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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-08-26 · 34 (26.8.1910) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
34 (26.8.1910)
Date
1910-08-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Serie 568 Dr. Vlochs Wochenschrift. Nr. 34 schied der Konfesfiou eine Gabe von 2 Kronen zu verabreichen. Die Feier farü> am 17. August in der hiefigen Altschul statt. In der schön dekorierten Synagoge fanden fich ein zahlreiches Publikum, sowie Vertreter des hiefigen Gerichtes, der Bezirkshauptmannschast und des Lehrkörpers der hierortigen Volksschule ein. Klageufurt. Aus Anlaß des 80. Geburtsfestes des Kaisers fand im hiefigen Tempel ein Festgottesdieust statt, welchem iu Vertretung der hohen k. k. Landesregierung Herr Kultusreferent Baron Braun beiwohnte. Die Festrede hielt Rabbiner D. Günzler. * * * Ueberdies wurden uns Berichte über abgehaltene Festgottesdienste aus St. Pölten, Mödling, Dobrisch, Pakraz, Sissek, Un g.-H r a d i s ch, L e i p n i k und vielen anderen Gemeinden Oesterreichs und Ungarns zugesandt, die wir jedoch wegen Raummangel nicht veröffentlichen können. Hofrat Professor Dr. Leopold Oser gestorben. Ein treuer und berühmter Sohn des Judentums, dem er Arbeit und Ehre brachte, ist mit dem Leiter des Spitales der Kultusgemeinde, Hofrat Prof. Dr. Leopold Oser, dahingegaugen. Ein Führer in der Wissenschaft, ein hervorragender Mensch, ein lauterer, gütiger Charakter, hat er sich die Dankbarkeit vieler Schüler, Patienten und der Gesellschaft erworben. Sein Haus war der Mittelpunkt eines geistig hochstehenden Kreises, aus welchem heraus er zu seinem 70. Geburtstag reiche Ehrungen erhielt und der ihm nun seine Anhänglichkeit und seine Achtung auch im Tode zeigte, den er mit der Tapferkeit eines Helden herankommen sah und ruhig erwartete. Hofrat Oser war am 27. Juli 1839 in Nikolsburg geboren. Seine Gymnasial- und medizinischen Studien absolvierte er in Wien und wurde an der hiesigen Universität, wo er unter Skoda, Oppolzer und Rokitansky studierte, im Jahre 1862 zum Doktor promoviert. Er habilitierte sich dann für innere Medizin. Im Jahre 1872 wurde er auf Vorschlag eines Professorenkomitees, dessen Referent Skoda war, Primarius im Rothschildspital und Abteilungsvorstand an der Allgemeinen Poliklinik, zu deren Gründern er zählte; 1874 wurde er Mitglied des Niederösterreichischen Landessanitätsrates, 1885 außerordentlicher Professor; im Jahre 1902 erhielt er den Titel und Charakter eines Ordinarius, ein Jahr späterden Hofratstitel; 1905 wurde er Vorsitzender des Landessanitätsrates. Oser hat die wertvollen Ergebnisse seiner reichen Forscherarbeit in zahlreichen von der interuattonaleu Fachwelt anerkannten Werken niedergelegt. Hofrat Ofer begab sich vor sechs Wochen ins Sanatorium des kaiserlichen Rates Dr. Friedmann nach Gainsahrn. Sem Zustand war schon damals bedenklich, doch konnte er in den ersten vier Wochen kleine Spaziergänge im Park der Heilanstalt absolvieren. Vor zwei Wochen begannen ihn die Kräfte zu verlassen; er verbrachte den größten Teil des Tages ruhend. Seit acht Tagen konnte er sich nicht mehr vom Lager erheben. Er sprach oft und viel über den herannahenden Tod. Er sei nicht mehr fern — äußerte er zu seiner Umgebung —, er fühle es ganz deutlich und wisse auch ganz genau, daß nach den vorhandenen Symptomen das Ende bald gekommen sein werde. Seine Gemahlin, seine Schwester und ein Neffe weilten in den letzten Tagen beständig an seinem Krankenlager. Montag um 11 Uhr vormittags trat der Tod ein. Hofrat Oser laborierte an einer Gehirnkrankheit, die von Zeit zu Zeit akute Formen annahm, nach der Kur sich aber immer milderte. Auf die Dauer konnte der Körper der tückischen Krankheit nicht staudhalten. Als Hoftat Oser in den Sommermonaten nach Gainsahrn übersiedelte, wußten nicht nur die Aerzte, sondern auch der Leidende