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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-03-25 · 12 (25.3.1910) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
12 (25.3.1910)
Date
1910-03-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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m&m csa Nr. 12 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 20 ten Milieus, prachtvoll im Ausdruck gedankenschwerer Köpfe. Kaufmann setzt autzerdem noch einen Ehrgeiz darein, mit feiner Pinselführung den Naturzauber des Materials heroorzubringen: Krestin, der jüngere Meister,'ist gewandt im Spiele des vollen Lichtes, läht die Sonne breit durch die Fenster scheinen, als wollte er die Sonne ins Ghetto rufen. Noch einen ersten jüdischen Künstler wollen wir bei dieser Gelegenheit hervorheben. Bewundernswert, wie jung und prächtig David Kohn bleibt: durch das glänzende Beispiel ein Lehrer der Iugend. Er zaubert mit dem ungefügen Rötel, bringt unzählige Nüancen und Farben heraus und die ganze heitere Seele des Menschen, den er porträtiert hat. Da gibt es leine Theatereffekte, das ist ein Bild, wie es sein muh und wir es mit den besten im ganzen Hause wetteifert. Der Kaper über die jüdischen Künstler. Bei seinem Rundgang am Eröffnungstage äuherte sich der Kaiser den jüdischen Künstlern gegenüber sehrliebenswürdig. Bei Isidor Kaufmanns „Am Sabbath" sagte er zum Maler, er habe schon zwei schöne Bilder von ihm auf dem Rundgang gesehen, auch dieses sei gut durchgeführt. David Kohns Porträt des Generaldirektors Günther fand durch die Porträtähnlichkeit großen Beifall und der Kaiser äuherte zum Künstler, dah es sehr mühevoll sein müsse, ein so sprechend ähnliches Porträt p schaffen. Der Monarch fragte auch nach der Technik. Ebenso lange sprach der Kaiser mit dem Maler Krestin bei seinem Bilde „Bibeleregrse". Er hörte, dah Krestin früher Professor an der Kunstgewerbeschule in Jerusalem war und wieder dahin zu reisen gedenke: er fragte, ob das Bild Porträt sei, worauf der Künstler meinte, es sei soweit Porträt, als es das Genrebild erlaube. Der Monarch wünschte dem Künstler glückliche Reise. IDom Jahrmarkt des Lebens. Eine Abordnung der rumänischen Juden bei König Karl. In der Bukarester jüdischen Zeitung „Curierul de Israelit" lesen wir, dah letzten Mittwoch vom König Karl von Rumänien eine Abordnung des Zentralkomitees der eingeborenen Juden, bestehend aus den Herren Dr. Adolf Stern und Dr. Mar Easter, in Audienz empfangen wurde, die dem König eine Denkschrift bezüglich der Lage der einheimischen Juden gegenüber den verschiedenen votierten Gesetzen, durch hie ihnen mehrere zivile Rechte genommen werden, überreichte. Die Abordnung beklagte sich ferner darüber, dah den Juden gegenüber fortwährend die gehässige Eidesformel morejudaico angewendet wird, obgleich derKassationshos sich zu wiederholten Malen gegen diese Eidesleistung. ausgesprochen hat. Dir Herren Delegiert in wiesen ferner auf die Unzukömmlichkeit hin, die darin besteht, dah viele ohne irgend welche Berechtigung sich erlauben, im Namen aller Juden zu sprechen und in den Blättern des Landes und des Auslandes zu schreiben. Um diesem Zustande der Dinge ein Ende zu machen, wurde in einer Versammlung der jüdischen Notabeln des Landes ein Zentralkomitee der Vertretung mit Komitees in der Provinz gewählt, das im Interesse des Landes in erster Linie dahin arbeiten wird, die Harmonie zwischen der christlichen und der jüdischen Bevölkerung wieder herzustellen, zu welchem Zwecke eine Tageszeitung