Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 23 (10.6.1910)
- Date
- 1910-06-10
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 392 Dr. Vlochs Wochenschrift. Nr. 23 General in der ruffischen Armee und speziell in der 48. Brigade Neswish wirklich existiere. Sie behaupten, daß es einen solchen General überhaupt nicht gebe. Und das Eine muß jedenfalls als ausgemacht gelten: wenn ein solcher General auch tatsächlich vorhanden war, so wird es mit ihm auf jeden Fall bald aus sein, denn derartige humane Gesinnungen, wie sie der besagte General betätigt haben soll, dürfen in der russischen Armee nicht geduldet werden. Der echt ruffische Patriotismus schließt menschliche Beziehungen zu „fremdstämmigen" Staatsbürgern grundsätzlich aus, und das „echte" Russentum ist jetzt wieder allmächtig. Wer solchen Grundsätzen nicht huldigt, muß aus dem Staatsdienste und ganz besonders aus der Armee auSgestoßen werden. So verlangt es die in den „Patrioten" verkörperte „Staatsraison". Die Juden auf Jamaika. Entnahme aus der Sammelbüchse im Matrikelamt für den Waisenverein.. K 24.65 Entnahme aus der Sammelbüchse im Gemeindebethause Ottakring für Arme.K 11.20 Wien. (Promotion.) Freitag den 3. d. M. wurde Herr Gustav St eg er, Sohn des Regierungsrates Doktor Heinrich S t e g e r, zum Doktor der Rechte ernannt. Wien. Das Handelsgericht Wien hat Josef Popper, Inhaber der protokollierten Firma Josef Popper jun., Wien, III., Löwengasse 29, zum Schatzmeister und Sachverständigen der verarbeitenden Industrien, Waldmanipulation und Sägebetriebe promoviert. Die jüdische Gemeinde Kingston ist die älteste Judenanfiedlung in Jamaika. Auf dem alten jüdischen Friedhofe der Stadt finden sich Grabsteine, die die Flüchtlinge aus Spanien in erschütternden Worten erzählen. Auch in anderen Städten der Insel gibt es uralte jüdische Friedhöfe mit Märtyrergräbern. Der Rabbiner H. Pereira Mendes in London, dessen Vater A. P. Mendes vor sechzig Jahren Rabbiner in Kongston war, ist nun bemüht, diese historisch wichtigen alten Gräber der ersten spanisch-jüdischen Flüchtlinge vor dem ficherlichen Verfall zu retten, indem er die Mittel zu ihrer Restaurierung aufzubringeu trachtet. Aus einem Briefe, den Rabbiner Mendes aus Kiugstou erhielt, geht hervor, daß das Klima daselbst ein sehr gesundes ist, daß die Juden sich dort körperlich und geistig sehr gut entwickelt haben und daß sie im Allgemeinen auch materiell nicht schlecht stehen. _ Vermischtes. Spende» zur Plenarsitzung vom 22 Mai 1910. Spenden im Gemeindebethause Währing: Von Salomon Löwy K 1.—, Jacques Braun 15.—, Phil. Blau 5.—, Adolf Wengraf 1.—, David Nessel 2.—, Josef Flock 5.—, Moritz Fürnberg 1.—, Jakob Adler 15.—, Leopold Löwy 2.—, Jacques Karpeles 60.—, Nathan Klein 13.—, Dr. Gabriel Hesky 4.—, Eduard Gaffinger 12.—, David Pluman 15.—, Rudolf Baula 20.—, Heinrich Kuhn 10.—, Wilhelm Weiner 20.—, S. O. Stern 30.—, Josef Klein 10.—, Dr. Ignaz Winter 20.—, Nathan Neumann 4.—, Jakob Grotte 13.—, Mich! Morgenstern 2.—, Josef Noffig 15.—, Max Kohn 9.—, Richard Bergmann 8.—, Heinrich Paschkes 3.—, Jakob Rosenberg 6.—, Eduard Benesch 60.—, Gottlieb Surion 5.—, Leopold Preilisheim 4.—, Em. Hoffmann 30.—; zusammen K 402 — , Im Gemeindebethause, II., Tempelgaffe 3: Zacharias Korner K 40.—, Siegmund Spiegel 30.—, Heinrich Beer 10.—, Wilhelm Rosenberg 10.—, Alois Theumann 200.—, Rabbiner Dr. Adolf Schmiedel 20.—, Hermann Witrofsky 100.—, Adolf Böhm 60.—, Karl Lemberger 450.—, Bernhard Grosner 25.—, Wilhelm Herzog 10.—, Rabbiner Dr. Elieser David 10.—, Jakob Kann 130.—, Ignaz Reiner 40.—, Michael Neurath 70.—, die Bethausvorsteher 50.—, Franz Katz 30.—, Ignaz Blum 70.—, Ignaz Kantor 40.—, Rektor Dr. Adolf Schwarz 40.—, Martin Rosenberg 60.—, Michael Glogau 905.—, Moriz Ornstein 200.—, Leopold Otto 200.—, Samuel Pisk 70.—, Karl Anspach 60.—, Josef Rosenbaum 25.—, Siegmund Karfunkel 100.—, Dr. Arnold Winter 40.—; zusammen K 3105.