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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-09-02 · 35 (2.9.1910) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
35 (2.9.1910)
Date
1910-09-02
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite, 590 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr.,H5 führt, würde ja doch Hie hebräische Quelle ihn angegeben haben, wie es ja bei seinen! Töhne M a i e r 'der Fall ist. Auch bleibt rkw Anbegreiflich, warum Herr Wettstem den Saul Rabbi nermt, da der Mann nur Kaufmann und Obmann der Gemeinde rw'MrzesL gewesen war? Auch kennt ihn die Gedenktafel als s-Zcpn.b. i. als den Herrn Saul, wogegen er nirgends, in zeitgenössischen Quellen als Rabbiner genannt wird. Züm Schluffe sei hier bemerkt, daß die Richtigkeit der Erklärung des Herrn Wettstein, daß Wal von W t o ch stamme, somit I t a li« n.er heiße, zugegeben mir doch nicht einleuchten will, daß die Buchstaben auf dem Siegel Ns» B. Meier (Bloch), Wipch heißen. In allen Polnischen Urkunden schreibt man M äjer und nicht Meier und B kann im hebräischen 2 w und 2 d heißen, im polnischen oder deutschen Siegel wäre W^och mit w geschrieben. Die Metatesis Bloch-Wloch ist sicherlich später entstanden, für die Zeit (1596) ist es noch zu früh. Das. Ketschast wird wohl einem anderen Manne gehört haben, der für unsere Untersuchung nicht in Betracht kommt. I. Krakauer, Die Kulp-Kannschen Wirren. (Sonderabdruck aus dem Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. 3. Folge, X. Bd. .. Frankfurt a. M. 1910.) Einen Beitrag zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Frankfurt a. M. im XVIII. Jahrhundert nennt der um die Geschichte dieser Gemeinde durch wertvolle Monographien (über den Fettmilchschen Aufstand, die Topographie der alten Frankfurter Judengasse u. a.) verdiente Verfasser die vorliegend gründliche Studie. Es fällt aber Vieles für die Beleuchtung der jüdischen Gemeindeeinrichtungen im Allgemeinen dabei ab. Ja der Gegenstand selbst, der Streit zwischen zwei mächtigen Parteien im Ghetto ist — leider — typisch. Diese Montccchi und Capuletti, Uebergriffe einzelner Vorsteher und Revolution gegen die Gemeindetyrannen usw. begegnen uns in zahlreichen Wiederholungen in Prag, in Wien (vor 1670), in Hamburg u. a. O. Aber gerade die Antagonie Kulp-Kann ist sprichwörtlich geworden, weil sie die hohe Politik in Bewegung gesetzt, den Rat von Frankfurt, sogar den Kaiser in ihre Wirbel bineingezogen hat. Unter militärischer Bewachung, in Gegenwart hoher Staats delegierter werden Gemeindewahlen vollzogen. Das Vorsteheramt sank so tief im Werte, daß man um Bewerber verlegen war. Doch einen Segen brachte der sonst so fluchreiche Streit. Durch die Aufstellung einer Bilanz (1754) erhielt die jüdische Gemeinde zum ersten Male seit ihrem Bestehen einen Einblick in ihre Finanzlage. Ferner würde die Steuereinschätzung geregelt, die zu zahllosen Beschwerden den Anlaß gegeben hatte. Es kam ein Reglement zustande, das den Juden an den Aufgaben der Selbstverwaltung den „Sinn für öffentliche Dinge stärkte und sie befähigte, den großen politischen Fragen der kommenden Zeit Verständnis evtgegenzubringem" M. Fritz Herz, Erzählungen eines Philosophen. Berlin 1910. Mitscher und Röstcll. 