Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 16 (22.4.1910)
- Date
- 1910-04-22
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 28« - Dt. Blochs Wochenschrift. Kr. I« Literat»«.; ' Goethes Werke in. 6 Bänden. Pappendeckeleinband M. 6 —, Lernen M. 8. -, Kalbleder M. 12.—. Insel-Verlag, Leipzig. KurHestraße 7. Als die Weimarer Goethe-Gesellschaft die Veranstaltung einer sechsbändigen Volksausgabe von Goethe's Werken beschloß und zur Herstellung einer ersten Auslage von 20.000 Exemplaren eine namhafte Subvention leistete, war es von vornherein der Meinung, daß damit die gestellte Aufgabe nicht als erledigt betrachtet werden könne, sondern daß eine Verbreitung von Goethes Werken bis in die Hunderttausendc anzustreben sei. Dies hat der Insel-Verlag nunmehr aus eigenen Mitteln unternommen, nachdem die erste Auflage in etwa 8 Wochen vergriffen war. Diesen neuen 30.000 Exemplaren ist ein gleich rascher Absatz vorauszusagen; denn die Arbeit, die Erich Schmidt, der berühmte Literarhistoriker der Berliner Universität, hier mit der Auswahl und Erläuterung von Goethes Werken geleistet hat, unterscheidet diese Ausgabe von allem, was wir bisher an populären Klassiker-Ausgaben besaßen. Als Beispiel sei nur der sechste Band genaunt, wo mit den wichtigsten Abschnitten aus der „Italienischen Reise" und der „Campagne in Frankreich" eine große Zahl von Aufsätzen biographischen, künstlerischen,, literarischen und naturwissenschaftlichen Inhalts vereinigt ist. Wir nennen nur die Reden auf Anna Amalia und Wieland und den Aufsatz über Kunst und Handwerk. Nachdrücklich sei darauf hingewiesen, daß neben den Pappbänden, in welche die erste Auflage allein gebunden war, jetzt auf vielfachen Wunsch auch Ausgaben in Leinen und Halbleder eingeführt sind, die in ihrer schlichten Schönheit als Geschenkwerke hervorragend geeignet sind. Alttestamentliche Reügionsgeschichte von Professor D. Dr^ Max Lohr Preis in Leinwand gebunden 80 Pfennige. G. Z. Göschensche Verlagsbuchhandlung in Leipzig. In der Wlffmschast ist es längst üblich geworden, den religiösen Gedankengang des Alten Testamentes unter dem Gesichtspunkt einer historischen Entwicklung zu betrachten. An Stelle der alttestamentlichen Theologie ist die alttestamentische Religionsgeschichte getreten. In dieser Form auch dem gebildeten Laien den Stoff zugänglich zu machen, war die dem Verfaffer gestellte Aufgabe. Derselbe hat hierzu die Ergebnisse der modernen Forschung, soweit sie ihm annehmbar erschienen, verwertet. Von Quellenangaben mußte und konnte dabei abgesehen werden, noch mehr aber verbot sich eine Polemik gegen solche Ansichten und Hypothesen, die der Verfaffer nicht glaubte sich zu eigen machen zu können. Überhaupt war bei der Fülle an Material und dem vorgefchriebenen Raum Einschränkung geboten. Es galt in großen Zügen die wesentlichsten Erscheinungsformen der Religion Israels und die Hauptträger ihres Werdeganges zu charakterisieren. Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß von einer Berührung irgendwelcher Detailsragen völlig abgesehen wäre. Welche von diesen und in welchem Umfange sie behandelt worden sind, kann mit Hilfe des am Schluffe beigefügten Registers leicht ersehen werden. Reden und Aufsätze von D. Otto Pfleiderer, weil. Professor an der Universität Berlin. VIII. 246 Seiten 8°. Preis: Geheftet Mk. 4.—, in Leinwand gebunden Mk. 6.—, in Halbfranz gebunden Mk. 6.—. I. F. Lehmanns Verlag, München. Otto Pfleiderer war wie wenigen die schöne Gabe verliehen, sein gelehrtes Wiffen in eine von dichterischem Schwünge beseelte, anmutige Form zu kleiden und so auf einen Kreis von Personen zu wücken, der weit größer war, als ihn gemeinhin ein akademischer Lehrer hat. Die hauptsächlichsten und schönsten Reden und Aufsätze, durch die Pfleiderer solchermaßen erhebend und begeisternd gewirkt hat, birgt die vorliegende Sammlung. Sie ist ein Ehrenkranz für den zu früh Verstorbenen, geflochten aus den Blüten seines Geistes, die in Zeitschriften oder Gelegenheitsschriften verstreut, nicht zu der ihnen gebührenden Entfaltung kommen konnten. Die jetzt vorliegenden Reden und Aufsätze bilden eine reizvolle Ergänzung seines Werkes über „Christentum und Religion", ja man möchte sagen, eine Erweiterung, weil sie uns zeigen, wie sich in dem Kopfe eines freisinnigen und hochgemuten Mannes die geistige Welt malte, in die das deutsche Voll. vom Schicksal hineingestellt ist. In den letzten beiden Kapiteln werden die Aufgaben der wissenschaftlichen Theologie zur Geschichtswissenschaft behandelt, auch wieder in der schönen Pfleidererschen Art. Es ist sicher auch dem Laien lieb, Pfleiderers Antwort aus diese heftig umstrittenen Fragen zu lesen. Dem prächtigen Buch wünschen wir die weiteste Verbreitung. A. Jnng-Jnda, Zeitschrift für unsere Jugend, Prag, Stefansgaffe 630 Kr. 2-50 halbjährig. Die soeben erschienene Nr. 8 des XI. Jahrganges bringt als Peffachnummer äußer einem stimmungsvollen Pessachgedichte eine sehr intereffaute Schilderung der Peffachfeier zu Jerusalem in seiner Glanzzeit, außerdem reichen Lehrstoff für unsere jüdische Jugend, für die Zung-Juda als passendes Festtagsgeschenk bestens empfohlen werden kann. Otto Julius Bierbaum. Die Jankeedoodlefahrt und andere Reisegeschichten. 