Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 13 (1.4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 2.6 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 13 Vortragsweise. Ein reichbaltiges und künstlerisch hoch zu wertendes Programm brachte das Sonntag d e n 27. d. M. abgehaltene Konzert. Frau Kieschuer-Pesches, eine feinfühlende Pianistin mit reichem Können leitete den Abend ein. Herr E. Kischuer brachte mit klangschöner und wohlgeschulter Stimme Arien und Lieder zu bester Wirkung. Stürmisch akklamiert wurden die meisterhaften Darbietungen des Violin-Virtuosen B. Salauder und als tadelloser Rezitator stellte sich Herr Stadler dem Publikum vor. Der Schlußabend der Toynbeehallen-Saison 1909/10 findet Samstag den 2. April d. I. statt. Toynbeehalle XVI., Grüllemeyergasse 5. Ein lustiges Purimkonzert veranstaltete am vergangenen SmnStag unseren Gästen das bewährte Orchester Vodnansky, das unter?'der Initiative seiner liebenswürdigen Gönnerin. der populären Frau Vodnansky. mit den lustrosten Weisen unser Publikum in die auimierteste Stimmung versetzte. Nach dem ernsten Abschnitte, den Herr Löw-Vogel mit einer hochinteressanten Kritik der Megillah an der Hand historischer Daten übernommen hatte, brachte die Kapelle in gleicher Weise wie zu Beginn des Abends unsere Zuhörer wieder in die fiöhlichste Stimmung und schloß in gelungenster Art das Fest ab. Mit diesem Abend endete die erste Saison unserer Toynbeehalle. Da die Lokalitäten bei dem immer mehr wachsenden Interesse der armen jüdischen Bevölkerung an den Veranstaltungen in keiner Weise mehr genügen, denkt die Vereinsleitung an die Miete größerer, unseren Zwecken entsprechenden Räumlichkeiten. Zur finanziellen Sicherstellung der Toynbeehalle findet am Sonntag den 10. April, um halb 3 Uhr nachmittags im Theatersaale des Arbeiterheims, XVI., Kreitnergasie 15—19 eine solenne Akademie unter Mitwirkung erster Kunstkräfte statt, zu der alle Förderer und Freunde unserer Idee hiemit herzlichst eingeladen werden. Karten sind noch zum Preise von 1 bis 3 Kronen zu haben bei dem Obmanne Dr. Stern, XVI., Thaltafiraße 8<», sowie am Vorstellungstage an der Kaffe des Arbeiterheims. Wie«. (Beth-Hamidrasch Talmud-Thora, II.. Malzgaffe 16.) Samstag den 2. April, nachmittags 3 Uhr, findet daselbst ein Vortrag des Herrn Rabdinats-Kandidaten Bola Fischer statt. Thema: „Die Symbolik der jüdischen Opferlehre". Weltverband jüdischer Frauen. Als Delegierte der Union of jewish women (Verband israelitischer Frauen) in London, funktioniert in Wien Frau Josefine Paul-Schiff, IV., Alleegasse 20. Alle jüdischen .Frauen und Mädchen, welche als Gouvernanten, Bonnen, Gesellschafterinnen, Krankenpflegerinnen, Kontoristinnen rc. nach England, Amerika oder sonst ins Ausland gehen wollen, mögen sich schriftlich an die obengenannte Adresse wenden und ihr Befähigungszeugnis beischließen. Das Wohltätigkeitsfest des Brigittenauer UnterMtzungsvereiues. Entgegen dem langjährigen Brauche, stets am Purimabend eine Maskenredoute zu veranstalten, arrangierte diesmal dieser humanitäre Verein am Sonntag den 27. März, in den Festräumen des „Hotel Savoy" auf der Mariahilferstraße einen Theaterabend mit anschließendem Tanzkränzchen. . Eine Schar von Kunstjüngern hat sich mit Begeisterung in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt und bereitete es eine wahre Herzensfreude, diese aufstrebenden Talente kennen zu lernen. Einer aas dieser Schar, Heinrich Ernst, zeigte sich den zahlreichen Festgästen in dreifachem Lichte, als Dichter, Darsteller und Rezitator. Herr Heinrich Ernst verfaßte einen ebenso schwungwie stimmungsvollen Prolog für diesen Abend, spielte in Felix Saltens „Der Ernst des Lebens" den alles negierenden, von der Scheinmoral als Ausbund stigmatisierten Hugo Freiherr von Neustift in tadelloser Weise und rezit erte sodann das Gedicht „Sturm" von Morris Rosenfeld in der Berthold Feiwel'schen Uebersetzung mit Leidenschaft und schöner Empfindung. Fräulein Lia Stör, als Hermine in Ludwig Fuldas „Unter vier Angen" entzückte durch ihr diskret ausgeglichenes, grazienhaftes Spiel. Alle anderen Mitwirkenden boten schöne Proben