Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 14 (8.4.1910)
- Date
- 1910-04-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 14 Dr. Blochs Wochenschrift. derer mit solchen Adressen find stets in Gefahr, zurückgeschickt zu werden. Da jeder Einwanderer, dessen Einwanderungsrecht nicht vollständig klar und außer Zweifel ist, auf Ellis Island zurückgehalten wird und die Insel nicht mehr als für zweitausend Einwanderer Platz zum Uebernächtigen hat, so wird sich die Regierung veranlaßt sehen müssen, die zur Deportation Verurteilten bei größerem Andrange im Frühjahre schon zwei Tage vor Abgang des Schiffes auf die betreffenden Schiffe zu bringen. Ein neuer jüdischer Senator in Amerika. Die Gesetzgebung des Staates Maryland hat den Honorable Isidor Rayner zum zweitenmale in den Senat der Vereinigten Staaten entsendet. Rayner gehörte während drei Kongreßperioden dem amerikanischen Kongreß an und war dann Generalanwalt des Staates Maryland. Seine Wahl zum Senator erfolgte in Anerkennung. der großen Verdienste, die Rayner sich um das Aufblühen des Staates Maryland erworben hat. Der neue Mayor von Newyork über die Juden. Aus Newyork schreibt man der „Iüd. Rundschau": Der neue hiesige Bürgermeister, Mr. Gaynor, der sich als Richter des Supreme Court die Sympathien der Juden im East End erworben hat, verdankt seine Wahl zum Mayor von Newyork zum großen Teil den jüdischen Wählern. Zu einer Deputation der Rabbiner aller Synagogen des East End äußerte sich Mr. Gaynor über sein Verhalten zu den Juden. Er sagte u. a.: „Sie sind die Kinder einer Nasse und einer Volksfamilie, deren Ursprung am Anfang der Geschichte in jener Grenzlinie liegt, wo die Legende aufhört und die Geschichte beginnt. Sie gehören einer Nasse und einer Volksfamilie an, die in königlichen Palästen gewohnt hat, zu einer Zeit, da die Sachsen und Kelten, vielleicht auch die Römer noch nackt durch die Wälder streiften und in Höhlen wohnten. Das Christentum hat allen Grund, stolz zu fein, aber es bleibe stets eingedenk, daß es Ihre heiligen Schriften gänzlich übernommen und sich angeeignet hat. Das Neue Testament, das darauf kam, ist gänzlich oder fast gänzlich — denn es form hierüber Meinungsverschiedenheiten geben — von Angehörigen Ihrer Rasse verfaßt worden. Die ganze Welt hat Ihnen viel zu danken. Zunächst in der Religion, dem Glauben an einen einzigen, wahren Gott, von dem Sie niemals abwichen. Sie dankt Ihnen auch viel auf dem Gebiete der Wissenschaft, Literatur und Staatskunst und alles dessen, wovon die Aufklärung, das Glück und die Zivilisation unserer Zeit abhängt. Die Christen halten niemals wahre Gründe, Sie zu Haffen. Der Haß entstand aus Böswilligkeit, entstand in Zeiten der Finsternis, der großen Mißverständnisse. Dieser Haß kann sich heute nur noch bei jenen Völkern halten, die noch in Ungewißheit verharren, die noch auf einer niederen Kulturstufe stehen als die übrigen, und die noch der Einwirkung der wahren Zivilisation bedürfen, um von diesem Haß befreit zu werden." Gaynor versicherte, der Mayor aller Bürger zu sein und dafür Sorge zu tragen, daß die am Sabbath feiernden Juden nicht gezwungen würden, auch noch die Sonntagsruhe zu halten. Vernuscbtes. Kranzablösungsfpendeu zugunsten derChewra-Kadischa in Wien I., Seitenstetteugaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Leopold Pater: Von Jakob Morgenstern K 10, Rudolf und Grete Kolb 20, Bittner 5, Arndld Deutsch 10, Ludwig Wasservogel 10. Zusammen K 55. Seite 241 Anläßlich des Ablebens der sel. Therese Nagel: Von Emil und Jda Beständig L 10, Leopold Wittenberg 10. Zusammen K 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Karl G u ttmann: Von Otto Lang K 10. Anläßlich des Ablebens der' sel. Jetti Weiler: Von den Zuschneidern K 5, Adolf Unger 5. Zusammen K 10 Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann Ka sso wi tz: Von Bernhard Steinhos K 30, Egon Frankl 20. Zusammen K 50. Anläßlich des Ablebens der sel. Jofefine Singer: Von Leopold Ettinger K 10. