Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 44 (4.11.1910)
- Date
- 1910-11-04
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 734 Dr. Blocks Wochenschrift. Nr. 44, David Neumark. Geschichte der jüdischen Philosophie des Mittelalters^ Nach Problemen oargestellt. Z veiter Band: Die Attribuien- . lehre. Erster Teil, Berlin 1910. - Preis. 12 Mark. Verlag von Georg Reimer. Berlin W. 35. Dieser Halbband enthält die erste Hälfte des dritten, die Attributenlehre behandelnden Buches (das ganze Werk ist auf fünf Bände in neun Büchern berechnet) und ist ausschließlich der biblischen und griechisch-jüdischen Literatur als Quellen der jüdischen Philosophie des Mittelalters gewidmet. Nach einem kurzen einleitenden Kapitel (S. 1—9) wird im zweiten Kapitel (S. 10—240 nachgewiesen, daß die gesamte biblische Literatur im Zeichen des Attributenmotivs steht, daß die Verschiedenheit der Pentateuchquellen auf verschiedenen Konzeptionen der Attributenlehre beruht und daß auch die damit zusammenhängende verschiedene Konzeption der Gottesnamen darauf zurückzuführen ist, daß der Gottesname stets eine der miteinander rivalisierenden Attributenformeln deckt und für jede Schule das Ideogramm der ihr eigenen Konzeption der jüdischen Lehre ist. In der Schlußanmerkung werden Hoffmanns „Gegeniustanzen" geprüft und im Anschluß daran die Anfänge der Halacha auf bibelkritischer Grundlage im Sinne Abraham Geigers diskutiert. Das dritte Kapitel (S. 240—293) liefert eine Darstellung der Philosophie Platos aus dem Attributengesichtspnnkt und legt besonders jene Punkte frei, an welche die jüdische Spekulation der griechischen Periode angeknüpft hat. Das vierte Kapitel (S. 294—473) führt, den Nachweis, daß die gesamte literarische Produktion der griechischen Periode im Zeichen des biblisch-platonischen Attributenmotivs steht und daß dieses Motiv den Brennpunkt der Vereinigung von Judentum und Platonismus gebildet hat. Die gesamte jüdisch-griechische Literatur wird in zwei Gruppen eingeteilt: 1. die geschichtliche mit Josephus, 2. die philosophische, mit Philo als dem zusammevfassenden Repräsentanten. Die elftere treibt vorwiegend Staats¬ und Geschichtsphilosophie, die letztere vorwiegend Philosophie im engeren Sinne. Dieser Halbband schließt mit einer umfangreichen Darstellung der Philosophie Philos (S. 391—473). In dieser wird das System Philos so auf seine Motive hin analysiert, daß es klar wird, daß Philo, bei aller Neuheit der Kombination, nichts als der zusammenfassende Repräsentaut jener Motive und Spekulation ist, welche in der ihm vorangehenden jüdischen Literatur dieser Periode vorliegen. An geeigneten Stellen werden die Fäden bloßgelegt, die von der Spekulation des jüdischen Altertums zur Philosophie des Mittelalters führen. Das gigantische Werk, dessen zweiter Band nun vorliegt, verdient mit den ganz neuen Gesichtspunkten, die es rückwärts bis in die Bibelfrage hineinträgt, die eingehendste Aufmerksamkeit aller beteiligten Kreise. Dieser Halbband' ist mit Inhaltsverzeichnis und Register versehen uud bildet ein selbständiges Ganzes für sich. Was soll unsere Tochter werden uud wie kann sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen? Ein Wegweiser für Eltern, .die ihre Töchter unterbringen, für einen geeigneten Beruf richtig vorberetten wollen. Herausgegeben vom Schulrat Dr. Wr l Helm Le tau und Ruth Letau. Preis 60 