Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-03-25 · 12 (25.3.1910) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
12 (25.3.1910)
Date
1910-03-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3020846-3021873-3021886--19152-3044118
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Gerte 214 Dr. Blochs Wochenschrift. *1. 12 Doch in der Stimmung des Abends glaubte Dawid gegen alle Tücken des Schicksals ankämpfen zu können. und ein leises Ahnen überkam ihn, daß auch in den Tiefen des Ghettos die Höhe einer reichen Kunst liegen könne: daß diese Verkannten und Weltfremden den Vorwurf zu jener Welt bieten könnten, die zu gestalten sein heißestes Sehnen war. Das dachte Dawid und als die Verträge zu Ende waren, drückte er Markus dankbar die Hand. „Sehen Sie, daß Sie mir Recht geben", sagte dieser. „Künstlerisch können wir jetzt zusammen gehen," gab Dawid zu. „Wir müssen Sie aber ganz 1 ür uns gewinnen", erwiderte Markus. „Ja, vielleicht werden wir uns jetzt besser verständigen", sagte Dawid schnell und ging mit seinen Gedanken hinaus in die Sommernacht. . . (Fo:tfetzung folgt) Literat»». Ozar Z srael. An Eneyelopedia of all matters courcering Jews aud Judaism, in Hebrew, complete in 10 volumes. Bd. III. 91t Id * Jork 1909. I. D. Elsensteiner 165 East Broadway. Daß es nächst der englischen Sprache, die in der „Jewish Eneyelopedia" zu Ehren kommt, die eigentlich berufene, die Sprache der Bibel samt ihrer naturgemäßen Fortbildung im Neuhebräischen ist, in der jetzt ein Realwörterbuch des gesamten Judentums erscheint, muß jeden traditionell gesinnten Juden mit Stolz und Freude erfüllen, wie es gleichreitig eine nicht geringe Kraftprobe des alten Idioms bedeutet. Nun ist ja allerdings schon durch die ganze langjährige Entwicklung des neuhebräischen Schrifttums und das Bedürfnis der hebräischen Journalistik auf dem Gebiete der hebräischen Sprachschopsung und -Anpassung an moderne Begriffe Erstaunliches und Achtunggebietendes zu verzeichnen. So unmittelbar hat aber gerade mit Hinblick auf die kurz erschienene „Jewish Encyclopcdia" das Hebräische noch nie zum Vergleich mit der Leistungsfähigkeit einer modernen, ja der modernsten Sprache herausgefordert und mit ihr ihre Kräfte gemeffen, wie in diesem prächtigen Werke. Und da zeigt es sich nun, daß die Sprache der Väter doch für die Gegenstände, denen ihr Denken und Dichten gegolten hat, noch immer die geeignetste ist. Sie liegt ihnen natürlicher, man fühlt sich darin mehr zubause. Es soll damit der unvergleichlich hohe Wert der englischen Encyclovädie des Judentums, dieses Ehrendenkmals der amerikanischen Judenheit, nicht rm Geringsten geschmälert werden. Ist es aber nicht wirklich angemessener, die Themen B o s s o r becholow, Gilluj Arojausu. v. a. in hebräischer als in einer modernen Sprache zu behandeln? Uebrigens fußt diese hebräische Encyclopadie zum Teil auf der englischen. Sie ergänzt sie durch wichtige Artikel, wie Bialik und andere Biographien Ir s. w. Wir können das Verdienst des Herausgebers nicht hoch genug anschlagen und wünschen ihm. daß er sein verdienstliches Werk planmäßig zu Ende führe. Ein Bürgschaft liegt ja schon darin, daß sie in Amerika, nicht bei uns, im altersmüden Europa erscheint. Im Einzelnen sei zu dem Artikel „Baunim chofschim“ (Freimaurer) bemerkt, daß auch das Paffierwort Uachhenak wohl aus Buchstaben der Worte: LIetd Chiram besaro nimmak (Tot ist Ehiram, sein Fleisch verdorrt ) gebildet sein dürfte. A. 8. Theobald Ziegler. Die geistigen und sozialen Strömungen des neunzehnten Jahrhundeits. (Das neunzehnte Jahrhundert in Deutschlands Entwicklung. Herausgegeben von Paul Schleniher. Bd. I.) 3. Auflage 9. Tausend. Berlin 1909. Georg Bondi. Brosch. M. 10.-, Lwd. M. 11.50, Halbfr. M. 12.50. Ein bewundernswertes Buch. Ein deutscher Patriot mit freiem weitem Gesichtskreis und warmfühlendem und der Gerechtigkeit redlich bcfliffenem Herren hat es mit dem Ticfblick des geborenen Psychologen und der Gestaltungskraft des echten Künstlers geschrieben. Mit uageschminter Entrüstung geißelt er die Mächte, die gefahrdrohend das deutsche Geistesleben zu umstricken suchen. Mit Widerwillen wendet er sich gegen die Judenhetze. Nicht ein Hauch gehässigen Vorurteils trübt sein Urteil über den Anteil der Juden an der Kulturarbeit des deutschen Volkes während des letztvergangenen Jahrhunderts. Daß auch ihm des getauft n Juden Stahl scholastische Spitzfindigkeit aus seinem einstigen Judentum herzustammen scheint, zeigt mir, welche Macht selbst über so erleuchtete Geister althergebrachte Schlagworte besitzen und ist eine Anklage gegen die Juden selbst, die so wenig für Aufklärmig über ihr eigenes Wesen tun. Männer wie Messer und Lasker mit ihrem echten ethischen Pathos könnten solche Urteile über das Judentum aus der Welt geschafft haben, wie es überhaupt ständige Regel werden sollte, niemals für die Schwächen