—. Entnahme aus den Sammelbüchsen im Gemeindebethause Innere Stadt: Armenanstalt.K 150.01 Chewra-Kadischa.„ 98.51 Waisenverein .. 254.52 Frauenverein.„ 44.66 Allianz für Auswanderer. 37.19 Arme von Jerusalem. 43.96 Wöchnerinuen-Verband. 7.11 K 6*5.96 Entnahme aus den Sammelbüchsen im Gemeindebethause Leopoldstadt: Armenanstalt .K 86.53 Waisenverein .. 61.73 Frauenverein.. 33.06 Arme in Jerusalem.„ 28.62 Chewra-Kadischa.. . „ 46 48 K 256.42 Entnahme aus der Sammelbüchse im Gemeindebethaus Fünfhaus für Arme.K 125.20 Entnahme aus der Sammelbüchse auf dem Zentralfriedhofe für den Waisenverein.. 115.40 Wien (Trauung.) Sonntag den 19. Juni l. I. um 3 Uhr nachmittag findet im israel. Tempel XV., Turnergasse die Trauung des Fräulein Therese L i s s a u, Tochter des Herrn Max Lissau, mit Herrn Alexander Weiß statt. Frau Rabbiner M. Pollak. Samstag den 4. d. M. verschied nach langem schweren Leiden die in weiten Kreisen hochverehrte Frau Minna Pollak geb. Freistadt, Witwe des sel. Herrn Rabbiners Markus Pollak und Mutter des Herrn Religionslehrers Prof. Dr. Heinrich Pollak. Die Dahingeschiedene hatte noch das Glück, alle ihre Kinder, von denen einzelne aus weiter Ferne herbeigeeilt waren, zum letzten Abschiedsgruße um sich versammelt zu sehen. Die überaus zahlreiche Beteiligung an ihrem Leichenbegängnisse, welches Sonntag den 5. Juni nachmittags vom Trauerhause stattfand, bewies deutlich, welcher Liebe und Verehrung sich die Dahingeschiedene wegen ihrer seltenen Tugenden des Herzens und Charakters, wegen ihres vorbildlichen Lebens als Gattin und Mutter allenthalben erfreute. Die Räume des Trauerhauses konnten die zahlreich Erschienenen kaum fassen. Man bemerkte insbesondere den Herrn Kultusvorsteher S. S t e i n e r, in Vertretung der israelit. Kultusgemeinde in Holleschau die Herren Karl Beer und Haas, in Vertretung des Bethausvereines „Adaß Jisroel" (Gr. Schiffgasse 8) die Herren Pappenheim und Felsenburg, den Vorstand des Armeninstitutes Herrn M. A. Pollak, die ehrwürdigen Herren Rabbiner Dr. E. David, Rabbiner Fürst 86u. und jun., Rabbiner Baumgarten, Frau Dr. David und Frau Dr. F e u ch t w a n g, Herrn Dr. I. S. Bloch, Herrn Religionsschulinspektor Professor M. K a n i tz, die Herren Professoren Dr. Adolf Weiß, Rabbiner Dr. Jakob Reiß und Dr. M. R o s e n f e l d, Dr. Frankfurter, die Herren Oberkantoren Sch orr und Heller (Brünn), Amtsleiter Simon H o r w i tz, Dr. Leopold Stern, die Herren Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Bunzlau, Dr. Löwinger und Dr. Gold, Herrn Med.-Dr. Goldberg, die Großindustriellen Herren B o n d i und Neurath, Herrn Armin Rosenzweig, Herrn Religionslehrer Wilhelm Neumann u. A. Unter tiefer Ergriffenheit aller Anwesenden sprach im Trauerhause der Sohn der Verblichenen Herr Prof. Dr. Heinrich Pollak tiefempfundene Abschiedsworte im Namen aller seiner Geschwister. Anlehnend an die tagsvorher verlesenen Worte: Num. 2, 2 schilderte er, was die Mutter ihnen war und weshalb ihr Andenken ein unvergeßliches sein müsse. In der Zeremonienhalle des Zentralfriedhofes pries Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. M. G ü d e m a n n die Dahingeschiedene als echtes Biederweib nach dem Geiste der heiligen Schrift, die als Tochter und Gattin frommer und gelehrter Männer eine edle Saat ausgestreut und durch das Gedeihen ihrer Kinder schon bei Lebzeiten belohnt worden sei. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Doktor I. Freimann (Holleschau) sprach im Namen seiner Gemeinde, der das edle, vorbildlich religiöse und humanitäre Wirken der Verblichenen und ihres unvergeßlichen Gatten für allezeit die Pflicht inniger Dankbarkeit auferlege. Am Grabe sprachen noch die beiden Schwiegersöhne der Verewigten Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Rudolf er (Jägerndorf) und Prof. Doktor E. Oppenheim (Wien) innige und erschütternde Worte kindlicher Verehrung und Liebe. Ihr Andenken möge immerdar gesegnet sein.