Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 39 (30.9.1910)
- Date
- 1910-09-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 649 Nr. 39 Wien. (Oberkantor Guttmann.) Herr Oberkantor Bela Guttmann hat das Sanatorium bereits verlassen und ist zur Nachkur nach Vöslau überfiedelt. Er hat im Hotel Kommunal, Hochstraße 19, Wohnung genommen. Wien. (Verein jüdischer Portiers und Hausbesorger.) Die Idee, für Wien und Umgebung einen Verein jüdischer Portiers und Hausbesorger ins Leben zu rufen, hat in allen in Betracht kommenden Kreisen lebhaften Anklang gefunden. Immer größer ist die Zahl der jüdischen Hausbesitzer, die, dem Rufe der Zeit folgend, die Intervention des Vereines in Anspruch nehmen und in ihren Häusern jüdische Hausbesorger oder Portiers anshllen, die, wie bereits njit besonderer Genugtuung konstatiert werden soll, in jeder Richtung den an sie gestellten Anforderungen entsprechen. Die von dem Proponenten überreichten Statuten dürften m der nächsten Zeit die Genehmigung der Statthalterei erhalten, worauf dann die Konstituierung des Vereines erfolgen soll. Anmeldungen von ordentlichen und unterstützenden Mitgliedern nehmen bis dahin die Portiere Karl Zerkowitz I., Seitenstettengasse 4 und der Portrer Rudolf Ullmann im Tempelgebäude IX., Müllnergasse 13 entgegen, woselbst sich auch jüdische Personen, die irgend ein in der Hausverwaltung verwendbares Handwerk verstehen und auch sonst die Eignung für eine moderne Hausbesorger¬ oder Portierstelle besitzen, sich melden mögen. Jüdischer Verein „Einheit". (Wien, II.. Malzgasse 12.) Der Verein, der dem Bedürfnis entsprang, der mittellosen, jüdischen Bevölkerung mittags und abends ein gutes, billiges, streng koscheres. Essen zu ermöglichen, hat sich aus ganz kleinen Anfängen zu einer großen jüdischen Volksspeisehalle entwickelt. 1000—1200 Personen — Männer, Frauen und Kinder — speisen täglich in den schönen, lichten Sälen, die allen hygienischen Anforderungen vollkommen entsprechen. Vergangenen Winter wurde eine eigene jüdische Mensa academica eröffnet, die unsere Studenten vor der Gefahr schützt, aus der allgemeinen Mensa hinausgeekelt zu werden. 200 Studenten speisen täglich um 40 Heller zu Mittag und um 30 Heller zu Abend. Die Frequenz der beiden Speisesäle steigerte sich von Tag zu Tag derart, daß jüngst ein neues Lokal eröffnet werden mußte, um niemanden infolge Raummangels abweisen zu müssen. Die Wohltat des guten Essens, des angenehmen Aufenthaltes, die Behaglichkeit von Licht und Wärme wird auch allgemein gelobt und anerkannt und der Vorstand ist unermüdlich tätig, seinen Gästen nach Möglichkeit das Beste zu bieten. — Trotz der täglich mehr überhandnehmenden Teuerung und der großen Auslagen für Neuadaptierungen wurden die Preise seit Begründung des Vereines (1906) nicht erhöht! — Soll aber der Verein seiner eminent wohltätigen Aufgabe voll und ganz Nachkommen können, bedarf er der werktätigen Unterstützung aller. Jede Spende wird mit vielem Dank quittiert und in den jüdischen Blättern ausgewiesen werden. Zusendungen an die Adresse des Vereines oder an den Obmann Herrn Bernhard H o f b a u e r, Wien, I., Tuchlauben 20. Wien. (Bethausverein „A d a ß Jeschurun".) Am 28. d. M. um halb 6 Uhr abends fand die feierliche Einweihung des Betsaales im IX. Bezirk, Pfluggasse 5, statt. Zunächst begrüßte der Vereinsobmann Herr Sigm. Lifczye die zahlreichen Festteilnehmer und dankte mit herzlichen Worten allen, welche zum Zustandekommen des löblichen Werkes beigetragen hatten. Nach dem Minchagebet rezitierte Herr Kantor Z. Ehrlich den 30. Psalm. Hierauf hielt Herr Rabbiner Dr. Bach die Festrede. Mit dem Kaisergebet schloß die schöne Feier. Wien. (Bet h-H a m i d r a s ch, II., Ferdinand st r. 23.) SamStag den 8. Oktober, 11 Uhr vormittags, wird Herr Lektor Doktor Rubin einen halachischeu Vortrag halten. Thema: das „Kol-Nidre- Gebet" historisch und kritisch beleuchtet. Wien. (B a r m i z w a-F e i e r.) Samstag den 1. Oktober 1910 um 9 Uhr vormittags findet im Tempel, XVIIl., Schopenhauerstraße 39, die Konfirmation des Sohnes des Arztes Herrn Doktor Ignaz Winter, Obmannstellvertreters des Bethausvorstandes und der „Chewra-Kadischa" in Währing statt, Austritte aus dem Judentum Vom 18. September bis 25. September 1910. Alexander (Sandor) Leopold, Privatbeamter, geb. 21. August 1878, K.-Szatmar Szinervaralja, Wien, VI., Kanitzgasse 4. Berger Paula, Spraehlehrerin, geb. 6. April 1884, Wien, VI., Stumpergasse 48. Blau Max, geb. 8. März 1880, Wien, wohnhaft in Volosca. Fleischer Sofie, Private, geb. 9. Dezember 1881, Wien, X., Riepeistrasse 9. Hanak Julius, k. k. Realschullehrer, geb. 6. Juli 1880 in Ottakring, Wien, IV., Johann Straussgasse 9. Häutler Emil, Reisender, geb. 1. September 1883, Schlapanic, Wien, IV., Wiedener Hauptstrasse 35. Hermann Hugo, geb. 13. April 1881, Habern, Wien, II., Novaragasse 44. Iscovic vel Iscovitsch verehelichte Blau, geb. 15. November 1886, Wien, wohnhaft Volosca. Neumann Maria Hanna, geb. 18. August 1891, Wien, XIX., Hauptstrasse 77. Rumpler Theresia Helene geb. Joachim, Ingenieurs-Gattin, geb. 6. März 1883 in Brünn, III., Hörnesgasse 10. Sinek Hanns, Gymnasiast, geb. 11. September 1896, Wien, V., Zentagasse 3. Stiassny Karl, Privatbeamter, geb. 6. Dezember 1883, Wien, VII., Neustiftgasse 107. Zweig Walter, Dr., praktischer Arzt, geb. 30. Oktober 1872 in Brünn, I., Stadiongasse 6. Wiener-Neustadt. Sonntag den 25. d. M. hätte in Wiener-Neustadt das vierzigjährige Amtsjubiläum des Rabbiners Benjamin Weiß in feierlicher Weise begangen werden sollen. Infolge Ablebens eines nahen Angehörigen des Jubilars mußte die Feier abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Budapest. Am 20 d. M. fand hier im Hotel Panama du Trauung des Herrn Jenö Weisz, Oberkantors aus Neutra, statt. Die Training gestaltete sich als eine imposante. Glückwunschtelegramme liefen von allen Teilen des Landes ein. darunter Prof. Lazarus Budapest, Oberkantor Jkats Budapest, Oberkantor Bela Guttmann Wien, Oberkantor Bauer Wien. I. Kantor Matyas Wien. Die Neutraer israel. Kultusgemeinde zeichnete ihren beliebten Oberkantor mit einem sehr wertvollen Geschenk aus. Den Trauungsakt vollzog Oberrabbiner Grünwald, die kantorallen Funktionen versah Herr Kantor Glanz. Jglau. (Fünfzigjähriges Dienstjubiläum des Rabbiners Dr. I. I. U n g e r.) Unser ehrwürdiger Rabbiner