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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-04-15 · 15 (15.4.1910) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
15 (15.4.1910)
Date
1910-04-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 265 Nr. 15 in die christliche Kulturwelt übergegangen ist. Die Frage nach dem Ursprung der auch unsere Zeiteinteilung noch beherrschenden siebentägigen Woche muß jeden Gebildeten, der das Werden unserer Kultur bis in seine letzten Wurzeln verstehen will, interessieren. Der Verfasser vorliegender Broschüre, der zugleich assyriologischer u> d alttestamentlicher Fachmann ist. hat i. I- 1907 eine religionsgeschichtliche Untersuchung herausgegeben unter dem Titel: „Siebenzahl und Sabbath bei den Babyloniern und im Alten Testament" (Leipzig, Hinrichs), von welcher der bekannte Zahlenforscher und Herausgeber des mythologischen Lexikons, W. H. Roscher, am Ende einer ausführlichen Inhaltsangabe also urteilt: „Soviel scheint mir sicher, daß Hehns Buch den größten Fortschritt bezeichnet, den die Lehre von der Siebenzahl auf semitischem Gebiete bisher gemacht hat nnd mit seinem reichhaltigen Zeugnismaterial noch auf lange Zeit hinaus eine der sicheren Grundlagen bilden wird, von der jeder Forscher auf dem Gebiete der Zahlenmystik und ältesten Chronologie auszugehen hat" (Enneadische Stadien, Abhandlungen d. phil.-hist. Klasse d. König!. Sachs. Akad. d. Wissensch. Bd. XXVI., S. 151). Auf jener Studie beruht die gegenwärtige Broschüre. Durch die Zurücksührung des Sabbaths auf die schon in ältester Zeit nachweisbare Verehrung der Siebenzahl, insbesondere durch den Nachweis, daß auch die Einteilung der Zeit nach Tagsiebenten etwas Uraltes ist. will Hehn den Sabbath in eine Perspektive rücken, in welcher dieser gleichfalls als altes semitisches Kulturgut erscheint, wahrend die Meinung derer, welche den Sabbath wesentlich als spate Erfindung der jüdischen Priesterschaft betrachten möchten, auf künstlicher Geschichtskonstruktion beruhe. Dasselbe, dritte Folge, Heft 1: Dausch, Jesus und Paulus. Preis 60 Pfg. Subskriptionspreis für die dritte Folge (12 Hefte) 5-40 Ml (pro Heft 4b Pfg.). In der modernen protestantischen Theologie nimmt die Streitfrage Jesus und Paulus — Jesusreligion, wie sie in den Gleichnissen und Sprüchen Jesu lebt, und Christus- und Erlösungsglaube, wie ihn Paulus vertritt, einen breiten Raum ein. Da auf katholischer Seite in Deutschland dieser Fundamentalfrage der ganzen christlichen Religion noch wenig Interesse zugewendet wurde, versuchte der Verfasser dieses Thema im Rahmen der „Biblischen Zeitfragen" wenigstens in den Grundzügen näher zu beleuchten. Als Resultat ergibt sich dem Verfasser: Wesentliche Uebereinstimmung zwischen Jesus und Paulus, bei offenbarungsgeschichtlicher Fortentwicklung. Dasselbe, dritte Folge. Heft 3: Meinertz, Das Lukasevangelium. — Preis 60 Pfg. Zuerst werden die Nachrichten gesammelt, die wir über die Persönlichkeit des Lukas besitzen. Sodann wird untersucht, ob der Inhalt des Evangeliums zu diesen Nachrichten stimmt. Es ergibt sich dem Verfasser, daß die innere Kritik die traditionellen Angaben vollauf bestätigt. Neue Bücher. „Die Quelle". Die Aprilnummer (III. Jahrgang. Nr. 7) dieser von uns wiederholt zum Abonnement empfohlenen Monatsschrift gilt Heinrich v. Schullern, der durch die packende Dorfgeschichte „Liebesleute" und durch ein geistvolles, ungedrucktes Kulturbild „Couleurstudenten", ebenso wie durch die mit Bild