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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-11-04 · 44 (4.11.1910) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
44 (4.11.1910)
Date
1910-11-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 44 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 727 Der obersten Instanz der zionistischen Partei in Köln am Rhein empfehlen wir diese Enthüllungen der Wiener Gg. zur freundlichen Beachtung. In der Einschätzung der moralischen Qualität einer derartigen „nationalen" Gesinnung und Politik werden Präsident David W o l f s o h n und Professor Marburg zweifellos übereinstimmen mit der Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift". Generalversammlung des „Kaiser Franz Josephs- Ferienheim". Am 20. Oktober d. I. hielt dieser seit dem Jahre 1892 so eminent segensreich wirkende Verein, in den Vereinsräumen IX., Türkenstraße 17, die diesjährige ordentliche Generalversammlung ab, welcher zahlreiche Mitglieder und Gönner der Institution beiwohnten. Den Vorsitz führte die verdienstvolle Präsidentin des Vereines Frau Sofie Grünfeld. Vor Erstattung des Tätigkeitsberichtes gedachte die Vizepräsidentin Frau Sofie Quittner des in diesem Jahre dahingeschiedenen, um die Begründung und den Betrieb des Vereines hochverdienten Beirates Dozent Dr. Josef Grünfeld und es wurde beschlossen, die Trauerkundgebung dem Protokolle einzuverleiben. Die Vorsitzende verwies nun auf die schmerzlichen Verluste, welche der Verein seit der letzten Generalversammlung durch das Hinscheiden der Beiräte Wilhelm Freyberg und Theodor Ritter von Goldschmidt, sowie des Vorstandsmitgliedes Frau Karoline Rosenbaum erlitten und widmete dem Wirken dieser Funktionäre warme Worte des Gedenkens. Aus dem nun erstatteten Tätigkeitsberichte des Ver-ines ist zu entnehmen, daß in den beiden Berichtsjahren 1908 und 1909 zusammen 1100 arme, kranke und erholungsbedürftige Kinder in den Vereinskolonien untergebracht waren und daß die Erholungserfolge als ganz vorzügliche bezeichnet werden können. Dankbarst wurde jener gedacht, die durch Subventionen, Geld-, und Naturalspenden die Institution gefördert haben, herzlicher Dank gesagt den Aerzten, welche die mühevolle Ausgabe der Untersuchungen durchführten, den Eisenbahnen, die durch ihr Entgegenkommen die Vereinsbestrebungen förderten, der Presse, die bereitwilligst Publikationen des Vereines aufnimmt, den Helferinnen und dem Mädchenkomitee, die als wackere Hilfstruppen dem Vereinsvorstand beistehen. Herr Benno Kahane erstattet nun den Kassen- und Revisionsbericht, der gleichwie der Tätigkeitsbericht unter dem Beifall der Versammlung genehmigt wurde. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurden die turnusgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Adele Zins, Karoline Deutsch, Adele Friedmann, Sofie Lieben, Jda Politzer, Helene Porges, Helene Lederer und Martha 'Sachs wiedergewählt, die Kooptierung der Vorstandsmitglieder Emmy Biedermann, Martha Bondy, Linda Abeles, Nelly Ornstein, Fanny Tiring und Baumeister Edmund Melcher bestätigt und als Revisoren die Herren Moriz Graf und Benno Kahane berufen. Beirat Moritz Graf würdigt nun in herzlichen Worten die hingebungsvolle Tätigkeit des Damenvorstandes, insbefonders der Präsidentin Frau Sofie Grünfeld, die durch ihre unermüdliche Schaffenskraft den von ihr begründeten Verein zu solcher Höhe emporgebracht hat. Unter lebhaften Ovationen für die Vorsitzende wurde die Versammlung geschlossen. Girr Wort für die jüdischen Hochschüler! Von Dr. D. Jeuchtwang. Bedarf es erst des Hinweises auf die Not der Zeit, die Herzen aufzuwecken? Kampf und Zurückweisung auf allen Seiten, oft genug Hunger und Elend. Der „Verein für unentgeltliche Arbeitsvermittlung an jüdische Hochschüler" besteht nun fünf Jahre. Er versorgt durchschnittlich hundert jüdische Hochschüler mit Arbeit. Wenig genug! Er verschafft aber mit einem Budget von ungefähr 1000 Kronen einen Verdienst von 