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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-09-02 · 35 (2.9.1910) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
35 (2.9.1910)
Date
1910-09-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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9ir.3ir Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 58^ gegeben- und sich, der „Einheit^ angeschlossen in der Weise daß dessen Schützlinge fortan bis auf weiteres in der Malzgasse am Säbbath und an Feiertagen gegen eine bestimmte Abfindungssumme, verköstigt werden. — Hoffentlich bleibt diese Einrichtung von Bestand. Rabbiner Dr. Elieser David. Wien, 1. September 1910. Nach Schluß der Redaktion kommt uns die traurige Mitteilung von dem plötzlichen Hinscheiden des Rabbiners an der israelitischen Kultusgcmeinde Wien, Herrn Doktor Elieser David, zu. Der Heimgegangene wirkte durch Jahrzehnte in Düsseldorf, bevor er nach Wim berufen wurde. Ueber seine Tätigkeit, Charakter, sowie seine wissenschaftliche Begabung werden wir in nächster Nummer be-, richten. Wien. Herrn Oberkantor Meyer Scharr. der Sr. Majestät anläßlich des 80. Geburtstages eine Hymne gewidmet hat, wurde durch das Oberstkammereramt der Allerhöchste Dank mit dem Beifügen bekanntgegeben, daß die in Rede stehende Hymne der k. u. k. Familien-Fideikommiß-Bibliothek einverleibt wurde. Austritte aus dem Judentum Vom 21. August bis 28. August 1910. Fanto Marianno, Künstlerin, geb. 4. Oktober 1880, Wien, II., Praterstrasse 44. Glauber, Private, geboren 18. August 1849, Neudörfl (Ungarn), VIII., Strozzigasse 17. Kredens Melanie geb. Felder, Kleidermacherin, geb. 16. Nov. 1879, Neutra (Ungarn), VI., Webgasse 39. Rendier Vebrich, geb. 1876, Rudko? Karolinenthal Lipsko? (Galiz.), XVI., Grundsteingasse 10. Rosenthal Ernst, geb. 14. November 1888, Wien, VI., Amerlingu?0;i3rstrasse 19..,.;', .. .... ... ... Rosenzweig Michael, Bankbeamter geb. 16. November 1874, Byali- . stock II., Brigittenauerlände 4. Stein Seima, Friseurin, geb. 22. April 1882, Wiener-Neustadt, II., Nordwestbahnstrasse 13. Zeckendorf Melanie, Kontoristin, geb. 1889, Weinberge,. XX. Bez., Staudingergasse 14. Linz. (Todesfall.) Am 27. August d. I. starb daselbst Herr Ignaz Hahn, Llkörfabrikant, langjähriger Kultusvorsteher usw., im 70. Lebensjahre nach langem, schweren Leiden. Mit Herrn Hahn verliert die hiesige Kultusgemeinde einen ihrer besten, edelsten und vornehmsten Männer, die jüdischen Armen ihren größten Wohltäter. Im Jahre 1876 in den Vorstand gewählt, zu einer Zeit, als gerade die Kultusgemeinde daranging, den ersten würdigen Tempel in Oberösterreich zu erbauen, betätigte er sich mit einer kleinen Unterbrechung durch 15 Jahre hindurch als Vorstandsmitglied zum Wähle der Gemeinde. Im Jahre 1891 an die Spitze der Gemeinde berufen, zum Vorsteher erwählt, hat er fast das Ehrenamt bis zum Jahre 1906 mit der größten Umsicht und der treuesten Pflichterfüllung ununterbrochen bekleidet, bis er durch ein tückisches Leiden gezwungen war, dasselbe in andere Hände zu legen. Unter seiner glänzend bewährten Führung erblühte die Kultusgemeinde immer mehr und mehr, bis zu jenem Aufschwung, - der sie berechtigte, sich in die ersten Reihen der österreichischen Kultusgemeinden zu stellen. Unter seiner Aegide wurden die neuen Statuten verfaßt (1894) und er brachte es dahin, daß der Kultusgemeinde Linz alle Ortschaften