202 S. Ein Buch, das man ohne Unterbrechung bis zu Ende liest und tief ergriffen aus der Hand legt. In der Erzählung „Genendel" wird aus dem Judenmorden in Worms, einem der grausigen Vorspiele des ersten Kreuzzuges, ein Ausschnitt geboten, grausig und doch so anziehend, wie alles in diesem merkwürdigen Buche. Das Finale des Ganzen, die Impressionen eines jungen Witwers, der Leben,. Sterben und Begrabenwerden seines angebeteten Weibes in seinem Tagebuch schildert. Es ist, als risse eine Saite in uns selbst. R. Biblische Zeitfragen. Heraasgegeben von Nike! u. Rohr. 3. Folge, Heft 7. Al. Schmitt. Bibel und Naturwiffenschaft. Münster i. W. 1910. Aschendorff. M. 0.60. Ein ehrlicher Versuch, zwischen Bibelglauben und den Ergebniffen der modernen Naturforschung Frieden zu stiften auf Grund der, wie schon vom Talmud, so von Leo XIII. vertretenen Lehrmeinung, daß die-biblischen Schriftsteller nicht Naturlehre vortragen, sondern nach dem Augenschein reden oder so wie es die vulgäre Ausdrucksweise ihrer Zeit mit sich brachte. P. S. Landersdorser, Die Bibel und die südarabische Altertumsforschung, Münster i. W. 1910. Afchendorff. M. 1.—. . Das Heft bietet eine erwünschte Ergänzung zu denjenigen Heften dieser Sammlung, die mit anderen, den biblischen Lebens- und Gedankenkreis berührenden und beeinfluffenden Gebieteu des alten Orients in bündiger Form und doch in anschaulicher Klarheit vertraut machen. Die Sammlung empfiehlt sich : durch wissenschaftliche Gründlichkeit und Sorgfalt, wie durch Bedachtsamkeit des Urteils. L. Viktor Loewe, Bücherkunde der deutschen Geschichte.. 3.. Auflage, r Altenburg 1910, Joh. Räde. Daß dieses Handbuch binnen wenigen Jahren bereits in dritter Auflage erscheint, 'spricht allein schon für seinen Wert. Im Gegensatz zu -Dahlmann-Weih' klassischer Bibliographie, die lückenlos alles verzeichnet/Hatte Loewe sich auf die Erscheinungen zu beschranken, die Nach dem Urteil der-Fachgenoffen besondere Erwähnung verdienen. So - wird-der Laie oder auch der Forscher, der für MN ihm ferner liegendes Gebiet- «ach einem Führer sucht) hier eine zuverlässige. Leitung. finden. Sehr wertvoll und zutreffend sind die kargen Kritiken, die sich an die Büchertitel, anschließen.'Mäs uns aber dürchaüs' erwünscht", erscheint, ist. eine Ergänzung nach der Seite der Geschichte der deytschiejr Juden hin. Weder unter den Büchern noch unter den Zeitschriften 'findet' man auch nur den leisesten Hinweis auf die zahlreichen und zum sticht getingen Teil anerkannt wissenschaftlich tüchtigen Arbeiten, die diesen Gegenstastd behastdeln. Wir erhoffen für eine neue Auflage wenigstens eine Begründung dieser Enthaltsamkeit. ' B> H. Pollatschek, Erinnerung en a us den Jahren 1869 bis 187 1 w'ährend meines Aufenthaltes in A m e r i k a. Prag 1910. Richard B r a n d e i s. K 1.—. Ein Blatt aus einer Familienchronik, für Enkel zur Lektüre bestimmt, aber nicht ohne Reiz auch für weitere Kreise. R. Als vortrefflicher, ärztlicher Wegweiser dient das soeben im Verlage von Karl C u r t i u s, Berlin W. 35, erschienene Rezeptbuch zur Gesundheit „Gesundheitsbrebier" von Dr. Med. Paul Meißner. Das genaue Studium des wertvollen'Buches und die Befolgung der in demselben enthaltenen Ratschläge erspart in vielen Fällen den Arzt, und wer wollte das nicht für sich und seine Kinder? Die geringe Ausgabe von 2 Mark (so viel kostet das Buch) steht absolut in keinem Verhältnis zu dem großen Nutzen und Segen, den das geschmackvoll ausgestattete Werk bei Hunderttausenden stiften kann. Alfr. Seeberg. Die Didache des Judentums und der Urchristenheit. Leipzig 1808. A. D sichert. M. 3.50. „Das Judentum zur Zeit' Christi hat einen Lehrstoff gekannt, der in mündlicher Unterweisung den Proselyten und den Kindern eingkprägt wurde. Dieser Stoff bestand aus drei Lehrstücken. Das erste war dogmatischen Inhaltes und enthielt Aussagen über Gott, das zweite war ethischen Inhaltes und nannte Laster, die man meiden, und Tugenden, deren man sich b fleißen