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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-06-10 · 23 (10.6.1910) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
23 (10.6.1910)
Date
1910-06-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 397 Nr. 23 58. Kaiser 144. Traurig. 3. Komp. Nr. 31 Dormitzer, 38. Heller, 101. Pollak. 112. Rubin. 4. Komp. Nr. 40 Heller, 60 Knobloch, 118. Schlesinger u. a. Heft 4 enthält u. a. eine prächtige Zeichnung: „Altes, jüdisches Rathaus" von Jakesch. ' S. K. Dunkmann. Der historische Jesus, der mythologische Christus und Jesus als Christ. Leipzig 1910. A. Deich ert (Georg Böhme). M. 1.80. Nach Wrede wollte Jesus gar nicht der Messias sein. Gunkel betont uuter Ausschluß seiner Person den Einfluß des Mythus auf die Bildung des Urchristentums, Kautsky den Pauperismus, Schweitzer den „konsequenten" Eschatologismus usw. Dunkmann hebt ganz richtig hervor, was Steinheil und Cohen so scharfsinnig dartun, daß das Judentum mit Mythus nichts zu schaffen hat und sich darum nicht aus der Religionsgeschichte erklären läßt. Er will aber das Gleiche für das Christentum in Anspruch nehmen und Christus wie Paulus aus einer einheitlich jüdischen Entwicklung erklären. R. R. Breuer, Die fünf M e g i l l o th. V. Esther. Frankfurt a. M 1910. A. I. Hofmann. M. 1.85. Eine für orthodoxe Kreise bestimmte Ausgabe, Uebersetzung und Erklärung des Estherbuches, die in den Fußtapfen eines S. R. Hirsch wandeln will, aber, wie uns dünkt, mit ihrem Tone kaum außer in einer engeren Gemeinde Anklang finden dürfte. L. Sven Hedin. Durch Asiens Wüsten. Auswahl von A. Gansberg. Mit acht Bildern. Hamburg 1910. Alfred Janssen. Mit diesem Auszuge aus dem berühmten Reisewerke, der von der ersten bis zur letzte» Seite in atemloser Spannung unsere Aufmerksamkeit fesselt und nur zu knapp erscheint, eröffnet der rührige Verlag eine Reihe „Wissenschaftlicher Volksbücher für Schule und Haus". Wenn die nachfolgenden Nummern dieser ersten an Inhalt und Ausstattung entsprechen, dürfte dem Unternehmen der Erfolg sicher sein. A. L- Lucas, Zur Geschichte der Juden im vierten Jahrhundert. Berlin 1910. Mayer und Müller. Es ist kaum zu erklären, weshalb bei dem so regem Interesse für die Kirchenväter und das Verhältnis zwischen Kirche und Synagoge in den Anfängen des Christentums nicht schon längst ein Versuch unternommen worden ist, die patristische Literatur mit ruhig abwägendem Urteil einer Prüfung auf ihre Stellung zum Judentum zu unterziehen. Wir blicken hier in einen heftig wogenden, erbitterten Kampf zwischen Christen nnd Juden, wir sehen die Führer der Juden mit wirksamen Mitteln auf der einen Seite Propaganda treiben, auf der anderen Taufen verhindern. Als Motiv zäher Erbitterung bei den Christen erscheinen unter Anderem Julians Bündnis mit den Juden und ihre Verbindung mit christlichen Sektierern. Wir finden schon in jener Zeit Juden, die mit der Taufe Handel treiben. Die Endergebniffe werden vom Verfaffer selbst am Schluffe zusammengestellt. R. L. Frieden-Gould. Vermögen erwerben, Geld verdienen. Deutsch von E. Abigt. Wiesbaden 19101 Verlagsanstalt E. Abigt M. 3. Einer, der's verstehen muß, gibt hier die Methoden an, wie man zu Geld kommt, ja eine ganze Liste einträglicher Erfindungen, an denen man sich versuchen kann. Echt amerikanisch. Aber für Manchen vielleicht ein weiser Wink! L. R. Magnus, Wilhelm