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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-04-22 · 16 (22.4.1910) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
16 (22.4.1910)
Date
1910-04-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 282 Dr. Blochs Wochenschrift. Kenner des Farmwesens, hat die von ihm bereisten zwei Staaten zu dem Zwecke bereist, um festzustellen, ob dortselbst nicht günstige Bedingungen für die Schaffung von jüdischen landwirtschaftlichen Kolonien Vorhanden wären. Mr. Becker ist von dem Ergebnisse seiner Reise sehr beftiedigt und dürste nunmehr an die Vorarbeiten zur Gründung der Kolonien schreiten. Vermischtes. Chewra-Kadischa, Wie«, I. Wie wir erfahren, findet die geplante Chewra-Sude in diesem Jahre nicht statt. Der ursprünglich für die Abhaltung des Brudermahles festgesetzte Termin erfuhr bekanntlich durch das Ableben des Vorstandsmitgliedes der Chewra-Kadischa, Herrn Emil Horner eine Verschiebung für die ersten Tage des Monates Mai. Da seitens zahlreicher Mitglieder der Chewra- Kadischa gegen die Abhaltung der Chewra-Sude in einem so späten Zeitpunkte Bedenken geäußert wurden, entschloß fich der Chewra-Borstand, von der Veranstaltung des Brudermahles in diesem Jahre Abstand zu nehmen. Verein Beth Israel. Sonntag den 17. April fand im Sitzungssaale des Synagogenvereines Beth Israel dessen ordentliche Generalversammlung statt. Der Obmann begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und den Delegierten der Kultusgemeiude Herrn Kultusvorsteher Samuel Steiner und richtete an ihn den Wunsch, bei der löblichen Kultusgemeinde vorkommende Ansuchen des Vereines in Bezug auf Anstellung, resp. Verwendung der Vereinsfunktionäre bei Leichenbegängnisse, zu unterstützen. Der Delegierte erwiderte, daß er gerne in diese Versammlung gekommen ist, daß er auch sonst sehr oft dem herrlichen Gottesdienst des Vereines beiwohne uud nach Kräften bereit ist, die Wünsche des Vereines zu fördern. Es gelangt sodann der Jahresbericht zur Verlesung, in welchem der recht interessante Nachweis erbracht wird, daß die Gründung dieses Vereines schon im Jahre 1792, gerade 100 Jahre bevor mit dem Baue der jetzigen Synagoge begonnen wurde, erfolgte, der Verein somit das CXVII. Gründungsjahr zählt. @8 wurde der Vereinsleitung für die umsichtige und zielbewußte Verwaltung der Dank und das Absolutorium erteilt uud die statutenmäßig ausgeschiedenen langjährigen Vorstandsmitglieder Herren I. M. Belf, David Ko lieb, A. M. Opper, Max Rosenfeld und Jakob Weichselbaum per Akklamation einstimmig wiedergewählt. Wie«. (Jüdisches Museum.) Daselbst find ncu aufgestellt und Samstag und Sonntag dieser Woche, sowie an den gleichen Tagen der kommenden Woche dem Publikum zugängig: Porträt weiland des Gemeinderates und Stadtbaumeisters Douat Zifferer, Ölgemälde von S. Krestin, im Befitze der Frau Rosa Zifferer. Ferner große Gußplaquette des Landesschulrates und Bizepräfidenten der Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn, gewidmet vom Bethausvorstande zum 70. Geburtstage seines Präsidenten, modelliert vom Bildhauer Arthur Löwenthal, je 1 Exemplar in Silber und in Bronze. Endlich künstlerisch ausgestattete Adressen mehrerer Korporationen zu Dr. Kohns 70. Geburtstag. Wie«. Die 45. ordentliche Generalversammlung der „Chewra-Kadischa" für die Bezirke VI, VII und XII bis XV findet Dienstag den 26. April 1910, um 5 Uhr nachm, in der Kanzlei der israelitischen Kultusgemeinde, XV., Turnergaffe Nr. 22 statt. Wre». (Ohel Abraham Beth-Hamidrasch, IX., Grüne Thorgaffe 28.) Samstag den 23. d. M., um 11 Uhr vormittags findet in unserem Bethause ein Vortrag des Herrn Rabbiner M. Fleischmann statt. Thema: Wochenabschnitt und Psalmen. Erläuterung. Gäste willkommen. Wien. (Auszeichnung.) Mit Genehmigung Seiner kaiserl. und königl. