Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 24 (17.6.1910)
- Date
- 1910-06-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021873-3021898--19358-3044336- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Oradea 1× ep/1002404
OCR text
Seite 408 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 34 Für den Verein „Rachela" in Buczacz Frau Dr. Ella Feller; für den Verein „Moriah" in Drohobycz Frau Dr. Zeiier; für den Verein „Rachela" in Drohobycz Frau Mina Pachtmann; für den Verein „Rachela" in Stanislau Frau M Horowitz; für den Verein „Mirjam" in Stryj Frau Tr. H. Rosenmann, Frl. Kriß; für den Verein „Ruth" in Krakau Frl. Feldblum; für den Verein „Mirjam" in Tarnow Frau Dr. Salz; für den Verein „Joanette Herzel" in Gliniany Frau Dr. Korkis; für den Verein „Lea" in Zkoezow Frau Ella Zimmer; für den Verein „Lea" in Brody Frau Tartakower; für den Verein „Ruth" in Tarnopol Fran Dr. Waldmann; für den Verein „Deborah" in Debica Frl. Regina Bernstein; für den Verein „Sulamith" in Rzeszow Frl. Rahe! Vierer. Dem Proteste schließen sich außerdem an: Frau Dr. Auerbach, Fräulein stnä. med. Auerbach, Fraulein stud. ph.il. Brenner, Fräulein Irene Holpern, Fräulein Bauer Ella, Frau Landes, Frau N. Rotfeld, Frau Dr. Beschloß, Frau Braunstein, Frau Dr. Bombach. Frau Chierer, Frau Philip. Frau Dr. Feigenbaum, Frau Dr. Weisglas, Frau Dr. med. Fuchs, Frau Dr. Feuerstein, Frau Dr. Hescheles, Frau Korngold, Fräulein Katz, Frau Karl Dinah, Frau Dr. Korkis, Frau Krampner, Frau Dr. Landau, Frau Dr. Lö'w.nherz, Frau Dr. Landes, Fräulein Landau Ernestine, Fräulein Mensch, Frau Dr. Mieser, Fraulein Prochnik, Frau Dr. Pordes, Frau Rapp, Fräulein Reich, Frau Dr. Reiß, Frau Schein, Frau Dr. Segal, Frau Karl Stand, Frau Dr. Schor, Frau Stäuber Dora, Fräulein Schell, Frau Dr. Schneck, Frau Wiksel, Fräulein Willner, Frau Rosa Wachtel, Frau Dr. Zipper, Frau Schwarzwald, Frau Schacht, Fräulein Stern, Fräulein Licht, Fräulein Teitelbaum, Fräulein Beck, Frau Neuweld. Frau Blaustein, Fräulein Ochser, Frau Lichtigfeld. Frau Binder, Frau Weisstaub, Frau Beigel, Frau Günsberg, Frau Alstädter, Frau Bendelstein, Frau Genia Speier, Frau Berta Lerner, Frau Bina Heiber, Frau Katz Rachela, Frau Rosa Rosenberg, Fräulein Toni Rothfeld, Fräulein Laura Jmber, Frau Gellmann, Frau Doktor Nußbaum, Frau Dr. Fiedmann, Fräulein Seidler. Frau Weitzbrod, Frau Rosenbaum, Frau Horowitz, Fräulein Alter, Frau Heller, Frau Lieblich, Frau Rauchwerg, Frau Leser, Frau Brandstätter, Frau Horowitz, Frau Cecelie Herbst, Frau Anna Langrock, Frau Rosa Händl, Frau Anna Lauterbach, Frau Ewi Budracka, Frau Marie Teicher, Frau Fani Jnselmann, Frau Fani Krcisberg, Frau Klara Horowitz, Frau Antonia Gottesmann, Frau Klara Schwarz. Frau Karoline Gerstenfeld, Frau Fanni Händl, Frau Regine Gartenberg, Frau N. Barak, Frau Sabine Sternbach, Frau Mina Lilien, Frau Sali Herzig, Frau Gustawa Gartenberg, Frau Anna Stern, Frau Anna Greismann, Frau Anna Apfelgrün, Frau Helene Rosenmann, Fräulein Regine Gottesmann, Fräulein Emma Körner, Fräulein Anna Horowitz. Triest» 7. Mai 1910. Soeben ist die unter Aussicht und Arrangement des Rabbiner Koppel Reich stehende Palästina-Reisegesellschaft glücklich retour gelandet. Hierüber liegt uns von einem Teilnehmer derselben nachstehender Bericht vor: Wir sind bereits in Jaffa von den Vertretern der Gemeinde Jerusalem bei der Ausschiffung begrüßt worden, sind dann in bereitstehenden Wagen nach Hotel Bella Vista gefahren, wo für Bequemlichkeit und Ruhe, aber auch für Kost alles vorgesorgt war: hier wurden wir vom Ortsrabbiner Kuck und Rabbiner Horowitz, der aus Jerusalem mit dem Vorstande entgegengekommen war, mit einer Ansprache empfangen, haben dann, nach Besichtigung der Institutionen in Jaffa, mit dem Mittagszuge die Reise nach Jerusalem fortgesetzt, wo wir wieder sowohl seitens des Publikums, als auch der Behörden, mit dem österreichisch-ungarischen Konsul an der Spitze, feierlich empfangen wurden. Die Wagenreihe von 25 bis 30 Fiakern mußte doch bei der meist armen Bevölkerung äuffallen und es bildete sich von selbst am Bahnhöfe bis zum Absteigquartier Hotel Central, einem Wege von über einer Viertelstunde, ein