Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 36 (9.9.1910)
- Date
- 1910-09-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr 36 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 605 brauch roten Weines entstehen? Und wozu druckt man den Passus in den Ritualbüchern, wenn man keinen roten Wein mehr braucht? Der Rambam (Maimonides) Buch 38, schreibt: p»iy ira*i w,a mS ist ptsny norn m pö3 pi iniK Charoseth macht man zum Andenken an Blut; es kommentiert Rabbi Jechiel: man mache es locker, so wie Blut." Wozu das zweite Andenken an Blut? III. Hier folgt die Erklärung: dem Volke sagen die Rabbiner, daß byik p’ „rother W e i n" heißt, und das heißt in Wirklichkeit: „Edom" Christenblut. Laut Rambam Folio 55: „nennt man Edom (Edomiter) diejenigen, die den ersten Tag in der Woche feiern (Sonntag). somit die E h r i st e n. E d o m - rot und E d o m - Edomiter, wird auf dieselbe Art geschrieben und nur auf die Deutung bezieht sich das „Winken" isn -np des Rabbi Dawid. Auch darauf bezieht sich der Passus: „daß jetzt Verdacht erhoben wird wegen des roten Weines." — IV. Zu Ostern in der Sedernacht wird ein Kelch mit Wein gefüllt und beim Aufzählen der Plagen taucht man den kleinsten Finger in den Wein. Diese Zeremonie ist im Buche Rambam enthalten und Rabbi Juda schloß die Anfangsbuchstaben der Plagen in ein Nota r i k o n: rc-vp Tan „Dz a ch adasch b' acha w" Die Rabbiner erklären den Einfältigen, daß die 10 Lettern nur die 10 Plagen bedeuten, wenn dem so ist. wozu das ganze Notarikon? Dieses Notarikon bedeutet etwas ganz Anderes und zwar: “pi by *u,?3 D'zinx di D'^n’3 D’öDfr »»» itPjN? „Blut brauchen wir alle auf die Art wie gemacht haben mit jenem Manu die Weisen in Jerusalem". V. In dem Buch AurechChaim, § 460 steht beim Mazzoth-Backen geschrieben: „Man soll nicht kneten die Mazzah Mizwe und man soll sie nicht backen in Anwesenheit 9 10) eines Fremdlings?9 eines Tauben, eines Dummen und eines kleinen." Wir wissen, daß: sie antworten werden, damit die Mazzah nicht gähre. VI. Warum aber läßt man die obgenannten Leute nicht zum Mazzothbacken zu? Man kann ja den Teig hüten, damit sie keinen Schaden anrichten. VII. Die Antwort ist einfach, weil dort Christenblut sich befindet. Es steht geschrieben: .^,2 S’yrn ,>,Denn er soll hüten um des Namens der Mazzah Willen", d. h.: „da die Mazzah mit Blut ist, soll man sie hüten." VIII. In Masecheth Psachim Folio 3 steht geschrieben: „Der Fremdling, der nach Jerusalem kam und vom Lamme atz, über den konnte man schließen, daß er ein Unbeschnittener istn) — Sagt Raschi: wie soll er bestraft werden? man antwortete, es kommt ihm der Tod." — Wir fragen nun, warum soll ein Fremdling, der vom Osterlamm gegessen hat, getötet werden? Die Antwort ist klar: man brauchte Blut, da lötete man den Fremdling und gab vor, es sei zur Strafe geschehen. ‘IX. In dem Buche Aurech Chaim Punkt 455 steht geschrieben: „Man soll das Wasser nicht ausschütten, wenn sogar Blut hineingefallen ist, (das heißt am Rüsttäge des Pesach). Wenn aber an einem anderen Pesachtage dies geschehen würde, soll man das Wasser ausschütten." Man soll ja wisien, daß in jedes Gefäß der Talmudisten vier Mal im Jahre Blut hineinfällt. Sollen sie uns sagen, warum hüten sie sich vor dem Blut das ganze Jahr und gebrauchen nicht mehr die Töpfe, in die es gefallen und nur am Rüsttage des Pesach tut man es nicht? Wir geben die Antwort: 9) Im Text steht nicht „in Anwesenheit" sondern t bv durch. 