6. Auflage. München 1910. Georg Müller. Ueber das übermütige Buch ist viel geschrieben worden. Ein solches Lachen hat die hier geschilderten Reiseziele wohl nicht oft ausgesucht. Wie schade, daß es so plötzlich verstummen mußte. Aber „Humor ist, wenn, man trotzdem lacht",. so lehrt des Buches Motto. Und daß dies besonders gegen Judenfresser das sicherste Rezept ist, bezeugt die Seite 293 über Bartels, den „literarischen" Judenriecher. Einem Heine wäre das nicht prächtiger gelungen. Aber sehr ernst und beachtenswert ist, was S. 353 über das Judentum und S. 373 (auch sonst) über das Christentum zu lesen ist. Im ganzen eine lehrreiche Rundreise um die Weltanschauung eines Prachtmenschen. D. Neue Bücher. Dr. B. Plaezek. Seltsame Denkvorgänge im Vogelgehirne. Sonderabdruck aus der „Oesterr. Forst- und Jagdzeitung". Nr. 11 und 12 vom 18. und 25. März 1910. „Das Buch des jüdischen Jargons" von Prof. Nascher erscheint im Verlage Josef D e u b l e r, Wien und Leipzig, Ende April d. I. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Herausgegeben von Leo Winz. Verlag Ost und West., Berlin W 8. Organ der Deutschen Konserenzgemeinschast der „Alliance Jsraelite Universelle". Heft Nr. 4. X. Jahrgang. April 1910. Inhalt: Dr. S. Bernfeld: Aus der Sturm- und Drangzeit. (Zum Tode des Mose Löb Lilienblum.) Karl Schwarz: Siegfried Wagner (mit 6 Illustrationen). Max Schachert: Lueger. Hermann Burchardt. Ernst von Hesse- Wartegg: Die jüdischen Höhlenbewohner der nordafrikanischen Sahara (mit 7 Illustrationen). Dr. Em^nuel Lasker: Schach. Leo Birinsky: Der Mloch (Trauerspiel in drei Akten, II). Mitteilungen aus dem deutschen Bureau der „Alliance Jsraclite Universelle": Die Neukonstituierung der Deutschen Konferenzgemeinschaft, Rabbiner Dr. Feilchenfeld (mit Porträt). Notizen: Schrimm, die Alliance in Grünsiadt. Frankfurt a. m. Lübeck. Alliance Abendschule in Jspahan. Neue immerwährende Mitglieder. Imperator Paris. Ein Huldigungsbuch deutscher Autoren für Kaiser Franz Joseph I. Gesammelt und herausgegeben von Carl Braum. Buchschmuck von Karl Hayd. Gedruckt von der k. u. k. Hofbuchdruck'rei Fr. Winiker L Schickardt in Brünn. Arthur Cavael Verlag Leipzig. Numerierte Luxusausgabe auf Büttenpapier 12 Mark. Elegant gebunden mit Schutzkarton 8 Mark. Florenz. Sehr geehrter Herr Redakteur! Eines der letzten Hefte Ihrer „Wochenschrift" bringt eine Übersetzung des im „Tygodnik Jllustrowany" abgedruckten, D. K. gezeichneten Aufsatz „Ein jüdischer Diplomat" aus dem XVI. Jahrhundert". Der unbekannte Autor zitiert meine Arbeit „Una lettera ... al Granduca di Toscana“ und meint, ich hätte versprochen, Aschanasis Memoiren zu veröffentlichen. Die Behauptung ist ganz aus der Luft gegriffen; nie habe ich ein ähnliches Versprechen machen können, und dies aus dem einfachen Grunde, weil ich von der Existenz solcher Memoiren überhaupt nichts weiß. In der angenehmen Erwartung, daß Sie im Interesse der Wahrheit diese meine Zeilen in Ihrem geschätzten Blatte zum Abdruck bringen werden, zeichne ich hochachtungsvoll Dr. I. Zoller. _ Krirfkafte«- Ameiri. Daß der Talmud den Lauf des Halleyschen Kometen genau gekannt, ist wiederholt nachgewiesen und auch in der „Oesterr. Wochenschrift" erwähnt worden, insbesondere, daß die Periodizilät des Kometen und die Identität des nach bestimmten Zeiten auftretenden Himmelskörpers den Talmudisten längst geläufig war. T. Das Verlangen des Pfarramtes, daß in den Klassenzimmern der öffentlichen Volksschule der Judenstadt Kruzifixe angebracht werden, ist ein ungesetzliches. Wenn das Pfarramt sich erbietet, die betreffenden Stücke zu schenken, so muß das Anerbieten in höflicher Form mit Rücksicht auf die Religionsvorschriften des Judentums dankend abgelehnt werden. Die katholischen Geistlichen lieben aus der Form dieser Antworten eine Anklage wegen Religionsverletzung zu substanzieren, deswegen empfiehlt sich, bei der Abfassung dieser Antwort besondere Vorsicht walten zu lassen. A. G., Wien, III. Wenn Sie Ihre Spende direkt der Spitalsverwaltung zugemittelt haben, so wird der Betrag zweifellos dem Zwecke entsprechend Verwendung finden. Unserseits sind wir nicht in der Lage, eine Empfangsbestätigung zu erzwingen. Franz Teltsch, Wien. Die B'nai-B'rith-Vereine haben ihren Sitz Wien, I., Universitätsstraße 2.