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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-10-21 · 42 (21.10.1910) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
42 (21.10.1910)
Date
1910-10-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr 42 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 699 Wien. (Todesfall.) Am 12. Oktober 1910, am Vorabende des Versöhuuugssestes, verschied hier nach längerem Leiden der Verwalter des Bethauses im III. Bezirk, Hetzgasse, Abraham Allerhand, eine unter den Weißgärbern sehr geachtete und allgemein beliebte Persönlichkeit. Ausgezeichnet durch besondere Herzensgute, durch Selbstlosigkeit des Charakters, entfaltete er in seinem bescheidenen Wirkungskreise eine segensreiche Tätigkeit, übte im Stillen Akte erhebender Wohltätigkeit. Dabei war der Heimgegangene von tiefer, talmudischer Gelehrsamkeit, jener gründlichen, gediegenen Art vom alten Schlage, die heutzutage immer seltener wird. Die letzten Jahre seines Lebens widmete er, nachdem er sich vom Geschäfte ganz zurückzog, ganz seinen talmudisch-biblischen Studien und arbeitete namentlich mit rastlosem Eifer und unermüdlicher Arbeitskraft an einem hebräischen Lexikon, das ihm leider nicht gegönnt war, zu Ende zu führen, nachdem ein schweres und unheilbares Leiden ihm gewaltsam die Feder aus der Hand riß. In seiner Bescheidenheit lehnte er alle ihm angebotenen Ehrenstellen im Bethause ab, seinen nicht geringen Einfluß stellte er stets in den Dienst der Armen und Hilfsbedürftigen. Der Vorstand des Bethauses beschloß, seinen Namen im Bethause auf einer Marmortafel zu verewigen. Dr. I. A. Wien. Eine Theaterfest Vorstellung zugunsten des Baufonds des israelitischen Tempelvereines Wieden-Margareten findet Sonntag den 30. Oktober d. I., ya3 Uhr nachmittags, im Johann Strauß- Theater statt. Es gelangt die Operette „Die Fledermaus" zur Aufführung. In der Konzertszene des zweiten Aktes treten aus besonderer Gefälligkeit Frau Andre Lenoir, ein austeuchtender Stern auf dem Gebiete der Sangeskunst, und der bekannte Violinvirtuose und Komponist Franz Drdla auf. Die Klavierbegleitung hat Herr Professor Wilhelm Sommer bereitwilligst übernommen. Karten, soweit noch vorrätig, sind in der Kanzlei des Tempelvereines, V., Siebenbrunnengasse 1, auch telephonisch (3385), zu bestellen. „Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Ar beiterinnen-Heim. Im Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnen- Heim gelangt die Stelle einer Verwalterin zur sofortigen Neubesetzung. Bewerberinnen wollen ihre mit den bisherigen Verwendungsausweisen belegten Gesuche an das Präsidium des Vereines, Wien, II., Leopoldsgasse 15 (Malzgasse 7) richten. Austritte aits dem Judentum Vom 9. bis 16. Oktober 1910. Fischer Anna, Erzieherin, geb. 18. November 1874, Komolau. Franki Wilhelm, Kaufmann, geb. 15. August 1884, Wien, VIII. Bez., Strozzigasse 18. Franzos geb. Rapp Elisabeth, geb. 1881 in Erfurt, I., Teinfaltstrasse 3. Goldberger de Buda Herbert Hans, Privatdozent, geb. 15. August 1881, Wien, XVIII., Karl Ludwigstrasse 44. Hupperl geb. Hahn Paula, Hauptmannswitwe, geb. 27. März 1868, Hirnschlag (Preuss. Schlesien), VI., Amerlingstrasse 19. Jakobowitsch Otto, Geschäftsdiener, geb. 4. Dezember 1879, Wien, XV. , Sperrgasse 16. Kassowitz Hermann, Agent, geb. 11. November 1842, Pressburg, IV., Grosse Neugasse 34. Kiesler Karl, Chemiker, geb. 26. Februar 1884, Wien, XIX. Bezirk, Döblinger Hauptstrasse 14. König Marianne, geb. 17. Februar 1903, Wien, zur kath. Kirche. König Elfriede, geb. 27. Jänner 1905, Wien, zur kath. Kirche. Lanyi früher Lemberger Richard, Privatbeamter, geb. 29. Dez. 1882, Wien, X., Gellertgasse 20. Lemberger Otto, Kaufmann, geb. 12. November 1884, Wien, X. Bez., Gellertgasse 20. Lewenfeld Hermine geb. Schulz, Private, geb. 20. August 1859, Prag, III., Baumgasse 6. Lippa Hermine geb. Hoffmann, 9. Dezember 1873, Wien, V., Pilgramgasse 18, Reich Grete, Kleidermacherin, geb. 27. August 1992, Wien, XX. Bez., Kluckygasse 8. Schwarz Alois, geb. 25. Februar 1865, Kasten (Nied,-Oesterr.). Singer geb. Frei Rosa, Tischlermeisterin, geb. 17. Juli 1880, Budapest, XVI. , Hippgasse 