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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-07-29 · 30 (29.7.1910) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
30 (29.7.1910)
Date
1910-07-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 30 Dr. Blochs Wochenschrift. Sette 501 furt a. M. verheiratet. Ueber den nutzeren Lebensreitze mich los von jenem herrlichen Buche, welches Ihre gang von Moses Montefiore sei hervorzuheben, datz er Güte mir vor einiger Zeit gab, um nicht blotz meinen im Jahre 1837 Sheriff von London und Middleser war Dank Ihnen noch einmal mitzuteilen, sondern ich füge und bei einem Besuch der Königin Viktoria in der City die Bitte hinzu, mir das Buch Mendelssohns von der von London infolgedessen die persönliche Würde eines Unsterblichkeit von Frankfurt kommen zu lassen. Sie „Ritters" (Knight) erhielt. Am 23. Iuli 1846 wurde können sich nicht vorstellen. wie sehr glücklich nnch das er zum erblichen Baronet erhoben. Im Jahre 1862 Buch macht; die Lehren, die es enthält, sind so wahr, wurde ihm seine Gemahlin, nachdem er mit ihr noch so treffend und gut, datz es mir ein wahrer Schatz die goldene Hochzeit gefeiert hatte, durch den Tod entfür meine Seele geworden ist. Meine Seele wünscht rissen. Da die Ehe kinderlos geblieben war, konnte er autzerordentlich sich zu bilden und sich nützliche Kenntihrem Andenken zu Ehren sehr große Mittel auf eine nisse der Menschen, des Geistes der vergangenen Welten Reihe hochherziger Stiftungen verwenden. Er selbst 3u sammeln. Verhelfen Sie mir dazu. Ich bitte Sie. starb erst am 25. Juli 1885, als einhundert Jahre und Ich beschäftige mich immer, aber was ist eme Monatsacht Monate alter, aber verhältnismäßig noch sehr rü- Mist. eine hübsche Zeichnung, eine schöne Sonate für stiger Greis. Seine Hauptbedeutung lag auf philanden Geist? Es zerstreut ihn wohl, aber gibt ihm keme thropischem Gebiete. Er ist nicht weniger als siebenmal Kraft, denn so gut wie der Körper nicht vom Anin Palästina gewesen, um den durch Erdbeben, Hungersschaueit und Anhören leben kann, ebensogut kann die not. Cholera. Heuschreckenplage usw. heimgesuchten Iu- Seele keinen Fortschritt machen, wenn sie keinen Stoff den Hilfe zu bringen. 1840 war er wegen einer Iumm Denken hat." _ denverfolgung auch in Damaskus. 1845—46 bereiste er das russische Polen, um >ie Verhältnisse der dor- , Die alten jüdischen Baudenkmäler in Hamburg, tigen Juden zu studieren und Vorschläge zur Derbes- Die Wohnungsverhältnisse der jüdischen Bürger der serung ihrer Lage zu machen. Auf der Rückkehr von Stadt Hamburg haben sich in den letzten Jahrzehnten dieser Reise bereiteten ihm die Juden Berlins einen envollständig verschoben. Während bis um die Mitte des thusiastischen Empfang (31. Mai 1846). 1863 war er vorigen Jahrhunderts die Juden Hamburgs fast auswegen einer Judenverfolgung in Marokko und bewog schließlich in der Neustadt ihr Domizil hatten, wohnen den Sultan, einen Ferman zur Sicherung der Juden _ nach einer jetzt aufgenommenen Statistik mehr als 90 wie der Christen zu erlassen. 1867 war er wegen Iu-? Prozent der Hamburger Juden jetzt in der Grindeldenverfolgungen in Rumänien in Bukarest anwesend. Die gegend, Rotherbaum, Eppendorf, Barmbeck und Eimsletzte Reise des bereits Neunzigjährigen nach Palästina - büttel. Von den vielen jüdischen Gotteshäusern, die sich fällt in das Jahs 1875. Auch in seinem Heimatlande früher fast nur in der Neustadt befanden, sind die mei- England übte er eine ausgedehnte Wohltätigkeit. Es - sten bereits geschlossen, bezw. verlegt worden. Die alt-- wird erzählt, datz er und seine Gemahlin ihren Landehrwürdige Gemeindesynagoge in der Elbstratze, deren sitz niemals zu Spaziergängen zu verlassen pflegten, ohneErbauer der