40.000 Kronen! DerVerein hat jetzt ungefähr 80 Mitglieder, eingerechnet Gemeinden und Körperschaften. Wasist das gegenüber seiner Aufgabe und seinen Lei st ungen. Wer fühlt sich nicht verpflichtet hier mitzuarbeiten? In hellen Scharen sollten sich Mitglieder melden und ganz besonders sollten sich die jüdischen Häuser um Kräfte an uns wenden. Wir richten die Bitte an alle Freunde unserer wackeren jüdischen Hochschüler, mitzuarbeiten, mitz uh elfen. Dem Vorstande gehören zurzeit an die Herren: Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Hermann Wolf, k. k. Notar Dr. Julius B e rm a n n, Bankier Jakob Langer, Direktor Dr. K r e n b e r g e r, Profeffor Max Guttmann, Josef Thieberger, Regierungsrat Dr. W. Jerusalem, Professor Dr. Heinrich P o l l a k, Ignatz G u t t m a n n, Lucian Brunner, Rabbiner Dr. D. Feuchtwan g. Anmelde st elle: IX., Liechtensteinstr. 11. Kaiser Franz Joseph I. Hnldigungstempel. Im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, fand Montag den 31. Oktober, halb 7 Uhr abends, eine Sitzung des Baukomitees zum Baue des vom Israelitischen Bethausverein „Am Volkert" im II. B.'zirke, Ecke der Pazmaniten- und Pillersdorfgasse geplanten neuen Tempels statt. Das vorbereitende Aktionskomitee steht unter dem Protektorate des Präsidenten der Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, das Ehrenpräsidium hat Herr Oberrabiner Dr. Güdemann übernommen und an der Spitze des Baukomitees stehen der Obmann des Bethausvereines „Am Volkert", Herr Kultusvorsteher Adolf S ch r a m e k und Herr Elkan Bauer. Der Plan für den Bau wurde vom Architekten Herrn Ignaz Reiser ausgearbeitet. Der Zweck der Sitzung war, auch außerhalb des Vereines stehende Persönlichkeiten zum Eintritt in das Baukomitee und zur Propaganda für das neue Gotteshaus zu gewinnen, das zur Erinnerung an den 80. Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers mit Allerhöchster Bewilligung den Namen: „Kaiser Franz Joseph I. Huldigungstempel" führen soll. Erschienen waren: Präsident Dr. Alfred Stern, Oberrabbiner Dr. M. Güdemann, Adolf Schrämet, Obmann des Bethausvereines, Elkan Bauer, Obmann des Baukomitees, Rabb. Abeles, Michael G l o g a u, Dr. I. Bloch, Samuel Adler, Adolf Glaser, S. Ehrenreich, Simon Wessely, Hermann E h r e n f e l d, Leopold Otto, S. H o f f m a n n, Heinrich Gaßner, W. Bandle r, Adolf Pollitzer, Heinrich Weiner, Architekt Jgn. Reiser, Architekt Modern, Dr. M. K o h n, Julius Beck, Dr. Moriz L ö w y, Gustav Frankl, kaiserl. Rat Dr. Theodor Lieben, Dr. Emil Adler. Moriz R o s e n b l a t t, Josef Werner, Hermann E l t b o g e n, Bernhard Fischer, Josef Fischer, Bernhard P i ck, Samuel G o l d m a n n, Dr. S. Landau, Josef Scher, S. A. Wasservogel, I. Braun, Baumeister Melcher. Nach Begrüßung der Erschienenen legte der Vorsitzende, Herr Adolf S ch r a m e k, die Notwendigkeit des Tempelbaues gerade in diesem von jüdischer Bevölkerung stark besetzten Bezirksteile dar. Dabei verwies er auf die vielfach empfundenen Mißstände des Minjanimwesens, denen durch Errichtung des neuen Gotteshauses dauernd abgeholfen werden soll. Es gilt hier eine das Judentum auch nach außen hin würdig zu repräsentierende Andachtsstätte zu errichten, die Alt und Jung Erhebung und Belehrung bieten wird und durch Anregung des religiösen Sinnes bei der Jugend als wirksames Mittel zur Bekämpfung der leider immer mehr zunehmenden Abfallbewegung betrachtet werden muß. Mit großer Opferwilligkeit haben die Mitglieder des Vereines unter sich bereits eine Summe von zirka 30.000 Kronen aus eigenen Mitteln aufgebracht, aber dieser Betrag sei nur ein kleiner Bruchteil der erforderlichen Baukosten und er appelliert daher an die Anwesenden, in den weiteren Kreisen der Wiener Glaubensgenoffenschaft Gönner und Förderer für dieses gottgefällige Werk zu gewinnen. Oberrabbiner Dr. Güdemann unterstützte mit wirkungsvollen Worten die Ausführungen des Vorsitzenden. Wenn

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