sollte. Das dritte endlich hatte eschatologischen Inhalt." Diese These belegt der Verfasser mit mustergiltiger Gründlichkeit aus der zeitgenössischen altjüdischen und christlichen Literatur. Er zeigt, wie diese Didache vom Christentum übernommen wurde, wie nur als Pendantbildung zum Namen Gottes der „Name Jesu" auftrat. Die Vorstellung von der Nähe und Liebe Gottes konnte, das räumt Seeberg ein, frommer Sinn in der jüdischen Gotteslehre wiederfinden, aber sie war hier nur ein Moment neben anderen. „Durch Jesus ist sie zum Inhalt der Religion gegeworden." Wir teilen diese Ansicht nicht. Vor tieferem Eindringen in . den Geist des Judentums kann sie nicht standhalten. Mit Nachdruck möchten wir aber auf die höchst beachtenswerte Erklärung des „Schema" Hinweisen, die der Verfasser (S. 70) im Zusammenhangs mit seinem Hauptgegenstand bietet. Das Schema, so führt er . aus, besteht aus drer.Schristabschnitten. Der erste handelt von der Elnh ei t Gott e s und der Pflicht, sie den'Kindern eiüzuschärfen. (Die von Seeberg zitierte Stelle Deut. 6, 13 vom Schwören bei Gottes Namen findet sich nicht im Schema, was' S. 71 deutlicher gesagt werden konnte.) Der zweite Abschnitt des Schema spricht von den Geboten Gottes und wiederum von der Vorschrift, sie die Kinder zu lehren. (In der Fortsetzung dieser Stelle im Deut, ist von den Wegen Gottes die Rede, denen nachzuwandeln religiöse Pflicht ist, vergl. S. 3, Anm. 1. wozu es an Belegen aus dem hebräischen Schrifttum nicht mangelt.) Der dritte Teil des Schema erinnert an den Gott der T r e u e, der Israel aus Egypten erlöst hat. Bei dem Gott, der Israel erlöst hat, dachte der Jude, laut Exod. 6, 2, an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. „Von diesem Gott aber hoffte er, daß er ihn durch den Tod zum Leben führen werde." Wir halten diese Auffassung für durchaus überzeugend, das ganze Buch für eine der fruchtbarsten Gaben auf diesem Gebiete. M. Js. Borchardt, Die schwarze Chaje, Frankfurt a. M. 1910. I. Kauffmann. M. 2.—. Ein Kulturbild aus demselben Milieu, das seinen Meister in Bernstein gefunden hat. Nur tritt hier der Uebergang in eine neue Welt hinzu. Meist heißt sie, wie in diesem Buche, Berlin W, und ist wie mit einem neuen Mobiliar auch mit einer neuen „Konfession" identisch. Bernstein schildert eine Familie, die dieser Versuchung entrinnt und in der schwarzen Chaje den rettenden Engel findet. Wärme des Tones und die Vertrautheit mit den Lebenskreisen, aus denen hier Ausschnitte geboten werden, empfehlen das Buch. R. S. Mühsam, Die Killeberger. 3. Auflage. Leipzig 1910. M. W. Kaufmann. Der Autor tat recht daran, endlich aus seiner Anonymität herauszutreten. Wer sich an seinen famosen Einfällen delektiert hatte, finde immer, wenn er auf der letzten Seite angelangt war, vor dem Fragezeichen: Wer ist's? Der Verfasser hat sich den Dank aller der gewiß Zcchlrelchen verdient, denen er heilsam bas Zwerchfell gerührt und humorvolle. Stunden bereitet, hat. . Das freie Wort. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Carl Sänger, Herausgegeben von Max Henning. Inhalt -Nr. 9: Die künftigen .Reichstagswahlen. Panamerika und der moderne Pazifismus von . Dr. H. .Wehberg. * Die albanische Frage Hyn Dr.' A. Wirth.^ Das Schulwesen in Bosnien und der Herzegowina von M-KÜkschera. Vom Kampf um' die Volksschule von Otto Speer. Mittelalterliche Sittlichkeit von Dr. M. Römer. Die neue Zeit und ihr Dichter von. Friedrich Alafberg. Kleine Mitteilungen. Inhalt -Nr. 10 : Nord' Äüd- 'Süd. Forthildungsschule und Religionsunterricht von Politicus. Die „staats-

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