Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 41 (14.10.1910)
- Date
- 1910-10-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 41 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite «85 immer neuem Echo wird weitergegeben werden. Bei aller Eigenart merkt man hier Jellineks Schule, bisher noch die beste für die jüdische Kanzel. Das Thema kurz, bestimmt fesselnd, die Neugier spannend und vielverheißend, die Ausführung klar, kein Künsteln und Tänzeln, der Kern sicher herausgearbeitkt, dahinter das Ethos der reinen Seele, die des Pathos der Phrase entraten kann. Die Gemeinde hört hier unverblümte, gewiß oft nicht willkommene Wahrheit. Der Eingeweihte muß den Mut bewundern, mit der dieser sonst so Friedliche sich z. B. gegen die Orgelsucht seiner Hörer wendet. Mit großem Geschick sind die immer wiederkehrenden Gelegenheiten, wie die patriotischen Anlässe, behandelt, nirgends Eintönigkeit und Schablone. Es ist eine der wertvollsten Gaben, die uns auf diesem Gebiete seit Jahren sind beschieden worden. x. Jul. Miedel, Die Juden in Memmingen. Memmingen 1900. In Kommission bei Th. Otto's Buchdruckerei. Memmingen. Eine fleißige, gewissenhafte Festschrift, die man als Muster für derartige Monographien aufstellen darf, wenn auch im einzelnen von einem Fachmann auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte manches anders behandelt worden wäre. Die Erklärungen der jüdischen Namen find zum Teile, wie Anschel, Vyfelmann u. a. verfehlt. Das Büchlein bietet immerhin einen sehr interessanten Ausschnitt aus der leidensreichen Judengeschichte. R. Mitteilungen zur Jüdischen Volkskunde. Heransgegeben von Dr. M. Grunw ald, Rabbiner der isr. Kultusgemeinde in Wien. 13. Jahrgang, 4. Heft. (Der ganzen Reihe 36. Heft ) Wien 1910. Inhalt: L. Klein: Aus dem jüdischen Leben in Oberungarn. S. Beil in: Jüdische Kinderlieber und -Spiele aus Rußland. S. Be ilin: Jüdische Sprichwörter und Redensarten aus Rußland. S. B e i l i n: Jüdische Schwänke, Scherzfragen und Wortspiele aus Rußland. N. M. Nathan: Jüdische Bräuche am Oberrhein. S. M e i f e l s: Kinderspiele und ein Volkslied aus Galizien. M. Sablozki: Zur russisch-jüdischen Volkskunde. L. Wiesner: Jüdische Schnurren. Th. B a i e r: Speisekarten, Bräuche und Redensarten. A. K a h a n e: Jüdische Sprichwörter, Redensarten und Erzählungen ans Rußland. Jüdische Volkslieder aus Galizien. S. Weifsenberg: Eine jüdische Beschwörungsformel gegen den bösen Blick. M. Fried: Volksmedizinisches und. Diätetisches aus Ostgalizien. Bücherschau. Inhaltsverzeichnis zu den Heften XVII bis XXXVI. Preis des Jahrganges X 5.—. Adresie des Herausgebers: Wien, XV., Mariahilferstraße 167. „Die Hilfe." Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 40 vom 9. Oktober 1910: Aus dem Inhalte: Friedrich Naumann: Wer macht die Finanzreform? — Theodor Heuß: Die Nationalliberalen. — Friedrich Naumann: Baffermann und Bebel. — Hugo Pr e u ß: Das Tempelhofer Feld. — Walter G oe tz: Der Ursprung des Krieges von 1870. — Paul Z s ch o rl i ch: Krawall. — Rudolf S z a l l i e s: Die Leipziger Messe. — Erich S ch l a i k j e r: Lyrischer Spaziergang. — Kar! Wilh. Fritsch: Um Michelburg. — Verlag der „Hilfe". Berlin-Schöneberg. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegebe» vom Bureau der Statistik der Juden. Berlin C 2, An der Spandauerbrücke 15 Begründet von Dr. Arthur Ruppin. Redigiert von Dr. Bruno Blau. Heft Nr. 10. 6. Jahrgang. Oktober 1910. Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Dr. W. Hanauer, Frankfurt a. M.: Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Frankfurt a." M. — 2. Dr. Bruno Blau, Berlin: Judenwanderungen in Preußen. — 3. Dr. Hugo Hoppe, Königsberg in Preußen: Taubstumme und Blinde bei den preußischen Juden. — II. Statistisches Archiv. — III. Literatur. — IV. Zeitschriftenübersicht. I. Rosenblatt. Das Hohe Lied als Operette. Berlin. Jüdischer Almanach 5670, Herausgegeben aus Anlaß des 25semestr. Jubiläums von der Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien „B a r - K o ch b a" in Wien. Wien 1910. Selbstverlag der Vereinigung. Wien, VIII., Langegaffe 5 bis 7. Was jugendkräftige Begeisterung hier geleistet hat, ist aller Achtung wert. Bis auf daS Pünktchen auf dem i alles jüdischer Eigenbau und von Plan und Tendenz durchnervt. Denn wenn auch Max Liebermann, Abr. Neumann, Jehudo Epstein und Andere, die diesem Heerbann folgen, nicht Jüdisches beisteuern, so berechtigt doch eben diese Gefolgschaft, ihren Standpunkt nicht weit von dem der Herausgeber zu suchen. Der wertvollste Dienst, den alle Erscheinungen, wie dieser Almanach und