarg von den Vertretern und Disponenten der Firma über einen Teil des Salzgries durch das Spalier des großen Personales und einer zahlreichen Menschenmenge zu dem Leichenwagen getragen wurde. In der Leichenhalle des Friedhofes, welche die große Zahl der Teilnehmenden kaum fassen konnte, hielt Oberrabbbiner Dr. Güdemann einen Nachruf. Im Namen des Humanitären Vereines „Bene Brith" sprach Advokat Herr Dr. W. K n ö p f m a ch e r, für den Verein reisender Kaufleute dessen Präsident Herr kaiserlicher Rat Artur Lemberger und im Namen des Personales hielt der Aelteste der Angestellten, Herr Max Obernbreit, einen tief empfundenen Nachruf, in dem er in bewegten, zum Herzen dringenden Worten den großen Verlust beklagte, den die Mitarbeiter durch das Ableben ihres Chefs erlitten haben, zu dem sie stets mit Verehrung und Liebe emporblickten. Austritte aus dem Judentum Vom 13. bis inkl. 20. November 1910. Durst Gustav, Chemiker, geb. 29. Dezember 1881, Wien, VII. Bez., Neubaugasse 4. Goldmann Max, Versicherungsanstaltsdirektor, geb. 12. Juli 18*1. wohnhaft in Brünn. Kreilsheim Heinrich, geb. 6. Mai 1879, Wien, III., Untere Viaduktgässe 3 Kühner Helene geb. Goldschmiedt, verwitwet, geb. 7. Jänner 1870, Wien, I, Ebendorferstraße 8. Reichner Hortense, geb. 6. Februar 1892, Budapest, VII., Siebensterngasse 46. Schmerz Moses Moriz, Buchhalter, geb, 15. September 1864, Triest, VI, Bürgerspitalgasse 16. Schwach Leopold, Maschinarbeiter, geb. 14. März 1885, Mittersberg, XVII., Nattergasse 21. Tonelles Alfred, Einjährig-Freiwilliger, geb. 23. Dezember 1887, in Wien, in Steyr wohnhaft. Toth Emma, geb. 2. Juni 1883, Wien, XVI., Yppengasse 5. Weise Irma, Kontoristin, geb. 4. April 1891, Wien, VII., Wimbergergasse 8. Wollner Wilhelm, geb. 27. August 1861, Wien, III., Reisnerstr. 33. Zbindlen Ilona (Helene), Handarbeiterin, geb. 5. April *1878, in Budapest, XIII., Märzstraße 136. Eger. Unter außerordentlich starker Beteiligung fanden am 30. Oktober die Neuwahlen in den Kultusgemeinde-Borstand statt. Gewählt wurden zum Kultusvorsteher Herr Eduard Löwy, zum Stellvertreter Herr Max Abeles, zum Kassier Herr Ferdinand Koretz, zum Rechnungsführer Herr Wilh. Buchsbaum, zu Tempelvorstehern die Herren Hermann Weßl und Bernhard K o h n, zu Beiräten die Herren Edmund K o h n und Leopold Heller. Jassy. Die „Dr. Lippe-Feier", anläßlich seines 80. Geburtstages, wurde in der Bnai-Brith Loge unter dem Präsidium des Oberrabbiners Dr. Niemirower großartig gefeiert. Als Festschrift erschien: „Die gefeierte Medizin in der biblifch-talmudischen Gesetzgebung", Vortrag, gehalten im Lokale der Associatione Medico farmaceutica von Dr. K. Lippe in Jasiy den 23. Jänner 1910. Herausgeber das Komitee der rumänisch-zionistischen Föderation in Galatz-Braila. Zum 80. Geburtstag des Verfassers ihres Ehrenpräsidenten am 14. Marcheschwan 5671 (November 1910). Druck C. Abermann, Str. Stefan gel. Mare 1910. Jassy. Dr. Karl Lippe ist 1830 zu Stanislau in Galizien geboren, oblag medizinischen Studien in Lemberg und wurde an der Universität Erlangen in Bayern zum Dr. med. promoviert. Seine gediegene und vielseitige literarisch-publizistische Tätigkeit hat er während seines ganzen arbeitsreichen Lebens ausschließlich der Verteidigung des Judentums gewidmet und mit rühmenswerter Unerschrockenheit, mit Sach- und Fachkenntnis hat er seinen Kampf für die Rechtsstellung seiner hartversolgten Glaubensbrüder in Rumänien geführt. Bon seinen zahlreichen, zumeist apologetischen Charakter tragenden Schriften, die er in deutscher, französischer, hebräischer, polnischer und rumänischer Sprache veröffentlicht hat, mögen hier die folgenden namhaft gemacht werden: »Darke ha-refuah« (1869), eine Diätetik und Heilkunde in populärer Darstellung; „Ghetto der jüdischen Namen" (1871); „Der Judenhaß" (deutsch 1871, rumänisch 1879); „Der Talmud" (1873), eine Schrift, in der der Talmud, mit kritischem Blick betrachtet und mit der modernen Wiffenschaft verglichen, gegen Unwiffenheit und Böswilligkeit verteidigt wird; »Causeries historiques« (1869), eine Darstellung der ethischen Prinzipien des Rabbinismus; „Die Effäer als Maurer" (1875); „Das Evangelium Matthaei vor dem Forum der Bibel und des Talmud" (1889), eine kritische Studie, in der mancher Drew'sche Gedanke vorweg genommen wird; „Die rumänische Judenfrage vor dem Berliner Kongreß" (1878); „Symptome der antisemitischen Geisteskrankheit" (1886) und „Rabbinisch-wiffenschaftliche Vorträge" (1897). Ueber die Schriften Lippes schrieb einmal der selige Rabbiner Dr. Igel: Wenn man die Schriften Karl Lippes liest, glaubt man das Werk eines spanischen Gelehrten aus dem Mittelalter zu lesen, mit dem Unterschiede, daß, während jene Gelehrten Rabbiner und Aerzte waren, Lippe hingegen Arzt und Rabbiner ist. Dieses Urteil charakterisiert am zutreffendsten die Bedeutung Karl Lippes, des Arztes und des Gelehrten. Feuilleton. Indische Pilger in Marokko. In einem der jüngsten Berichte der „Alliance Jsraelite Universelle" in Paris aus Marokko findet sich die folgende interessante Schilderung der Pilgerfahrt der marokkanischen Juden in der Zeit zwischen Pessach und Schowuaus des letzten Jahres. In Nazzau, das zwischen dem Fluffe Sebu und der Stadt Alcazar liegt, befindet sich die letzte Ruhestätte des heiligen Mannes Rabbi Amram. Die Juden von Larache, Alcazar, Aszila, Mekinez und selbst von Fez pilgern zu seinem Grabe. Vom ersten Omertage

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.