Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 32 (12.8.1910)
- Date
- 1910-08-12
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 543 zur Kunst ein schätzenswerter Dienst geleistä. Es ist auch hier in Wien bereits damit begonnen worden, Talmud-Thora und ähnliche Schulen mit solchen, dem jüdischen Geiste entsprechenden Bibelbildern auszustatten. Sie beleben nicht allein den Unterricht, sondern bilden für die Wand des Schulzimmers einen passenderen Schmuck als Bibelsprüche. Die Verbindung beider Lehrmittel, wobei, wie in manchen biblischen Geschichten immer ein dem behandelten Gegenstände entsprechender, als Motto dien nder VerS benrtzt werden könnte, wäre das Ideal. Die vorliegenden drei Proben der Heinschen Bilder (die Auffindung Moses, der Verkauf Josefs, Hanna mit Samuel vor Eli) empfehlen sich durch den Kunstwert sowohl, wie durch die Größe und Deutlichkeit. Der Preis muß als sehr mäßig bezeichnet werden. x. L Lamm, Nehemias Jehuda Leib, ein Märtyrer für den Judenleibzoll. Berlin l9lv. Louis Lamm. Ein willkommener Neudruck, der die Misere des Judentums drastisch beleuchtet. x. Grünfeld A. Die Lehre vom göttlichen Willen bei den jüdischen Religionsphilosophen von Saadja bis Maimunis. Münster i. W. 1909. Aschendorfi'sche Buchhandlung. Ein fleißige und eindringende Studie. Die Ausführungen über die Beziehungen der behandelten Philosophen zu den Alexandrinern, über die Kritik Maimunis an Gabirol, die Darstellung der Ansichten Maimunis auf Grund der Cohen'schen Darstellung, ja jede Sette zeigt die umfassende Benützung der neuesten, einschlägigen Literatur, durch die das gründliche Quellenstudium glücklich ergänzt wird. L. Johann Nikcl, Das Alte Testament im Lichte der altorientalischen Forschungen. III. Geschichte Israels von Josua bis zum Ende des Exils. M. 1.—. Münster i. W. 1910. Aschendoiff. Die Besonnenheit des Urteils, die wir an dieser Stelle schon an so manchem Hcfte dieser vom Verfasser heransgegebenen „Biblischen Zeitfragen" anerkannt haben, zeichnet auch die vorliegende Nummer aus. Sie bildet eine sehr wichtige Ergänzung für den Unterricht in der biblischen Geschichte u d ist auch den jüdischen Religionslehrern an Bürger- und Mittelschulen wärmstens zu empfehlen. L. Emil G Hirsch, The Jews and Jesus, Bloch u. Newman, 204 Dearborn Street, Chicago. Eine Rede, die Jesus vollständig als Juden in Anspruch nimmt und auf den Tempel der Zukunft hinwelst, der Juden- und Christentum vereinigen soll. R. A. M. Luncz, Jerusalem. Bd. VIII, Heft 3, 4. Jerusalem 19io. Verlag des Herausgebers. Ein inhaltsreiches Doppelheft der bewährten Zeitschrift x. M. Aniu, Die Nationalitätenprobleme der Gegenwart. Riga 1910. Druck von Schnackenburg. Die Nationalitätenfrage wird an den Beispielen der Schweiz (als Muster einer Staatenföderation), Oesterreichs, Rußlands und der Türkei auf Grund der neuesten Literatur sachgemäß behandelt. Von der friedlichen Lösung dieser Frage hängt auch die der jüdischen ab. L. Theodor Roosevelt, Staats- und Lebenskunst. Aus fünf Reden und Botschaften ausgewählt von Dr. Max Kn ln ick. 2. Auflage. Berlin 1910. Karl Kurtius. In diesen Tagen, die noch ganz unter dem erfrischenden Eindrücke der kraftvollen Persönlichkeit Roosevelts stehen, kommt ein solches Buch als erwünschter Beweis, daß der Wackere die Lehren, die er im Auslande