Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 36 (9.9.1910)
- Date
- 1910-09-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021873-3021910--19566-3044556- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 604 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 36 Wie«. (Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen.) Anmeldungen zur Aufnahme in die Erste Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen mit Oeffentlichkeitsrecht (gegr. 1668),!!., Schiffamtsgasse 15 (Erfordernis: das zurückgelegte 16. Lebensjahr) und in den Bonnen-Bildungskurs (Erfordernis: das zurückgelegte 14. Lebensjahr) werden vom 1.—20. September bei der Direktion entgegengenommen. Wien. Der Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer, alter Männer israelitischer Konfession wird, wie alljährlich, auch Heuer arme, würdige Greise mit Winterkleidern ausstatten. Gesuche find an die Vereinskanzlei, II., Zirkusgasse 30, bis 15. Oktober 1910 einzureichen. Wien. Am Sonntag verschied in Baden bei Wien im 81. Lebensjahre Herr Michael Neurath, Seniorchef der gleichnamigen Firma, welche er im Jahre 1855 gegründet und zu einem der hervorragendsten Häuser der Metallbranche emporgehoben Hai. Der Verstorbene genast sowohl wegen seiner geschäftlichen Tüchtigkeit und Rechtlichkeit, als infolge seiner Wohltätigkeit und seines Edelsinnes allgemein die gröstte Wertschätzung. Drei seiner Söhne sind Teilhaber der von ihm begründeten Firma, die anderen nehmen geachtete Positionen ein. Auch der Direktor der Österreichischen Kreditanstalt, Herr Ludwig Neurath, zählt zu den Söhnen des Verstorbenen. Unter besonders zahlreicher Beteiligung fand das Leichenbegängnis Dienstag statt. Unter den Anwesenden bemerkte man Verwaltungsrat Dr. M i k o s ch, Direktor L ö w y und Direktorstellvertreter L e ch n e r von der Kreditanstalt, die Prokuristen P o l l a k des Hauses Rothschild und U t i tz der Firma Thorsch, die Industriellen Heinrich Böhm, David F a n t o, Hugo Herzfelder, Robert Kern, Dr. E n g e l, Gottlieb von Frankl, Ignaz Frankl, Siegmund Kanitz, Setzer, F ö st, I. B. Ullrich, Dr. S. M. Singer, Viktor Stern, ferner Bauoberkommiffär Quittner, die Generaldirektoren M a u k s ch, v. S z i r m a i, Dr. v. D o m o n y, die Direktoren von Saint-George, Karl Adler, Getreuer, Robert Koritschouer, Pilze r, Friedrich Fluß, August Kornfeld, die Advokaten Dr. Kornfeld, Dr. Monath, Dr. Kallberg, Dr. Markus Spitzer Dr. S ch r e ck e r, ferner Vertreter nahezu sämtlicher metallverarbeitenden Industrie-Unternehmungen der Monarchie. Oberrabbiner Dr. Güdemann hielt die Gedenkrede, Oberkantor Don Fuchs rezitierte die Trauerpsalmen. Wien (G esan gSsektion des »Hasomi r^, Verein zur Förderung jüdischer Literatur und Kunst.) Die nächste Gesangsprobe findet Montgg den 12. d. M., um halb 6 Uhr abends, im Cafe „Rembrandt", 1l.,. Untere Augartenstraße 1J, statt. Stimmbegabte Damen und Herren, die der Sektion beitreten wollen, werden zu dieser Probe höflichst eingeladen. Wien. (Jüdischer Schulverein im IX. Bezirke. 10. V e r e i n s j a h r.) Die Vrreinslokalitäten befinden sich jetzt IX., Seegaffe 16, und finden die Einschreibungen vom 20. d. M. an Sonntagen von 10 bis 12 Uhr vormittags, Montag und Mittwoch von halb 5 bis halb 8 Uhr abends statt. Auftritte aus dem Judentum Vom 25. August bis 4. September 1910. Bach Paula, geb. 27. März 1887, Wien, XX., Karl Meißlstr. 12. Endre Eugen, Goldarbeiterlehrling, geb. 22. August 1892. Feidmann Heinrich, Bankvertreter, geb. 25. März 1885, Wien, wohnhaft Graz. Gruber Josef, Student, geb. 1. März 1892, Wien, VII., Neubaug. 