Oberösterreichs und Salzburgs (mit Ausnahme Steyr) einverleibt wurden, so daß die Anzahl der Mitglieder der Kültusgemeinde von 70 auf zirka 400 emporwuchs. Herr Hahn war es aber auch, der im Vereine mit dem verstorbenen Herrn Jonas Treichlinger und Herrn Bernhard Taussig das Ärmenwesen in der hiesigen Gemeinde regelte und ein Armeninstitut begründete, das sich bis heutigentags glänzend bewährte. Herr Ignaz Hahn zählt auch zu den Mitbegründern des Allgemeinen österreichisch-israelitischen Bundes. Aber nicht nur unter den Juden erfreute sich Herr Hahn dey größten Wertschätzung und Hochachtung, sondern auch beiden Andersgläubigen unserer Stadt. Er wurde' in den k. k. Stadtschulrat berufen, war der Begründer der Bezirkskrankenkassa, bei welcher er durch eine lange Reihe von Jahren die Obmannstelle bekleidete und die Genossenschaft und der Verband der Likörfabrikanten erwählte ihn. zum. Präses und in .letzter Zeit., zum Ehrenpräsidenten. In .Anbetracht seines Wirkens zum allgemeinen Wohle wurde ihm von der Städtgemeinde das Bürgerrecht verliehen. Diese außerordentliche Beliebtheit,. Hochachtung und Verehrung, deren sich Herr Hahn erfreute, dokumentierte sich auch im reichsten Maße durch die große Beteiligung am Leichenbegängnisse, das Dienstag den 30. August stattfand. In der überaus zahlreichen Trauerversammlung waren zu bemerke»:.Der Präses der Kültusgemeinde Herr Benedikt Schwager mit dem Gesamtvorstande, Herr Jakob B. Mautner mit der Chewra-Kadischa, Frau Alois Spitz mit dem Frauenvereine, Herr Pizebürgermeister Beyer mit einer Abordnung der Stadtgemeinde. Herr Regierungsrat,. Realschuldirektor Comurenda mit Herrn Bürgerschullehrer Flier als- Vertreter das Stadtschulrates, der Obmann des Landesverbandes der Genossenschaft der Likörfabrikanten und der Bezirkskrankenkassa, Herr Rabbiner Schön in Vertretung der Kultusgemeinde Steyr und viele andere Abordnungen. Herr Oberkantor LöweUsohn intonierte unter Assistenz eines verstärkten Männerguartetts die Trauergesänge, worauf Herr Rabbiner M. Friedmann dem Verstorbenen eine tiefempfundenen Nachruf hielt, in welchem er die trefflichen Eigenschaften des Dahingeschiedenen schilderte und für sein gemeinnütziges Witken, für das jedermann entgegengebrachte Wohlwollen, den Dank in seinem Namen, im Namen der Kultusgemeinde und Beamten zum Ausdrucke brachte. Nun trat der Präses der Kultusgemeinde Herr Benedikt Schwager an die Bahre und beklagte in warmfühlenden Worten in dem Verstorbenen den vielgeliebten Führer der Gemeinde, welcher den anderen Vorstandsmitgliedern als leuchtendes Vorbild vorschwebte, und versprach stets in seinen Intentionen weiterzuwirken .und schloß mit dem Gelöbnisse, sein Andenken stets in Ehren zu halten. Nun wurde der Sarg gehoben und der Mutter Erde übergeben, während dumpf hinabfallende Schollen das letzte Liebeszeichen für einen der Besten unter uns bildeten. S. P. Battelan (Mähren). Nach langer Unterbrechung veranstaltete unsere alte Chewra-Kadischa am 21. v. M. anläßlich des 80. Geburtstages unseres allgeliebten Kaisers im israelitischen Schulgebäude ihr statutarisches Festmahl. Am Kaiser-Geburtstage selbst sandte sie eine Huldigungsdepesche an das k. u. k. Hoflager in Ischl. Im herrlich mit Laub und Paramenten geschmückten Tempel fand ein feierlicher Gottesdienst statt, bei dem Prof. Moritz A n t s ch e r l aus Wien die Festrede hielt. Der Bürgermeister, k. u. k. Kämmerer Graf