verkündet, auch den Mut hatte, vor seinen Landsleuten zu vertreten. „Wir müssen," sagte er unter Anderem 1903. „immer im Gedächtnis behalten, daß Derjenige der schlimmste Feind unseres Vaterlandes ist, der versuchen sollte, seine Bürger nach Parteien, Glaubensbekennsssen oder Berufsklaffen zu trennen". Was Roosevelt über Gerechtigkeit (175) über Wahrheit u. a. m. sagt, möchte man gern auch in den Reden gekrönter Häupter lesen. Tachkemoni. Literarisch-wiffenschaftliches Jahrbuch des Vereines jüdischer, gesetzeStreucr Studenten „Tachkemoni" in Bern. I. Red. von B. Lewin. Hebr. Eine neue, hebräische Zeitschrift, die beweist, wie daS Bedürfnis nach dieser Richtung hin in letzter Zeit zugenommen hat. Hoffentlich ist ihr langes Leben und reicher Erfolg teschieden. Theodor Fontaue: „Kriegsgefangen". F. Fontane & Co., Berlin. Mark 1.—. Von diesem anschaulich berichtenden Buche erscheint jetzt eine billige Ausgabe zum Preise von Mark 1.—. Dieser Neudruck wird als Hochschulausgabe bezeichnet, weil das Werk sich gewiffermaßen als ein Studentenbuch eingrführt hat, nachdem mehrere Privatdozenten an verschiedenen Universitäten daraus Vorlesungen gehalten haben. Es ist intereffant, zu erfahren, daß des Dichters Befreiung, die er selbst der Intervention seines Freundes Prof. Lazarus bei Cremieux zuschreibt, auch auf die energische Initiative Bismarcks zurückzuführen ist. Die Ausstattung ist im Hinblick auf den billigen Preis eine sehr geschmackvolle und solide. Wir haben an dieser Stelle wiederholt auf die bekannten Künstlerbiographien des Verlags von Jos. Scholz in Mainz hingewiesen. Soeben erschien als neue Ausgabe „Edmund Steppe-". In einem von dem Künstler selbst vornehm-charakteristisch geschmückten Umschlag vereinigt, werden hier neben einer warmherzig geschriebenen ausführlichen Einleitung in die Kunst Steppes fünfzehn seiner schönsten Gemälde in vollkommener verschiedenfarbiger Doppeltonwiedergabe geboten. Tie neue Kunstgabe zum Preise von 1 Mark ist eine wirklich vornehme Würdigung des Künstlers und seines Schaffens und wird der großen, edlen Kunst Edmund Steppes sicher viele neue Freunde und Verehrer zuführen. Pascheles' israelitischer illustrierter Bolkskalender für das Jahr der Welt 5671 (1910—1911) ist soeben im 58. Jahrgange erschienen, ein alljährlich wiederkebrender, gerne gesehener Freund, der jedem etwas Nützliches und Unterhaltendes bringt. An Reichhaltigkeit des Inhalts reiht sich dieser Kalender den früheren Jahrgängen würdig an. In pietätvoller Erinnerung an den 100. Geburtstag des Schriftstellers und Dichters Ludwig August Frankl wurde dessen Bildnis dem Kalender als Titelbild beigegeben, seine Biographie eröffnet die Reihe der literarischen Beigaben. Ihr folgt eine spannende Ghettogeschichte aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, welche uns interessante Einblicke in die Verhältnisse jener Zeit gewährt, ferner das Bild und die Biographie des nrmn italienischen Ministerpräsidenten Luzatti, weiters eine ernste Erzählung, gegriffen aus dem jüdischen Leben, und zum Schluß der „Purimspaß eines Fürsten", eine lustige Geschichte, die ihre Wirkung nicht verfehlen wird. Wenn wir noch das „Verzeichnis jüdischer Hotels und Restaurants", das Verzeichnis sämtlicher Jahrmärkte der österr.