Bölsche. Berlin 1909. Verlag von Elwin Staude. M. 2. Es ist nichts Alltägliches, einem verhältnismäßig jungen Schriftsteller ein solches Denkmal zu setzen. Doch die Eigenart Bölsches entschuldigt es. Er hat sich die Sympathien aller wahrhaft Intelligenten in einem Masse erworben, das den Unzähligen, die seinen Worten mit Andacht zugleich und mit künstlerischem Entzücken lauschen, jede Auskunft, über sein persönliches Schicksal und sein geistiges Werden nur willkommen sein wird. Wie Bölsche zur Bibel steht, ist jedem seiner Leser bekannt. An dieser Stelle sei aber aus der vorliegenden Biographie (S. 154) das folgende Urteil über das Buch der Bücher zitiert: „Dieses Buch gehört keiner Partei, es gehört uns Allen nach wie vor. Aus der heiligsten Tiefe der Menschheit ist es gekommen, und es gehört jedem Menschen erbeigentümlich zu, der nach der Tiefe strebt, einerlei nun, wie sein Bekenntnis sei." L. Franz Freiherr v. Menst. Geschichte der direkten Steuern in Steiermark bis zum Regierungsantritte Maria Theresias. Bd. 1. Graz und Wien 1910. Verlagsbuchhandlung „Styria" (Forschungen zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte der Steiermark). Z KDer durch sein grundlegendes Werk über die Finanzen OesterreichsZ1701 bis 1740 bestens bekannte Verfasser liefert hier eine neue Frucht seines unermüdlichen und dornenvollen Strebens, in den Urwald des älteren österreichischen, hier im Besonderen steierischen Finanzwesens Wege zu bahnen. Wir erfahren aus dem aufschlußreichen Werk, daß in der Zeit vor Friedrich III., die damals gleich den fürstlichen Städten und Märkten als landesherrliches Kammergut betrachteten Juden zu den ertragreichsten Steuersubjekten zählten. Die stete Geldnot Friedrichs III. drängte noch häufiger als bis dahin zur Besteuerung unter Andern auch der Judenschaft, oft ohne landtäfliche Bewilligung. Anläßlich der Vermälung seiner Schwester Katharina im Jahre 1446 schrieb er eine für die damaligen Verhältnisse sehr bedeuUnde Steuer von 46.632 Gulden aus, zu der neben den Ländern Steiermark, Kärnten und Krain die Juden der drei Länder allein 6000 Gulden, nicht viel weniger als ganz Kärnten, beitrugen. Die Höhe der Judensteuer 1469 ist nicht bekannt, ihr Kontingent zur Leibsteuer 1470 wird mit 4000 Gulden angegeben. Auch zu dem „Wochenpfennig", einer Kopfsteuer angesichts der Türkengefahr, 1476, zahlten sie, wie immer, korporativ eine ihnen durch kaiserlichen Befehl auferlegte Summe. Sehr lehrreich ist das Kapitel über die Austreibung der Juden aus den drei innerösterreichschen Landen 1495, die Kaiser Maximilian den Ständen nicht ohne fi lanzielle Gegenleistung zugestehen wollte. Dieser ausbednngene Ersatz für die Judensteuer ist aber, wie es scheint. (S. LI3) vom Klerus und Avel auf die Schultern der Untertanen abgewälzt worden. Das Buch bietet einen wertvollen Beltrag zur Geschichte der Judensteuern, der erst in letzter Zeit das längstverdiente Augenmerk zugewendet wird. R. W. Stärk, Reute st ameutliche Zeitgeschichte. Sammlung Goeschen. Leipzig 1907. G. I. Go eschen. Das erste Bändchen gibt mit vorzüglicher Klarheit den historischen und kulturgeschichtlichen Hintergrund des Urchristentums. Die Aufgabe des zweiten ist eine Darstellung der Religion des Judentums im Zeitalter des Hellenismus und der Römerherrschaft. Bei allem Streben nach Objektivität verfällt der Verfasser doch auch in den Fehler so vieler seiner Vorgänger, der kultlschen Zeremonie im Judentume Identität mit dem sittlichen Handeln beizumessen. „Dem Judentume unserer Zeit," heißt es S. 63, „war Gott trotz aller Glaubensstärke nicht nahe." Das sage man einem Juden, der jene Zeit aus den Quellen (Talmud!) kennt! Es muß eben um jeden Preis das Christentum „etwas Neues" gesagt haben. (Vgl. S. 111.) R. Fl. Freih. von Biedermann. Goethes Gespräche. Zweite Auflage, Band 2 und 3. je M. 4.