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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-10-21 · 42 (21.10.1910) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
42 (21.10.1910)
Date
1910-10-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 43 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 693 Antifetnitische Wucherbanken. „Das Forum", Nummer 20. schreibt unter dem Schlagwort: „Veamtenentschuldung. Wir wären der Leitung der von Exzellenz Gebmann gegründeten Beamtenentschuldungsbank sehr verpflichtet, wenn sie uns über einen uns vor wenigen Tagen vorgewiesenen Schuldschein gütigst Aufklärung geben wollte. Der Beamte X erhält ein Darlehen von 3000 Kronen brutto, d. h. nach Abzug verschiedener Gebühren, werden ihm rund 2700 Kronen „auf die Hand" gezahlt. Dafür mutz er durch 240 Monate die Rate von 29 Kronen 50 Heller, das sind 7080 Kronen entrichten. Wir sind einer Berichtigung gewärtig!." Die Bexierflasche des Saul Rauch.*) Ein Seitenstück dazu, ein uraltes Familienstück befindet fich in meinem Besitze: eine viereckige Flasche, 20 Zentimeter hoch, II1/4 lang, 8*/a breit. Der runde Hals 41/2 Zentimeter hoch, 4 im Durchmesser, geschloffen durch einen runden, hölzernen Stöpsel, 7 Zentimeter lang, der am untern Halsende von einem Querbolzen (5 Zentimeter lang) durchzogen ist. In der Flasche befinden fich drei Etagen, durch Querbrettchen gebildet, welche in aufrechtstehende Hölzer eingefalzt find, die fich fest an die inneren Glaswände anschließen. Das Ganze enthält die Nachbildung eines Bergwerkes mit Portal, Turm, Treppe, Leiter, Häuschen, Vorrichtungen und Werkzeugen, sowie Bergknappen bei der Arbeit. Ringsum find Bergkrystalle und sonstige Mineralien, auch Blumenstöcke angebracht. Aber wie ist all das in die Flasche hineinzekommen? . . . Und dennoch erscheint die Anfertigung nicht gar so rätselhaft und konnte wohl schon zu einer Zeit erfolgt sein, wo die Glaserzeugung noch lange nicht auf der Höhe des gegenwärtigen Kunstgewerbes gestanden. _ P. Präsident Taft und der englische Botschafter Bryce als Ehrengäste bei einein Wischen Vereinssclst. Bei dem während der Tagung der Konstitutionsgroßloge B. B., die nach fünfjähriger Pause am 3. April d. I. in Washington stattfand, zu Ehren der Delegierten veranstalteten Festbankett sah man als Ehrengäste: den Präsidenten der Vereinigten Staaten William Howard Taft, den englischen Botschafter James Bryce. den Staatssekretär John W. Foster, den Präsidenten des Abgeordnetenhauses Joseph Gurney Cannon, Wendel! P. Stafford, den Präsidenten des höchsten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, den Polizeipräsidenten Cuno H. Rudolph, den Admiral Winfield S. Schien als Vertreter der amerikanischen Marine und viele andere hervorragende Männer der Vereinigten Staaten. Und diese Herren haben sich nicht damit begnügt. Huldigungen entgegenzunehmen. nein, sie haben selbst gehuldigt — und zwar dem Judentume und seinen Leistungen auf .allen Gebieten menschlichen Schaffens. Der Präsident der Vereinigten Staaten würdigte in längerer Rede die Tätigkeit des Ordens B. B.: „Ich kenne den Orden B'nai B'rith schon seit vielen Jahren und schätze ihn als das Muster einer jüdischen Gesellschaft; und wenn ich sage „Muster einer jüdischen Gesellschaft", so meine ich damit eine Gesellschaft, die allen Gesellschaften zum Muster dienen kann. ., . Ich hege die höchste Bewunderung für .den jüdischen Stamm, weil er autzer seinen vielen anderen Vorzügen in hervorragendem Matze kunstbegabt ist und alles Künstlerische schätzt. Die Juden sind ausgezeichnete Staatsbürger: sie sind immer auf seiten des Rechtes und der Ordnung, und ich freue mich, wenn