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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-07-22 · 29 (22.7.1910) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
29 (22.7.1910)
Date
1910-07-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 482 Nr. 29 Dr. Blochs Wochenschrift. Wien. (Das Sonnenthaldenkmal.) Das Komitee für die Errichtung eines Sonnenthaldenkmals, an dessen Spitze Fürstin Pauline. Metternich-Sandor steht, hat seine Arbeiten beendet. Die wohlgelungene Büste, die die Züge des Künstlers mit frappanter Treue wiedergibt, sowie die architektonische Umrahmung sind vollkommen fertig. Das Komitee harrt bloß der Entscheidung der Kommune Wien, an welchem Platze die Errichtung des Denkmals erfolgen soll. Mädcheu-Uuterftützungs-Berein. (IX., Seegaffe 16.) An den Uute^richtsanstalten dieses Humanitären Vereines hat das Schuljahr mit sehr gutem Erfolge geschloffen. Die Fortbildungsschule besuchten 52, den Handelslehrkurs 49, den Kurs zur Heranbildung von Burcauarbeiterinnen 25, die Frauengewerbeschule 54 Schülerinnen. Bis auf 7 Schülerinnen, denen die Nachprüfung im Herbst gestattet wurde, haben alle das Lehrziel erreicht. Von den Zöglingen der kommerziellen Kurse ist ein erheblicher Perzemsatz schon untergebracht. Für die für das Schuljahr 1910/11 verfügbaren Plätze werden die Anmeldungen vom 7. September ab in der Direktionskanzlei, IX., Scegaffe 16, entgegengenommen. Wien. (Dienstjubiläum.) Am 20. d. M. feierte der Disponent Herr Philipp S ch e r l a g sein 25 jähriges Dienstjubiläüm im Hause Lajos Kriser. Austritte aus dem Judentum Vom 11. Juli bis 17. Juli 1910. Buchsbaum Jul., Privatbeamter, geb. 27. November 1871, Leitomischl, V., Wiednerhauptstrasse 125. Bergmann Felix, Kanzlist, geb. 23. August 1885, Hof (Mähren), VII., Hofstallstrasse 7. Lederer Louise geb. Ruzicka, Goldarbeitersgattin, geb, l.Dez. 1880, VI., Wäschergasse 11. Pollitzer Johann Dr., Hof- und Gerichtsadvokat, geb. 21 Juli 1875, Nikolsburg, XVII., Pointengasse 5. Politzer Olga geb. Barony, Advokatensgatlin, geb. 21. Aug. 1885, Wien, XVII., Pointengasse 5 Raudnitz Ludw., Kaufmann, 21. Juli 1673, Wien, XIX., Rudolphinergasse 8. Schnabl Carmin, geb. 31. Jänner 1890, Wien, XIX., Friedigasse 53. Silbiger Felicia, Private, geb. 3. Oktober 1883, Döbling, VII. Bez., Lerchen felderstrasse 65. Singer Stefanie, Private, geb. 16. Jänner 1888, Wien, III., Marxergasse 38. Spitzer Karl, Ingenieur, geb. 16. Mai 1877, Wien, V., Franzensgasse 13. Bielitz. (Ehrung des Kultuspräsidenten.) Der Gemeinderat von Bielitz hat heute den kaiserlichen Rat Salomo« Pollak, langjährigen Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde und Gemeinderat, in Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt einstimmig zum Ehrenbürger ernannt. Gr.-Meseritsch. (Verlobung.) Fräulein Paula Müller, Tochter des Herrn Kultusvorstehers I. G. Müller in Gr.-Meseritsch, verlobte sich mit Herrn Ignatz P i s k e r aus Znaim. Neutra. Die Grundsteinlegung des neuen israelitischen Tempels ging Dienstag den 12. Juli, 5 Uhr nachmittags, in solenner Weise vor sich. Die Feierlichkeit begann mit dem üblichen Gebete von Herrn Oberkantor Jeuö Weisz. Hierauf begrüßte der Kultusvorsteher Herr Dr. Grünfeld die erschienenen Gäste, verlas die Geschichte der Gemeinde und würdigte die Verdienste jener Männer, die im Jntereffe des Baues edlen Eifer entfalteten. Die hebräische Denkschrift. bestimmt für die Urne, verlas Rabbiner Dr. Klein und gab den Inhalt in der Landessprache wieder. Darauf folgte die ungarische Gelegenheitsrede, die der Redner merklich ergriffen vortrug. Er lenkte die Aufmerksamkeit der Zuhörer, unter welchen sich auch viele Mitbürger anderer Konfkssionen befanden, auf den im Wochenabschnitte erwähnten, heidnischen Priester Bileam, der berufen wurde, die Juden zu fluchen. Von