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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-08-19 · 33 (19.8.1910) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
33 (19.8.1910)
Date
1910-08-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 33 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 553 pitel 37, 15 ff). Diese Beispiele könnten natürlich noch stark vermehrt werden, ebenso die Symbolik der Tiere. Auf den Kameen und Gemmen, welche teils bis in das 7. Iahrh. v. Ehr. zurückreichen, findet man gleichfalls symbolische Bilder, die sich aber nicht mebr-erklären lassen, so auf dem Siegel des Schemarjahu, Sohnes des Azarjahu, einen nach rechts gewendeten Stier. Auf dem Siegel des Natanjahu, Sohnes des Abadjahu, Steinböcke und Hirsche ober und unter dem Namen, entweder als Symbol einer syrischen Göttin, oder als Zeichen, daß der Besitzer ein Liebhaber der Jagd gewesen sei. Eine Gemme des Schebanjahu Ebed Uziahu zeigt .auf dem Avers einen Mann mit einem Stab in der Rechten, auf dem Revers Schmetterlinge über und unter der Inschrift. Die Münzen aus der Zeit Simon Makk. zeigen eine Mandelblüte als Symbol der athronidischen Priesterschaft. Münzen aus etwas späterer Zeit zeigen auf dem Avers den Festesstrautz, auf dem Revers ein Portal, vielleicht das Symbol des Tempels. Johann Hyrkan läßt seine Münzen Hörner als Bild tragen, zum Zeichen der Stärke und der Macht: Agrippa I, aber verschlungene Hände zum Zeichen seiner innigen Freundschaft mit Claudius. - Natürlich lieben sich noch viele andere Beispiele anführen. Bevor ich schliehe, möchte ich noch einiges über den Einfluß des Judentums auf die Symbolik des Urchristentums anführen. Das Spezialgebei an Fasttagen, welches mit den Worten „Mi scheana“ ^beginnt und schon in der Mischna mitgeteilt ist (Mischn. Taanit 2, 4) wurde in die christliche Liturgie als die bekannte Litanei „lüdern ckomine animam eins" schon sehr früh herübergenommen. Die inhaltlichen Motive aber wurden fast der Reihe nach als Symbol in Bildern festgehalten. Die Opferung Jsaks als Sinnbild der Kreuzigung Christi, da die alte Kirche in Jsak ein Vorbild Christi sah und in der Handlung das Symbol des Kreuzestodes. Sie verehrte auch in Abraham die Kraft des Glaubens und in Jsak den geopferten Erlöser. Die Himmelfahrt des Propheten Elias war das Symbol für die Himmelfahrt Christi, da letzterer in der christlichen Dogmatik Elias gleichgestellt war. andererseits wurde auch die Quadriga als Sinnbild der allgemeinen Auferstehung vom Tode betrachtet. Das Bild des Hiob, auf einem Erdhaufen sitzend, als Symbol der Geduld und der Widererstehung des Fleisches. Hänanjah. Mischael und Azarjah im Kalkofen, als Sinnbild der Standhaftigkeit in den Verfolgungen und der göttlichen Hilfe. Im späteren Judentums artete die Symbolik immer mehr aus, bis zum „Remez" und „Sod", was schließlich zu den berühmten Kämpfen der Philosophen der spanisch-arabischen Epoche mit den Finsterlingen führte. Korrespondenzen Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden 1811. Gruppe: Hygiene der Juden. Einsendung des „Oomitato pro Coltura Israelitica“ in Padua, Vors. Dr. E. Morpurgo. (Ueber eine weitere Sendung soll später berichtet werden.) A. Die talmudische Zeit in Italien. 1. Katakomben der Juden in Rom (2. bis 3. Jahrhundert. a) a Porta San Sebastiano, b) a Porta Portuese. 