frühere, denen er sich würdig anreiht, uns Juden leisten, ist der nachdrückliche Hinweis auf den Osten mit seinen neuerblühten starken Talenten, auf die markige Gestalt eines Bialik und das Jiddisch eines Perez. Dem Nichtjuden müssen aber solche Leistungen, wenn auch noch vieles darin gährt und braust, Achtung abringen vor der Macht, die all die bunte Mannigfaltigkeit von Talenten zu einem prächtigen Strauß vereint, vor dem Willen zum Judentum. x. Kriefkaste«. „Sprachkünstler". In der „Zeitschrift des Allgemeinen deutschen Sprachvereins" waren folgende Bemerkungen zu lesen: Wie wird das „Hohelied" richtig gebeugt? Heißt es: des Hohelieds, dem Hohelied und zum, im. vom Hohel'ed? Nein! Diese Formen sind unerträglich, heißt es in genannter Zeitschrift. Das natürliche Sprachgefühl empfindet hohe auch in der Zusammenruckung noch als Eigenschaftswort und verlangt des Hohenliedes, dem Hohenlieds. ähnlich wie bei dem Worte Hoher Priester. Dieses erscheint auch oft zusammen. ^schrieben als Hohe,Priester, aber trotzdem heißt es des Hohenpriesters, dem Hohenpriester, die Hohenpriester. Herder hat allerdings Hohepriester als erstarrte Form aufgefaßt und des Hohepriesters, dem Hohepriester, die Hohepriester geschrieben — aber er ist damit nicht durchgedrungen. Es gibt ja viele Zusammenrückungen, in denen das Eigenschaftswort ungebeugt erscheint, wie Großmeister. Altmeister, Kleinmeister, Obermeister u. a. Das geschieht auch bei unserm Eigenschaftswort, aber dann erscheint es in der Form hoch Die hohe Schule wird zur Hochschule, die hohe Zeit zur Hochzeit, der hohe Meister zum Hochmeister. Ebenso gebildet sind Hochachtung, Hochebene, Hochfläche, Hochgebirge. Hochgefühl, Hochgenuß, Hochgericht, Hochland, Hochmeffe, Hochmut. Hochsinn, Hochsommer. Hochwald. Hochwasser u. a. Wenn man also ein einheitliches Wortbild für das hohe Lied haben wollte, so müßte man Hochlied schreiben, wie wir ja für hohen Gesang die Form Hochgesang haben. So schreibt Mommsen in seiner Römischen Geschichte für Hoher Priester Hochpriester, freilich ohne damit Anklang gefunden zu haben. Heinrich Hirsch, Wien. Psalm 27 wird bis zu Ende des Laubhüttenfestes am Schluß eines jeden Gottesdienstes gebetet — auch Freitag Abend und Samstag Vormittag. „Schiffa". Dafür, daß der kürzlich so gefeierte Naturforscher G. Mendel einer Preßburger Judenfamilie entstammt, müßten orst Belege beigebracht werden. Notizen. Jüdisches Theater, Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Ab Freitag den 14. Oktober 1910 „I e h i d e s", Operette von Lateiner. — Ab Dienstag den 18. Oktober 1910 „Mensch sol men san", Operette Text von M. Schorr, Musik von Perlmutter und Wohl. — Studenten zahlen an Wochentagen die Hälfte „Austro-Amerieana." Wie uns aus Triest mitgeteilt wird, hat die Schiffahrts-Gesellschaft „Austro-Americana". welche einen regelmäßigen Paffagierdienst mit erstklaffigen Doppelschraubendampfeirn von Triest nach Nordamerika (New- Dork) und von Triest nach Südamerika (Brasilien und Argentinien) unterhält, Vorkehrungen getroffen, daß ebenso, wie gelegentlich des Aufenthaltes der Passagiere in Triest im Auswandererheim der Gesellschaft, auch an Bord der Dampfer eine rituelle Küche für jüdische, religiös fromme Paffagiere yorgesorgt wird. Die betreffenden Einrichtungen stehen unter ständiger Kontrolle der in Betracht kommenden Triester Kultusgemeinde. An Msere geehrten P. T. Abonnenten! Wir bitten nm rechtzeitige Erneuerung des Abonnements damit in der Zusendung des Blattes keine Verzögerung eintrete. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich der in vorletzter, Nummer heigelegten Posterlagscheine bedienen. Da wir im Begriffe find, neue Adreßfchleifeu drucken zn lassen, ersuche» wir unsere geschätzten Abonnenten um Bekanntgabe der Adressändernngen, eventuell um Richtigstellung von mangelhaften Adressen. Die Administration der ' „Oesterr. Wochenschrift" 1X1, Hahngaffe 15. Aufruf* Der Bethausverein „Am Volkert“ erfüllt seit Jahrzehnten in einem entlegeneren Teile des von zahlreichen Glaubensgenossen bewohnten Bezirkes Leopoldstadt eine heilige Mission, indem er nicht nnr ein Bethans, sondern anch eine Schale unterhält, in welcher unsere Jugend zn überzengungs- und glanbenstreuen Juden erzogen wird. Die stete Zunahme der jüdischen Bevölkerung in diesem Bezirksteile hat das dringende, unaufschiebbare Bedürfnis nach einem grossen, würdigen Gotteshause in dieser Gegend wachgerufen. Der Bethausverein „Am Volkert“ hat bereits einen sehr geeigneten, im zweiten Bezirke an der Kaiser Josefstrasse gelegenen Baugrund zur Erbauung eines solchen Gotteshauses mit