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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-08-26 · 34 (26.8.1910) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
34 (26.8.1910)
Date
1910-08-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr 84 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 567 Korrespondenzen Das 80. Geburtsfest des Kaisers. In allen Gauen unseres Vaterlandes, nicht minder außerhalb der schwarz-gelben Grenzpfähle, überall, wo treue österreichische Herzen schlagen, wurde der 18. August 1910 in besonders würdiger und weihevoller Weise begangen: galt' es ja. den Eintritt unseres erhabenen Monarchen, Seiner Majestät d e 's K a i s e r s Franz Joseph I., in das neunte Dezennium seines uns allen so teueren Lebens zu begehen! Durch gottesdienstliche Andachten, durch Wohltätigkritsakte und Humanitären Zwecken gewidmete Veranstaltungen wurde der Jubelgreis gefeiert und daß wir Juden uns in hervorragender Weise an diesen Festen beteiligten, bedarf ja bei dem bekannten Patriotismus unserer Glaubensgenossen keiner speziellen Erwähnung, nur beschränkten wir die Stätten der Huldigung auf unsere Gotteshäuser, in welchen denn auch stets feierliche Zeremonien viele Andächtige vereinten, die aus innerstem und tiefstem Herzensgründe in die Schlußworte der von den Kanzeln herabtönenden Segenswünsche einstimmten. Unserem erhabenen Monarchen mögen noch vielevieleJahrein nnget r ü b t e r Gesundheit und Frische beschiedensein! In den beiden Hauptsynagogen der israelitischenKultuegemeinde Wien wurden die Andachten im Beisein überaus zahlreicher Andächtiger abg-halten. in der Stadtsynagoge bemerkte man den Präsidenten Dr. Alfred Stern, die Vorstandsmitglieder Morst E i ß l e r, Adolf Schrame k, Dr. Markus Spitzer und kaiserl. Rat Jonas Weil, den ersten Sekretär kaiserl. Rat Dr. Theodor Lieben, die Bethausvorsteher Rudolf K o h n und Dr. Hermann L ö w i, welch letzterer zu der ihm erfolgten kaiserlichen Auszeichnung allseitig beglückwünscht wurde, den Vizepräsidenten des Vereines für Krankenpflege und Unterstützung hanöelsangehöriger Israeliten und Vorsteher der Armenanstalt Josef Jelinek, Gemeinderat Josef Stein n. v. a. m. Oberkantor ß u ch s intonierte in Begleitung des Chores den vom Altmeister des Synagogengesanges, weil. Professor Sal. S u l z e r, so herrlich vertonten, Festpsalm 111, worauf Oberrabbiner Doktor G ü d e m a n n vor der geöffneten Bundeslade das Kaisergebet verrichtete, und mit dem Absingen der Volkshymne wurde die Feier beendet, der eine Stunde spater eine solche in der Leopoldstädter Synagoge folgte, der viele der Obgenannten anwohnten, denen sich u. a. Gemeinderat Neust a d t l anschloß und bei welcher Rabbiner Dr. Schmiedl und erster Kantor Jurberger fungierten. Hier wirkte namentlich die Ansprache des greisen Rabbiners S ch m i e d l auf die zahlreich erschienenen Andächtigen. Ebenso fanden gottesdienstliche Veranstaltungen mit Festpredigt statt. Im Fünfhauser Tempel XV., Turnergaffe 22 um Uhr vorm, im Ottakringer Tempel XVI., Hubergasse 8 um 7 Uhr früh, im Währinger Tempel XVIII., Schopeuhauerstraße 39 um 1/28 Uhr früh, im israelitischen Tempel der Brigittenau um 9 Uhr vorm., im Floridsdorfer Tempel XXI., Schindlergaffe 4 um 5 Uhr nachm.; ferner im Mariahilfer Tempel, VI., Schmalzhofgaffe 3, um 1!27 Uhr früh, im türkisch-israel. Tempel, II., Zirkusgasse 22, um 11 Uhr vormittags, in den Vereinssynagogeu „Beth Israel" II, Leopoldgasse 29 um 9 Uhr vormittags, im Bethause „Adaß Jisroel" (Schiff-Schul), II.. Große Schiffgaffe 8 um 1/a12 Uhr vorm, im Kaiser Franz Joseph-Jubiläumstempel, V., Siebenbrunnengaffe um 4 Uhr nachm., im Bethause „Talmud Thora", II., Malzgaffe 16 um 7 Uhr früh, im Tempel IX., Müllnergaffe um 7 Uhr abends, ebenso im Tempel des XIII. Bezirkes. In der neuen Synagoge zu Döbling fand der Festgottesdienst schon am Vorabend statt. Im Waldpark des Kaiser Franz Joseph - Arbeiterinnen- Erholungsheims in Seebenstein-Sautern