Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 46 (18.11.1910)
- Date
- 1910-11-18
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 46 De. Wochs Wochenschrift. Seite 765 ihr Vermögen eine grohje Rolle spielte und daß sie in der Zeit des groben Prozesses lebte und vielleicht auf seinen Gang einwirkte. Nach Jahren verquickte sich die Gestalt Rosas mit der Konfiskation der Synagoge und ihrer Wiedererlangung, welch Wunder, datz auf der Basis die Legende von ihrem Tode aufwuchs. Denn die Legende kennt keine halben Helden, ganz müssen sie sich dem Volke widmen, und für das Volk sterben. So lieh auch hier das Volksepos seine Heldin ringen und liefe sie auch für die gute Sache sterben. Die Belagerungen Lembergs durch Chmielnicki, die Tataren,. Kosaken, Schweden, hatten soviel Märtyrer und Märtyrerinnen hervorgebracht, das 18. Jahrhundert mit seinen Ritualprozessen hat in Lemberg allein so viel Opfer verschlungen, daß ein Verdienst um das Judentum ohne Märtyrertod für das Volk keine Bedeutung Halles) Hier liegt der Ursprung der Legende vom Märtyrertode der „güldenen Rose". Literatur. Vielleicht — vielleicht anch nicht. Roman von Gabriele d'Annunzio. Deutsch von Karl Vollmöller. M. 4.50, in Leinen M. 6. „Insel"- Verlag, Leipzig, Kurzestr. 7. Der Stoff diese« neuesten Romans d'Annunzios^verleiht dem Buche einen besonderen Reiz. Er ist der unmittelbarsten Gegenwart entnommen, ein weitgehendes Hereknzieheu der modernsten, technischen Errungenschaften: Automobil und Flugmaschine. Die hinreißenden Schilderungen neuer Sensationen, die wir der Flugmaschine verdanken, gehören zu den packendsten Stellen der großen RomaneS. Ein Dichter von Rang, Karl Vollmöller, hat selbst in ständiger Verbindung mit d'Annunzio die Uebersetzung geschaffen und damit dem Roman auch in seiner deutschen Gestalt seinen künstlerischen Charakter voll gewahrt. Deutsche Originalromane mit einer ähnlichen berauschenden Glut der Schilderung hat die neuere literarische Produktion nicht viele aufzuweisen. x. In demselben Verlage erschien soeben in der allen seinen Veröffentlichungen eigenen geschmackvollen Ausstattung eine vollständige Ausgabe der „Märchen der Brüder Grimm". 2 Bd. geh. M. 7.—, in Leinen M. 10,—, in Leder M. 14.—. Eine prächtige Gabe für jeden Festtag. x. In dem rührigen Verlage von Josef Scholz in Mainz sind soeben die folgenden sechs mustergültigen Kmderbücher erschienen : Das Deutsche Bilderbuch. Märchenserie 10. Band: Der Wolf und die sieben jungen Geißlein mit Bildern von Eugen Oßwald. — 11. Band: Brüderchen und Schwesterchen mit Bildern von Franz Müller-Münster. — Jedes dieser beiden Bücher im großen Formate 22:22 cm. enthält acht farbige Vollbilder und zahlreiche Textillustrationen und kostet nur 1 Mark. Man kommt fast in Versuchung, zu sagen, daß diese beiden Bände des „Deutschen Bilderbuches" all das Schöne Übertreffen, was die Scholzsche Kunstanstalt aus dem Märchenlande uns bereits brachte. Geeignetere Künstler kann es jedenfalls für diese Märchen nicht geben. Müller-Münster und Eugen Oßwald haben ihre Aufgabe großartig erfüllt. Frohe Lieder. Gedichte von Friedrich Güll, mit Bildern von Marie Hohneck. Fünfzehn farbige Bildseiten, geb. M. 1.—. Vom ersten Schnee, dem Vögelein im Winter, Kletterbüblein, Rekruten, der Kutschenfahrt, vom Nachtwächter, vom feinen Mädchen tönen diese frohen Lieder. Gute Lehren. Gedichte von Wilhelm Hey. mit Bildern von Müller-Münster. Fünfzehn farbige Bildseiten. Geb. M. 1.—. Liede Kindergedichte, gute Lehren und Anderes des großen Fabulisten mit neuen Bildern. Die Wacht am Rhein. Soldatenbilderbuch von Angela Jank. Mit ausgewählten Gedichten. Jeder Teil M. 1.—, zusammengebunden M. 8.—. Professor Angelo Jank ist' zur Zeit wohl der bedeutendste Soldatenmaler. Bei dem Streit über sein für den Reichstag geschaffenes Gemälde ist sein Name häufig genannt worden. Auch die sorgfältig ausgewählten, zwischen die Bilder gestreuten Soldaten- '.'**) Caro (Geschichte 1. c. 161) will den Tod Rosas auf einen konkreten Fall zurückführen und meint, die Legende habe das traurige Ende einer Adele aus Drohobycz der Rosa beigeschlossen. Adele — berichtet Suchystow — sei wegen einer Ritualmordanklage im Jahre 1710 hingerichtet worden. lieber von Schiller bis Liliencron und Max Geißler werden ihre Wirkung gewiß nicht verfehlen. Mein Tierbilderbuch. Von Eugen Oßwald. Mit Versen von Adolf Holst. 23 farbige Bilderseiten in Buchform oder zum Auseinanderziehen, unzerreißbar. Geb. M. 3.