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Franz Ferdinand ist dem Maler Isidor Kaufmann in der Frühjahrsausstellung auf sein Bild „Am Sabbath" die goldene „Erzherzog Karl-Ludwigsmedaille" verliehen worden. Wien. Samstag den 23. d. M., Uhr nachm., hält Se. Ehrwürden Herr Rabbiner M. M a y e r s o h n in der Vereins-Synagoge „Beth Israel", II., Leopvldsgasse 29, einen talmudischen Vortrag. Wie«. Am 17. Oktober jedes Jahres gelangen die Zinsen des „Prediger Mannheimer-Vereines" zur Verteilung. Anspruch auf diese Unterstützung haben bedürftige Rabbinnen, Prediger und Lehrer in Österreich-Ungarn, welche dienstunfähig geworden find, oder deren Witwen und Waisen. Die Bewerber müssen in einer Gemeinde, welche mindestens fünfzig Mitglieder zählt, wenigstens durch zehn Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Beamte großer, notorisch reicher Gemeinden find ausgeschloffen. Die Würdigkeit der Bewerber, sowie die Dienstunfähigkeit sind nachzuweisen. Unbelegte oder mit Urkunden in fremden Sprachen belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Ungestempelte Gesuche sind längstens bis am 30. Juni dieses Jahres unter der Adresse: „Vorstand des Prediger Mannheimer- Vereines" in Wien, I., Eßlinggaffe 7, zu übersenden. Wien. (Amtsjubiläum.) Der Oberoffizial des Matrikelamtes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde Herr Jakob Stein feierte am 19. d. M. sein 25jähriges Dienstjubiläum. Herr kais. Rat Dr. Theodor Lieben beglückwünschte den Jubilar auf das Herzlichste und überbrachte demselben ein von der gesamten 'Beamtenschaft der Kultusgemeinde gewidmetes Ehrengeschenk. Für die engeren Amtskollegen überreichte Herr Matrikelführer Amtsleiter B r ö s l e r ein Ehrengeschenk und beglückwünschte den Jubilar auf das Herzlichste. Wien. Am 14. April fand in Goldmonns Restauration die diesjährige Generalversammlung des Wohltätigkeitsvereines für den III. Bezirk „Fides" statt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Herrn Josef Popper erstattete der Kassier Herr Kauitz den Kassabericht. Demselben ist zu entnehmen, daß gegen das Vorjahr ein kleiner Ueberschuß vorhanden ist, obgleich die an den Verein gestellten Anforderungen höher waren. Sehr erfreulich berührte die Tatsache, daß in mehreren Bethäusern des Bezirkes zahlreiche Spenden für den Verein einliefen. Der Bericht des Kassiers wurde mit Dank zur Kenntnis genommen. lieber Antrag des Schriftführers Leo Schwarz wurde beschlossen, auch Damen in den Ausschuß zu berufen, damit der eminent wohltätige Zweck des Vereines eine ausgiebige Förderung erfahre. Herr Paul Straßer drückt dem Vorstande, insbesondere dem Obmann Herrn Popper und dem Schriftführer Herrn Schwarz den Dank für ihre unermüdliche Tätigkeit, die ihren Gipfelpunkt in der Veranstaltung eines überaus gelungenen Unterhaltungsabends erreichte, in herzlichen Worten aus. Die schließlich vorgenommenen Wahlen in den Ausschuß ergaben folgendes Resultat: Josef Popper, Obmann, Dr. Josef Straßer, I. Obmannstellvertreter, Moritz Kollman«, II. Obmannstellvertreter, Leo Schwarz, Schriftführer, S. Kanitz, Kassier, Samuel Gottlieb, Kassierstcllvertreter; Ausschüsse: Frau Doktor Straßer. Frau Doktor Auerbach, Frau Doktor Metzger, die Herren: Rabbiner Dr.Abeles, Dr.Auerbach.Dr.Ochs, Metzger. S. Frost, LeonJouer, Grrr«a«er, Isidor Silberknopf, Leo Popper, Philipp Popper. Wien. (Todesfall.) Am 13. d. M., nachts, ist der Chef der Firma M. L I. Mandl, Herr Siegmund Mandl, im Alter von 55 Jahren plötzlich gestorben. Der Verstorbene war in kaufmännischen Kreisen wegen seiner Intelligenz und Bildung und Charakters sehr angesehen. Die von seinem Vater Ignaz Mandl gegründete Firma, gehört zu den größten Konfektionsfirmen der Monarchie. Sie hat ihre Fabriken in Proßnitz und pflegt auch einen ausgedehnten Export. Ebenso gehört die Firma zu den größten Eskompte-Unternehmungen. Sigmund Mandl hatte einen hohen Begriff von der Ehre des Kaufmannsstandes, für dessen Interessen er stets mit Nachdruck eintrat. Dem Judentum war er ein treuer Sohn und der Beschluß eines Wahlkomitees im ersten Bezirke, Täuflinge und Renegaten als Kandidaten aufzustellen, hat ihn tief geschmerzt und er hat seinem Kummer darüber in den letzten Lebensstunden wiederholt Ausdruck gegeben. Viele Wohltätigkeitsinstitute, Arme und Bedrängte verlieren in ihm einen hoch-

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