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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-10-14 · 41 (14.10.1910) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
41 (14.10.1910)
Date
1910-10-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 41 Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 683 Kindergarten in Döbling. Unter Leitung einer bewährten Pädagogin, der Frau Ernestine Liftschütz, wurde dieser Tage im Hause Vormosergafse 1 der erste Döblinger Privat-Kindergarten eröffnet. Der Kindergarten entspricht einem in Döbling längst gefühlten Bedürfnis, die Eltern vorschulpflichtiger Kinder waren zumeist darauf angewiesen, eine Privat-Kindergärtnerin zu engagieren, nur zu bald sahen sie aber ein, daß der Einzelkurs nicht die Anregung bietet, die den Kindern in einem gut geleiteten Kindergarten wird. Eine allgemeine Beteiligung wäre im Interesse der guten Sache zu wünschen, damit sich die Kosten des Unternehmens decken und die Kinder der Wohltat teilhaftig werden, unter guter Leitung bei Spiel und Gesang im Kreise ihrer Kameraden die vorschulpflichtige Zeit zu verleben. Lustvitt« aus dem Judentum Vom 2. bis 9. Oktober 1910. Bukowitz Karl, geb. 23. September 1892, Wien, zur evangelischen Kirche übergetreten, wohnhaft in Krumau. Fischer Alfred, Agent, geb. 26. Juni 1882, Wien, XIV., Märzstrasse 41. Hajek Oskar, geb. 5. April 1884, Wien, zur katholischen Kirche übergetreten, wohnhaft in Feldkirch. Hillel Manuel Manoch, Privat, geb. 10. Mai 1843, Wien, türkischisraelitisch, IX., Währingerstrasse 14. Hirschler Marianne, geb. 3. Februar 1887, Wien, Vllf., Lederergasse 25. Klang Fritz, Privat, geb. 19. April 1885, Wien, I., Reischachstr. 3. Löw Alfred, Studierender, geb. 1888, Wien, XVIII., Höhnegasse 19. Reich Elsa, Tänzerin, geb. 19. April 1886, Wien, XVII., Aiszeile 161. Schmidt Julie, Verkäuferin, geb. 9. Februar 1878. Wien, IV., Kolschitzkygasse 4. Strassermann Gyövär Jacob, studierender Hochschüler, geb. 13. Jänner 1889, Wien, I., Stock-im-EisenpIatz 9. Göding. Laut Aufruf in Nummer 38 der „Oesterr. Wochenschrift" sind für die beklagenswerten Armen beim Rabbinat Göding noch folgende Spenden eingelaufen: I. O., Wien, Maximilianstraße. K 7, H. König, Wien, Medlergasse 6, K 5, I. B., Brünn, K 1. Zusammen K 13. Hiezu die bereits ausgewiesenen K 67, zusammen K 80. Klattau. Anläßlich des Ablebens der Frau Mathilde Feig! wurden X 400 Kranzablösungsspenden gewidmet, welche die hiesige Chewra wohltätigen Zwecken zuführte. — Heute wurden hier der im 70. Lebens.ahre verstorbene, fromme Handelsmann Ignaz Steiner, ein Bruder des Wiener Religionslehrers Siegmund Steiner, und die im 90. Lebensjahre verschiedene Frau Babi Goldmann, eine Schwester des Chewra-Obmannes Herrn S. I. Krauskopf, unter grober Beteiligung beerdigt. — Herr Moriz Sucharipa feierte am 1. Oktober sein fünfzigjähriges Jubiläum als Beamter der hiesigen, renommierten Getreidefirma Hermann Fleischer. Jüdische Krankenschwestern in Ungarn. Die Pester Chewra-Kadischa hat im Laufe dieses Jahres zwanzig jüdische Krankenwärterinnen unter der Leitung einer Oberin, die an der Berliner Virchow-Klinik zwei Jahre lang studierte, ausbilden lassen. Dieselben haben im jüdischen Krankenhause gründlichen Unterricht in der Pflegetechnik erhalten und genießen nicht nur unter den Juden sondern auch in der besseren christlichen Gesellschaft das größte Ansehen und vollstes Vertrauen. Reinheim. Unser Städtchen war seinerzeit eine Hochburg des Antisemitismus. Einen Beweis, wie sehr diese Burg verlassen ist, bewies die heutige Stadtratswahl. In derselben erhielt unser Glaubensgenosse Herr Simon Neumann unter den vier gewählten Kandidaten die zweithöchste Zahl der Stimmen (147). Herr Neumann erfreut sich einer allgemeinen Beliebtheit bei allen