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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-11-25 · 47 (25.11.1910) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
47 (25.11.1910)
Date
1910-11-25
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 47 Seite 768 Wie«. („Oesterreichisch-Israelitische Union.") Der diesjährige Vortragszyklus der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" wird Samstag den 26. b. M., Präzise i/i8 Uhr abends in Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines", I., Eschenbachgaffe 11, durch einen Vortrag des Herrn Dr. Ignaz Z o lls ch a n, Verfaffer des soeben in 2. Auflage erschienenen, aussehenerregenden Werkes „DaS Raffenproblem" eröffnet. Herr Dr. Z o l l s ch a n wird über das Thema „Taufe, Raffe,' Zukunft" sprechen. Der Eintritt ist nur gegen Vorweisung der Einladungen gestattet. Wien. Samstag den 26. November a. e. findet um 7 Uhr abends im Vereinslokale des israelitischen Humanitätsvereines „B'nai B'rith", I., Univerfitätsstraße 4, die XI. ordentliche Generalversammlung des „Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis", II., Taborstraße 59, statt. Wie«. Samstag den 10. Dezember l. I. findet im Bösendorser-Saale ein Konzert der bekannten Klaviervirtuosin Frl. Myriam Salz statt. Myriam Salz ist die Tochter des Führers der galizischen Zionisten und langjährigen Mitgliedes des Aktionskomitees Dr. Abraham Salz. Sie zeigte schon als Kind besondere musikalische Fähigkeiten. Seit Jahren studierte sie in Wien, wo sie eine der tüchtigsten Schülerinnen Meister Leschetizky's war. Frl. Myriam Salz beherrscht mit vollkommener Virtuosität das Klavier. In künstlerischen wie auch in allen jüdischen Kreisen zeigt sich das regste Interesse für das erste öffentliche Auftreten des Frl. Myriam Salz in Wien. Wie«. Sonntag den 4. Dezember 1910, abends 8 Uhr findet im großen Mufikvereins-Saale ein Konzert mit Orchester statt. Mitwirkende: Selma Kurz, k. k. Kammersängerin; Vivia de B a r e n n e, Violinvirtuofin; Franz N a v a l, k. k. Kammersänger; Ary van Leeuwen, k. k. Hofmufiker und das Tonküvstler-Orchester unter Leitung des Herrn Konzertdirektors Oskar Nedbal. Das Reinerträgnis ist dem Rekonvaleszentenheim „Philanthropia" gewidmet. Konzertdirektiou Albert Gutmanu, Inhaber: Hugo Kuepler, Wien, I., Schellinggaffe 3. Verkauf der Karten I., Hofopernhaus. Wie«. (Verein zur Bekleidung armer israel. Männer und Frauen der Bezirke XII—XV.) Am 4. Dezember l. I., 2 Uhr nachmittags, findet die diesjährige Beteilung armer israelitischer Männer und Frauen im Sitzungssaale, XV., Turnergaffe 22, statt. Wie«. (B e k l e i d u n g s f e st.) Im großen Festsaale des Hotel „Continental", II., Taborstraße 4, fand Sonntag den 20. d. M., 3 Uhr nachmittags, bei überaus zahlreichem Besuche und in außerordentlich solenner Weise das Bekleidungssest des „Vereines zur Bekleidung und Unterstützung armer, alter Männer israelitischer Konfession" statt. Anwesend waren: Der Präsident der Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, Vizepräsident Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, der Präsident der „Alliance" David Ritter von G u t m a n n, Kultusvorsteher Ad. Schrämet als Delegierter des Kultusvorstandes, Bezirksschulrat Dr. Markus Spitzer, Kultusvorsteher G r ü n w a l d, Landtagsabgeordneter kais. Rat Arnold Spitzer, die Gemeinderäte Dr. Mittler und N e u st a d t l, Rabbiner Doktor Feuchtwan g, die Oberkantoren Bauer, Fuchs und S ch o r r. die Bethausvorsteher Carl Freund und Theodor Kohn, Carl Lemberger, Dr. Josef Bloch, Dr. B rady, Obmann des Donauklub, Börserat E i ch b e r g, der Obmann des Tempelbaukomitees der Fugbachsynagoge Elkan Bauer, Frau Grünwald, Präsidentin des Floridsdorfer Frauenvereines, u. v. A. Mit einem Präludium, gespielt von Profeffor S. Storch, Variationen eines jüdischen Themas, wurde die Feier eröffnet und darauf folgte das „Bundeslied", vorgetragen vom Kaufmännischen Gesangsverein. Der geistvolle Prolog von S. V i u e t a fand in Herrn Paul A s k o n a s vom Deutschen Volkstheater einen ausgezeichneten Interpreten. Nach der Begrüßungsansprache des Vereinspräfidenten Herrn Isidor Schwarz hielt Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang die Festrede, in welcher er die edle und schöne Idee, die dem Vereine zugrunde liegt. würdigte und ihre Betätigung als in den Satzungen und der Ethik des Judentums begründet darlegte. Die anerkennenden Worte, die der Vizepräsident der Kultusgemeinde Dr. Gustav K o h n und Herr David Ritter von G u t m a n n für das Wirken des Vereines hatten, fanden in der Festversammlung lebhaften Anklang. Die unter Leitung des Chormeisters Ritter von Henriquez vom Wiener Kaufmännischen Gesangverein mit seltener Präzision und feiner Empfindung vorgetragenen Chöre, sowie die brillanten Liedervorträge des Herrn Oberkantor Don Fuchs wurden stürmisch akklamiert. Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmargrsse 46. (Haltestelle der Elektrischen: Jägerstraße.) Das Wochenprogramm ist, wie folgt, festgesetzt: Samstag den 16. d. Di.: Konzert. — Sonntag den 20. d. M.: Siegfried Fleischer: „lieber Judenpogrome." — Montag den 28. d. M.: Dr. Karl Lifezis: »Die Frauenbewegung." — Dienstag den 29. d. M.: Dr. K. Kupfer: „Judengesetzgebung im Mittelalter." — Mittwoch den 30. d. M.: Frau Müller-Rosenzweig: Lichtdildervortrag. (Eine Palästinareise.) — Donnerstag den 1. Dezember: Dr. Alois Schwarz; „Ueber die Todesstrafe." — Freitag den 2. Dezember: Bibelerklärung. Beginn an Wochentagen um halb 8 Uhr. Samstag, sowie an sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vortkägen und Mitwirkungen bei Konzerten an den Obmann Doktor I. Samuely, l., Fischerstiege 6, erbeten. Die Toynbeehalle hat unter glücklichsten Auspizien ihre Winterabende begonnen, bei lebhaftester Teilnahme des Publikums. Für intereffantes, belehrendes, aber auch unterhaltendes Programm wird durch die umsichtige Vorstehung gesorgt. Am vergangenen Samstag den 19. d. M. gab es dort einen ganz wahrhaftigen Kouzertabend. Fräulein Lampel, welche sich als Pianistin bereits einen Namen zu machen wußte, spielte mit überlegener Technik Brahms, Chopin und entfesselte nach jeder Nummer wohlverdienten, stürmischen Beifall. Als Sängerin lernten wir Fräulein Berta Politzer kennen, eine reizende, temperamentvolle Erscheinung, musikalisch und geschmackvoll sang sie die erste Arie des Pagen aus „Figaros Hochzeit", „Freischütz", „Geisha" und anderes, alles mit feinster Nuanzierung und ei ier Munterkeit, welche zu dem feingeschnittenen Köpfchen vortrefflich stimmt, man glaubt ihr, was sie singt. Fräulein Clärchen Fröhlich gab Gedichte, ernstergreifende von Morris Rosenfeld, Schiller und heitere Dialektstückchen. Sie fand für alles den richtigen, fein nuanzierten Ton und hielt das Publikum gespannt im Banne ihrer Deklamation. Zu rasch war der genußreiche Abend vorüber und nur schwer war es dem Publikum begreiflich zu machen, daß es schon wirklich und ganz aus sei für diesen Abend. D. R. Wien. Am 29. d. M. vollendet der in kaufmännischen Kreisen bestbekannte Industrielle, Seniorchef der Wiener Engros-Pelzwarenfirma Herr Herrmann König. VII., Seidengaffe 28, in voller körperlicher und geistiger Frische das 60. Lebensjahr. Der Jubilar ist seit Jahren Vorstandsmitglied des Tempelvereines für die westlichen Bezirke, Obmann und Mitglied verschiedener Humanilätsanstalten und genießt auch auf dem Gebiete der stillen, privaten Wohltätigkeit den Ruf eines jovialen Philanthropen. Wien. (I. Wiener Jüdischer Turnverein) Bei der diesjährigen, ordentlichen Generalversammlung kamen folgende Vereins Mitglieder in den Turnrat: Hngo Spitzer, Obmann; Dr. Arthur Jmmeralück, Obmannstellvertreter; Josef Silberberg. I. Schriftführer; Nikolaus Benedik, II. Schriftführer; Leopold Weffely, I. Kaffter; Ernst Back. II. Kassier; Ingenieur Phil. Pollak, I. Turnwart; Wilhelm Ullmann, II. Turnwart; Ingenieur Heinrich Pollak, Zeugwart; Fräulein Grete Oppenheimer, H. Isidor Keßler, Dr. E. Röhrlich, Beisitzer. Das Scheiden des alten Turnrates wurde mit Bedauern zur Kenntnis genommen und demselben einstimmig das vollste Vertrauen ausgesprochen. Der Verein hat auch Heuer die gründliche Renoviernng der Turnsäle und Adaptierung der Garderoben vorgenommen, so daß die Einrichtungen allen Anforderungen der Hygiene und Bequemlichkeit entsprechen. Die Turnstunden bleiben wie in den vergangenen Jahren unverändert, der große Zuschauerraum steht dem geehrten Publikum immer gerne offen zur Verfügung. Die Einschreibungen werden regelmäßig vor Beginn des Turnens vorgenommen. Wien. (Verein znr Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk.) Dieser Verein veranstaltet Sonntag den 27. November 1910 um halb 3 Uhr nachmittags im Ronacher-Theater. I., Himmelpfortgaffe 25, eine Wohltätigkeitsvorstellung. Zur Aufführung kommt zum ersten Male am Nachmittag das neueste Theaterstück „Die verhexte Wienerstadt" nebst noch einem reichhaltigen Abendprogramme. (Die angekündigte Operette „Frühliugsluft" kommt nicht zur Aufführung.) Karten sind bei der Theaterkasse zu haben.

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