getaufter Juden ihre Abstammung verantwortlich zu machen. Durch ihre Lossagung haben sie ja selbst der Unvereinbarkeit ibres Wesens mit dem jüdischen Mutterboden öffentlich Ausdruck verliehen. Das Buch verdient seinen großen bisherigen Erfolg in vollem Maße. Es sollte jedem Deutschen ein Führer durch die jüngste Geschichte seines Volkes werden. B. Elkan N Adler, Auto da Es and dsw. London 1908, fletry Frowde (Oxford Universiiy PressV Der weitgereiste und auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte weit bewanderte Autor gibt in dem frischen, flotten Ton, der seine Arbeiten so anziehend macht, eine vorzüglidie Statistik über die jüdischen Opfer der Inquisition, einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der Marranen. In diesen zum größten Teil zuerst in der „Jewish Q'iarterly Review" veröffentlichten Skizzen werden nahezu 2000 Autos' da Fö behandelt. Auch die Geschichte der Inden in England, David Reubeni, die jüdische Sekretärin einer Sultanin und andere interessante Gegenstände kommen zur Sprache. Im Ganzen ein höchst lesenswertes Buch. A. S. Leopold Graf von Kalckreuth. Mit einem Geleitwort von Al. Troll. Herausgegeben von der „Freien Lehrervereinigung für Kunstpfl-ge". Mainz 1910. Josef Scholz. Ein echt norddeutscher Künstler, vor den man nicht ein- und zweimal, sondern immer und immer wieder hintreten muß, um für ihn warm zu werden, aber dann auch nicht mehr von ihm lassen zu können. Das Wesen des Norddeutschen besten Schlages. B. Deutsche Maler 1910. 1. Wilh.'lm Trübncr, Düsseldorf. Verlag der „Rheinlande". Diese geschmackvoll ausgewäh.'trn Proben Trübuei'scher Kunst bieten eine anschauliche Geschichte seines Werdeganges. Wir lernen an» ihrer Hand den vortrefflichen Landschafter und Porträtisten in seiner meisterhaften Schlichheit schätzen. Der nahezu Sechzigjährige bleibt modern wie je. L. L’independance. Sermon . . par Armand Bloch, Grandrabbiu de Belgique, 1909, Biuxelles, 2 ins Joseph Dupont. Eine vortreffliche Ptffä'chpredigt, die als das erste Gebot des Judentums das des Unabhängigkeitsstrebens betont, aber sehr wnkjam die jüdische Jugend davor warnt, es dahin mißzuverstehen, daß Unabhängigkeit und Freiheit die Loslösung vom alten Glauben und Brauche der Väter bedeute. A. 8. Histoi ß abreode des Peuples de la Russie. Essai de Chronologie russe 1861 — 1894. Par Le Contre-Aimiral d’Abnour. Paris 1910. Ch. Delagrave, 15 rue Soufflot. Das Buch ist dem Andenken Alexanders 111. — „Le Pacificateur“ nennt ihn -der Verfasser — und der Kaiserin-Mutter von Rußland gewidmet. Es bietet eine brauchbare Uebersicht über die gesamte Geschichte Rußlands, die umso willkommener ist, als die slavischeu Quellen vielen unzugänglich sind. Von Juden und Judenzern wird n. a. p. 39 und 196 gehandelt. Ein Register wird vermißt. R. Nene Bücher. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für moderes Judentum. Herausgegeben von Leo W i n z. Verlag Ost und West., Berlin IV 8. Organ der Deutschen Konferenzgemeinschaft der „Alliance Jsraelite Universelle". Heft 3. 1910, X. Jahrgang. Inhalt: Die Parlamentswahlen in England. Oskar Haberer (mit 9 Illustrationen) Karl Schwarz. — Ludwig August Frankl. Zu seinem hundertsten Geburtstag (mit Porträt) Max Schacherl. — Die Juden von Jemen (mit 7 Illustrationen). Prof. Dr. Bacher. — Eine Spinoza-Gesellschaft? Constantin Brunner. — Der Schachwettkamvf um die Welt m ei st erschuft t.mit 3 Illustrationen) Tr. Emanuel Lasker. — Zur Geschichte der Schachwettkämpfe um die Mei st erschuft der Welt. Erich Kohn. Eine Berichtigung. -- Der Moloch (Trauerspiel in drei Aufzügen) von Leo Birinsky. — Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der „Alliance Jsraelite Universelle": Die siebente Tagung der Deutschen Konferenzgemeinschaft der Alliance Jsraelite Universelle. — Notizen: Die Neukonstituierung des Vorstandes der D. C. G. Kooptierung in das Zentral-Komitee. — Dr. Feilchenfeld. Die Israeliten in Kaserun. Jakob H. Schiff und Einwanderungskommissär Williams über die jüdische Einwanderung in Amerika. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin 0 2. An der Spandauerbrücke 15. Begründet von Dr. Arthur Ruppin. Redigiert von Dr. Brunno Blau. VI. Jahrgang. Heft. 3. März 1910. Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Dr. S. Weißenberg, Elisabethgrad. Das Städtchen Krasnopolje. 2. Dr. Felix T h e i l h a b e r, München. Beiträge zur jüdischen Rasser.froge. II. S t a t i st i s ch e s Archiv. Geburten und Stei befalle in Berlin 1905 und 1906. Geburten und Sterbefälle in Breslau 1906 und 1907. Austritte aus dem Judentum iu Wien in den Jahren 1903—1907. Eheschließungen in Amsterdam von 1899—1908. — Wohltätigkeitspflege in Amsterdam von 1906 und 1907. 111. Literatur. Die Juden im Heere. — Dr. L. Freund. Zur Geschichte des Ehegüterrechtes bei den Semiten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.