schließt zur entgegenschreitenden Jahreswende ein Halbjahrhundert seiner seelsorgerischen Tätigkeit. Eine 50jährige ununterbrochene Amtswirksamkeit in ein und demselben Standorte gehört sicherlich zu den seltensten Fällen. Ein Zeugnis, daß immerdar ein harmonisches Zusammenwirken zwischen dem Seelsorger und der Gemeinde vorgewaltet haben muß. Was Dr. Unger in diesem Zeiträume als diensttreuer Seelsorger Ersprießliches in seinem Berufskreise geleistet, wie er als bewährter Kanzelredner Rühmliches erzielt, durch seine unermüdliche schriftstellerische Tätigkeit als hebräischer Dichter die Aufmerksamkeit der Fachgenossen auf sich gelenkt hat, sowie als Verfasser wertvoller Arbeiten in Zeitschriften auftrat, nebstbei als unübertrefflicher Lehrer der Jugend im Lehramte waltete, dieses und vieles Andere unterlassen wir anzuführen; wir überlasten diefis Gebiet dem Urteile zeitgenössischer Berufsgenossen. Das Zusammenwirken Dr. Nagers mit den Kultusbeamt-n und Funktionären in der Gemeinde mag aber als mustergiltiges hingestellt werden. Alle fanden an ihm einen gütigen und teilnehmenden Freund und Berater, wenn es galt, ein gutes Werk zu fördern. In allen Zeiten war der greise Jubilar ein Förderer des rationellen Religionsunterrichtes und ein treuergebener Freund der Lehrerschaft, welcher Stellung sie auch immer angehörte. Der Gefeierte hat sich die Körper- und Geistesfrische bewahrt und verrichtet unverdrossen sein Amt. An ihm bewahrheitet sich der Spruch des Psalmisten: »Od jenuwum besewo deschenim, wearanim jeheju«. Ich aber gegeben ke noch einer andern Schriftstelle, die sich auch auf unfern Jubilar beziehen mag; sie lautet: „Heil Ihrer Gemeinde, die ein solches ehrwürdiges Oberhaupt besitzt und Heil Ihnen! an der Spitze einer so trefflichen Gemeinde zu stehen!" D. Weiß. Obcrkantor. Lemberg. Die „Gazeta Narodowa" meldet, daß der Abgeordnete Herr Dr. L ö w e n st e i n in Lemberg in den Adelsstand erhoben wurde. Todesfall. In Vngagyagos (Hlinik) ist der pensionierte Senatspräfident der k. Kurie Dr. Ignaz v. Neuberger im Alter von 67 Jahren gestorben. Neuberger war eines der geachtetsten Mitglieder des ungarischen höheren Richterkorps. Mit 28 Jahren wurde er Richter am Gerichtshof in Sillein, sein gründliches Wiffen, sein hingebungsvoller Eifer und seine sonstigen hervorragenden Qualitäten sicherten ihm ein rasches Avancement, beffeit letzte Stufe seine Ernennung zum Senatspräfidenten an der Kurie war. Ein schweres Leiden nötigte ihn, in den Ruhestand zu treten. Dr. Neuberger nahm auch am konfeffionellen Leben regen Anteil; er war unter Anderem Ausschußmitglied der Pester isr. Kultusgemeinde. Er hinterläßt nebst der Witwe, geb. Regine Lord, einen Sohn, den Unterrichter am Gerichtshof für den Pester Landbezirk Dr. Aladür v. Neuberger; der Großindustrielle Bola Freund. Advokat Dr Joseph Gyöngyösy und Privatdozent Dr. Emanuel Somogyi betrauern in ihm den Schwiegervater. Gödiug. Laut Aufruf „Dringendste Bitte an edle Menschenfreunde!" in Nummer 38, find an das Rabbinat Gödiug folgende Spenden eingelaufen. L. Berger, Wien, XI., Hauptstraße 137 Kr. 10, Salomon Tauber, Mistel Kr. 10, unter der Marke „Gott helfe weiter"