Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 13 (1.4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 13 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 825 eine persönliche Audienz anzusuchen, um ihm den Wunsch der amerikanischen Regierung wegen Anerkennung der amerikanischen Pässe, auch wenn deren Besitzer Juden sind, vorzulegen. Der Gesandte hat den strikten Austrag, mit aller Energie eine Form zu finden, durch welche die berechtigten Wünsche der Juden in Amerika in Erfüllung gehen können. Mit diesem Schritte will Präsident Taft das Versprechen einlösen, das er vor seiner Wahl den Juden im Newyorker East End öffentlich gegeben hat. Vermischtes. KranzablösuugSspenden zugunsten derChewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Cäcilie L ö w e n st a m m : Von Hofrat Pick X 10.—, Friedrich P ck 10.—, Jda Weiß 1<>.—, Ottilie Kurz 10.—, Helene Khuner 10.—, R gine Goldschmidt 10—, Artur Goldschmidt 10.—, Emil Goldschmidt 10.—, Richard Goldschmidt 10 —. Zusammen X 90.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Grete Spitzer: Von Leopold Stein X 20.— . Anläßlich des Ablebens des Alfred Wahle: Von Pauline Mayer X 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosalie Mondschein: Von A Blümel X 10.—, Frau Dr. Wächter 5.—, Julie Fleischer 3.—. Zusammen X 18 —. Anläßlich des Ablebens des sel.Ludwig E i s e n m a n n: Von Dr. M. Fried K 10.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Neschowsky: Von E. Zeiger X 20, Direktor Lustig 20, Max Reschowsky 30. C. Reschowsky 20, I. P. Schreyer 10, Heinrich und Hermine Friedmann 20, Salomon Reschowsky 10, Josef Reschowsky - 0. Zuiammen X 150. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Breue: Von Briider Mittler X 5. Anläßlich des Ablebens des sel Sigmund Wolf: Von Armin Bergl X 20, Hans Newikluf 20, Wilhelm, Bertha nnd Leni Ebertsheim 10, Siegfried Lehner 10, Dr. Adolf Merdinger 10 Heinrich Marso 5, Richard Teweles 10, Gustav Schleifer 10, P W [0, Gustav Holz 10, Ignatz K ein 10. Zusammen X 125. Wien. (O e st e r r e i ch i s ch - Israelitische Union.) Samstag den 9. April d. I., halb 8 Uhr abends, hält im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse 11, Herr Rabbiner Dr. M. Grunwald einen Vortrag über : „M arx-Las falle" und „W erner- Sombart". — Der für den gleichen Abend angekür.digte Vortrag der Frau Elise Jerusalem entfällt infolge cingetretener Verhinderung der Vortragenden. Handbuch für den Verwaltungsdienst der israelitischen Kultusgemeinde. Wie wir erfahren, beschäftigt sich ein Kollegium von Administrativbeamten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde mit der Herausgabe einer Sammlung jener Gesetze. Verordnungen, Entscheidungen und Erlässe, welche für den administrativen Wirkungsbereich der Kultusgemeinden von speziellem Interesse sind. In gesonderten Abschnitten sollen Kultus- und rituelle Angelegenheiten, der Religionsunterricht an Volks-, Bürger- und Mittelschulen, ferner Stiftungs-, Matriken-, Steuer-, Friedhof- und Gebührenwesen behandelt und durch die Beifügung von Mustervorlagen ein Handbuch geschaffen werden, das sowohl für die Vorsteher der Kultusgemeinde und der konfessionellen Vereine, als auch für Seelsorger, Lehrer und Rechtsanwälte ein höchst erwünschter Behelf zu werden verspricht. Wien. Die Generalversammlung des Wiener Jubiläums-Frauenvereines zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Frauen findet Samstag den 2. April, 8 Uhr abends, im „Hotel Europe", II., Asperngaffe, statt. Wien. Der Unterricht für Konfirmandinnen im Gemeindetempel, XV., Turnergaffe 22, beginnt Samstag den 9. April um 2 Uhr im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde, Turnergaffe 22. Der 70. Geburtstag des Dr. Gustav Koh«. Das Wahlbureau fortschrittlicher Bürger der Leopoldstadt hat dem Landesschulrate Dr. Gustav K o h n anläßlich deS 70. Geburtstages seine herzlichsten Glückwünsche entgegengebracht und beschloffen, einen namhaften Betrag der zu Ehren Dr. Gustav K o h n s zu errichtenden, seinen Namen tragenden Stiftung zu widmen. Das Wahlkomitee bittet auch die Wähler, fich an der Subskription für die Stiftung zu beteiligen. Sowohl