—. Recht empfehlenswert für das erste Kindesalter! Der Künstler zeigt die Tiere mit vielem Humor in großen lebendigen Formen. Das Eigentümliche der Tiere tritt überall hervor und man merkt, worauf es hier ankommt; nicht nur eine Unterhaltung zu bieten, sondern ^dem kindlichen Beschauer das Wesen des Tieres nahezubringen. sie den Kleinen zu Freunden z machen. Dazu tragen nicht wenig die humorvollen Verse von Holst l ei. Das Buch, natürlich unzerreißbar, bietet für den Preis von M. 3.— außerordentlich viel. Deutsches Jugendbuch. Band 11. Unter Mitarbeit namhafter Schriftsteller und Künstler heransgegeben von Wilhelm Kotzde. 185 Seiten, in Leinen M. 3.—. Das Deutsche Jugendbuch bringt in buntem Wechsel Geschichten, Lieder, Reime, Rätsel und Bilder. Unsere besten Künstler beteiligten sich an dem Buche, Namen wie Gustav Falke, Ernst Zahn. Günther Saalfeld, Krügel, Kotzde, Lienert; von Malern Müller-Münster, Sckmidhammer, Gebhardt, Weingärtner, Boffert, Stroedel, Lehmann-Ajax bürgen dafür, daß der Jugend hier in Wort und Bild Gutes und Gediegenes geboten wird. Rätsel, Spiele und Aufgaben mancherlei Art geben dem Kinde Gelegenheit zu heiterer Beschäftigung. DaS starke, vorzüglich ausgestattete, fest und schön gebundene Buch verdient warm empfohlen zu werden. Nur möchten wir in den folgenden Bänden das spezifisch Konfessionelle noch strenger ausgeschaltet wissen, wenn die Bücher in allen Häusern willkommen sein wellen. R. Bonden Mainzer Volk^- und Jugendbüchern (in demselben Verlage) liegen von folgenden Bänden Neuauflagen vor: Die Pfahlburg (Karl Ferdinands). Im Schrllschen Zug (W. Kotzde), Der Douglas (Max Geißler). UmS heilige Grab (Eberh. König), Drei gute Kameraden (Gustav Falke), Normanensturm (Karl Ferdinands), Michel Schneidewind (Charlotte Niese), Der Tücher von Köln (Josef Lauff). Ennert, Dr. Th . die Sünden der Päpste im Spiegel der Geschichte. Eine Modermsten - Antwort auf die Borromaeus- Enzyklika. Bd. I. Mk. 3.—. (Vollständig in 2 Bänden k Mk. 3.— (zus. ca. 400 S.) Verlag von Krüger & Co., Leipzig. Derartige Züge aus der Papstgeschichte sollten alle kennen, die im konfessionellen Streite unserer Tage ihren Mann stellen wollen. Es sind hochinteressante, auf ernster wiffenschaftlicher Arbeit beruhende und doch volkstümlich gebotene Darlegungen. Mit scharf kritisiertem Maßstab mißt Verfaffer, der als erster deutscher Modernist vom Papst exkommuniziert wurde, die Ansprüche des Papsttums, von Christus begründet worden zu sein, und erbringt den Nachweis der Fälschung jener Stellen in dem Evangelium, auf die es seine Ansprüche aufbaut. Kein Anderer war mehr dazu berufen, ein solches Werk in volkstümlicher objektiver Weise auf wiffenschaftlicher Grundlage zu schreiben, als Verfaffer. Die ersten Kapiteln behandeln: Der Ketzer auf dem Stuhle Petri. Der Sturz von der Höhe. Das Dirnenregiment. Päpstin Johanna. Hildebrand. Simonie und Zölibat. Hildebrands Kreaturen. Gregor VII. Priesterehe und Simonie. Gregor u. Heinrich IV. Gregor und die außerdeulschen Staaten. Die Stimme Zentralblatt für Stimm- und Tonbildung. Gesangsunterricht und Stimmhygiene. Herausgegeben vom SanitätSrat Dr. Theodor S. Flatau, Rektor Karl Gast und Rektor Alois Gusinde. Verlag von Trowitzsch L Sohn, Berlin SW. 46. Vierteljährlich M. 1.50. Aus dem Inhalte des Novemberheftes: „Ueber die Stimmprüfung" von Georg Vogel; „Stimmbildungsreform in der Schule" von Theodor Paul-Breslau; „Ein neues LaryngostroboSkop" von Sanitätsrat Dr. Flatau; „Von der Naturfor cherverfammlung in Königsberg"; „Aus Wiener Konzertsäken" von Dr. Hugo Stern; ferner Berichte, Personalnachrichten, Kongreße u. s. w. M. S. Goldbaums „Hebräische Gedichte" Lemberg 1910. Im Selbstverläge des Verfassers. „Die Hilfe." Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 45 13. November 1910. Aus dem Inhalte: Friedrich Naumann: Das deutsche Volk. — Heinrich Spiero: Eduard Simson. — Robert Breuer: Die Pläne für das Tempelhofer-Feld. — G. v. S ch ulze» Gaevernitz: Was fällt von Marx — was bleibt von Marx? — Gottfried T r a u b: In der Kirche. — Max Kemmerich: Naturschutzparke. — Erich Schlaikjer: Fritz Reuter. II. — Ernst Li ff au er: Legende und Gegenwart. — Karl Wilhelm Fritsch: Um Michelburg. — Buchverlag der „Hilfe". G. m. b. H. Berlin-Schöneberg. „Das freie Wort". Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Karl S a e n g e r. Herausgegeben von Max Henning. X. Jahrgang, Nr. 16. Zweites Oktoberhest 1910. Inhalt: Das liebe Geld. — Die ..Freie Schule' und das antiklerikale Kartell in Oesterreich. Von Dr. L. M. H a r t m a n n. — Steht die Wiffenfchaft im Dienst der