versehene musterhafte Charakteristik von Else Kastner-Michalitschke weiteren Kreisen nähergebrscht wird. — Eine mit dem berühmten Bilde Schwinds „Elfenreigen" gezierte Plauderei „Vorfrühlingstraum" von Maria v. Pistohlkors, ungedruckte Lyrik von R. R. Freund, H. Wild usw., die 6. Fortsetzung von Stephan Milows Erzählung „Verlorenes Glück", die reichhaltige „Heitere Ecke", die Rubrik „Gegen den Strom" usw. bilden nebst der „Bücherschau" den Inhalt des gediegenen Heftes. — Verlag: Wien, III., Heumarkt 7. — Abonnement jährlich 4 Kronen franko. Briefkasten. F. 10 Der Fall, daß wie in diesem Jahre Erew Pessach auf einen Sabbath fällt, ist nicht so selten, wie es den Anschein hat. Im vorigen Jahrhunderte war dies elfmal der Fall. Das letztemal hatten wir am 11. April 1903 Erew Pessach am Sabbath. Dieser Fall wird sich arßer in diesem Juhre, im laufenden Jahrhundert noch achtmal ereignen u. zw. 31. März 1933, 16. April 1937, 13. April 1930, I. April 1950, 17. April 1954, 6. April 1974, 2. April 1981 und 36. März 1994. Rotholz. In einem Prozeß, welcher gegenwärtig in New-Nork gegen Noah E. Barnes wegen Betruges deutscher Adeliger verhandelt wird, spielt auch ein Graf Ferdinand Hochberg eine Rolle, dessen Vermittlung sich der angeklagte Barnes bei seinen Schwindelmanövern bediente. Graf Hochberg hat wegen einer Heirat unter seinem Stande Europa verlassen müssen, korrespondierte aber auch noch von Amerika aus mit dem deutschen Kronprinzen, zu dessen engeren Freundeskreis er früher hier gehörte. Dieser Briefwechsel wird jetzt in dem New- Zorker Prozesse veröffentlicht und erregt wegen seines vertraulichen Charakters großes Interesse. Unter Anderem heißt es dort in einem Briefe des Grafen Hochberg an den deutschen Kronprinzen: „D» meinst, ich soll ein guter Deutscher bleiben und kein „bnsinessrnan" (Geschäftsmann) werden. Ich kann Dir versichern, daß es bei mir mit der smartneß noch nicht sehr weit her ist. Ich habe jedoch einen ausgezeichneten Lehrer in meinem väterlichen Freunde Noah E. Barnes gefunden, der mir täglich Unterricht in der Bußineßkunst gibt. Stoße Dich, bitte, nicht an dem Vornamen, hier heißen alle L.ute Abraham, Levi, Sarah usw., und wenn sie Vornamen wie Christian führen, sind es sicher Glaubensgenossen von Herrn Ballin, der ja jetzt mit Deinem Papa so befreundet ist." — In Amerika macht man also nicht, wie unsere Antisemiten, jeden Schwindler mit einem biblisch klingenden Vornamen gleich zn einem Juden. Z. Jeder von einer Kultusgemeinde gewählter Rabbiner muß der Behörde zur Kenntnis gebracht werden. Wenn der Bezirkshauptmann gegen die Wahl Einspruch erhebt, so kann der Rabbiner sein Amt nicht antreten. Einen Rekurs zu ergreifen, hätte in Ihrem Falle auch keine Aussicht auf Erfolg. Notizen. Wiener Versicherungsgesellschaft. Unter dem Vorsitz des der Verwaltungsrats Vizepräsidenten Baron Friedrich Harkanyi hat diese Gesellschaft am 9. d. ihre 29. ordentliche Generalversammlung abgehalten Dem Jahresbericht ist za entnehmen, dass das Geschäft in sämtlichen von der Gesellschaft knltivierten Versicherungszweigen einen günstigen Verlauf genommen hat und dass daher dieselbe in der Lage war, nach reichlicher Dotierung aller Reserven ein recht befriedigendes Endergebnis auszuweisen. In der Feuerversicherungsbranche sowie in den Nebenbranchen wurden Werte im Belaute von 2.261,075.735 K versichert und eine Prämieneinnahme von 1=? ,023.142 K erzielt, während die Schadenszahlungen 7,773.100 K erforderten. In der Tianspoi