Bergeshöhe Rundschau haltend, brach er in die Worte aus: Wie schön sind Deine Zelte, o Jakob, Deine Wohnungen, o Israel! Bekanntlich hatten die Juden in der Wüste eine Stiftshütte, die sie auf ihren Wanderungen, gehetzt, verfolgt, mit sich führten. Erst später wurde aus dem Zelte eine Wohnung, ein Gotteshaus. Auch unsere Gen.einde — sagte Redner — verrichtete bis jetzt ihren Gottesdienst in einer einfachen, den Schmuck entbehrenden, der Andacht geweihten Stätte. Nun soll cs bald aders werden. Jüdischer Kunstsinn, jüdische Opferwilligkeit, jüdische Bruderliebe haben es im edlen Wetteifer ermöglicht, daß wir den Grundstein für einen Monumentalbau legen, der künf igen Geschlechtern von der Einmütigkeit ihrer Väter künden wird. Mit den üblichen Hammerschlägen war die schöne Feier zu Ende. .Budapest. (Jüdische Ferialkolonie.) Herr Josef Blücher, Chef des Armendepartements der Pester Jsr. Religionsgemeinde, initiierte vor mehreren Jahren die Institution der Gratulationsablösung anläßlich des Rosch-Haschono Festes. Die unter diesem Titel eingeslossenen Beträge erreichten Ende vorigen Jahres die Höhe von 10.000 Kronen. Niemandem verriet er den Zweck dieser Sammlung; erst als obiger Betrag beisammen war, gestand er denselben ein: die Gründung einer jüdischen Ferialkolonie. Er gewann für die Idee den für alles Erhabene empfänglichen Vorsteher der Pester isr. Religionsgemeinde — Präsidenten des Armendepartements derselben — Herrn Dr. Wilhelm Grauer. Um denselben scharte sich eine stattliche Reihe hervorragender Männer und Damen aus der hiesigen Gesellschaft, so u. a. Oberrabbiner Dr. Samuel Kohn, Rabbiner Dr. Julius Fischer, die Hofräte Dr. Philipp Wein mann, Julius Winterberg, Dr. Adolf Kohner, Dr. Wilhelm Bacher, Königl. Rath Dr. Franz Mezey, Manfred Weiß de Csepel, Baron Paul Kornfeld, Arnold K o h n, Dr. Ludwig Fischer, Julius F e j e r, Redakteur Mar Szabolcsi, die Damen Frau Hofrat Siegmund L. Breitner, Alexander Deutsch de Halom, geb. Baronin Anna von Schoßberger, Baronin Siegmund Kornfeld, Emma Herzfelder, Heinrich Ohren st ein de Beocsin, Emil Ullmann de Baranyavar, Jda Fürst de Maroth usw. Am 23. Dezember 1909 konstituierte sich bei sehr starkem Zuspruche der „Jüdische Ferialkolonie- V er ein". Welch großer Sympathie sich derselbe erfreut, beweist der Umstand, daß es demselben ermöglicht wurde, schon heuer, nach kaum halbjährigem Bestände in Aktion zu treten und von dem zur Aufnahme sich meldenden 274 Kindern 130 aufzunehmen. Am 5. d. M. wurde die erste Gruppe — 65 Mädchen — nach der in dem reizenden, an der Donau gelegenen V i s e g r ä b - befindlichen Kolonie geschickt. Wir wollen noch bemerkt haben, daß die Verpflegung der Kinder dortselbst streng rituell geschieht. Rozsahegy. Die Rozsahegyer israelitische Kultusgemeinde hat einen herben Verlust erlitten. Herr Ignatz Rosenzweig, Ehrenpräsident des hierortigen heiligen Vereines und Ausschuß- Mitglied der Gemeinde, ist nach langem Leiden im 68. Lebensjahre entschlummert. Der Dahingeschiedene, der sich allgemeiner Wertschätzung erfreute, hat sich um das Emporblühen unserer Gemeindeinstitutionen unvergängliche Verdienste erworben. Das Leichenbegängnis hat unter großer Beteiligung stattgefunden. Rabbiner Emanuel E l z a s z widmete dem Verewigten einen würdigen Nachruf. Im Namen des heiligen Vereines und der Kultusgemeinde sprach Herr Dr. Eduard Fischer tiefempfundene Abschiedsworte. Feuilleton. Dichtung und Wahrheit über den Gintagsbömg von Pole« Saul Wahl. Von Dr. Majer Balaban, Lemberg (IV. Fortsetzung) Wer ist Saul Wahl in Wirklichkeit, woher stammt er? das sind die Fragen, die wir zu Anfang beantworten müssen. Saul ist der Sohn des Rabbiners von Padua Samuel Juda und lebt 1541—1617. Sein eigentlicher Name ist Katzenellenbogen und erst bei

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