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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-09-09 · 36 (9.9.1910) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
36 (9.9.1910)
Date
1910-09-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 86 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 603 häüse zu gehen, seine Gattin und- Tochter zu ermorden, eine Grube zu graben und hineinzuspringen. Sodann solgte die Einvernahme der Zeugen, die aber nur Unwesentliches aussagen. Der Verteidiger Barnabas B u z a beantragte hierauf die Einvernahme neuerlicher Zeugen und ersuchte um einen achttägigen Aufschub. Der Richter gab diesem Ersuchen Folge, ebenso dem Anträge des Verteidigers bezüglich Vornahme einer Lokalaugenscheinnahme und vertagte die Verhandlung. Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Berlin N. 24, Artillerie-Strasse 14. Vorlesungen im Winter-Semester 1910/1911. Herr Dr. Baneth wird lesen : 1. Talmud babli, Synhedrin, Kap. III (Fortsetzung), 4 Stunden, Montag und Donnerstag 10—12 Uhr. 2. Talmud babli, Hullin, Kap. II (Fortsetzung), 4 Stunden, Montag und Donnerstag 8—10 Ubr. 3. Mischne Tora, Buch 10 (Fortsetzung), 2 Stunden, Sonntag 10—12 Uhr. 4. Jore de’a, Hilh. Ta’arubot (Fortsetzung), 2 Stunden, Mittwoch 8 bis 10 Uhr. 5. Eben ha-’ezer, Hilh. Kidduschin (Fortsetzung) 1 Stunde, Mittwoch 10—11 Uhr. 6. Jeruschalmi Pesahim, Kap. II 1 Stunde, Donnerstag 12—1 Uhr. Herr Dr. Elbogen wird lesen: 1. Einleitung in die Wissenschaft des Judentums, 1 Stunde, Mittwoch 10—11 Uhr. 2. Pentateuch mit alten Kommentaren, 2 Stunden, Mittwoch 11 bis 1 Uhr. 3. Talmud Taanit, Kap. I, 4 Stunden, Mittwoch und Freitag 8—10 Uhr. 4. Geschichte der Juden in Deutschland, II. Teil, (1147—1500), 2 Stunden, Dienstag und Freitag 10 bis 11 Uhr. 5. Historische Uebungen, 2 Stunden, Dienstag 8—10 Ubr. ö. Pesikta de B,. Kahana, 2 Stunden, Dienstag 11—1 Uhr. Herr Professor May bäum wird lesen: Homiletische Uebungen, 2 Stunden, Freitag 9—11 Uhr. Herr Dr. Y a h u d a wird lesen : 1. Spezielle Einleitung in die Heilige Schrift verbunden mit Uebungen, (prophetische Schriften), 2 Stunden, Mittwoch 6—8 Uhr abends. 2. Die Bücher Samuelis mit historischen und archäologischen Exkursen, 2 St, Sonntag 11—12 und Mittwoch 12—1 Uhr. 3. Psalmen, 2 Stunden, Mittwoch und Freitag 11—12 Uhr. 4. Grammatik und Syntax, verbunden mit Uebungen, 2 Stunden, Sonntag und Freitag 12 bis 1 Uhr. 5. Arabisch, Biblische Legenden bei Al-Tha’labi nach talmudischen und midraschischen Quellen in 2 noch zu bestimmenden Stunden. Herr Dr. Freund wird lesen: Staat, Kircbe und Judentum in Preussen, 1 Stunde, Dienstag 8—9 Ubr abends. Herr Dr. Ho chfeld wird lesen: Methodik des Unterrichts in der biblischen Geschichte (Fortsetzung), 2 Stunden, Montag 6—8 Uhr; daran anschliessend Uebungen. Herr Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Geiger hat sich gütigst bereit erklärt, Vorlesungen zu halten über: „Die Juden und die deutsche Literatur“, Donnerstag 7-8 Uhr abends. Vorbereitungskurse im Hebräische n werden von mehreren der vorgenannten Herren Dozenten und den Herren Dr. B a r o 1 und Dr. B i r a m in noch zu bestimmenden Stunden gehalten. Alle Vorlesungen und Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Wintersemesters erfolgt Dienstag den 31. Oktober, 12 Uhr mittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie die rite immatrikulierten Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrer-Kollegiums Herrn Dr. Elbogen am 1. und 2. November, 1—2 Uhr mittags, im Sprechzimmer der Lehranstalt. Berlin, im Juli 1910. Das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Der König von Bulgarien in Sarajewo. Die antisemitischen Serben von Sarajewo sind jetzt sehr böse auf die Juden und — König Ferdinand von Bulgarien. Sie können es Beiden nicht verzeihen, daß der König von Bulgarien während seines letzten Aufenthaltes in Sarajewo die Synagoge mit seinem Besuche beehrte, während er die serbische Kirche nicht