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Lasus : Von Eduard Jonas-Schachtitz K 10. Anläßlich des Ablebens des sel. Alfred Wahle: Von Olga Mayer K 10, Ernstine Bondy 10, Brüder Reff 20, Max Jeiteles 20, Georg Jeiteles 20, Dr. Robert Heller 20, Isidor Schütz 20. Zusammen K. 120. Anläßlich des Ablebens des sel. Alexander Ungar: Von den Aerzten des Sanatoriums Löw K 65, Prokurist Rudolf Kripl 20, Toni 20, Dr. Alexander Czinner 10, Emanuel Goldschmidt 20, Prof. Dr. K A. Herzfeld 20, B. Czinner 10, Dr. Lindenthal 20, Hofrat Dr. Oser und Frau 20. Zusammen K 205. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Urbach: Von Irene und Otto Popper X 15, A. Bardach 20. Zusammen K 35. Anläßlich des Ablebens der sel. Minna Schein: Von Samuel Schein K 30, Ratan Schein 25, Familie Klempner 10. Zusammen K 65. Anläßlich des Ablebens des sel. Simon L ö w e n st e i n: Von Karl und Josef Kraus K 10. Das Jubiläum der „Oesterreichisch Israelitischen Union". Zur Feier des 25 jährigen Bestandes der „Oesterreichisch- Jsraelitischen Union" findet Sonntag den 17. April, 10 Uhr vormittags, im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines, I.,Eschenbachgasse 11 eine Festversammlung (25.Generalversammlung) statt, in welcher Herr Univerfitäts-Profeffor Doktor S. E h r m a n n die Festrede halten wird. — Gleichfalls am 17. April, um halb 8 Uhr abends, findet im „Hotel de l'Europe", kl. Bezirk, Asperngaffe 2, ein Festbankett statt. Jene Herren Mitglieder der „Union", welche an dem Bankett teilzunehmen wünschen, werden gebeten, dies bis spätestens 14. April dem Vereinsbureau, IX., Univerfitätsstraße 8, bekanntzugeben. In den nächsten Tagen erscheint eine vom Vorstande der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" herausgegebene Festschrift, welche den Bereinsmitgliedern unentgeltlich zugesendet wird. Wien. (Vortrag Dr. Max Grunwalds in der „Oester r.-J s r a e 1. Union".) Samstag des 9. d. M., halb 8 Uhr abends, veranstaltet die „Oesterr.-Jsrael. Union" im Saale des Niederösterreichischen Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse 11, einen Vortragsabend, an welchem Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a l düber das Thema: „M a r x—L a s s a l l e und Werner Sombart" sprechen wird. Wien. (Verlobung.) Fräulein Ella Landsberger, Tochter des bekannten Molkereibesitzers Herrn Heinrich Landsberger, hat sich mit dem hiesigen Juwelier Herrn Heinrich Naß verlobt. Wien.(Verba udderjüdisch-nationalen Finken an den Wiener Hochschulen) Die 111. ordentliche Generalversammlung findet Samstag den 16. Aril im Saale des zionistischen Zentralvereines, IX, Türkenstraße 9, statt. Beginn präzise Vs8 Uhr abends. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Gäste aus Finkenkreiseu willkommen. Nähere Auskünfte und allfällige Anträge im Verbandslokale IX., Servitengasse 4, zu den gewöhnlichen Budenstunden. Wien. Der „Oesterreichische Damenschwimm-Klub Wien" welcher nicht sportliche, sondern auch humanitäre Zwecke verfolgt, veranstaltet Sonntag den 10. April präzise 4 Uhr nachmittags im Dianabade II., Obere Donaustraße 93 ein Wettschwimm-, Spring- und Tauchmeeting. Es wird in den 14 Programmnummern nicht nur schöner Sport geboten, sondern auch die Einwirkung dieses gesündesten Sportes auf die körperliche Kräftigung und Entwicklung der Jugend demonstriert. Preise der Plätze: Numerierter Platz K 2.—, Entree K 1.—, Galerie 60 Heller. Wien. (Talmud-Thora-Beth-Hamidrasch). Samstag den 9. April, nachm. 3 Uhr, findet ein Vortrag des Herrn Rabbinats- Kandidaten Bola Fischer statt. Thema: „Die Reinheitsgesetze — das allererste Religionsideal in Israel."