herausgegeben werden wird. König Karl hörte die Ausführungen der Abordnung mit großem Wohlwollen an. Dieselbe Denkschrift wurde von Herrn I. B. Brociner, Bruder des Obersten Brociner und bekannten Wiener Schriftstellers Dr. Marco Brociner, dem Seuakspräsidenten, Herrn General Budisteanu, und von Herrn I. Sterian dem Kammerpräsidenten. Herrn Mihail Ferekide, überreicht. Die Leitung der obenerwähnten Repräsentanz der einheimischen rumänischen Juden besteht aus den Herren S. Halfon, Dr. Adolf Stern, I. B. Brociner, Max Gaster, Dr. Erdreich, I. Hussar, I. Sterian und Ing. Jacques Katz. Das Präsidium haben die Herren Dr. Ad. Stern und I. B. Brociner, dir sämtliche Aktenstücke zeichnen. Die Denkschrift wurde von vielen Tausenden einheimischer rumänischer Juden unterzeichnet. Die Lei tung beschäftigt sich nun mit der Vorbereitung für die Tageszeitung. Die Abordnung der Juden beim rumanifchrn Minifterprä,identen. Die Abordnung der eingeborenen Juden erschien am 19. März, mittags, in Bukarest unter Führung der Herren Dr.Adolf Stern, Präsident der Bukarester israelit. Kultusgemeinde, und Advokat Dr. Mar G a st e r, beim Ministerpräsidenten Ionel Bratiano. um ihm eine Denkschrift in der Frage der eingeborenen Juden zu überreichen. In. dieser Denkschrift wird der Standpunkt geltend gemacht, dah die eingeborenen Juden, die nicht fremde Staatsangehörige sind und im Lande den Militärdienst abgeleistet haben, zivilrechtlich nicht als Fremde betrachtet werden können und somit anläßlich des Inkrafttretens des neuen Industriegesetzes nicht den für die frein den Arbeiter und Angestellten geltenden Bestimmungen unterworfen werden können. Ministerpräsident Bratiano empfing die Abordnung in sehr wohlwollender Weise, nahm den Inhait der Denkschrift zur Kenntnis uno versprach, mit dem Industrieminister Orleans in Fühlung zu treten, um den berechtigten Wünschen der eingeborenen Juden Rechnung zu tragen. Auf Anraten des Ministerpräsidenten Bratiano, wird die Abordnung um eine Audienz bei König Karl a n s u ch e n. um auch dem Könige, der von den patriotischen Gefühlen der eingeborenen Juden überzeugt ist. diese Denkschrift zu überreichen. Eine Weltorganisation vertriebener rumänischer Juden. Mit einer interessanten und beachtenswerten Anregung tritt der Bankdirektor Alexander L a n d e s c 0 in Cincinnati vor die Oeffentlichkeit. In einem im „American Israelite" veröffentlichten Aufruf sagt Landesco u. a.: „Die Gewalttaten des Regimes Bratianu scheinen mir die geeignete Gelegenheit zu sein, eine Anregung zu machen. Ich denke nämlich, dah die stetig anwachsende Zahl der kultivierten und mehr oder weniger erfolgreichen Juden hier und in anderen Ländern sich zusammentun sollte, um in solchen Fällen eine geeignete Aktion einzuleiten. Sie sollten ein permanentes Komitee rumänischer Juden bilden, das an der Beseitigung der Rechtsbeschränkungen ihren Brüdern in der alten Heimat gegenüber arbeiten sollte. Die rumänischen Juden, die nach Amerika kommen, folgen gerne ihren glücklicheren Brüdern aus Deutschland und werden, kaum in der neuen Heimat angelangt und von materiellem Erfolge begleitet, so rasch amerikanisiert, dah sie für die Verfolgungen ihrer Brüder, die sie zuhause zurückgelassen, kaum mehr Interesse haben. Es mühte über die ganze Welt ein Kampfkomitee expatriierter rumänischer Inden gebildet werden. Dieses mühte mit den intelligenten und aufgeklärten Kreisen in Rumänien Beziehungen unterhalten und einen oernünf

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