sie in unser Land kommen. Ich kenne welche, die hier so lange leben wie ich, und somit gerade *) S. W. Nr. 39, S. 648. solche Amerikaner sind wie ich. Ich kenne sogar solche, die erst jüngst eingewandert sind, und habe bei ihnen immer die größte Hochachtung vor unseren freiheitlichen Institutionen gefunden. ... Ich wollre gar nicht so viel sagen, liebe Freunde: wenn Sie aber aus meinen Worten meine hohe Bewunderung für die Rasse, die Sie vertreten. herauslesen - iür die älteste Rasse der Welt, die sich mit Recht die Aristokratie des Menschengeschlechtes nennen darf und trotzdem die besten Republikaner abgibt — dann hat meine Rede ihren Zweck erfüllt." Der englische Botschafter begrüßte die Vertreter des Ordens mit den Worten: „Seien Sie versichert, es gewährt mir ein wahres Vergnügen, einer Versammlung dieses großen internationalen Bundes beiwohnen zu dürfen, der so viel Gutes geleistet hat. Es ist mir dies ein um so größeres Vergnügen, als ich. gleich dem Präsidenten, den Vorzug habe, sehr viele Juden zu meinen persönlichen Freunden zu Ahlen. . . In England wird niemand wegen seiner Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben irgendwie zurückgesetzt. Ich bin hierauf stolz. Ebenso kann ich mit Stolz erklären, daß es keine besseren Menschen gibt, die wir höher achten, und die wegen ihres Charakters und ihrer persönlichen Eigenschaften sich einer größeren Wertschätzung erfreuen, als die Angehörigen Ihrer Glaubensgr- 'meinfchaft in England. ... Ich wünschte, die Länder, in denen diese Grundsätze der Freiheit und Gleichheit noch nicht völlig anerkannt sind, würden einsehen, wie viel sie durch ihre Intoleranz verlieren." Redner schloß mit dem Ausdruck der Freude über die Verpflanzung des Ordens nach England und knüpfte daran den Wunsch, daß der Orden sich dort ebenso segensreich entwickeln möge wie in den Vereinigten Staaten. Unter den weiteren Reden der Gäste war besonders die von Wendel! P. Stafford bemerkenswert, denn er sprach über den Anteil Israels an der Ausbildung der GerechNgkeilsidee. Säu? R ö? wor ein Hy'nnus auf das Judentum: sie schloß mit den begeisterten Worten: „Den Juden verdankt das Menschengeschlecht seine Auffassung non Recht und Gerechtigkeit!' Das Festbankett, das zwölf Redner mit geistreichen Trinksprüchen würzten, erreichte erst um 1 Uhr nachts sein Ende mit dem allgemeinen Gesänge der amerikanischen Volkshymne. Zur blähenden Erinnerung an die Großlogentagung hat der Präsident Taft jedem der 81 Delegierten seine Photographie mit eigenhändiger Unterschrift ü 'erreichen lassen, nachdem er o:e D 'leg'e^'n ::ii' ihren Damen tags zuvor im Weißen Hause in feierlicher Audienz empfangen hatte. Die Tagung selbst dauerte fünf Tage, die in angestrengter Arbeit dahingingen. Am Abend des ersten Tages 'fand im Tempel der 8. Straße Festgottesdienst statt, bei welchem der erste Vizepräsident des Ordens, der ungemein verdienstvolle Br. Lucius L. Solomons aus San Franzisko über das Thema „Israel ein Bruderbund?" predigte. Am Vormittag des zweiten Sitzungstages hielt der Konvent am Mausoleum George Washingtons eine patriotische Feier ab. bei der nach einer Ansprache des Rabbiners Dr. Ealifch aus Richmond der Ordenspräsident Br. Adolph Kraus einen Kranz am Sarge Washingtons niederlegte. Portugal in der jüdischen Geschichte. Die Augen der ganzen Welt sind jetzt auf die Küstenlandschaft im Westen der Pyrenäischen Halbinsel, auf Portugal, gerichtet, dieses Land, das mit den Azoren und Madeira 92.000 Quadratkilometer umfaßt und etwa 5V2 Millionen Einwohner besitzt, ein Schatten der Blütezeit jenes Königreiches, welche in das Ende des

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