Pfg., geb. M. .1.30. Emil Abigt, Wiesbaden 35. Der Herausgeber richtet in der Einleitung eine eindringliche Mahnung an die Eltern und Erzieher, auch an die tiefere Ausbildung einer besonderen Fähigkeit der Töchter zu eventuellen Erwerbszwecken zu denken, denn das Lebensschifftein wird oft anders geleitet als man ursprünglich gedacht haL Winke und Ratschläge für diesen Zweck, deren Wert gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, enthält dieses Büchlein, das alle den Frauen offenstehenden Berufe, von den häuslichen bis zu denen, die eme akademische Ausbildung erfordern, einer eingehenden Besprechung unterzieht. Engert, Dr. Th., Die Sünden der Päpste im Spiegel der Geschichte. 8 Lieferungen zu je M. 0.75 (zirka 400 S.) Leipzig. 1910. Verlag von Krüger u. Co. Der Verfasser wurde wegen seiner wisienschaftlichen Anschauungen, die er nicht eidlich ablcugnen wollte, vom Bischof von Wörzburg als der erste deutsche Modernist exkommuniziert und hat seitdem neben seinen, alttestamentlichen Fachstudien den Kampf für seine Anschauungen mit Energie geführt. In obigem Werke anwortet er auf die Borromäus-Enzyklika. Er verfolgt in volkstümlicher, auf wissenschaftlicher Forschung beruhender Darstellung die Geschichte des Papsttums und führt uns besten Schattenseiten vor Augen. In der ersten Lieferung beschäftigt er sich nach einer interessanten Einleitung mit den Worten aus dem Evangelium, auf die das Papsttum die Berechtigung seines Bestehens'aufbaut. Weitere erste Kapitel behandeln: Die Bischöfe von Rom. Im Kampf um den Primat. Der Ketzer auf dem Stuhle Petri. Der Priesterstaat. Der Sturz von der Höhe u. a. R. Moritz Hartman«, Ansgewählte Werke. Heräusgegeben von O. Rommel. Bd. I. DerKriegumdenWa l d. Wien, Teschen, Leipzig 1910. Karl Prochaska. K. 1.—. Die ganze, kraftvoll überschäumende Zeit der alten Achtundvierziger wird vor unserem Auge wieder lebendig, wenn wir Hartmanns Namen hören und in eine seiner besten Leistungen blicken. Wie Zoruesfunkeu blitzt es aus jeder dieser Seiten, die von der Knechtung der Gewissen unter der guten Kaiserin zu erzählen wissen, die „nur langsame Wetberschrittemachte, wenn es dem preußischen Fritze entgegenging, sie kam aber schnell und plötzlich wie ein Ungewitter, wenn es galt, über die Untertanen herzufallen", unter denen damals als Märtyrer der Geistesfreiheit ein Bjelohlawek (S. 94) sein Leben ließ.. x. A. Hartleben's Volks-Atlas enthaltend 88 Karten in 125 Kartenseiten, nebst 75 Spezialkarten, und Plänen. Mit Text und alphabetischem Namenregister. Fünfte vollständig umgearbeitete und erneuerte Auflage. Groß-Folio-Format. Das Werk wird komplett in 25 Lieferungen zu 60 H. In Halbsränzband gebunden 18 Kr. (Lieferungen 6—10.) (A. Hartleben's Verlag in Wien und Leipzig.) In den bisher erschienenen 10. Lieferungen des Hartleben's Volksatlas — der in bezug aus seinen geradezu staunenswert billigen Preis auch tatsächlich ein solcher ist — findet sich ein Kartenmaterial vor, das an Reichhaltigkeit, Exaktheit in der Ausführung und Uebersichtlichkett der einzelnen Kartenbilder hervorragend dasteht und auch gewiß jedermann vollauf befriedigt. Memoiren eines jüdischen Pioniers. Nicht gering ist die Zahl der Juden, die ihr Leben ließen für die Expansionslust und dir imperialistischen Ziele Englands. Mit Recht sagt „Jewish World", daß die Geschichte meist eine große Liste jüdischer Namen verzeichnen werde, deren