-ungar. Monarchie. Stempeltabellen, Postbestimmungen, vergleichende Münztabellen, Zinsenberechnungen rc. erwähnen, so müssen wir gestehen, daß hier für wenig Geld ein Jahrbuch geboten wird, welches sich mit Recht der weitesten Verbreitung und größten Beliebtheit erfreut und sich alljährlich einen größer werdenden Freundeskreis erwirbt. „Die Hilfe." Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, Berlin-Schöneberg. Aus dem Inhalte aus Nr. 31 vom 7. August 1910: Johannes Fischer; Die freiheitlich nationale Arbeiterbewegung. — Martha Zietz: Liberale Frauenkonferenz. — Otto Lehmann: Mit Ansiedlungsbewerbern in die Ostmark. — Gottfried T r a u b: Krach. — Karl König: Ersatzkünste. II. — Ernst Walter Trojan: Knut Hamsun. — Rudolf Jahn: Oberammergau. — Hermione von P r e u s ch e n: Chicago. — Ernst Schur: Großstadt. Dr. Moritz Zobel. Köln, Alteburgerstraße 66. Anorymer arabischer Kommentar zu Maimonides' „Führer der Unschlüssigen", I. Teil, Kap. 41 bis 61. Nach Ms. Or. Okt. 285 (hebr.) der kgl. Bibliothek in Berlin zum ersten Male herausgegeben, mit erläuternden Anmerkungen, einer deutschen Uebersetzung und einer Einleitung versehen. Breslau. Druck von H. Fleischmann, 1910. Dr. Max Joseph, Rabbiner in Stolp i. P. Ist das Alles. Eine Antwort an die Kritiker und Nichtkritiker meines Buches „Das Judentum am Scheidewege". Verlag „Jüdische Rundschau", Berlin SW. 68. 1910. gtmfkaßcts. Stefan Großmann. Das schmutzige Glft, welches die „Arbeiler-Zeitung" über Juden und Judentum gelegentlich ausgießt, sino die altgewohnten Ergüsse des verächtlichen Renegatenmms. Es ist richtig, daß der genialste Seelenkenner unserer Zeit die Juden das eigentliche Schauspielervolk genannt, er pries ihre „Lust an der Verstellung, ihre Falskbheit mit gutem Gewissen, das innere Verlangen in eine Rolle und Maske, in einen Schein hinein". Er hat eben nur die Blüte des Affimilantentums vor sich cesehen, jene Renegaten, wie sie im Kreise der „Arbeiter-Zeitung" heimisch sind, denen der Anblick des anständigen, aufrechten und überzeugungstreuen Juden Seelenkrämpfe bereitet. „Ihr spottet Eurer selbst und wißt nicht wie." Dr. Artur. Von den 19 Millionen Einwohnern Spaniens wandern alljährlich 60.000 aus; ganze Dörfer liegen wie ausgestorben da. Das Volk verkommt in Armut, Schmutz und Stumpfsinn und der Staat ist so verschuldet, daß die Zinsen der Staatsschuld 41 Perzent der Einnahmen fressen. Dagegen hat Spanien 60.000 Weltgeistliche, 71.000 Nonnen, 41.000 Mönche, 4313 Klöster und 35.590 Kirchen. Leopold K. Als Kaiser Heinrich IV. nach Merseburg kam, erinnerte man ihn daran, daß er sich jetzt an dem Orte befinde, wo sein Feind und Gegenkaiser Rudolf, begraben liegt. Ja, einige seiner Hofschranzen rieten ihm sogar, das Grabmal zu zerstören. „Das lasse ich wohl bleiben," erwiderte Heinrich, „vielmehr wünsche ich, daß clle meine Feinde eine so prächtige Ruhestätte hätten." So zu lesen in dem Werke: „Die Deutschen in den ältesten Zeiten, im Mittelalter und in der neuesten Epoche." Ein Gemälde ihrer Verfassung, Religion, Sitten, des Charakters, der eigentümlichen Gebräuche, Unterhaltungen, Nationalfeste und Vergnügungen in jeder dieser Perioden. Herausgegeben von L. F. Schulz. I. H. in Z. Wir find leider nicht in der Lage, Ihnen Auskunft zu geben. Wenden Sie sich mit ihrer Anfrage an Herrn Ingenieur Ginsburg per Adresse der Zeitschrift „Jto" in Zürich, Engelstr. 63.