besuchte. Noch mehr wütend sind sie darüber, daß der König im Geschäfte eines spaniolischen Juden, in welchem die Produfte bosnischer Heimarbeit verkauft werden, längere Zeit «verweilte und größere Einkäufe machte. Der Tod einer jüdischen barmherzigen Schwester. Die russische Zeitung „Ulro" (Morgen) erzählt die folgende Geschichte vom Tode der jüdischen barmherzigen Schwester Ljuba Israelewitsch. Das schwache Mädchen, das selbst in Not und Kummer gelebt hatte, wollte den Menschen helfen, die jetzt von der Cholera heimgesucht werden. Sie betätigte sich uneigennützig aufopfernd als Samariterin. Als sie das Kind eines Bauern badete, zog sie sich eine Infektion zu und erlag der schrecklichen Krankheit. Ihre arme, tiefgebeugte Mutter stand den ganzen Tag vor dem Tore des Hofpitales und weinte bitterlich: sie wurde nicht zu ihrem Kinde gelassen. Nun hätte die arme Ljuba begraben werden sollen. Die Geschichte trug sich in einem entlegenen Dorfe, wo die verdummte Bevölkerung noch die schauerlichsten Vorstellungen von den Juden habe, zu, denen man nicht einmal die letzte Ruhe gönnen dürfe., Die arme Mutter flehte, den Leichnam ihres Kindes nach der Stadt bringen und nach jüdischem Ritus begraben lassen zu dürfen. Dies wurde natürlich mit Rücksicht auf die Epidemie abgelehnt, aber die Dorfbewohner wollten der Jüdin, trotzdem sie sich für sie geopfert hatte, kein Ruheplätzchen bewilligen. Da plötzlich, wie wenn eine Erleuchtung über ihn gekommen wäre, trat der Kosak Iwan Dubinietz vor die versammelten Bauern, entblößte sein Haupt und rief: „Sie starb, indem sie uns vom Tode rettete: ich gebe den schönsten Flecken Erde von meinem Bodenbesitz, laßt uns dort die barmherzige Schwester begraben und von heute an soll dieser Platz einem jüdischen Friedhof gewe'ht sein!" Und die Bauern bestatteten die „Schwester", aus dem Felde des Dubinietz. Am anderen Tage lagen auf dem frischen Grabeshügel frische, blühende Blumen. . . ." Der Moskauer Gruß an Professor Ehrlich. Der .japanische Mitarbeiter des Frankfurter jüdischen Gelehrten, Dr. Hata, war auf seiner Heimreise in der Heiligen Stadt Moskau Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Die berühmtesten Aerzte Moskaus, 50 an der Zahl, vereinigten sich, um den japanischen Arzt meinem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett zu feiern. Dr. Hata lehnte die Ovationen bescheiden ab, und erklärte, sie nur für seinen Lehrer und Meister Professor Ehrlich annehmen zu können. Die versammelten Aerzte sandten an Professor Ehrlich das folgende Begrüßungstelegramm: „Dem hochgeschätzten Lehrer und Arbeiter der Wissenschaft. dem genialen Entdecker des neuen Heilsystemss, senden die Moskauer Aerzte ehrerbietigen Gruß." Dr. Hata leerte sein Glas „auf das Wohl des bedeutendsten Moskauer Dermatologen, Dr. Blumenthal, gleichfalls Jude, den er als Mitarbeiter in Frankfurt kennen und schätzen gelernt habe." Vermischtes. Wien. (Auszeichnung). Der Inhaber der Firma Eduard Barich, Miederfabrik, Wien, 1. Bezirk, Salztorgaffe 1, Salzgries 6 (Marke A. E. B.), wurde durch die Verleihung des Titels eines k. u. k. Hoflieferanten ausgezeichnet. Wie». (M ä d ch e n - Un t e r st ü tzun g s - V e re in.) An den Anstalten dieses humanitären Vereines (Fortbildungsschule, Handelslehrkurs, Kurs zur Heranbildunq von Bureauarbeiterinnen, Frauengewerbeschule mit Abteilungen für Hand- und Maschinnähen, Kleidermachen, Weißsticken und verwandte Techniken) findet die Aufnahme für das Schuljahr 1910/11 nach Maßgabe der noch verfügbaren Plätze vom 7. d. M. ab statt. Der Unterricht wird durchaus unentgeltlich erteilt. Aufnahmswerberinnen, mittellose, israelitische Mädchen, die das 14., für die kommerziellen Kurse das 15. Lebensjahr erreicht haben — mögen sich mit ihren Eltern oder deren Vertretern unter Beibringung des Geburts-, Schulentlassung? - und letzten Jmpfzeugniffes in der Schulkanzlei, IX., S e e g a s s e Nr. 16, melden.

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