Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 42 (21.10.1910)
- Date
- 1910-10-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021873-3021916--19670-3044666- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 702 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 42 Im Jahre 1904 wurden von dem Engländer R. Mond und' der Lady W. Cecil zehn lange vorzüglich erhaltene Papyri aus den Jahren 471—11 v. Ehr. erworben, die von der Nilinsel Elephantine stammten, ein Teil eines jüdischen Familienarchivs. Drei Jahre später fand O. Rnbensohn bei seinen Grabungen auf Elephantine drei andere altaramäische Urkunden vom Jahre 408/07 aus dem Archiv der jüdischen Gemeinde von Elephantine-Syene. Auf diesen Dokumenten aufbauend, will vorliegende Schrift eine zusammenfassende Darstellung dessen geben, was wir heute über die jüdische Gemeinde von Elephantine-Syene wissen. Alles andere bisher veröffentlichte, mit diesem Gegenstände zusammenhängende Papyrus- und Ostrakamaterial wird berücksichtigt, ebenso die einschlägigen Notizen der alten Schriftsteller. Es existierte demnach im 5. Jahrhundert v. Ehr. zu Elephantine-Syene eine bedeutende, aramäisch redende Judengemeinde. Ihr Grundstock war eine jüdische Militärkolonie, an die sich andere jüdische Ansiedler angeschlossen hatten. Diese egyptischen Juden erfreuen sich eines gediegenen Wohlstandes. Sie hielten treu zu ihrem Gotte Jaho (= Jahwe) und waren auch propagandistisch für ihre Religion tätig. Auf Elephantine besaßen sie einen eigenen Tempel, der mindestens 115 Jahre gestanden hatte, als er im Jahre 4l0 auf Veranlaffung der Priester des widderköpfigen Chnub zerstört wurde. In diesem Tempel, der ein recht respektabler Bau gewesen sein muß, wurden Opfer dargebracht; er hatte ein Priesterkollegium mit einem Oberpriester. Aller Skepsis gegenüber der Annahme einer weit über Alexander hinausreichenden egyptischen Judenschaft ist durch die neuen Quellen ein Ende gemacht. Außerdem ergaben sich interessante Beziehungen zu der Jerusalemer und der samaritanischen Religionsgemeinde, die für die nachexilische Chronologie und für die Auffassung der alten Zeit von der Einheit der Kultstätte entscheidend sind. „Ost und West". Illustrierte Monatsschrift für das gesammte Judentum, Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Jsraelite Universelle. Oktober 1910. Heft 10, X. Jahrgang. Inhalt: M. A. Klausner. — Der Hilsner-Prozeß, Dr. Alfred Stern, Präsident der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. — Joseph Oppenheimer (mit 6 Illustrationen), Karl Schwarz. — Aus vorletzten und letzten Gründen, Eduard Sänger. — Memoiren einer Großmutter, Arno Nadel. — Jüdische Dozenten an der Berliner Universität (mit Porträts) I, Dr. Carl Pinn. — Das Germanentum in der klassischen deutschen Literatur (l), Dr. Ernst M L l.l e r. — Kol- Nidre, Erzählung (mit 1 Illustration), Alessandro C a r a s s o. — „Das Kind liegt in Wiegele", Volkslied (Noten). — Der Niedergang des österreichischen Antisemitismus, Benjamin Segel. — Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der „Alliance Jsraslite Universelle". — Redaktion: Leo Winz, Berlin W. 15, Knesebeckstraße 48/49. Verlag Ost und West Leo Winz, Berlin S. 42, Wasserthorstraße 50. „Die Hilfe." Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 4h Aus dem Inhalte: Friedrich Naumann: Eine Republik mehr! — Anton Erkelenz: Die deutsche Arbeiterbewegung Oesterreichs. — Heinz Pott hoff. M. d. R.: Der Kern der Städtebaufrage. — Martha Z i e tz: Liberale Frauenkonferenz. — Laurence von M a ck a y: Der Buddhismus. — Gottfried Traub: Zorn. — Paul Zs chorlich: Der Leutnant im Fegefeuer. — Hermann Kienzl: Ein Drama des Nihilismus. — Karl Wilh. Fritsch: Um Michelbnrg. — Verlag der „Hilfe". Berlin-Schöneberg. „Das freie Wort". Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Karl S a e n g e r. Herausgegebeu von Max Henning. X. Jahrgang, Nr. 14. Zweites Oktoderheft 1910. Inhalt: Zum sozialdemokratischen Parteitag. Die neue Türkei. II. Von Martin Hartmanu. — 'Das neue Heilmittel gegen Syphilis. (Ehrlich-Hata 606.) Von Dr. Ernst F u l d. — „Freies Christentum". Ein offener Brief an Adolf Harnack von Professor P. I e n s e n. — Das dankbare Vaterland! Von Archivar Dr. Brüning. — Brauchen wir Christus? Von Wilhelm Börner, — Der allgemeine Rassenkongreß. Von Ferdinand Tönnies. — Der Ethiker Bernhard Shaw. — Kleine Mitteilungen. — Frankfurt am Main. Neuer Frankfurter Verlag G. m. b. H. _ Kriefkafterr. F. L. Laut