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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-04-08 · 14 (8.4.1910) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
14 (8.4.1910)
Date
1910-04-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 342 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 14 Wie«. Samstag den 2. April fand im „Hotel de l'Europe", II., Asperngasie 2, die erste Generalversammlung des Kaiser Jubiläums- Frauenverein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Frauen statt. Bon der Vereinsleitung waren anwesend die Vorstandsdamen: Frau Dr. D a v i d. Frau Dr. B i x, Frau Dr. E r n st, Frau F a n t o, Frau PiSko, Frau Dr. Rapaport, Frau Dr. Salz, Frau Saiufelder, Frau Dr. Wilischek. Die Präsidentin, Frau Hermine Gerber, eröffnete die Sitzung und dankte den Mitgliedern für ihr Erscheinen. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes durch die Schriftführerin Frau Marie Steiner erstattete die Kassierin Frau Sofie Nathansohn über dieKasiagebahrung Bericht. Als Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde versicherte Herr Kultusvorsteher Adolf Schramek dem Vereine, der bisher an Spenden Kr. 3500.— ohne Unterschied der Konfession verteilte, des größten Wohlwollens. Herr Rabbiner Dr. David betonte das segensreiche Wirken des Vereines. Nachdem Herr Leopold Weiuwurm in wirkungsvoller Rede dankend des hingebungsvollen humanitären Wirkens des Vorstandes gedachte, wurde unter lebhaftester Befürwortung des kaiserl. Rates Dr. Krüger die vom Vorstande beantragte Statutenänderung angenommen. In überaus herzlichen Worten gedachte Herr Manfred Bart der Frau Berta Weiuwurm, Gründerin und Vizepräsidentin des nunmehr 600 Mitglieder zahlenden Vereines. Wie«. (Chewra-Kadischa Fünfhaus.) Der Vorstand dieser Chewra-Kadischa hat in der am 28. März a. c. stattgehabten Borstandsfitzung einstimmig beschlossen, dem ersten Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Herrn Dr. Gustav K o h n zu seinem 70. Geburtstage herzlichst zu gratulieren und zweihundert Kronen der „D oktor GustavKohn-Stiftung" zu widmen. " Wie«. (Verband der israel. Religionslehrer an den ö st er r. Mittelschulen.) Mittwoch den 23. v. M. fand eine Ausschußfitzung statt, der auch der gerade in Wien weilende Obmann des Verbandes der israel. Religionslehrer an den Mittelschulen Böhmens, Herr Rabbiner Prof. Dr. A. Kisch, einer höflichen Einladung folgend, anwohnte. Das Erscheinen dieses Ehrengastes bekräftigte die nunmehr perfektionierte Annäherung und Verbindung beider Bruderverbände, um welche sich der Verbaudsobmann Prof. Dr. H. P o l l a k ganz besonders verdient gemacht hat. Zu den wichtigsten Sitzungsvorgängen zühtt neben der Erledigung eines umfangreichen Einlaufes die Beschlußfassung über Textterung und Ueberreichung der Petition um Ruhegenüsse für nicht definitive Religionslehrer an Mittelschulen. Purimfeier im Kinderhort XV., Herklotzgasse 21. Am 29. Marz nachmittags veranstalteten die Leiter unseres Kinderhortes, der Lehrer Herr D. Huschak und die Lehrerin Fräulein Lina Sachs, eine Purimfeier mit reichlichem Programm von durchwegs außerordentlich gelungenen Gedichts- und Gesangsvorträgen der Hottzöglinge, welche den wohlverdienten lebhaftesten Beifall der zahlreichen Festgaste fanden. Herr Lehrer H u sch ak begrüßte die Anwesenden, besonders die Vettreterinnen des Schutzdamen-Komitees, die Eltern und Verwandten der Hottzöglinge. Redner ermahnt die letzteren besonders dringend, die ungemein schwierige Aufgabe des Hottes, nämlich die armen Kinder den Schädlichkeiten derGassezu entziehen, durch gewissenhafte Beaufsichtigung tunlichst zu erleichtern. Hierauf erläuterte Redner die Bedeutung des Purimfestes ebenso anschaulich als fesselnd. Das von den Hortkindern tadellos ausgeführte Programm enthielt drei Gesangsnummern, neun Vorträge, ein glänzend aufgeführtes Märchenspiel und eine Purimquadrille unter der Leitung der Lehrerin Frl. Sachs. Besonders gefielen zwei humoristische Dichtungen „Kinderszene- und „Der wahre Grund-, welche Herr Lehrer H u s ch a k den Zöglingen gewidmet hatte. Reiches Lob fand die wunderhübsche Purimquadnlle als effektvolle Schlußnummer. Herr S. Steiner dankte im Namen des Hottvereines dem Lehrkörper für die ausgezeichneten Darbittuugen der Zöglinge, deren mühevolle Vorbereitung er fachmännisch aberkennt, eben weil so viele Kinder leider nicht einmal den Hott regelmäßig besuchen können. „Alles Gebotene beweist eine tüchtige pädagogische Leitung, wir haben uns überzeugt, hier wird sehr fleißig gelehrt und auch fleißig gelernt, unsere Kinder hier sind wahrhaftig in den besten Lehrerhänden." Die Gäste bestätigten diese Danksagung mit lebhaftem Beifall. Hierauf wurden alle Kinder von den Damen des Schutzkomitees, Frau Präsidentin Wilhelmive Steiner. Frau Vizepräsidentin Paula Singer, Frau Simon, Frau Winter st ein, Frau Schmidt, Frau A. Steiner, Frau Freudenberg und a. m. reichlich bewittet. Wien. (Bethausverein „Thorat Emeth-.) Am 30. März fand die 38. ordentliche Generalversammlung des Bethausvereines „Thorat Emeth-, III., Untere Viaduktgasse 9, statt. Der Vorsitzende Dr. Straffer begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Bevor er den Jahresbericht erstattet, weist er auf den 70. Geburtstag des allverehrten I. Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Doktor Gustav Kohn hin und bittet um die Ermächtigung, namens des Vereines die besten Glückwünsche dem hochverdienten Jubilar zu übermitteln. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß das abgelaufene Jahr infolge der reichlicheren Spenden als ein günstiges zu bezeichnen ist. Es konnte sogar von der Inanspruchnahme einer Subvention von seiten der löblichen Kultusgemeinde abgesehen werden. — Der Tempelfunktionär E sler war durch schwere Krankheit längere Zeit an der Ausübung seiner Funktionen verhindert. Der Obmann beglückwünschte ihn zu seiner Genesung. — Der Kassenbericht des Kassiers S. Millet wird mit besonderem Dank für dieses verdrenstvolle Vorstandsmitglied zur Kenntnis genommen. Sodann wird das Ansuchen des Wohltätigkeitsvereines „Fides" im III. Bezirke um Unterstützung verlesen. Der Obmann befürwortet das Ansuchen mit dem Hinweis auf die ausgezeichnete Tätigkeit deses leider von den Glaubensgenossen des Bezirkes nicht hinlänglich gewürdigten Vereines aufs wärmste. Ferner bringt der Obmann das vom Erdberger Tempelverein wieder angeregte Projekt eines Tewpelbaues für den III. Bezirk zur Sprache. Mehrere Redner betonten, wie betrübend es sei, daß der große III. Bezirk noch immer kein monumentales Gotteshaus besitzt. Herr Millet meint, daß der Verein „Thorat Emeth" sich einer ev. Aktion unter bestimmten Voraussetzungen sehr gerne anschließen würde. Die schließlich vorgenommenen Neuwahlen ergaben folgendes Resultat Obmann Dr. Josef Straffer, Obmannstellvertr. Ferdinand Kohn, Kassier Salomon Millet, Schriftführer Paul Straffer. Beiräte: Dr. Adolf Herzfeld, I. Krebs, I. König, M. Köpper, M. Reich, Felix L ö w y. Wien. (Hebräischer Konversationsklub „Jvriah", Cafä Brammer, IX.,Liechtensteinstraße 1.) Ml. A. B. Rosen stein: Hebräisch im Geschäftsverkehr mit Palästina. Ehrung des Abgeordneten Professor Mahler durch die französische Akademie. Abgeordneter Professor Dr. Mahler, der jüngst in den Mitteilungen der Pariser Akademie eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlichte und ein in englischer Sprache verfaßtes Buch über die Sammlungen des Louvre herausgab, wurde zum Oküeier ä'Aoaäernie ernannt. Austritte aus dem Judentum Vom 27. März bis 3. April 1910. Guttmann Armin, geb. 3. Juli 1859, Versicherungsbeamter, Uidas Nemeti, III., Hießgasse 8. Schönfeld Dr. Bruno, Advokaturskonzipient, IX., Müllnergasse 33. Sulzer Sofie, geb. 6. April 1879, Linz, Verkäuferin, IX., Müllnergasse 16. Trostli Valerie, Private, geb. 26. März 1881, Wien, II., Leopoldsgasse 6. Bisenz In der Sonntag den 27. März d. I. abgehaltenen Sitzung der hiesigen Kultusgemeinde wurde Herr Josef Fürst, Großindustrieller, zum Vorsteher derselben gewählt. Unsere Gemeinde kann sich zu dieser Akquisition Gluck wünschen, denn Herr Josef Fürst vereinigt in sich alle Eigenschaften, die ihn zu diesem Ehrenamte prädestinieren. Samstag den 2. April wurde er zur Thora gerufen und hielt dann eine kurze Ansprache, in welcher er für das ihm bewiesene Vertrauen dankte und die Versicherung gab, daß er mit bestem Wissen und Gewissen bestrebt sein wird, das Wohl der Gemeindeinteressen zu fördern. Jüdische Opfer beim Brandunglück in Oekörito. Wie die Untersuchung ergab, haben bei der Brandkatastrophe in Oekörito in Ungarn, bei welcher 300 Menschen ums Leben kamen, auch mehrere Juden ihr Leben eingebüßt. Bisher konnte festgestellt werden, daß bei der Tanzunterhaltung auch der Szütmarer Kaufmann Karl Vogel, dessen Kunden die Oeköritoer Bauern waren, sowie dessen Gehilfe Daniel Kadar anwesend waren und in der Scheune verbrannten. Ferner werden auch zwei jüdische Frauen, die während der Tanzunterhaltung Orangen und Erfrischungen feilboten, vermißt. Auch sie scheinen in der Scheune umgekommen zu sein. Der Besitzer der Scheune, in welcher das Unglück geschah, der 9,0 jährige Gastwirt Abraham Weiß blieb wohl unverletzt, hat jedoch vor Schreck eine Nervenerschütterung erlitten. Er zittert am ganzen Körper und weint ununterbrochen.

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