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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-07-08 · 27 (8.7.1910) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
27 (8.7.1910)
Date
1910-07-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 454 Dr. Vlochs Wochenschrift. Nr. 27 mässbeit der Wahrnehmung, dass ein einziger Bouton bereits einen Halsschmuck darstelit; ferner H3'30H (K3’30) jiaviaxijg und p«37£ JJiaviaxtov, aber beide können ebenso gut anch Armketten oder Armbänder sein. — 95. Ohrringe (D'873 schlechthin) und Nasenringe (r^n '073), erstere aram. auch d. i. geweihte Dinge, und d. i. Ketten oder Bänder, werden der Form und Materie nach nicht näher bezeichnet, aber mutmasslich hatten sie Bing- oder Kettenform und waren ans Edelmetall gearbeitet, zuweilen mit Perlen, Smaragden und Hyazinthen geschmückt. Eine Tropfen- und Boutonform ist anzunehmen, wenn die Erklärung von rnö^tSi» des, 3.* 19, gr. *a'raAay|iiov ist und dieses ein Ohrgehänge bedeutet. Eine Ohrringspezialität war unten topfartig gehöhlt und oben linsenartig gewölbt, demzufolge wohl aus zwei Stücken zusammengefügt, die sich lostrennen (pngj) Hessen. Der Ohrring musste einen Haken (kH3'x) haben, der in das Ohrläppchen eindrang; er endete manchmal in einem Tranbenmuster Auch die ärmste Frau hatte zwei Ohrringe. Nach Exod. 32, 2 wurden sie auch von Kindern beiderlei Geschlechtes getragen, von den Männern jedoch wird es weder in der Bibel noch im Talmud ausdrücklich bezeugt, wohl aber behauptet es Plinius ganz allgemein von den Orientalen, die er aber wohl nur als Sklaven kannte, bei denen der Ohrring ein Zeichen der Hörigkeit gewesen sein wird (vgl. Exod. 21, 6; Dt. 15,17), und von freien Männern trugen ihn allenfalls Midjaniter, Phönizier und Syrer. Mädchen, die diesen beliebten Frauenschmuck noch nicht aus Männerhand empfangen haben, tragen vorerst farbige Wollstreifen (j'Öin) und selbst Holzspäne (poop) im Ohre; in gleicher Weise trägt das kleine Mädchen statt des kostbaren Ringes aus Edelmetall einen solchen aus Tuch am Finger. — 96. Männer, Frauen (schwangere Frauen s. § 109). besonders aber Kinder, auch Haustiere (vgl. Nr. 92), trugen Amulette, die in ihrer zierlichen Form zugleich einen Schmuck abgaben. Die meiste Verbreitung hatte eine in einer Kapsel gehaltene Pergamentinschrift (y'8"')l sehr oft mit den rituellen Phylakterien (|'f?£j"l) zusammengenannt, die vom Halse herunterhängend (n^fl) auf das Herz anschlugen; die Kinder trugen ferner Bullen und Täfelchen (fti^/ vp32, die mit einem symptomatischen Spruch (piDß) ausgestattet waren; Beamten und Würdenträger ihr Schreibzeug (j'^ö^p), beziehungsweise Abzeichen („>^28 8. 159), die zugleich ihren Schmuck ausmachten, anders als die Abzeichen der Gewerbetreibenden, die den Träger bloss charakterisieren sollten. Mau trug das Amulett, ebenso wie z. B. die kostbare Perle, auch in dem gehöhlten Stock (^pa). — Das bh. mjJXKj der Wortbedeutung nach (von -jy^/ nnyx) Schrittkettchen, gewöhnlich aber für Armband gehalten, wird in unserer Epoche mit gr. nScSHB TtoSo^eXXov d. i. Fussschelle, gleichgesetzt, auch unter dem einheimischen Namen bekannt, das ein veritabler Frauenschmuck gewesen sein dürfte, während die beiden „Fesseln“ (d'^33) unter sich mit einer Kette (nb&bw) verbunden, unsichtbar unter den Hüften getragen wurden, zu dem hygienischen Zwecke, weitausholende Schritte, die den Frauen schlecht bekommen könnten, zu verhindern. — Armbänder bh. TOX) figuriern unter dem gr, Namen yXiSapiov Armband, der manchmal freilich auch das Halsband bedeutet, eine Erscheinung, die wir bereits bei pi'jnj (oben 8. 