dicht besetztes Spalier von Menschen, die in die Begeisterung des Empfanges einstimmten. Während unseres dortigen Aufenthaltes in der Dauer von zehn Tagen hatten wir Gelegenheit genug, um die dortigen Einrichtungen und die in den letzten zwei Dezennien gebrachten Opfer zu bewundern und müssen zugeben, daß hier in dem bezeichneten Zeiträume sehr viel geleistet wurde! Außer den heiligen Plätzen und Gräbern besichtigten wir die neuerstandene österreichisch-ungarische Kolonie, worunter Mitglieder unserer Gesellschaft einzig und allein im Vertrauen zum hiesigen Vorstande von demselben Häuser ausführen ließen, deren Herstellung nach jeder Richtung hin demselben nur Ehre machen, da er seinen übernommenen Verpflichtungen voll und ganz gerecht wurde und ihm für seine Mühe und Verwaltung nur Dank gebührt. Dies konnte aber nicht besser und überzeugender bewiesen werden, als es Herr Louis Friedheim aus Hamburg in wenigen Worten schilderte; hingegen aber auch die Spende eines Neubaues auf der Siebenbürger Kolonie am kräftigsten bewies: diese edle Menschenfreundlichkeit fand Nachahmung durch Herrn Wolf Mölbe aus Altona mit zwei Häusern, Frau Witwe Ungar ein Haus, Jonas Schreiber gus Nagy-Mihaly ein Haus, Sigmund Diamant ein Haus, Eugen Bruder aus Großwardein drei Häuser. Von dort besichtigten wir das Waisenhaus, wo Herr und Frau Cohen aus Warschau zwei Stiftplätze widmeten. In allen anderen Instituten, wie Blindeninstitut, Altersversorgungsheim, Spitäler, leistete jeder nach Möglichkeit und allgemeine Befriedigung und Lob herrschten über das Gesehene. Es kann und darf daher Nicht Unerwähnt bleiben, welche Liebe und Aufopferung Herr Rabbiner Horowitz auf die Errichtung seiner Handwerkerschule aufwendet und hat er auch in seiner ihm zur Seite stehenden Gattin und Rabbinerin die sicherste und verläßlichste Stütze. Er hat die ganze Reisegesellschaft vom Empfang bis zur Wiedereinschiffung in Jaffa begleitet und keine Zeit und Mühe gescheut und uns in allem in seiner gewohnten liebenswürdigsten, entgegenkommendsten Weise unterrichtet. Aber auch dem Sekretär Herrn Sonnenfeld gebührt Dank, der in Vertretung des Gemeindevorstandes uns bei allen Ausflügen bis zur Abfahrt nicht verlassen, so daß wir es aufrichtig wünschen, daß derartige Veranlassung sich bald wieder ergibt und sie Gelegenheit haben, sich zu überzeugen, daß hier das Geld auf fruchtbaren Boden fällt und sicher angelegt ist! Jüdische Abgeordnete im neuen ungarischen Parlamente. Die Wahlen ins ungarische Parlament sind bis auf einige Stichwahlen zu Ende. Wir haben bereits in unserer vorigen Nummer auf einige interessante Erscheinungen in diesem Wahlkampfe hingewiesen, so insbesondere auf die von der Redaktion des jüdischen Organes „Egyenlösog" ausgegebene Parole, nur denjenigen Kandidaten die Stimme zu geben, die sich verpflichten, die Gleichberechtigung der Juden zu wahren und insbesondere, die sich bindend verpflichten, das Gesetz vom Jahre 1848 betreffend die Unterstützung der Konfessionen auch hinsichtlich der jüdischen Konfession als den Staat verpflichtend anzuerkennen. Diese Parole wurde auch in den meisten Wahlbezirken, wo die jüdischen Stimmen ausschlaggebend sind, befolgt. Es wurden insgesamt 18 Juden gewählt, von denen 13 der Regierungspartei, 1 der Justhpartei, 2 der Kossuth-Fraktion und 2 der demokratischen Partei angehören. Die hervorragenden jüdischen Mitglieder des vorigen Parlaments erscheinen nahezu wieder gewählt. Von den Neugewählten seien hier besonders hervorgehoben Sigmund Nemeß, der langjährige Präsident der Arader israelitischen Kultusgemeinde, ferner der berühmte Jurist Philipp Darvey, ein .Schwiegersohn des jüdischen Richters am Obersten Gerichtshöfe Sigmund' Decsey, Baron Julius Beck und und der alte Achtundvierziger Alerander Szalkai, der Jahre hindurch Präsident der israelitischen Kultusgemeinde in Mateszalka war. Die kleinste Partei im ungarischen Parlamente ist die demokratische Partei, sie zählt im ganzen zwei Mitglieder, beide sind Juden. Unter ihnen befindet sich auch der bekannte Jurist und Politiker Dr. Wilhelm Vaszonyi. Interessant ist auch, daß unter den Gewählten sich auch sieben getaufte Juden befinden.