2. Katakomben der Juden bei Venosa. Topographische Skizze. L. Die nachtalmudische Zeit in Italien. I. A l l g e m e i n e s : a) Berühmte jüdische Aerzte in Italien (17. bis 19. Iahrh., Bilder), b) Statistik der Juden in Italien 1902 bis 1903. II. Die einzelnen Gemeinden: 1. Rom. a) Bilder und Photographien des Ghetto (16. bis 19. Iahrh., Häuser. Höfe, Synagogen). b) Synagoge des „Lango Tevere". 2. Florenz. Bilder des Ghetto (16. bis 19. Iahrh., Ansichten moderner, der Wohlfahrtspflege gewidmeter Bauten hat Herr Oberrabbiner Dr. Margulies eingesandt). 3. Padua, a) Photographien des Ghetto (17. bis 18. Iahrh., Häuser, Höfe, Haus „Ghirondi", Haus „Triefte" u. s. w.) b) Der alte Friedhof (16. bis 17. Iahrh., Plan, Gräber berühmter Juden.) c) Friedhof in Brusegana, Plan. ä) Diplom des Dr. David Morpurgo d. a. 1625. 6) Photographien von Kethubboth mit Trachtenbildern u. s. w. t) „Ghettoordnungen" d. a. 1682, (Gemeindearchiv). g) Die jüdischen Vereine Paduas (1580 bis 1910). h) E. Morpurgo, L’universita degli Ebrei in Padova nel secolo XVI., Pack. 1910. 4. Venedig, a) Phot, des Ghetto (16. bis 18. Jahr., Häuser, Höfe, Synagogen „Levantina", „Tedesca" u. s. w.) b) Aus dem Ghettoleben: Pesach (17. Iahrh.), Lampen, Teppiche rc. (18. Iahrh.) e) Berufe: Privileg, das die ven. Republik 1697 dem Seidenfabrikanten Avraam Grassin erteilt hat. ck) Bild des Leon da Modena, Verfaffers der Histuria dei riti, 1616. 5. Ferrara, a) Mediz. Handschrift des Arztes Jac. Salon (1680). b) Kethubboth der Familie De Rofsi (18. Iahrh.) 6. Ancona, a) Privilegien der Familie Morpurgo (1772) vom Bischof Bufalini und (1777) vom Papst Pius VI. b) Kethubba derselben Familie (18. Iahrh.). c) Tracht eines Juden aus dem 18. Jahrhundert. Dr. M. G r u n w a l d, Wien, X V. Die jüdischen Mittelschüler in Crernowitz. Dem vom Direktor Karl Wolf veröffentlichten Jahresberichte dieser Anstalt für das Schuljahr 1909 10 entnehmen wir folgende Daten: Zu Anfang dieses Schuljahres betrug die Zahl der Schüler 993 gegenüber 959 am Schlüsse des Vorjahres. Während des Schuljahres wurden weitere 8 Schüler ausgenommen, so daß die Gesamtzahl der Schüler 1001 betrug. Bis zu Ende des Schuljahres reduzierte sich die Schülerzahl auf 943, u. zw. 820 öffentliche Schüler und 123 Privatisten. Der Muttersprache nach war deutsch 748 Oeffentliche und 118 Privatisten, (darunter Juden 583 Oeffentliche und 103 Privatisten). rumänisch 10 Oeffentliche und 2 Privatisten, ruth. 1 Oeffentl., polnisch 55 Oeffentl. und 4 Priv., czechoslavisch 4 Oeffentl. und ungarisch 2 Oeffentl. Nach dem Religionsbekenntnis waren röm.-kath. 163 Oeffentl. und 11 Priv., gr.-kath. 1 Oeffentl., arm.-kath. 4 Oeffentl. und 2 Priv., gr.-or. 18 Oeffentl. und 3 Priv., evangelisch (Augsb. Konf.), 51 Oeffentl. und 4 Priv. und mosaisch 583 Oeffentl. und 103 Priv. Das Lebensalter der Schüler bewegte sich zwischen 11 und 24 Jahren. Ein jüdisches Gymnasium in Budapest. Das in Angelegenheit der Errichtung eines jüdischen Gymnasiums in die Hauptstadt entsendete Komitee, an dessen Spitze Oberrabbiner Dr. Samuel K o h n steht und dessen Mitglieder die Universitätsprofefforen Dr. Moriz Karman, Doktor Ignaz Goldziher, der Direktor der israelitischen Lehrerpräparandie Dr. Joseph Banöczi, der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Hofrat Philipp Weinmann, der Präsident des Heiligen Vereins Julius Wittenberg, Advokat Dr. Moriz Stiller, Baron Joseph Hatvany-Deutsch und Gustav G. Ehrlich find, hielt dieser Tage eine Sitzung, in welcher beschlossen wurde, daß das .Gymnasium spätestens im Schuljahre 1912—1913 seine

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