204) gesehen haben, doch ist nh. pl, (vgl. bh. jyntsO» obzwar an und für sich nur „Ketten“, „Kettchen“ bedeutend, speziell für Armspangen und Armketten in Anspruch zu nehmen, ein häufig erwähnter Schmuck, wie es die Liebhaberei des Orients mit sich brachte. — Münzen als Schmuck, die man zu diesem Zwecke mit Oesen versieht, um sie einzeln oder in Schnüren um die Stirne, auf den Hals oder auf das Obergewand legen zu können, werden zu allen Zeiten und in allen Ländern genannt, und so auch bei den Juden, bei diesen jedoch vorwiegend den Kindern beiderlei Geschlechts überlassen. Die Münze fand auch eine hygienische Verwendung; sie wurde nämlich unter eine Verhärtung am Fusse gelegt, um das Gehen schmerzlos zu machen. Auch eine Schelle (377), bei der es wohl nur auf das Klingeln abgesehen war, trug die Frau bald am Halse, bald am Kleide, in gleicher Weise, wie die Schelle auch von Sklaven und Haustieren getragen wurde. — Um sich Kühlung zu verschaffen, bediente man sich eines Fächers (n&Jö)- — Endlich sind noch Stab (^po) und Waffen (|"7 1^3) zu nennen, beide zur Tracht der Männer gehörig; von Waffen werden Schwert, Bogen, Schild, Keule, und Lanze als die gewöhnlichsten genannt, und die mehr dem Leben angepasste Anschauung bezeichnet sich geradezu als Schmuck des Mannes, weswegen er am Sabbat in ihnen ausgehen darf; allein die ethische Anschauung hält das Tragen von Waffen für eines Juden unwürdig. _ Korrespondenzen Ergänztes Verzeichnis getaufter jüdischer Kurärzte. In Karlsbad: Die Herren Dr. Gustav A r a n Y i,. Dr. Adolf C h a r m a tz, Dr. Franz Fokschaner, Dr. Edgar Ganz, Dr. Emil Goldscheider, Dr. Hugo Guth, Dr. Stefan Kelen, Dr. Rudolf K 0 lisch, Dr, Alexander Komaromy, Dr. Friedrich Kraus, Dr. Arnold L 0 r a n d, Dr. Heinrich Munk, Dr. Gustav Töpfer, Dr. Ignaz W e r m e r, Dr. Leo Z u p n i k.. Herr Dr. Eugen F r a n k ist konfessionslos und hat seine Kinder taufen lassen. Herr Dr. Desiderius Sipos ist konfessionslos. In Marienbad : Dr. Emil L 0 e w y, Dr. Leo M a r t e n s, Zahnarzt, Dr. Julius Schuetz. In Ebenfee : Dr. N 0 b e l. In Bad Ischl: Kais. Rat Dr. Herzka. Dr. Stefan Jsor St ein, Inhaber der mechanotherapeutischen Anstalt (im Winter in Abbazia.) In Badenbei Wien 5.On-kWlhAn..M.-l t m an n. In Meran: Dr. Binder, Besitzer des Sanatoriums Stefanie, Meran-Obermais, Dr. Träger, Zahnarzt. In Franzensbad: Dr. Josef S t e i n b a ch, Dr. Gustav Egger, Dr. Bruno Fellner, Sohn des in Franzensbad praktizierenden kais. Rates Dr. L. Fellner. In Bad Nauheim: Die Söhne des Herrn Professors Dr. Isidor G r ö d e l: Dr. med. Theo G r ö d e l, Dr. med. Franz G r ö d e l, Prof. Dr. Schott. In Kolberg: Medizinalrat Dr. Behrend, Dr. Marguli es, Dr. Fabian. Zur Tempelfrage im ersten Bezirke Wiens. Hochgeehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie mir im Namen vieler Gleichgesinnter in Ihrem gesch. Blatte dem Herrn Albert Mandelbaum für seine sachgemähe, vernünftige Anregung bezüglich des neu zu erbauenden Tempels den herzlichsten Dank zu übermitteln. — Lediglich seinen wiederholten Mahnungen haben wir es auch zu danken, datz jetzt wenigstens vor und während der hohen Festtage der Versuch gemacht wird, unserem ehrwürdigen Tempel in der Seitenstettengasse etwas frische Luft zuzuführen. Freilich, wie es noch immer an Freitag Abenden oder während des Iudengottesdienstes mit der Lüftung, aussieht, darüber wollen wir lieber schweigen. Mögen die Worte des geschätzten Herrn Albert Mandelbaum im Schotze der Gemeinde -Vyrstehung die -verdiente Würdigung finden und unsere Hoffnung, auf einen

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