9. Allerhöchste Auszeichnungen Aus Stuhlweißenburg wird uns gemeldet: Dem Großgrundbesitzer Jakob Grünseld wurde der Orden der Eisernen Krone III. Klasse und der Frau Jakob Hahn das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. Herrn Grünseld wurde der Orden am 3. Oktober vom Obergespan Grafen Viktor Szechenyi im Komitatshause in Anwesenheit der Honoratioren des ganzen Komitates und des Bischofs Prohaska mit einer Ansprache an die Brust geheftet. Herr Grünfeld, welcher Präsident der israelitischen Kultusgemeinde ist, hat eine große Spende zur Errichtung einer Altersversorgungsanstalt gewidmet, für welche er bereits ein Haus im Preise von 60.000 K. erworben hat. Außerdem spendete er 50.000 K. zur Gründung eines Sanatoriums für Tuberkulose. Frau Hahn wurde die Auszeichnung am 12. Oktober überreicht. Die Dame widmet sich seit 40 Jahren innerhalb des Frauenvereines dem Dienste der Wohltätigkeit mit unermüdlichem Eifer. Nikolsbnrg. (Todesfall.) Gestern verschied hier in seinem 56. Lebensjahre der allseits geachtete und beliebte Kaufmann Herr Karl M ä h r i s ch l. Derselbe war Mitglied des Kultusausschusses, des Gemeindeausschusses der Jsraelitengemeinde und Vorstandsmitglied der hiesigen Beerdigungsbrüderschaft. Bietitz - Biala. (Vierzigjähriges Amtsjubiläum.) Am 1. November wird Herr Dr. Nathan Glaser, Rabbiner der israel. Kultusgemeinde Biala-Leipnik, die Feier seines vierzigjährigen Dienstjubiläums begehen. Die Kultusgemeinde beabsichtigt, die Feier groß und ihrer Bedeutung würdig zu gestalten. Zu derselben sollen die Vertreter aller Behörden eingeladen werden. Der würdige Jubilar verdient eine solch: Auszeichnung nach jeder Richtung; vier Jahrzehnte hindurch hat er seine Gemeinde wohl geleitet und beraten, Frieden und Eintracht gehütet und den Geist des Fortschrittes gepflegt, in milder Form ausklärend gewirkt und sich die Sympathien der israel. Gemeinde sowohl wie die Hochachtung aller nichtjüdischen Kreise erworben. Der gleichen Beliebtheit erfreut sich Herr Dr. Glaser in der Bielitzer israel. Gemeinde, der er bei den mehrfachen Vakanzen im Rabbinat wertvolle Dienste als Vertreter geleistet und sich in diversen Vorträgen aus der Kulturgeschichte des jüdischen Volkes als geistvoller Forscher und Redner bewährt hat. Nicht seine letzten Tugenden find seine Anspruchs- und Bedürfnislosigkeit und sein überaus ausgeprägter Wohltätigkeitsfinn, denen es zuzuschreiben ist, daß er wenig irdische Schätze gesammelt hat. Das Einvernehmen mit seiner Gemeinde und ein schönes Familienleben haben ihn dafür reichlich entschädigt und die Liebe und Dankbarkeit seiner Gemeindeangehörigen vergolden den Abend seines Lebens. Indem die israelitische Gemeinde diesen ehrwürdigen Mann auszeichnet, ehrt sie sich selbst. Ein Porträt Mannheimers. In der vom 25. bis 27. d. M. bei Gilhofer & Ranschburg stattfiudenden Versteigerung der berühmten Aqnarellsammlnng des Frh. von Lanna wird auch ein bisher unbekanntes Aquarellporträt Noah Mannheimers verkauft. Das kleine Bild, das den berühmten Prediger in Brustbild mit nach aiüwärt3 gewendetem Blick darstellt, stammt von dem hervorragenden Altwiener Porträti3ten Anton Richter und ist mit der Jahreszahl 1836 versehen. Es wäre wünschenswert, dass das geistreich aufgefasste und meisterhaft ausgeführte Porträt für das Jüdische Museum, das an Originalen besonders reich ist, erworben werde. Bad Daruvar. Am 11. d. M. verstarb im Sanatorium Purkersdorf der allgemein geachtete und geschätzte Großkaufmann Herr Ignatz Schwartz, Präses der Chewra-Kadischa, der Kultusgememde und Gemeinderat der Stadt Daruvar, im Alter von noch nicht 40 Jahren. Die Leiche wurde auf Wunsch des Verblichenen hierher überführt, woselbst das Leichenbegängnis am 14. d. M. unter Beteiligung fast der ganzen hiesigen Stadtbevölkerung stattfand. Der Gemeinderat, die Kultus-Gemeinde und die Chewra-Kadischa waren korporativ vertreten. Der Verblichene war sehr wohltätig und hat sich um die Chewra-Kadischa besondere Verdienste erworben. Herr Bezirks- Rabbiner Dr. Moritz Frankfurter hielt am Bahnhofe, von wo a's

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