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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-05-06 · 18 (6.5.1910) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
18 (6.5.1910)
Date
1910-05-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 310 Dr. Blochs Wochenschrift. Sir- IS Ei« römischer Schriftsteller drückt sich folgendermaßen aus: Die Barbaren (gemeint sind die Juden) sind einfach Riesen an Körperkraft und der Mut ist der eines Tigers, wenn er für sein Leben kämpfen muß. Unsere tapfersten Krieger waren oftmals verzweifelt in dem Kampfe gegen dieses Häuflein Barbaren. Damals waren die Juden zumeist Landbewohner, sie bewegten sich in freier Luft, da sie sich mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigten. Das war natürlich von großem Einfluß auf die Entwicklung ihrer Körperkrast. SolLes Material haben die Juden ihren Golusländern geliefert. Aber die Völker, welche die Juden aufnahmen, wollten nicht, daß sie ihre gewohnte Beschäftigung beibehalten und ihre Körperkrast sich bewahrten. Vor allen Dingen verdrängte man den Juden aus dem Ackerbau, dann verbot man ihm die Viehzucht und endlich auch das Handwerk, lauter Beschäftigungen, an die er bisher gewohnt war. Stur der Handel war ihm erlaubt. Aber ein Händler braucht keine Muskelkraft. Daneben mußte der Jude die Erfahrung machen, daß sein ganzes Leben, seine ganze Existenz abhängig sei vom Gelderwerb. Das Geld diente ihm als Lösegeld für seine Freiheit und auch als Mittel, um seine Wanderschaft fortzusetzen und sich ein neues Heim zu verschaffen. Außerdem sah er ein, daß er scharfsinnig nnd klug sein müsse, um mit seinen Feinden handeln zu können, und, wenn er zu Hause war, so mußte er sich mit etwas beschäftigen, und da er sich mit körperlicher Arbeit nicht beschäftigen durfte, so beschäftigte er sich mit geistiger, er lernte Thora. Die Natur hat die wunderbare Kraft, dem Menschen das zu geben, was er am meisten nötig hat. und ihm das zu nehmen, was er nicht braucht. Deswegen hat der Jude seine Muskelkraft verloren und. dafür die Kraft des Gehirns gewonnen. Das Gehirn des Juden wurde so entwickelt, daß man ihn mit Recht als den scharfsinnigsten Menschen bezeichnet. Und dieser jüdische Scharfsinn hat der Welt eine Menge Philosophen und eine große Zahl von Gelehrten geliefert. Jetzt kommt aber das Ueberraschende. Jüdische Kinder sind überall bekannt als die scharfsinnigsten. Diese Tatsache wird durch die Statistik aller Schulen bestätigt. Aber jüdische Kinder sind allgemein einer Verwandlung unterworfen. Zum Beispiel: Jüdische Kinder von eingewanderten Eltern in Frankreich, England oder Amerika haben .sich immer ausgezeichnet durch ihren Fortschritt gegenüber den anderen Kindern, aber das ist nur im Anfang der Fall. Sobald eine Generation dahingegangen ist und deren Nachfolger sich körperlicher Uebungen hingeben, so werden die jüdischen Kinder wenn auch nicht dümmer, so doch auch nicht klüger als die durchschnittlichen Schüler. Woher kommt das? Dr. Charpentter erklärt es so: Da die jüdischen Kinder in einem freien Lande geboren und erzogen werden, wo man eher starke Muskeln als scharfen Verstand braucht, werden sie körperlich stärker und verlieren an Scharfsinn. Der französische Gelehrte meint, es sei dies viel bester für die Juden, es werde ihnen mehr Vorteil bringen, wenn sie möglichst viele kräftige Männer aufzuweisen haben als wenn man nur blaffe Gelehrte unter ihnen erblicke. Selbstverständlich ist niemand gezwungen, diesen Behauptungen und Schlußfolgerungen unbedingten Glauben beizumeffen, aber etwas Wahres dürfte in ihnen doch wohl enthalten sein. Wieviel, das wird die jüngste Wissenschaft, die Statistik, zu zeigen haben. Heinrich Heine und die Frauen. Ein italienischer Schriftsteller, Bruno V i g n o l a, untersucht in einem jüngst erschienenen Buche, welchen Einfluß die Frauen auf das Leben und auf die Kunst des Dichters des „Buches der Lieder" gehabt haben. 