an der Aspangbahn fand in Anwesenheit sämtlicher Schützlinge und vieler Festgäste aus Wien und Seebenstein die Enthüllung eines schlichten, aber würdigen Denkmals statt, dessen Inschrift künftigen Generationen meldet, daß der Kaiser diesem ersten Arbeiterinnen-Erholungsheim in Oesterreich seinen Namen verliehen hat. In Vertretung der gegenwärtig in Spitzbergen weilenden Vereinspräsidentin Frau Rosa Zifferer hielt Frau Dr. Philippiue G e l b h a u s eine weihevolle Festrede, die auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck machte, worauf die Arbeiterinnen unter Festgesang eine Kaisereiche pflanzten. Bei dem anschließenden Festessen für die Schützlinge vereinigten sich diese mit dem Vorstand zur Absendung einer Huldigungsdepesche an das kaiserliche Hoflager in Ischl. Fröhliche Toaste auf den Vorstand, namentlich die Damen Rosa Z i f f e r e r, Regine K o p st e i n und Johanna Fröhlich bewiesen, in welch zufriedener Stimmung die hier zur Erholung Weilenden den Festtag des Reiches begehen konnten. Möge die Kaisereiche wachsen und gedeihen in einem stets vergrößerten Heim und stets zufriedene, von schwerer Arbeit rastende Jugend beschatten. Aus Oberhollabrunn wird gemeldet: Anläßlich des Allerhöchsten 80. Geburtsfestes Seiner Majestät unseres erhabenen Kaisers fand Donnerstag den 18. d. M. im hellerleuchteten Tempel ein solenner Gottesdienst statt, zu welchem sich der Knltnsvorsteher Herr Wilhelm B r e i e r, Tempelvorsteh-r Herr Leop. W e i n b e r g e r, die Chewra-Vorstände die Herren Emil Skutezky und Sigm. Schidlvf, ferner Stabsarzt Herr Dr. Em. Ritter, sowie die Schnljugeud und viele andere Gemeindemitglieder einfanden. Die Festpredigt hielt Herr Religionslehrer I e l l i n e k. Mit dem Kastergebete und Absingung der Volkshymne durch die Studentenschaft und Schuljugend schloß die erhebende Feier. Im israelitischen Tempel zu Bisenz hielt die Festpredigt Herr Rabbiner Dr. Hoff und Oberkantor Steiner exekutierte die Feftgesänge. Im israelitischen Tempel zu Schüttenhofen besorgte den kantoralen Gesang Kantor S a m e k mit gemischtem Chor, wobei besonders Fräulein Otti Schwarzkopf durch ihre entzückenden Soli brillierte. Die tiefdurchdachte patriotische Festrede hielt Ehrwürden Herr Rabbiner Doktor M. R a ch m u t h. Im israelitischen Tempel zu Neuhaus in Böhmen fand am Vorabend des Allerhöchsten Geburtstages derFestgottesdienst statt, welchem außer dem Kultusvorstande und den Gemeindemitgliedern die Spitzen der Behörden und des Militärs, die Direktoren des Obergymnasiums und der Bürgerschulen, der evangelische Pfarrer, sowie Vertreter des Scharfschützenkorps, des Veteranenvereius und der Feuerwehr beiwohnten. Die Festpredigt hielt Herr Rabbiner Dr. Schwenger, die kantorale Funktion versah Herr Kantor F ü r n b e r g. Eine Deputation des Kultusvorstandes und Rabbinates erschien beim Bezirkshauptmann, mit dem Ersuchen, die ehrfurchtsvollsten Glückwünsche der Gemeinde an die Stufen des Thrones gelangen zu lassen. Im israelitischen Tempel zu Krems hielt beim Festgottesdienst Herr Rabbiner Dr. Diamant die Festrede. Herr Oberkautor M. Recht sang die Festpsalmen. Brünn. In ungemein würdiger und erhebender Weise wurde im hiesigen Tempel des Kaisers 80ster Geburtstag gefeiert. In der reich in Blumenschmuck gehüllten Synagoge hatten sich Vertreter der Staats-, Landes- und autonomen Behörden, der gesamte Kultusvorstand, mit dem Präsidenten Herrn Doktor F i a l l a an der Spitze, sowie Abordnungen aller israelitischen Wohltätigkeits- und sonstigen Vereine eingefunden. Die Festpsalmen trug Oberkantor Heller mit Chor vor. Die Festpredigt hielt Rabbiner Dr. L e v y. Zum Schluffe trug Oberkantor Heller die vom Landesrabbiner Dr. P l a c z e k verfaßte Jubelhymne vor. Nikolsburg. Anläßlich des 80. Geburtstages Sr. M. unseres Kaisers beschloß der hiesige Kultusausschuß, allen im Sprengel der Jsraelitengemeinde wohnenden Armen ohne Unter-

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