tversicherungsbrauche wurden nach einem Versicherungswerte von 41,697.378 K an Prämien 540.944 £ vereinnahmt und Schäden im Betrage von 550.217 K bezahlt. Die Versicherungssumme in der Hagelversicherungsbranche betrug 51,806.138 £, die Prämieneinnahme 2,170.611 £, während für Schadenzahlungen 1,209.934 K verausgabt wurden. Das Portefeuille der in späteren Jahren fälligen Prämienscheine beziffert sich Ende des Jahres 1909 auf 27,322.338 E. Die Fonds der Gesellschaft betrugen mit Schluss des Jahres 1909 10,020 447 K und erscheinen durchweg in erstklassigen Werten placiert. Nach Eiteilung des Absolutorinms wurde beschlossen, von dem Reingewinn per 607.596 £ nach Abzug der statutenmässigen Tantieme an den Verwaltungsrat and Vorstand dem allgemeinen Kapitalreservefonds 100 000 K zuzuwenden, wodurch derselbe die Höhe von 1,150.817 K erreicht, dem Pensionsinstitut der Beamten und Diener 70.000 K zuzuwenden, wonach das Vermögen dieses Institutes 882 582 E beträgt, 280.00Q K als Dividende zn verteilen, mithin den Kupon Nr. 29 mit 28 K ab 11. d. zur Einlösung zu bringen und den Rest per 98.455 K auf Rechnung des Jahres 1910 vorzutiagen. Wiener Lebens- und Rentenversicherungs-Anstalt. Die (28.) ordentliche Generalversammlung dieser Anstalt wurde kürzlich unter dem Vorsitze des Verwaltungsratsvizepräsidenten Baron Friedrich Harkanyi abgehalten. Der Bericht des Vorstandes weist darauf hin, dass sich die Anstalt im Berichtsjahre 1909 in befriedigender Weise weiterentwickelt, ihren Geschäftsstock erheblich vermehrt und die Reserven und Rücklagen um ein bedeutendes vergrößert hat. Die Neuproduktion des Jrärres 1909 beträgt rund 16 Millionen Kronen versichertes Kapital und 28.000 K Rente; der Reinzuwachs beläuft sich auf 41 Millionen Kronen versichertes Kapital, so dass Ende 1909 der Gesamtversicherungsbestand rund 134 Millionen Kronen versichertes Kapital nnd 375.000 K Rente umfasst. Die Gewährleistung&fonds der Anstalt betragen Ende 1909 41 Millionen Kronen. Von dem Gewinnfonds der Versicherten per 519.784 K gelangt ab 15. Juli d. J. ein Gewinnanteil in der Höhe von 40 Prozent der Jahresprämie an die bezugsberechtigten Parteien zur Verteilung. Die seitens der Anstalt bisher geleisteten Auszahlungen beziffern sich auf 34,748.782 K. Nach Erteilung des Absolutorinms wurden die Vorschläge bezüglich der Verwendung des Reingewinnes per 458.978 K genehmigt und wird der Kupon Nr. 28 ab 11. d. mit 32 K eingelöst. Von den nach Abzug der 8prozentigen Dividende per 240.000 K und der statutarischen Dotationen per 34.645 K verbleibenden 184.383 K werden 40.000 K dem Fond der mit Gewinnanteil Versicherten überwiesen, 20.000 K. dem Pensionsinstitut der Beamten und Diener der Anstalt zugeführt und 50.000 K in die Hauszinssteuer- und Immobilienreserve hinterlegt, während der verbleibende Restbetrag von 74.3 3 K aut Rechnung des nächsten Jahres vorgetragen wird. Die beantragte Aenderung der §§ 4, 33 und 34 der Gesellschaftsstatuten wurde von der Generalversammlung genehmigt. Jüdisches Theater. Regie M. Weinberg. Hotel „Stephanie", II , Taborstraße 12. Auf allgemeines Verlangen noch drei Vorstellungen. Freitag den 15. April, Samstag den 16. April und Sonntag den 17. April. Zur Aufführung gelangt das berühmte Meisterwert „Motte M e l e ch" von Kriezikaezewe von Gebe!. In der Titelrolle. Herr I. Reifimanu. Unsere Lieblinge Pepi und Moritz Weinberg bringen die neue Duoszene Gewald ich hob a Man.

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