Joh. v. Blanckenstein mit dem Gemeinderat und den Honoratioren wohnte dieser Kaiserfeier bei,. jedes Plätzchen in dem 130 Jahre alten Tempi war besetzt. Beim eingangs erwähnten Brudermahl, nach Abhaltung der Mincha-Andacht im Tempe', sprach Professor Antscherl den Kaiser-Toast, den alle stehend anhörten, e8 folgten geistvolle Reden von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Nagelberg— Triesch und den Chewra-Mitgliedern, die Thora bildete die Basis, und in gehobener Stimmung schloß die „Sude" mir dem Mariv-Gebet. Lemberg. Am 23. v. M. verschied hier die allgemein hochgeachtete und verehrte Frau Golde Heilperm im 71. Lebensjahre. Das Leichenbegängnis fand am 25. v. M. unter zahlreicher Beteiligung in Lemberg statt. Die Verblichene war die Tochter des bekannten Philanthropen Munisch Nierenstein, der das israelitische Spital in Jaroslau gründete. Als Se. Majestät unser Kaiser Franz Joseph knapp nach seinem Regierungsantritte den Manövern in Galizien beiwohnte, stellte Herr Mnnisch Nierenstein sein für diesen Zweck neuadaptiertes Haus Sr. Majestät und dessen Hofstaat für längere Zeit zur Verfügung. Herr Mnnisch Nierenstein und die Verblichene, welchen die Gnade zuteil wurde, Se. Majestät zu empfangen, wurden seinerzeit von Sr. Majestät wiederholt ausgezeichnet. Groß-Enzersdorf. (Leichenbegängnis.) Sonntag de» 28. v. M. fand das Leichenbegängnis unseres Kultusvorsteh^rS Herrn Heinrich Reichsfeld unter starker Beteiligung der hiesigen Bevölkerung ohne Konfessionsunterschied statt. Unter den Anwesenden sah man Vertreter der benachbarten Kultusgemeinden, wie Gänserndorf, vertreten durch die Kultusvorsteher Herren Pisk und Fleischmann, Vertreter von Stockerau u. m. a. Herr Kantor Eigner, rezitierte die Traue:Psalmen und Se. Ehrwürden Herr Doktor Rosenmanu, Rabbiner der Kultusgemeinde, würdigte den Charakter und die Verdienste des Verblichenen. Klausenburg. Sonntag den 28. v. M. wurde einer der ältesten Bürger der Stadt Klausenburg, der 92 iährige Moses Wertheim, «sin Nachkomme des Wiener Hoffaktor Samson Wertheim, zu Grabe getragen. Das Leichenbegängnis, an dem die Spitzen aller in Klaüsenburg wohnenden Nationalitäten und Konfessionen teilnabmen, gestaltete sich zu einer wahren Sympathiekundgebung für den Verblichenen. Wertheim war einer der angesehensten Männer der Stadt und Mitgründer der dortigen jüdischen Kultusgemeinde. Er hiyterläßt zwei Söhne, den Schriftsteller Abraham Wertheim in Wien und den Generaldirektor Aron Wertheim in Klausenburg. Pakraz. Herr Rabbiner Dr. Rudolf Glück wurde am 18. August installiert. Am 16. August langte er mit seiner Familie und Begleitung hier an. Bei der Bahn erwartete ihn der Präses der hiesigen Gemeinde mit einer großen Deputation, bestehend aus der Elite der Gemeinde, und nachdem Herr Dane Singer durch eine gediegene Ansprache den Rabbiner begrüßte und die Freude ob der gelungenen Wahl zum Ausdruck brachte, dankte Dr. Glück für den freundlichen Empfang und in einer langen Wagenreihe folgend, begleitete der Vorstand den Rabbiner in die Wohnung. Am 18. August fand, verbunden mit der Feierlichkeit des Geburtstags festes Sr. Majestät die Installierung statt. Anwesend waren im Tempel die Spitzen der christlichen und militärischen Behörden sowie auch die Geistlichkeit. Nachdem Herr Oderkantor Israel Steiner mit feiner brillierenden, kräftigen, schön klingenden

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