2m alljgemeinen ist es besser, wenn man die Musen der Dichter nur aus den Werken kennt, die von ihnen „inspiriert" worden sind. Wenn man die Damen näher kennen lernt, ist man oft sehr enttäuscht. Von den Frauen, die Heine geliebt hat, bleiben uns aber die meisten auch, bei näherer Bekanntschaft sympathisch. Wir wollen hier nicht von seinen vorübergehenden Neigungen für Angelique oder Diane, Hortense, Klarisse, Emma und Katharina sprechen: diese Damen zählen nicht mit. Es handelt sich hier nur um ernste und tiefe Neigungen. Heines erste ernste Liebe war Josephs: sie war von sehr bescheidener Herkunft, hatte aber hübsche große Augen, die „fortwährend ein Rätsel aufzugeben und ruhig die Lösung abzuwarten schienen." Sie war ein wenig Nekromantin und beschäftigte sich mit den okkulten Wissenschaften. Eines Tages schwang sie im Laden ihrer Mutter einen langen Degen, der, wie sie sagte, schon hundert Menschen getötet hatte. „Willst du den flimmernden Degen küssen?" sagte sie mit Pathos zu dem jungen Heine, der neben ihr im Laden stand. „Ich küsse lieber die rote Josephine," erwiderte der verliebte Dichter. In so romantischer Weise begann die Liebe zwischen beiden: Josepha, die das Schwert in der Hand hatte, konnte sich nicht wehren und mußte sich küssen lassen. Auf Josephine folgte Amalie Heine, des Dichters Büschen. Als Tochter eines Millionärs war sie eitel und hochmütig und sah auf die schwärmerische Liebe ihres Vetters etwas verächtlich herab: sie hielt sie für einen Tribut, der ihr rechtmäßig zukam, hielt es aber nicht für nötig, den verliebten Dichter zu erhören. Man weiß, daß sie später einen reichen Kaufmann geheiratet hat. Trotz ihres hochfahrenden Wesens kann sie uns aber nicht unsympathisch sein, da der Dichter für sie seine schönsten Gedichte und die Tragödien „Almansor" und „William Ratcliff" geschrieben hat. Ihre jüngere Schwester Therese war ihre Nachfolgerin in Heines leicht entzündlichem Herzen. Sie war, im Gegensatz zu Amalie Heine, ein sanftes, freundliches und zartsinniges Wesen. Aber die Familie erlaubte nicht, daß sie den leichtsinnigen und gar zu unpraktischen Vetter heiratete, .und da ihr eigener Wille nicht besonders stark ausgeprägt war. ließ sie alles gehen, wie es ging. Vignola weist darauf hin. daß der berühmte italienische Dichter Carduc ci Therese Heine als ein echtes, rechtes Bürgrrmädchen brzeichnet hat: sie habe wohl ihr Herz verschenkt, habe aber als gehorsame Tochter dem spießbürgerlichen Vorurteil ihrer Umgebung' nicht widerstehen können. Nach den beiden Basen erschien Mathilde Mirat aus dem Plan, jene Pariser Handschuhmacherin. die sieben Jahre später Heines Gattin wurde. Sie ist bekannter als die andern Mädchen, welchen der Dichter für längere oder kürzere Zeit sein Herz geschenkt hat. Man hat über sie viel Böses und Schlechtes verbreitet, aber es hat sich später erwiesen, daß das meiste falsch oder stark übertrieben war. Man kann sagen, daß Mathilde weit besser war als ihr Ruf. Sie war ein hübsches Mädchen: da sie keine tief angelegte, sondern im Gegenteil eine recht oberflächliche Natur war, war sie gar nicht imstande, dem Höhenflüge ihres Geliebten zu folgen und sich in sein Seelenleben zu versenken. Wenn man aufrichtig sein will, muß man sagen, daß sie darob weit mehr zu beklagen war als er. Mathilde pflegte ihren Gatten während seiner langwierigen Krankheit mit großer Sorgfalt und Liebe. Da sie außerordentliche körperliche Reize besaß, hätte sie in Paris leicht ihr Glück machen können, wenn sie nicht an den kranken Heine gefesselt gewesen wäre. Wenn man das alles ohne Sentimentalität und ohne Voreingenommenheit erwägt und dabei in Betracht zieht, daß Mathilde für einen Mann, den sie nicht verstehen konnte und der sie nicht verstehen wollte, die schönsten Jahre ihres Lebens geopfert hat, wird man zu dem Schlüsse kommen, daß sie nicht das gemeine und verworfene Geschöpf gewesen sein kann, als welches viele Heinevergötterer sie hinstellen möchten: sie verdient mehr Mitleid als Zorn und Verachtung. Die letzte Trösterin und Freundin Heinrich Heines war Mouche, „die sanfte, süße Mouche". Ihr richtiger Name war Elise von Krinitz. Ihre abenteuerliche Geschichte ist auch heute noch in Dunkel gehüllt: wir sehen sie immer nur mit Heines Augen, und da bleibt sie für uns ein köstliches Frauenbild voll Güte, Hingebung und Opferwilligkeit.

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