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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-05-20 · 20 (20.5.1910) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
20 (20.5.1910)
Date
1910-05-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 20 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 343 Kosser und Herr Dr. Nathan Stein beitraten. Es wäre wünschenswert, daß dieses Beispiel auch an anderen Grenzorten Nachahmung finde. Die Redner in der Generalversammlung äußerten ihre Anerkennung über den reichen Inhalt des Tätigkeitsberichtes. Kultusvorsteher Herr Doktor Isidor Samuely wünschte eine wenn auch inoffizielle Beteiligung der Israelitischen Allianz an der für den kommenden Herbst in Wien geplanten allgemeinen Konferenz zur Regelung der jüdischen Emigration. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang würdigte besonders das Schulwerk der Israelitischen Allianz in Galizien. Herr Rabbiner Dr. David gedachte des 50jährigen Jubelfestes der „Alliance Isr. Universelle" in Paris. Herr S. Deiches wünschte eine Aufllärung über einige Ziffern im Gebarungsausweis. Der Präsident, Herr David v. Gutmann, reflektierte auf die Ausführungen sämtlicher Redner und erbat sich die Ermächtigung, im. Namen der Generalversammlung einen Glückwunsch und einen Gruß telegraphisch nach Paris zu übermitteln. (Beifall.) Vizepräsident Dr. Alfred Stern äußert Bedenken in Bezug auf die geplante Konferenz insolange in Oesterreich eine gesetzliche Regelung der Auswandererfrage nicht erfolgt ist. Nachdem noch Sekretär Dr. Kaminka zu einigen Punkten des Tätigkeitsberichtes Erläuterung geboten und auf die Ausführungen der Redner erwidert hat, wurde der Bericht einstimmig zur Kenntnis genommen. Die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder: Herr Dr. Alfred Stern, Dr. Siegmund Wahrmann. Doktor Felir K atz au, Doktor Jakob Nirenstein, kais. Rat Leopold Sachs wurden mit Akklamation in den Vorstand wieder- und die Herren Professor Dr. Josef P o l l a k (mit dreijähriger Funktionsdauer) und Ferdinand Bloch (mit einjähriger Funktionsdauer) neu gewählt. Mit einem Dank an die Erschienenen erklärt der Präsident die Generalversammlung für geschlossen. Der Wortlaut des an die Alliance Jsraelite Universelle nach Paris gerichteten Glückwunschtelegrammes lautet: „Die heutige Generalversammlung der Israelitischen Allianz zu Wien entsendet auf Grund einhelligen Beschlusses der vorbildlichen Vereinigung, der erfolgreichen Vorkämpferin für die Gleichberechtigung, soziale und kulturelle Hebung unserer Glaubensgenossen zur Feier des fünfzigjährigen Bestandes die herzlichsten Glückwünsche. Der Präsident David Ritter von Gutmann." Verleihung des Ehrenzeichens für Kunst und Wissenschaft an Karl Goldmark. Wie die „Neue Freie Presse" meldet, ist Karl Goldmark anläßlich seines bevorstehenden achtzigsten Geburtstages durch die Verleihung des Ehrenzeichens für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet worden. Der berühmte Komponist ist der einzige lebende Musiker, welcher sich dieser Auszeichnung erfreut. Karl Goldmark hat ein neues symphonisches Werk komponiert, das den Titel „Aus jungen Jahren" führt und in der Herbstsaison von den Wiener Philharmonikern aufgeführt werden wird. Die philosophische Fakultät der Budapester Universität hat vorgeschlagen, Karl Gold mark anläßlich seines 80. Geburtstages zum Ehrendoktor zu ernennen. Nach einer Meldung des „Pester Lloyd" dürfte die Genehmigung dieses Vorschlages durch den Kaiser bis zur Ankunft Goldmarks in Budapest erfolgt sein und das Diplom des Ehrendoktors würde dem Komponisten während seines Aufenthaltes in Budapest in feierlicher Weise überreicht werden. Unterrichtsminister Graf Stürgkh richtete an Karl Goldmark ein Gratulationsschreiben, in dem es heißt: „Mit berechtigtem Stolze blicken Euer Hochwohlgeboren an dem heutigen Tage auf ein langes und arbeitsreiches Leben voll der schönsten Erfolge zurück, die von der dankbaren Teilnahme des durch Ihre Schöpfungen 'begeisterten Publikums und der Bewunderung aller Kenner und Schätzer edler Tonkunst beredtes Zeugnis geben. In rühmenswerter Treue gegen sich selbst und Ihre Ideale sind Sie auf Ihrer Bahn immer höher emporgestiegen und gelten heute in allen Lagern als ein Vorbild Dahrer musikalischer Meisterschaft." - Das Präsidium der k. k. Gesellschaft der Musikfreunde in Wien überbrachte dem Meister anläßlich seines 80. Geburtstages persönlich die Glückwünsche der Direktion mit gleichzeitiger Überreichung ein^r künstlerisch ausgeführten Adresse. Diese Adresse, auf der eine Szene aus Goldmarks Oper „Die Königin von Saba" dargestellt .erscheint, ist aus dem Atelier des Malers Hans Stalzer in Wien hervorgegangen. Als Deputation der Gesellschaft erschienen der Präsident Hofrat Koch von Langentreu mit dem Vizepräsidenten von Regenhardt-Zapory und dem Generalsekretär Richard von Perger. Hofoperndirektor von Weingartner überreichte mit einem Glückwünsche einen frischen Blumenstrauß: der Wiener Tonkünstlerverein war durch die Herren Wilhelm Bopp und Schriftführer Specht vertreten: der Verein für jüdische Denkmäler durch Hofrat Professor Politzer und Kammervirtuosen Alfred Grünfeld; der Wiener Männergesangverein entsendete Vorstand Dr. Krückl: die Autorengesellschaft kaiserlichen Rat Weinberger. Seitens der israelitischen Kultusgemeinde wurde dem Jubilar eine Glückwunschadresse überreicht. Der Kantorenverein war durch den Präsidenten Oberkantor kaiserlichen Rat Singer. Vizepräsidenten Bauer, 1. Kant. Jurberger, Kant. Löwit und andern Vorstandsmitgliedern vertreten. Ferner gratulierten die Professoren Epstein, Grün und Bachrich, Frau Marie Brüll, Professor Dr. Strisower, Geheimer Rat Doktor Josef Anger, Generalintendant der Hoftheater Graf Hülsen (Berlin). Stadtgemeinde Keszthely (Geburtsort des Jubilars), Kurkommission und Gemeinde in Gmunden, Stadtorchester Gmunden, die Gmundener Whistpartie (kaiserlicher Rat Doktor Wolfsgruber, Doktor Fuchs und Doktor Luther), Professor Doktor G. Adler, Frau Johann Strauß, Richard Heuberger, Ed. Kremser, Frau Helene Bettelheim-Gabillon. Geheimer Rat Freiherr von Chlumecky, Hofrat Professor Winternitz, Hofkapellmeister Luze. Konzertmeister Prill, Baurat Stiaßny, Kammersänger Winkelmann. Wilhelm Gericke, Hofrat Professor von Gomperz, die Philharmoniker. Komponist Oskar Straus, Artur Nikisch, Ferdinand Löwe und eine unübersehbar große Zahl anderer Künstler und und Kunstkorporationen. — Auch im Hofoperntheater, in dem Goldmarks „Götz von Berlichingen" zum erstenmal gegeben wurde, war der greise Meister Gegenstand herzlicher Sympathiekundgebungen des Publikums. Goldmark wohnte der Vorstellung in einer Parterreloge bei und erschien nach allen Aktschlüssen vor der. Rampe. Nach dem Schlußakt wurden ihm mehrere Lorbeerkränze überreicht, darunter einer von der Direktion und einer von den Künstlern. Der letztere trug auf seinen Schleifen die Widmung „Dem genialen Altmeister in tiefster Verehrung". Der Kranz war auch mit dem auf weißem Atlas gedruckten Theaterzettel der heutigen Vorstellung ausgestattet. In der Hoftoge wohnten die Erzherzoge Rainer, Franz Salvator und Peter Ferdinand der Vorstellung bei. Vor dem dritten Akt erhielt Direktor von Weingartner eine Spezialovation des Publikums und nach der Vorstellung wurde Goldmark, als er durch das „Bühnentürl" das Operntheater verließ, von einer Schar junger Enthusiasten stürmisch akklamiert. Die Wiener Stadtbehörden, Präsidium, Magistrat, Stadtrat und Gemeinderat haben von Karl Gokdmark keine Rot« ge-

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