ihrer Talente. Gegen Mitternacht trat der Tanz in seine Rechte und bei den Klängen einer Regimentskapelle schwebten zahlreiche Paare über das Parquet des Ballsaales im „Hotel Savoy". X. 6b. Berichtigung. Im letzten Spcndenverzeichnis für den Rechtsschutz-Reservefonds der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" wurde irrtümlich eine Spende von 2 Kr. von Herrn Julius Theuen in Wien ausgewiesen. Wir berichtigen, daß Herr Julius , Theuen für den Rechtsschutz-Reservefonds den Betrag von 25 Kr. -gespendet hat und daß die ausgewiesenen 2 Kr. die Zahlung für den „Unionkalender" darstellen. Die ausgewiesene Gesamtsumme ist demnach zu korrigieren. Jüdischer Verein „Einheit". Die diesjährige Generalversammlung findet am 6. April a. e. um halb 8 Uhr abends im Turnsaale der Talmnd- Thoraschule, II., Malzgaffe 16 statt. Wie«. (Bethamidrasch „Montefiore", II.. Taborstaße 38.) Sonntag den 3. April a. c., abends halb 7 Uhr, findet ein Midrasch-Vortrag des Vereinsrabbiners Herrn Moritz Flesch statt. Gäste willkommen Austritte ans dem Judentum Vom 20. März bis 26. März 1910. Czerwenka Ernst, Disponent, geb. 22. Juli 1865, Wien, II., Adambergergasse 1 Durst Martha, Private, geb. 16! September 1887, Wien, IV. Bezirk Gusshausgasse 22. Koch Josefine, Rachel geb. Zehetgruber, geb. 24. Februar 1871, Wien, XII., Mandlgasse 18. Koch Sigmund, städt. Strassenbahn-Ivondukteur, geb. 3. Aug. 1867, Wien, XII., Mandlgasse 18. Löwy Franziska, Musiklehrerin, geb. 21. Oktober 1878, V., Schönbrunnerslrasse 60. Spergl Arthur, Bäckergehilfe, geb. 29. November 1883, Wien, IX., Liechtenstein.-trasse 108. Spiwak Moses, Artist, geb. 16. August 1879, (Odessa), II., Taborstrasse 18. Woog Hilda, Ladenmädchen, geb. 17. Februar 1890, (Linz), X., Gudrunstrasse 10. Waszkoutzer Emil, k. k. Milt. Kad, Accesist, VII!., Roter IJof 8. Wohlmuth Josefa, Artistin, geb. 16. Mai 1883, Wien, II., Praterstrasse 52, (Hotel Anstria). * * * Zum katholischen Glauben übertreten. Feni Franziska, geh. 7. Juli 1888, Wien. | laut Zuschrift Guttmann Maria, geb. 20. Nov. 1883, Wien. j deBudapeBtatB Pal Franziska, geb. Pattek, geb. 7 Aug. 1872, Wien. J is. s-pt. i9lo. Der Verband der israelitischen Religionslehrer an den Mittelschulen in Böhmen hält am 3. und 4. April 1910 im „Hotel Bristol" in Prag die IV. ordentliche Vollversammlung ab. Am 3. April um halb 8 Uhr abends findet im „Hotel Bristol" ein Begrüßungs- und Diskussionsabend statt, zu welchem folgende Herren Referate übernommen haben: 1. Herr Dr. A. K i s ch, k. k. Professor, Prag: „Die Resultate der modernen Naturwissenschaft und die Bibel." 2. Herr Professor Dr. I. H i r s ch, Karolinenthal: „Inwiefern kann und soll der jüdische Geschichtsunterricht konform mit dem Unt-rrichte der allgemeinen Weltgeschichte in den einzelnen Klassen eingerichtet werden?" 3. Herr Professor Dr. A. Deutsch: „Wie ist der hebräische Unterricht erfolgreich zu gestalten?' 4. Herr Dr. S. A r j e, Smichov : „Inwiefern soll man die apologetischen, ethischen und kulturhistorischen Momente des Judentums beim Religionsunterrichte heranziehen?" Nachod. Am 20. März d. I. hielt der Verein Chewra - Kadischa seine Generalversammlungab, mit welcher nach vielen Jahren wieder eine Chewrasude (ein Brüdermahl) verbunden war. Die Beteiligung war recht zahlreich, da auch viele auswärtige Mitglieder aus Eipel, Hrouov. Böhmifch-Skalitz und andere anwesend waren und auch neue Mitglieder dem Vereine beitrateu. Um 1 Uhr wurde im Tempel das Mincha- und Maskirgebet verrichtet, wobei Herr Rabbiner Dr. Sicher eine Rede hielt, die alle Anwesenden mit tiefer Rührungerfüllte. Hierauf wurde die Generalversammlung und das Mahl im großen Saale der israelitischen Kultusgemeinde abgeholten. Der Vorsteher, Herr Moritz Sommernitz, begrüßte die Gäste und verlas den Rechenschaftsbericht. Herr Ionas Lewith referierte über das zur Erbauung eines neuen Friedhofes angekaufte Grundstück. — Beides wurde genehmigt. — Während des reichhaltigen Diners herrschte eine animierte Stimmung, die die Gäste bis 6 Uhr abends beisammenhielt. Mit großem Beifall wurde die Rede des Kultusvorstehers, Herrn Jakob Wck, aufgenommen, der von