10) ein Heide. ") Die Stelle falsch übersetzt. Das Blut, welches dreimal im Jahre als Strafe für das Ermorden des Heilands fällt, ist den Juden schädlich, am Rüsttage des Pesach schadet es nicht, denn an diesem Tage hat sich Gott-Mensch für die Menschheit wie ein Lamm geopfert und ist das Blut an dem Tage nur ein Symbol der Erlösung, damit sich die Juden bekehren. X. In Masecheth Psachim Folio 92 kommt der Fall vor. ncs aiya rirutwa Darf der Fremdlings der am Rüsttäge des Pesach sich bekehrt hat. vom Opferlamm genießen? Rabbi Schamai sagt: „Er wasche sich und esie!" Rabbi Hillel sagt: „Derjenige, welcher von den Unbeschnittenen sich loslöst, gleich denen, die sich vom Grabe loslösen, somit darf er nicht essen!" Was heißt „vom Grabe losgelöst"? Sie werden sagen, der Ungläubige ist wie im Grabe, wenn er gläubig wird, wird er lebendig! Die Antwort lautet anders: „So lange er ungläubig war, war er zum Abschlachten bestimmt, somit im Grabe, in dem Augenblick, da er sich zum Judentum bekehrt, bleibt er am Leben und ist vom Grabe losgelöst." XI. Jedes Blut ist im Alten Testament unrein, was bedeutet also bei Rambam Teil II Buch Vlmsnm rfr; prvr ps und in Masecheth Ktuboth Folio 60: „Das Blut derer, die auf zwei Füßen gehen, ist rein"? Das kann sich ja auf keine Vögel beziehen, da ihr Blut unrein ist! XII. Es sind verschiedene Wörter im Talmud, die sich auf etwas anderes beziehen, die aber von den Talmudisten auf Christenblut, welches sie für Pesach brauchen, angewendet werden: sie wollen damit das Blut des Messias, welches sie vergossen, aus der Welt tilgen und spielen mit Zauberei. Wir aber stehen der Taufe nahe und daher geben wir alles der Welt kund. XIII. Dies alles haben wir der Welt verkündet und rufen Gott und sein schreckliches Gericht als Zeugen an, daß wir die Wahrheit gesagt haben. (Fortsetzung folgt.) libnte. Papst Jnnocenz XI. und die Stürznng der Türkeumacht in Ungarn. Ein Zeitungsartikel mit neueren, nachträglich hinzugefügten Anmerkungen und Zusätzen. Uebers. aus dem Ung. Budapest, 1910. Ferdinand Pfeiffer. Mit einem Bildnisse des Papstes Jnnocenz XI. 60 Heller. Die Broschüre enthält einen ursprünglich in ungarischer Sprache erschienenen Zeitungsartikel und sechzehn hinzugefügte Anmerkungen, die für die deutsche Leser größtenteils ganz unbekannte, durchwegs wiffenschaftlich begründete Angaben vor die Oeffentlichkeit bringen. Das Vorwort der Broschüre betont es ausdrücklich, die Herausgabe der Arbeit habe der Umstand allein veranlaßt, daß der überwiegende Test der bekanntesten Geschichtswerke das erfolgreiche Mitwirken des Papstes Jnnocenz XI. an der Befreiung Ungarns von den Osmanen nicht gebührend würdigt. Das Heftchen füllt diese Lücke erschöpfend aus. Der erlauchte, anonyme Uebersetzer und Kommentator des hier aus dem Ungarischen übertragenen Artikels, aus zwei Geschlechtern, die bei der Finanzierung der Befreiungskämpfe in Ungarn eine bedeutende Rolle gespielt haben, hat aus dem gleichen patriotischen Motiv auch die Ausführungen über den „Entsatz Wiens von der türkischen Belagerung im Jahre 1683"und „Ungarns Befreiung von der Türkenherrschaft (l683— 1699)" in Ignaz Acsadys „Geschichte der ungarischen Nation" mustergültig verdeutscht. Diese Schriften (Budapest, 1909, Hornyanskys k. k. Hofbuchoruckerei, 60 Heller die eine, die andere 3 Kronen) kommen Jedem, der sich über jene Vorgänge nur a> s nichtungarischen Quellen belehren kann, höchst erwünscht. Es ist zur Kontrolle wichtig, zu lesen, wie hier ein Ungar d e Politik Leopolds tadelt, der um einiger deutscher Städte willen die Ungarn dem Feinde überantwortet habe, während zum Beispiel Erdenannsdörfer ihr vorwirft, daß sie nicht mit den Tü ken sich abgefunden, um mit gesammelter Kraft den Franzosen entgegenzutreten. Wenn überall, wo ein Magyar, auch in untergeordneten Positionen, in den Fluß der Ereignisse eingreift, ausdrücklich darauf hingewiesen wird, so ist das nicht kle-nlich zu schelten. Diese unscheinbaren Rädchen, die meist unbeachtet in dem großen Getriebe milrollen, sie find es nicht selten, von denen wichtige Entscheidungen sich abspinnen. Ein jedes Volk, das auf sich hält, tollte sich daran ein Muster nehmen. M.