Träger sich in dem harten Pionierkampfe ausgezeichnet haben. Zu den Märtyrern der modernen Zivilisation zählt auch der Autor eines soeben eisüieneiien Buches „Briefe und Skizzen aus Nord-Nigeria", der im Vorjahre im Alter von 24 Jahren in Nord-Nigeria verstorbene Martin S. Kisch. Kisch erzählt in seinem äußerst lehrreichen Buche, daß er überall, wohin er gekommen sei, sich mit Stolz als Jude präsentierte, und macht die vom volkskundlichen Gesichtspunkte gewiß interessante Mitteilung, daß seine eingebornen Begleiter bei ihren nächtlichen Fahrten durch Urwälder Gesänge anstimmten, die sich wie die jüdischen Gesänge am Versöhnungstage anhörten. Ebenso interessant ist es> daß er in Lokoja, woselbst eine englische Schutztruppe ihre Station hatte, einen jüdischen Sergeant-Major und mehrere jüdische Soldaten antraf. Voranzeige! Mitte November-1. J. erscheinen im Selbstverläge des Herausgebers Herrn Moritz Frühling, Wien, I., Postfach 31, „Militärbiographische Daten der k. u. k. Offiziere, Militärärzte, Truppenrechnungsführer und sonstigen Militär-Beamten jüdischer Nationalität“, (zirka 3000) von den ältesten Zeilen bis auf die Gegenwart, nach Chargengraden geordnet, mit Angabe ihrer V-erdienste und Auszeichnungen. Die Auflage dieses Druckwerkes wird durch die Anzahl der eingehenden Subskriptionen geregelt, dem Buchhandel somit nicht übergeben werden. Preis K1.5<> (auch in Briefmarken) an angegebene Adresse. „Die Hilfe." Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Heräusgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 43 vom 30. Oktober 1910. Aus dem Inhalte: Friedrich Naumann: Das Arbeiterrecht. — Karl Flesch, M. d. A. : Leitsätze zur Reform des Arbeiterrechtes. — Hermann F e r n a u: Der französische Eisenbabnerstreik. — Richard Ch arm atz: Der österreichisch-ungarische Bismarck. — Gottfried Traub: Gesund. — Marie Gampert: Persönlichkeit. — Leopold Kätscher: Die Armen und Elenden Londons. — Karl Wilh. Fritsch: Um Michelburg. — Verlag der „Hilfe". G. m. b. H. Berlin-Schöneberg. „Das freie Wort." Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Carl Saenger. Heräusgegeben von Max Henning. Erstes Novemberheft 1910. X. Jahrgang Nr. 15. Inhalt: Der Geßlerhut. — Portugal. Lehren und Folgen der Revolution. Von Don Jbero. — Die organisierten Dipl.-Jng. Von Dr. Heinz Pott Höf, M. d. R. — Mütterheime. Von Marie Hübner. — Amulett-Katholizismus. Von Max Henning. — An die Adresse des „Vorwärts". — Panspermie und Ueberzeugung. Von Dr. K. N ä g l e r. — Kleine Mitteilungen. — Frankfurt am Main. Neuer Frankfurter Verlag, G. m. b. H. Transactions of the Jewish historical society of England. Vol. V: 1902—1905. Printed for the society byBallantyne, H a n s o n & C o., Edinburgh & London. 1908. Rudolf Leszyusky. Die Juden in Arabien zur Zeit M o h a m m e d s. Verlag-Mayer &. Müller, Berlin. Rudolf Leszyusky- Die Lösung des Antoninusr ä t s e l s. Verlag Mayer L Möller, Berlin. Rabbiner Dr. Richard Feder. Die Kunst im Dienste des Religionsunterrichtes. Vortrag, gehalten am 5. September 1910 in der 37. ordentlichen Generalversammlung des israel. Landes-Lehrervereines in Böhmen. Selbstverlag des israel: Landes- Lehrervereines in Böhmen., ~_ Kriefkafte«. Herrn Dr. Hermann Breitner, Hof- und Gerichtsadvat, Wien, Ottäkringerstraße 135. lieber Ihren Wunsch konstatieren wir gerne, daß die Korrespondenz „Triest" in Nummer 36 unseres