das Wahlbureau der fortschrittlichen Partei („Hotel National", II., Taborstraße 18), sowie dessen Obmann Fabrikant Adolf H u p k a und die Gemeinderatskandidaten Börserat Julius Beer, Schätzmeister Karl H e l b i g, Redakteur Ernst K l e b i n d e r und Obmann des Ortsschulrates Karl M. Mayer nehmen Spenden entgegen. Die vom Bethausvorstande der Kultusgemeinde seinem Präsidenten gewidmete gottesdienstliche Feier wird Samstig deu 9. April in der Synagoge der Seitenstettengaffe abgehalten. Der Empfang der überaus zahlreich angemeldeten Gratulations- Deputationen ist für Sonntag den 10. April von 10 bis 1 Uhr mittags in der Wohnung des Jubilars, IX., Hahngaffe 25, angesetzt. Wien. (F r u g f e i e r.) Samstag den 2. April veranstaltet der akad. Verein „Jüdische Kultur" im Vereinslokale (II.. Blumauergaffe 20) anläßlich des 50. Geburtstages des berühmten jüdischen Dichters S. Frug eine interne Feier mit nachstehendem Programm: 1. Bb. Josef Weißmann, S. Fruz; 2. Bb. A. Wassermann, Rezitation von Gedichten Frug's; 3. Vereinschor, Vortrag von vertonten Gedichten Frug's; 4. Bb. M. Rath, Rezitation von Gedichten Frug's. Beginn präzise 8 Uhr. Gäste willkommen. Entree nur gegen Vorweisung von Entreekarten, die Samstag den 2. April von 2—3 Uhr nachmittags im Vereinslokale unentgeltlich erhältlich find. Wien. (Todesfälle.) „An der Art der Trauerfeier, die für einen Verstorbenen veranstaltet wird, erkennt man am besten dessen Wert und inneres Wesen." Nach diesen Worten unserer Weisen ließ sich auch ein Schluß ziehen aus der großen Zahl der Leidtragenden, die bei der Beerdigung des im Alter von 83 Jahren am Sonntag zu Grabe getragenen Herrn Moritz K n ö p f l m a ch e r, Altbürgermeister der Jsraelitengemeinde Holleschau, in der Zeremonienhalle des Zentralfricdhofes zugegen waren, auf die Würdigkeit und Beliebtheit des Verblichenen, der in der Residenz eine bestbekannte und wohlangesehene Persönlichkeit war und auch in den vornehmen Kreisen, nicht bloß bei seinen Fachkollegen, den Buchdruckereibesitzern, gerne gesehen und verdiente Wertschätzung genoß. Einer bekannten Patriz'erfamilie entstammend, die sich durch Vornehmheit und Wohltätigkeit auszeichnete, wandelte der Verewigte in den Spuren seiner Vorfahren a's ein treuer Sohn des Judentums, als Schätzer jüdischer Wissenschaft, als Freund jüdischer Gelehrter. Der einzige Sohr des Heimgegangener» Herr Adolf Knöpf! macher, vom Schmerze tiefgebeugt, folgt in religiöser Beziehung den edlen Traditionen des geliebten Vaterhauses und der altehrwürdigen Muttergemeinde. Möge er in der allseitigen Teilnahme Trost und Aufrichtung finden! — Unmittelbar nach der Bestattung dieses „Schätzers der Mischen Wissenschaft" wurde ein hochbetagter Lehrer, Dr. ^.Liebreich, der Erde wiedergegeben. Die liturgische Funktion versah Kantor Menkes Strauß Hierauf widmete im Aufträge der Kultusgemeinde und namens der Kollegen Herr Inspektor Dr Langfelder dem Heimgegangenen, der ein Alter von 86 Jahren erreichte, einen, seine Vorzüge» namentlich seinen Elfer für die Wiffenschaft und sein festes Gottvertrauen hervor hebenden Nachruf, der auf alle Anwesenden tiefen Eindruck machte. In Vertretung der Kultusgemeinde war auch Amtsleiter Brau n, ebenso Prediger Grün. Dr. S k r e i n u. A. erschienen. Jüdische Toynbee-Halle XX., Othmargaffe 46. In dankenswerter Weise hatte der Organist Herr M. Meuzer Samstag den 19. d. M. das Arrangement eines Konzertabends in der Toyabee-Halle übernommen, bei welchem er selbst als trefflicher Pianist sowohl in Konzertstücken als auch im Akkompagnement der Gesangsvorträge schönste Wirkung erzielte. Herrliche Stimmittel und große künstlerische Reife gab sich in den Gesangsvorträgen des Frl. Horowitz und des Baritonisten Weiß kund und die Rezitationen des Frl. Meuzer vervollständigten das geschmackvoll gewählte Programm. Dienstag den 22. d. M. füllte I. Grob, Kantor des Josefstädter Tempels den Abend mit dem Vortrage „jüdischer Dichtungen in Prosa und Gesang" aus. — Ein eigenartiger Künstler und eine eigenartige Kunst fanr da lebhafteste Anerkennung des Publikums, das die schöne Stimme des Vortragenden ebenso würdigte, wie die mustergiltige