—. 1909/10. F. W. von Biedermann. Das verdienstvolle Unternehmen des Verlages, alle versprengt erschienenen Gespräche mit Goethe chronologisch geordnet, wiederzugeben, haben wir in diesen Spalten bereits gewürdigt. Die beiden neuen vorliegenden Bände umspannen die Zeit bis Juni 1828. Sie bieten eine Lektüre, zu der man in jeder Stimmung greifen kann. Ihr Genuß läßt sich nicht leicht mit einem anderen vergleichen. R. Samuel Smiles, Der Charakter. Deutsch von Dr. Heinrich Schmidt (Jena). Leipzig 1910. Alfred Krön er. Preis M. 1. Smiles' Bücher über Selbsthilfe, Charakter, Pflicht, Sparsamkeit und ähnliche praktisch-ethische Themata h rben in England eine ungeheuere Verbreitung erlangt. Auch die bisherigen deutschen Ausgaben seiner Hauptwerke haben mehrere Auflagen erlebt. Smiles' Schriften bieten eine gesunde Kost, die geeignet ist, den Geist zu nähren und zu kräftigen. Smiles steht — ein Paradigma praktischerfolgreichen Engländertums — fest auf der Erde und lehrd die Aufgaben, die das irdische Leben den Menschen stellt, klar und fest betrachten, energisch uud zielbewußt anpacken. Er ist nicht ohne Gemüt, aber ohne alle Sentimentalität. Er ist nicht original, bringt aber eine Fülle trefflicher Lebensweisheit aus tausend Büchern, die er gelesen hat, in originelle Verbindung, nicht in trockenem, moralisierendem Ton, sondern in lebensvollen Beispielen und gerade darin liegt der Hauptreiz und Hauptwert seiner Bücher. Neue Bücher. Oskar Rosenseld. Die vierte Galerie. Ein Wiener Roman. Preis Mk. 2.50, geschmackvoll in Halbpergament geb. Mk. 4.—. Hugo Heller & Cie. Wien, I. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. 54. Jahrgang. Heft 3/4. Begründet von Z. Frank l, Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentum?. Herausgegeben von Dr. M. Braun. Neue Folge. 18. Jahrgang. März-April 1910. Koebnersche Verlagsbuchhandlung. Breslau. Schmiedebrücke 17/18. Inhalt: Aron Sandler: Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. — A. Aptowitzer: Die talmudische Literatur der letzten Jahre. — M. Gaster: Die Ketubbah bei den Samaritanern. — Simon Epp enstein: Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. Neue Folge. — Isert Rösel: Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihren Anfängen bis zur Mitte des i r. Jahrhunderts. (Fortsetzung.) — Eilhard Wiedemann: lieber physikalische Aufgaben bei Elia Misraschi. — Besprechungen: Manuel Gottlieb, Mose b. Maimuns Kommentar zur Mischnah Traktat Sanhedrin in neuer hebräischer Uebersetzung aus dem arabischen Urtext mit prüfenden und erläuternden Anmerkungen. Von Maies Fried. — Perl Armin, Beszedek (Predigten). Von Math. Eisler. — Moses den Maimon, Sein Leben, seine Werke und sein Einfluß. Zur Erinnerung an den siebenhundertsten Todestag des Maimonides, herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Bd. I. Von S. Rubin.

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