Bürgern, so daß auch über dessen Wahl große Befriedigung herrscht. Auszeichnung eines Münchener jüdischen Ingenieurs in der Türkei. Wie das türkische Amtsblatt meldet, hat der Sultan dem Chef der Konstruktions-Abteilung des Eisenwerkes München A. G. Herrn Heinrich Goldberg den Osmanie-Orden verliehen. Herr Goldberg ist der Konstrukteur der berühmten strategischen Brücke von Kieustem (Vilajet Monastir), die nunmehr fertiggestellt wurde. Auch gegenwärtig leitet Herr Goldberg einen größeren Brückenbau in der Türkei. Ein tausendjähriges Sefer-Thora in China. In Hongkong befindet fich eine jüdische Gemeinde mit einem ständigen Kantor, der gleichzeitig als Schächter fungiert und die rabbinschen Funktionen versieht. Die Synagoge, die vor ungefähr neun Jahren ausgebaut wurde, ist eine Spende des englisch-indischen Großkäufmannshauses Sassoon. Zwischen den Thorarollen befindet fich auch eine, die aus dem tiefen Innern von China stammt und von Sachverständigen auf ein Alter von tausend Jahren geschätzt wurde. Auch sonst besitzt diese Gemeinde sehr interessante und wertvolle synagogale Kunstschätze, die von früheren jüdischen Gemeinden im Innern deS Reiches stammen. Feuilleton. Skiern und Studien zur Geschichte der Inden in Pulen. Von Dr. Majer Balabau, Lemberg. VIII. Fortsetzung. Die Brüder Abraham und Michael Esophowicz, Ritter von Lelnva. (Finanzminister und Judenmeister.) Einstweilen durften in Litauen die Juden nicht wohnen, die reichen tauften sich, um bleiben zu dürfen. So taufte sich im Jahre 1499 Anna Jachnowa, um den Meierhof im Dorsun'er Kreis behalten zu können,^) es taufte sich die reiche Familie OsZiejko^) (Osias-Hosea) und es ging zum Christentum über Ab ratz.am Esophowicz. Drei Brüder waren sie Abraham, Michael und E i s i k (Jsak) mit dem Namen des Vaters Josephsw i c z (Sohn Josephs) oder Esophowicz. Sie stammten aus fttjoTD, denn wir lesen im Nobilitationsatt Abrahams: „Habra (Abraham) d e £ i) o o t a, wobei aber nicht ausgeschlossen ist, daß Abraham allein in Kijow wohnte. Abraham war der älteste unter den Brüdern und blieb, wie es scheint, im Lande, die anderen zwei Brüder wanderten aus. War es ihr Vater Joseph, der die zwei jüngeren Söhne in die Fremde mitnahm, oder mutzte einer von den Brüdern bleiben, um die Geschäfte zu ordnen? Abraham blieb und betrieb seine Geschäfte weiter. W o l f f ist der Meinung, datz Abraham zu Anfang mit seinen Brüdern in die Verbannung ging und erst später in das Land zurückkehrte: seine Behauptung kann er aber nicht beweisen.^) Jedenfalls begegnen wir dem Abraham im Jahre 1505, und damals ist er schon S1 a r o st (Landeshauptmann) von Minsk und pachtet die dortige Maut auf 3 Jahre für 2400 Schock Groschen.^) Seine Geschäfte mit dem königlichen, resp. dem grotzfürstlichen Hofe sind sehr rege, er verleiht und inkassiert, erteilt Vorschüsse auf Staatseinkünfte und besetzt die Mauthäuser und Brückenköpfe, um zu seinem Gelde zu kommen. Schon der Umstand, datz Abraham zum Starosten von Smolensk und Vogt von *8) Das Dekret des Großfürsten vom 36. April 1498 in R. I. A. I, 37. ") „Rex Stanislaum Oszejko nuper baptizatum nobilitat, clenodiumque Martini Episcopi Mednicensis, qui Stanislaum in familiae snae fraternitatem domesticam adoptavit et ci Merany dat“ XVII205. WierzbowSki: Matricnlamm Regni Pol. Summaria II, 1410. Jahr 1499. 20) Wolff 1. c. 10. 21) R. I. A. UI, 41 . . . bral liczby u atarosty i mytnika Smolenskaw Awrama za myto, za korczmy“. Induc vom 12. X. 1505. Die drei Bände des R. I. A. enthalten Akten in weißrusfischer und lateinischer Sprache. Das Weißrussifche ist ein Mittelstück zwischen großrussisch und kleinrussisch (ruthenisch, rotreuffisch). Wir transskribieren die Exzerpte in lateinischer Schrift.

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