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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-08-19 · 33 (19.8.1910) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
33 (19.8.1910)
Date
1910-08-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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r. 33 Seite 551 Dr. Blochs Wochenschrift. Gegensatz zuin „Kera", zerreißen, Was das Symbol der Trauer ist. Die Mütze (Mismepheth) bildet eine Blüte: der Hohepriester soll aber sein Haupt nicht entblößen (Lev. 10, 6, 21, 10), da das Abnehmen der Mütze ein bildlicher Vlütenabfall wäre. Das Hüftkleid Mik'use trag. Er. 40, 48) sollte den Gegensatz der sündlichen und sterblichen Menschennatur gegen die göttliche, als die absolut heilige und lebendige, aufheben. Der Gürtel (^buet) war das Zeichen des Priesters als Diener des Herrn und wies dieselben vier Farben auf wie die Vorhänge im Heiligtum. Er soll 32 Ellen lang gewesen sein, um dadurch die Krümmungen des Herzens zu bezeichnend erJoma44b.Lev.rab.c.lO). Hefter die Symbolik des Hohenpriestergewandes äußerten sich hauptsächlich Philo. Iosephus und der jer. Talmud, welche ich der Reihe nach anführen will. Die Auslegung Philos, Vita III, § 12 bis 15 ist folgende: Das Oberkleid des Hohenpriesters entspricht dem Aether. Die Blüten sind die Repräsentanten der Erde, die Granatäpfel das Bild des fließenden Wassers, die Glöckchen stellen die Harmonie des Wassers dar. Der Ephod soll den Himmel vergegenwärtigen und die Steine auf beiden Schultern die Hemisphären ober und unter der Erde. Die sechs Namen auf jedem der Steine sind die sechs Zodiakalzeichen. Schließlich ist die Mütze an Stelle der Krone getreten, und diese stellt den Hohenpriester über alle Könige der Erde. Etwas anders ist die Symftolisierung bei Iosephus (^ntigultates HI, 7.7). Der Chiton Ist das Bild des Himmels, das Oberkleid der Himmel. Die Granatäpfel und die Glöckchen sind der Blitz und der Donner, der Ephod das Symbol für die Elemente, das Gold am Gewände der Glanz der Herrlichkeit Gottes. Der Choschen ist mitten im Ephod wie die Erde mitten im Weltall. Der Gürtel entspricht dem Ozean, die Steine an den Schultern entsprechen der Sonne und dem Monde, die Steine im Choschen sind die zwölf Zodiakalzeichen, die Mütze aber sei der Zenith. In ganz anderen Bahnen aber bewegt sich eine der ältesten tanaitischen Ueberlieferungen (Jer. Menahot VII. 1. pag. 35 a, Zitomir. 1860 und I-ev. Rabba c. 10). Der Chiton ist die Sühne für den Totschlag oder für Schatnez. 'das Unterkleid entspricht der Unzucht, die Mütze sühnt den Stolz, der Gürtel sühnt den Diebstahl und die Hinterlist, das Choschen, das Verdrehen des Rechtes. Der Ephod soll die Abgötterei und der Mell die Verleumdung sühnen. IV. Zahlen. Das Messen und das Bestimmen nach Zahlen und Matz waren keine äußerlichen, sondern der Gottheit als höchste Intelligenz entsprechend. Vor allem findet man die Einrichtung des Tempels nach Zahlen bestimmt. 1. Die Zahl Drei. Das Allerheiligste bildet Vs des ganzen Tempels, das Heilige 2/3, die Teppiche sind 3X10 Ellen lang. Drei Geräte gibt es für die Sühne .Opferaltar, Räucheraltar und die Lade. Jeder Arm des Leuchters besitzt drei Knäufe. Der Segensspruch der Priester besteht aus drei Absätzen. Die Anrufung Gottes geschieht durch ein dreimaliges „Heilig". Gott, Israel und das Gesetz bilden eine Einheit. 2. Die Zahl Vier. Die Symbolik dieser Zahl geht von der einfachsten Betrachtung der durch die Schöpfung sich darbietenden Vierbeit aus. welche den Himmel und unmittelbar auch die Erde umfaßt (Job. 37, 3. Jef. 11. 12. Ez. VII, 2. 1. Chron 9. 