selbst, daß jede Hoffnuug auf die Bekämpfung der Krankheit aussichtslos sei. Das Leichenbegängnis. Die Leiche des Hofrates Professor Dr. Leopold Oser ist Mittwoch vormittag bei großer Beteiligung der Vertreter der Behörden, der medizinischen Kreise und zahlreicher Freunde zur ewigen Ruhe geleitet worden. Im Trauerhause, I. Bezirk, Neutorgasse 20. hatte sich eine überaus große Zahl von Trauergästen eingefunden. Im Aufträge der von Wien abwesenden Barone Albert und Alfons v. R o t h s ch i l d kondolierte Prokurist Max Kantor, der auch im Namen der Barone den Sarg mit zwei prachtvollen Kränzen schmückte. Unter den übrigen Trauergästen waren zu sehen: in Vertretung des Statthalters Grafen Kielmansegg Statthalterei - Vizepräsident Tils, Sektionschef a. D. Ritter v. Herz, die Mitglieder des Kuratoriums der Baron Nalhaniel v. Rothschildschen Stiftung für Nervenkranke, bestehend aus Hofrat Professor Karl König, Hofrat Professor Dr. C h r o b a k, Prokurist Moritz Blum, Sanitätsrat Dr. v. S ö l d e r und Dozent Dr. Josef Breuer, ferner der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Doktor Alfred Stern mit dem Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n und den Vorstandsmitgliedern Dr. Markus Spitzer, kaiserl. Rat Sigm. K a u d e r s, Wilhelm K u f f n e r, kaiserl. Rat Jonas Weil, Adolf S ch r a m e k und S. S t e i n e r mit dem Sekretär kaiserl. Rat Dr. Lieben, Rabbiner Dr. David, außerdem Hofrat Professor Dr. Lang, Hofrat Professor Doktor Winternitz, Professor Dr. Richard Braun, Professor Dr. Gärtner, Oberstabsarzt Dr. P i ck, die Professoren Dr. H a l b a n, Dr. Karl August H e r z f e l d, Dr. K l e i n, Dr. Mannaberg, Dr. P a s ch k i s, Dr. R e t h i, Doktor Schiff, Dr. Schlesinger, Dr. Otto Zuckerkand!, Dr. Grün, Regierungsrat und Leiter der Niederösterreichischen Gebäranstalt Dr. Ludwig P i s k a c e k. Regierungsrat Direktor Dr. S ch l ö ß, Direktor des Rudolfsspitals Dr. Eugen H o f m o k l, Vizedirektor des Allgemeinen Krankenhauses Dr. Lasch, als Vertreter des niederösterreichischen Landes-Sanitätsrates Vorsitzender-Stellvertreter Direktor des Elisabethspitals Dr. Josef Nowak, Landes- Sanitätsinspektor Dr. Winter, in Vertretung der Allgem. Poliklinik Direktor-Stellvertreter Regierungsrat Dr. Julius Mauthner und die Abteilungsvorstände, die Bankdirektoren Kux und Schönwald, Verwaltungsrat Dr. Mauthner, Direttor des israelitischen Blindeninstitutes auf der Hohen Warte S. Heller, ferner Dr. I n f e l d, als Vertreter der Aerztekammer Dr. L ö w i n g e r, Dr. Grün, Bezirksrat Dr. S ch n e p f, der Verwalter des Spitales Doktor M. K o r a n y mit den Aerzten und den Pflegerinnen der Anstalt, Frau Ulrich, die kais. Räte Dr. Krüger und Dr. W eiß, die Industriellen Paul Lemberger und Karl Lemberger, Kommerzialrat Eduard Wiener und Julius Wolf, Josef I e l l i n e k, Abordnungen des Vereines zur Gründung und Erhaltung des Kaiserin Elisabeth-Institutes für israelitische Krankenpflegerinnen, bestehend aus Dr. M. Laub, Frau L ö w y und Frau W a n t o ch, des Vereines „Adaß Jisroel", bestehend ans den Vorstandsmitgliedern Wolf Pappenheim und Kutzler, und eine Abordnung der Geburtsstadt des Hofrates Oser Nikolsburg. Mit den rituellen Gesängen, die Oberkantor Don Fuchs mit dem Chor vortrug, wurde die Feier um halb 11 Uhr eingeleitet. Der Sarg wurde dann gehoben und auf die israelitische Abteilung des Zentralfriedhofes gebracht. Dort wurde er in der Zeremonienhalle auf eine Bahre gestellt. . Nach einem stimmungsvollen Trauerchoral des Oberkantors Fuchs hielt Oberrabbiner Dr. Güdemann dem Verstorbenen folgenden Nachruf: Rede des Oberrabbiners Dr. Güdemann. Ich will es versuchen, ein Bild des Dahingeschiedenen zu entwerfen. Sein Bild befindet fich zwar an der langjährigen Stätte seiner Tätigkeit, in dem Hospital unserer Kultusgemeinde,

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