berühmte Baumeister Sonnin war. ist bedatz Diener mit Speisen und Getränken hinter ihnen F reits vor vier Jahren dem Abbruch geweiht worden, hergingen, die dann an die zahlreichen Armen und Be- ^um profanen Etagenhäusern Platz zu machen, und es drängten verteilt wurden, die sich täglich einzufinden ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, dann wird auch pflegten. Der Nachlatz von Sir Moses war infolge die großartige Gemeindesynagoge auf den Kohlhöfen — dieser ausgedehnten Wohltätigkeit auch verhältnismäßig H bekanntlich eine der schönsten Synagogen in Deutschland gering: er hatte während seines langen Lebens ein U— vom Erdboden verschwinden, denn die Zahl der Ge- Riesenvermögen buchstäblich an die Armen verschenkt. Mmeindemitglieder, die sich dort zum Gottesdienst ver- Sein Baronetstitel erlosch mit ihm, wurde aber imA sammeln, nimmt von Monat zu Monat ab. Eine der Jahre 1868 seinem Großneffen Francis Abraham von^ ältesten Synagogen Hamburgs, die altehrwürdige „Keneuem verliehen. Dieser vermählte sich im Jahre 1888 ^filat Iofi und Agudat Iescharim Vereinigung", die sich mit Fräulein Marianne von Gutmann aus Wien. mehr als 50 Jahre am Grotzneumarkt befand, hat am Sir Moses Montefiore weilte vor 43 Jahren kurze6. d. M. für immer ihre Pforten geschlossen. Die Ver- Zeit in Budapest. Er kam damals aus dem heiligen h waltung hatte einen Festgottesdienst anberaumt, der Lande und mutzte die Fahrt, da es keine anderen Veraußerordentlich stark besucht war. Nach dem Minchakehrsmittel gab, vom Schwarzen Meere auf der Donau ss gebet und dem Vortrag einiger Psalmen hielt für den aufwärts bis Budapest mittelst Schiff zurücklegen. InJ durch Amtsgeschäste verhinderten Herrn Rabbiner Dr. Budapest wurde dem edlen Philanthropen ein festlicherMN. A. Nobel Herr Rabbinatsvertreter Hermann Gum- Empfang zuteil. Die israelitische Gemeinde war mitMpertz die Gedenkrede. Anknüpfend an einige Talmudallen ihren Funktionären beim Donauhafen erschienen Mund Midraschstellen gab der Redner einen äußerst inter- und nach seiner Ankunft fand auf dem Schiffe ein fest-.M essanten Rückblick über die Geschichte des ehrwürdigen licher Gottesdienst statt. Sir Montefiore reiste Mit großer M Gotteshauses, das auf eine mehr als 50 jährige Ver- Begleitung. Er führte einen eigenen Schächter mit sich, gangenheit zurückblicken kann, er gedachte in tiefempfunferner eine ständige Suite von zehn Männern, um mit ' denen Worten der verewigten Rabbiner Dr. Lipschütz, ihnen in der vorgeschriebenen Weise den Gottesdienst \ [ Renner, Rüben Fink und Iesaias Wohlgemut, die so abhallen zu können. In Budapest war der Großvater , ' segensvoll an dieser Gott geweihten Stätte gewirkt Haides einstigen Abgeordneten der Lipotvüros. Moriz Wahr- - ten. Mit einem Gebet für das Wohl der Hamburger mann, der ständige Begleiter Montefiores. Er be- Z Gemeinde schloß der Redner seine wirkungsvollen Aussuchte alle jüdischen Institutionen und eiferte die Iu-Z führungen. Der Kantor trug dann vor geöffneter Heiden zur Glaubenstreue an. Mliger Lade das Gebet für das Seelenheil der verewig- _ M len Rabbiner vor, und mit dem Gesang „Iigdal" hatte Königin Louise und Mendelssohns „Phädon". M^ieerhebende^eier ihr^ Ende erreicht. — — Anläßlich der hundertsten Wiederkehr des Tages an 7; dem Louise, Preußens populärste Königin, die Augen M Gesellschaft für jüdische Volksmusik, schloß, sei ein Brief an ihren Religionslehrer Lichtham- Die Gesellschaft für jüdische Volksmusik in Petersmer in Darmstadt Wiedergegeben, in dem sie sich für bürg hat die Erlaubnis erhalten, im nordwestlichen Teile Mendelssohns „Phädon" bedankt. Sie schreibt: „Ich.^Rußlands eine Gesellschaftsreise behufs Popularisierung

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