26. Hajek Arnold, Buchhalter, geb. 27. Mai 1877, Wien, VII., Kaiserstrasse 93. Hammerschlag Karl, Privat, geb. 22. September 1884, Wien, II., Grosse Stadtgutgasse 29. Hoffmann Heinrich Dr., geb. 17. November 1884, Wien, III. Bez., Hömesgasse 20. Krauss Ernst, Kaufmann, geb. 7. Februar 1887, Eger, II., Czerningasse 15. Pradiez Obrudovic Rosa geb. Kolin, Private, geb. 11. August 1865, Brünn,. VIII., Kochgasse 6. RÖ8sler Richard, Dr. pbil., Lehramtskandidat, geb. 14. Nov. 1884, Wien, wohnhaft Graz. Sam Nuchim, Talmudist, II., Flossgasse 9. Sohaffer Alfred, Jurist, geb. 9. September 1887, Dorna, (Bukowina), wohnhaft Linz. Weiss Richard, Privatbeämter, geb. 11. März 1882, XVII., Zwerngasse 21. Wenger Kathi, geb. 16. Oktober 1880, Wien, XX., Wallensteinstrasse 26. Marschau. Der Aufruf des aus angesehenen Finanzleuten und Schriftstellern zusammengesetzten Komitees zur Wiedererrichtung der hebräischen Tageszeitung ..Hazefirah" hatte so zahlreiche Abonnementserklärungen zur Folge, dast 'das Wiedererscheinen des „Hazefirah" zum 1. Oktober unter der Redaktion von Nahum Sokolow gesichert erscheint. Feuilleton. Skiern und Studien zur Geschichte der Inden in Polen. Von Dr. Majer Balaban, Lemberg. VI. Das offizielle Programm der Frankisten- Disputation in Lemberg. (17 Juli — 10. Sept. 1759.) . Disput XI (6. August). These: Der Talmud lehrt, dast Christenblut notwendig sei, und wer an den Talmud glaubt, mutz es benötigen. I. Oft kam es in Polen und Lithauen zu Ritualprozessen, in denen die Talmudisten überwiesen und zum Tode verurteilt wurden. Immer wollten sie aber die Welt von ihrer Unschuld überzeugen, indem sie erklärten, daß sie von den Christen falsch angeklagt werden. Wir aber nehmen als Zeugen den Allwissenden, der kommen soll, um zu richten die Lebenden und die Toten, nicht aus Rache den Talmudisten gegenüber, sondern aus Liebe zum heiligen Glauben, den wir jetzt annehmen, daß die Blutbeschuldigung gerechtfertigt sei, und daß wir selbst in der Jugend diese Bosheit gelernt haben. II. Das Buch: Aurech Chaim M'gine Crez Folio 242. cap. 412 enthält folgenden Satz: mso dhk p -ins „Es ist ein Gebot, roten Wein zu besorgen." Rabbi Abraham begründet das mit dem Satz cr6 -ct „das Andenken an das Blut." Sollen uns die Talmudisten sagen, an welches Blut es ein Andenken sei? Vielleicht an die erste Plage, warum feiern sie nicht das Andenken aller 10 Plagen? Sie werden uns hoffentlich mit folgendem Satz des Rabbi Dawid antworten: jsmts» njna n'nw diS dix*? lon ti*; Ich winke dir noch, wozu das Andenken an rotes Blut, weil Farao die Iudenkinder abgeschlachtet hat."s) Wo steht in der Bibel geschrieben, daß Farao Iudenkinder schlachten liest?. Er befahl nur den zwei Hebammen,. sie sollen die Knaben töten, sie taten es aber aus Gottesfurcht nicht. Wenn ihr es auf Grund eueres Talmud tuet, warum färbet ihr nicht einen Stein mit roter Farbe und schauet ihn nicht an, so werdet ihr zwei Andenken auf einmal feiern: das Kinderschlachten, welches nie gewesen ist und die Leiden, die ihr ausgestanden habet beim Bau zweier Städte. Auch saget uns, warum schreibt Rabbi Dawid „Aud Remez" (ich winke dir) und nicht eye TV noch ein Grund ist da?" Was hat das Winken zu bedeuten? — Im selben Buch' steht geschrieben: „Und jetzt unterläßt man den Gebrauch des roten Weines infolge der Blutbeschuldigung!" Welche Beschuldigung könnte durch den Ge- ») Die Urbersetzung ist falsch, denn sie soll lauten: „Wozu das Rote? als Andenken an das Blut usw." ich gebe aber im Text bie Uebersetzung der Frankisten an.