dem neuesten Ausweise des ungarischen statistischen Amtes wurden in Ungarn im Monate August 51 Mischehen zwischen Juden und Christen geschlossen. In 29 Fällen gehörte die Braut und in' 22 Fällen der Bräutigam dem Judentume an. Fast in den meisten Fällen wurde hinsichtlich der Religion der Ki iber ein bindendes Abkommen, und zwar ausnahmslos zugunsten der christlichen Konfession getroffen. Th. B. M. Das Gedicht Peter Hilles „Hymnus an die Dummheit", das wir untenstehend abdrucken, bezieht sich unseres Wissens nicht auf die Leopoldstädter Wahlmacher. Da es aber einige tiefe Wahrheiten zu enthalten scheint, die darauf leicht Bezug haben könnten, bringen wir cs gerne an dieser Stelle: Dummheit, erhabene Göttin, Unsere Patronin Die auf dem goldenen Throne Blöden, herrlichen Auges Niedrig-erhabener Stirne. - Ein stumpfsinnig-hehres Lächeln Auf breitem, nichtssagendem Antlitz Königlich sitzet: Sieh' herab mit dem dümmsten Lächeln Auf deine Treuen, dir nach- Dummenden Kinder, Sie bringen Dir Dein Lieblingstier, ~ Dein mildes, graues, Ohrenlanges Lieblingstier, Eine goldene Kripp; dafür, ' Und ein purpurnes Laken voll Disteln. A. M. Die Eröffnung der Reformsynagoge in London ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Die Ursache soll die geringe Zahl von Mitgliedern sein, die sich der Reformgemeinde angeschlossen haben. Dr. Ad. Ung. Ihr Artikel ist gut und vernünftig geschrieben; indessen eine solche direkte Aufforderung in der „Oesterr. Wochenschrift" zu publizieren, erscheint uns nicht ratsam. Notizen. Jüdisches Theater, Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Ab Freitag den 21. Oktober 1910 „Mensch sol men sein", Operette Text von M. Scharr, Musik von Perlmutter. — Studenten zahlen an Wochentagen die Hälfte. — In Vorbereitung: „Gott, Mensch und Teufel" Drama von I. Gordin. Eine Palästina-Nummer der „Welt“, Zentralorgan der zionistischen Bewegung ist soeben zur Ausgabe gelangt. Die Nummer ist 144 Seiten stark und enthält folgende Beiträge: Agronom Aaronsohn-Jaffa: Eine landwirtschaftliche Versuchsstation. I. Ahrahams-Cambridge: Eine jüdische Hochschule in Palästina. J. Aharoni-Jerüsalem: Forschungsreisen in Nordsyrien. Dr. Elias Auerbach-Haifa: Entwicklungsaussichten der. jüdischen Bevölkerung Palästinas. Regierungsbaumeister Alex. Baerwald - Berlin : Bauprobleme in Palästina. Dr. Simon Bernfeld-Berlin: Palästina in der jüdischen Religionsgeschichte. Dr. M. i. Bodenheimer-Kolin: Der jüdische Nationalfonds, ein Volksschatz. Dr. M. Glücksohn-Odessa: Das Werk der Chowewe Zion. Dr. i. Grünhut-Jerusalem: Die jüdische Bevölkerung Palästinas. Dr. Jellin-Berlin: Die hebräische Sprache in Palästina. Dr. 8. Joffe Sichron-Jakob: Sanitätswesen in Palästina. Dr. N. Katzenelsohn-Libau: Die Anglo-Palestine-Company in Palästina: Oberingenieur Lau-Baden bei Wien: Palästina im Knotenpunkt des Weltverkehrs. Sarah Lea: Tel-Awiw, der Hügel des Frühlings. D. Levontin-Jaffa: Das Kreditwesen Palästinas. Dr. Heinrich Loewe-Berlin: Bibliotheken in Erez Israel. Dr. Mettmann-Jaffa : Das hebräische Gymnasium. J. Meerowitsch: Der Weinbau Palästinas. Dr. Hans Mühsam-Berlin: Das hygienische Institut Palästinas. Dr. Niemirower-Jassy: Eine jabneistische Akademie für Palästina. Dr. A. Ruppin-Jaffa: Die Rückkehr der Juden znr Landwirtschaft und die Palestina Land Development-Company. Dr. A. Sandler-Breslau: Heilquellen und Hygiene in Palästina. Prof. Boris Schatz-Jerusalem: Der Bezalel. Dr. Schlesinger-Jaffa: Die Tachkemoni-Schule. N. Sololow- Warschau: Palästinismus und Nationalsprache. Dr. Täubler-Berlin: Palästinabestrebungen im 16. Jahrhundert. Dr. B. Thomsen-Dresden: Palästina-Bibliographie, Dr. Jakob Thon-Jaffa: Schulwesen in Palästina. Dr. Osias Thon-Krakau: Die Palästina-Arbeit im Rahmen unseres Programmes. Frau Sarah Thon: Jüdische Frauen-Kulturarbeit in Palästina. Erwerbsaussichten der jüdischen Bevölkerung Palästinas. Aus „Altneuland“, Roman von Theodor Herzl. Ferner enthält die Nummer etwa 100 Illustrationen, darunter eine ganzseitige Kunstbeilage von E, M. Lilien, Radierungen von Hermann Struck, photographische Aufnahmen aus den Kolonien, Schulen und sonstigen Anstalten, Porträts, Kartenskizzen etc. Der Preis der Nummer heträgt für Oesterreich-Ungarn und Deutschland 65 Pfennig, für alle übrigen Länder 75 Pfennig. Exemplare auf Kunstdruckpapier Mk. 1.50. Bestellungen (nur gegen Voreinsendung des Betrages) richte man ausschliesslich an den Verlag der „WELT“ in Köln a/Rh. Karolingerring 31.