24. Dan. 8, 8). Vier ist somit die Signatur des Himmels, welcher der Erde gegenüber der Thron Gottes ist und die Herrlichkeit Gottes offenbart und bezeugt. Das Allerheiligste ist ein Kubus, das Heilige der Länge nach ein doppeltes Viereck, der Vorhof ein doppelt so langes als breites Viereck. Sämtliche Geräte des Tempels haben, mit Ausnahme des Leuchters» 1>ie Gestalt eines Vierecks. Bei Ezech I, 26 bis 28 ist Vier die Signatur für die göttliche Offen-» barung, nach Philo (v eopif. mundi, § 12) die Zahl der vollständigen Harmonie. Bereits die Mischna kennt das Tetragrammaton (vergl. Mischna Schebuoth 4, 13). 3. Die Zahl Fünf. Sie ist das Symbol für die halbe Vollendung, oder für die Vollendung und Vollkommenheit .auf halber Stufe. Der Vorhof des Mischkan ist 5X10 Ellen breit, der Vorhang nimmt einen Flächenraum von 4X5 Ellen ein. der Altar des Vorhofes mißt nach Länge und Breite 5 Ellen. Am Eingang stehen 5 Säulen. 4. Die Zahl Sieben. Sie ist die Signatur für die Verbindung mit Gott im allgemeinen und als Religionszahl überhaupt. Im Mosaismus speziell ist sie die Signatur der Heiligkeit, des Heiligen Bundes und somit auch alles dessen, was heilig ist und Heiligung bezweckt. An dem Leuchter im Tempel sind sieben Lampen. Die Sühn- und Reinigungsakte werden durch siebenmaliges Besprengen vollzogen. Die hebräische Wurzel für „schwören" ist die Siebenzahl. Die Woche umfaßt 7 Tage, der gemeine Monat 4X7 Tage, das Ablaßjahr tritt immer nach 7, das Jubeljahr nach 7X7 Jahren ein. Festgelage und tiefste Trauer umfassen den Zeitraum von (7 Tagen. (Vergl. Gen. 21, 6, Lev. 4, 6, 17: 23. 15: 26. 21, Deut. 15. 1. 2 Reg. B, 14. Ps. 110, 164.) 5. Zehn ist die Signatur für die ausnahmslose Allheit und die mangellose Vollständigkeit. Der Vorhof zum Mischkan ist 10X10 Ellen lang, 5X10 Ellen breit. Im Allerheiligsten befindet sich der Dekalog. 6. Zwölf ist die Zusammensetzung der Zahlen 4 und 3 und das Symbol für die Verbindung Israels mit Jahwe. Auf dem Tische liegen 12 Schaubrote. Im Brustschilde des Priesters sind 3x4 Edelsteine, nach den 12 Stämmen Israels. Rings um das Heiligtum sind die 4X3 Stämme gelagert. Bei der Einweihung des Mischkan werden je 12 Tiere geopfert, bei der Rückkehr aus dem Eril 8X12 Widder und zwölf Böcke. Den Leviten sind 4X12 Städte zum Wohnen zugeteilt. David teilt die Priester in 2X12 Klassen ein (1. Chron. 24. 7). Im zweiten Tempel wurde 4X3X4mal in die Posaunen gestoßen (vergl. Mischna Sukka 5. 5). V. Metalle. 1. Das Gold ist das Symbol des göttlichen und himmlichen Lichtes, der Herrlichkeit Gottes. Die Tempelwände sind mit Gold belegt: sämtliche Geräte des Allerheiligsten sind aus reinem Golde hergestellt. Besonders aber zu vergleichen sind die Stellen in Ies. 22. 18. Sach. 6. 13. Dan. 11, 21. 2. Die nächste Stufe nimmt das Silber ein. die weniger wichtigen Tempelgeräte bestehen aus Silber, ebenso die Trompeten. Besonders aber ist es das Bild der sittlichen Unschuld und der Heiligkeit. Ies. 1. 21, 48. 10. Jer. 6. 30. 3. Das Erz ist das Symbol der Härte und Festigkeit. Der Himmel ist ehern, wenn es keinen Regen gibt. Dt. 28. 23. Die Erde ist ehern, wenn der Ertrag ausbleibt. Lev. 26. 10. Das Untier Vehemot ist stark wie Erz. Job. 10. 18. Die Frechheit wird durch ditz eherne Stirn umschrieben. Ies. 48. 4. 4. Eisen, das Symbol der Herrschaft: Ps. 2. 9: der Knechtschaft: Dt. 28. 43. Jer. 28. 13: der Hartnäckigkeit : Ies. 48.4: der zerstörenden Kraft; Micha. 4, 13. 5. Blei ist das Bild des Schlackens. der Unechtheit: das Zusammenschmelzen von Silber und Blei ist undenkbar. ebenso die Verderbnis des alten Israel, wo die Schlechten von den Guten sich nicht absondern lassen. Vergl. Jer. 6. 29. In der mystischen Zeit wird auch das Paradies in ähnlicher lnmbolischer Weise geschildert, so sind in ganz bestimmten Abstufungen die Zimmer aus Silber. Gold und schließlich aus Kristall, die sonstigen Einrichtungen besteben aus den feinsten Metallen und Edelsteinen. VI. Farben. 1. Weiß, die liturgische Grundfarbe im. alten Israel, der Chiton und der Turban des Hoben-

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