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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-03-18 · 11 (18.3.1910) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
11 (18.3.1910)
Date
1910-03-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 11 Dr. Blochs Wochenschrift. Sette 1S1 fitzende eröffnet die Beratung um 6 Uhr 15 Min. Unter den Präfidialmitteilungen sind hervorzuheben: Die Spitalskommiffion hat sich konstituiert und den k. k. o. Univ.-Prof. Dr. Jakob Singer zum Obmann und Dr. Popper zum Obmann- Stellvertreter gewählt. Herr Bernhard Fischmann spendet anläßlich der Vermählung seines Sohnes Arthur 500 L und wird die Armenkommission beauftragt, Vorschläge rückfichtlich der Verteilung an Vereine und Private zu erstatten. Aus Anlaß von Trauerfällen in ihrer Familie spenden die Herren Max Erben und Dr. Alfred Ofner je 100 K für die Gemeindearmen. Herr MUDr. Otto Wiener erbittet sich, in dem der Vollendung entgegengehenden israelitischen Siechenhause die ärztliche Aussicht unentgeltlich zu übernehmen. Nach kurzer Debatte, an welcher die Herren Dr. K o h n e r, kaiserlicher Rat Fuchs, Dr. B a n d l e r, Finanzrat Dr. K o 8 e r a k, Professor Doktor Singer und der Vorsitzende teilnehmen, wird das Anerbieten des Herrn Dr. Wiener dankend zur Kenntnis genommen, aber eine Entscheidung in Bezug auf die ärztliche Aufsicht im Siechenhause einem späteren Zeitpunkt Vorbehalten. — In Erledigung der Tagesordnung wird die für den Religionsunterricht an tschechischen Schulen von Herrn Dr. Feder verfaßte Fibel auf Grund des erstatteten Gutachtens approbiert und dem Verfasser ein Beitrag von 100 K zur Herausgabe bewilligt. — Das Präliminare der israel. Beerdigungsbrüderschaft mit einem Erfordernis von 196.750 K (+ 27.050) und einer Bedeckung von 128.050 K (— 9700) wird ohne Debatte genehmigt. Die auf der Tagesordnung befindlichen Anträge auf Verleihung von Stiftungen werden im Sinne der Anträge des Referenten Herrn Dr. N. L. Kohner erledigt. — Das Bade-Hospital in Teplitz ersucht unter Darlegung der mißlichen finanziellen Situation dieses Instituts um Erhöhung der Subventionen von 200 auf 400 K für 1910. Dabei konstatiert das Gesuch, daß infolge Einstellung der Spenden bei der Lectio während der Hauptgottesdienste die Einnahmen des Hospitals eine bedeutende Einbuße erlitten haben. Herr Dr. Bendiener nimmt sich in wärmster Weise des Ansuchens der Hospitalverwaltung an und erklärt, durchaus nicht billigen zu können, daß die Tempelspenden bei der Lectio eingestellt wurden. In einem Kurort sei eine solche Maßregel gar nicht zu verantworten. Der Präses, Herr Dr. Rosenb a ch e r, unterstützt ebenfalls das Gesuch des genannten Badehospitals, darauf verweisend, daß Teplitz und Karlsbad keine Luxusbäder seien. Teplitz und Karlsbad seien Kurorte, welche nur von tatsächlich Leidenden ausgesucht werden und in welchen auch Heilung und Linderung des Uebels erreicht werden könne. Herr Dr. Markus Fischer befürwortet ebenfalls die Erhöhung der Subvention, wünscht jedoch nicht, daß von der Einstellung der Tempelspenden bei der Lectio eine Erwähnung getan werde. Die Repräsentanz nimmt jedoch die Fassung des vom Präses beantragten Passus des Antwortschreibens an, welchem zufolge die Gemeinde mit Befremden die Einstellung der Tempelspenden bei der Lectio zur Kenntnis genommen habe. Die Subvention wird einhellig auf 460 K erhöht. — Eine längere Debatte entspinnt sich über den Bericht der Rechtssektion und Spitalskommission, betreffend die Petition des Spitalbauvereins, bezüglich Zuweisung von Spitals-Stiftungskapitalien im Betrage von 52.000 K an den genannten Verein. Die genannte gemischte Kommiffion stellt den Antrag, die Repräsentanz wolle genehmigen, daß das Gesuch des Spitalbauvereins mit dem Beisatz befürwortend den Behörden vorgelegt werde, daß die Repräsentanz zustimmen und auch die Haftung für die Zinsen der Stiftungskapitalien übernehmen würde, wenn begründete Aussicht vorhanden ist, daß der übrige Aufwand des Baues beigestellt werde. Der Spitalbauverein verfügt dermalen über einen Fond von 200.000 K, so daß er mit der oben genannten Stiftungssumme über 252.000 K verfügen würde. Schließlich wird der eben zitierte Antrag der gemischten Kommiffion einhellig angenommen. — Ueber Antrag des Herrn W a l d st e i n wird beschloffen, den von Herrn Moritz Schick gespendeten Betrag von 5000 K für die Zwecke der Armenkommifsion zur Verfügung zu stellen. Hierauf, s/*8 Uhr, vertrauliche Sitzung. Der neue Preßbureauchef der ungarischen Regierung. Der ungarische Ministerpräsident Graf Khuen-Hedervary hat den Sektionsrat im Ministerpräfidium, Edmund Klein, zum Chef der Preßabteilung des Ministerpräfidiums ernannt. Der neue Leiter des Preßbureaus, der im Ministerpräfidium schon seit dreißig Jahren amtiert, ist einer der ältesten und verdientesten Beamten, ein begabter und erfahrener Publizist, dessen Sachkenntnis, Verläßlichkeit und Pflichteifer von allen politischen Parteien gewürdigt werden. Jntereffant ist die verbürgte Meldung, daß Sektionsrat Edmund Klein einst Jeschibah-Bochur war, die hebräische Sprache auch heute noch meisterhaft beherrscht und ein streng jüdisches Haus führt. TePlitzSchörrari. Die Direktion des israelitischen Badehospitales in Teplitz-Schönau, welche Anstalt ein Haus der Barmherzigkeit und wahrer Menschenliebe ist und seit dem Bestände (1831) 8219 arme, kranke in- und ausländische Israeliten gehegt und gepflegt, ihren Familien und der Menschheit wiedergegeben hat, sieht sich in ihrem 79. Jahresberichte zu dem schmerzlich traurigen Bekenntnisse bewogen, daß im Jahre 1909, in welchem 109 Kranke verpflegt wurden, mit einem Defizite abgeschloffen werden mußte und daß sich demgemäß das ohnehin sehr bescheidene Kapital um X 340.10 verringert hat. Welch trauriges Geständnis für eine Wohlfahrtsanstalt, welch schmerzliches Geständnis für eine Direktion und Krankenanstalt, in welcher sämtliche Funktionäre in der hochherzigsten und uneigennützigsten Weise ihres Amtes walten und sich in der Aufopferung zum Wohltun gegenseitig überbieten, woselbst die schwersten menschlichen Gebreste unserer armen Glaubensgenossen in liebevollster Weise gelindert werden. Es muß das Herz eines jeden edel denkenden und fühlenden Menschen und insbesondere jüdischen Glaubensgenossen mit Schmerz erfüllen, wenn ein solcher Notruf erschallen, ein solcher Hilferuf ertönen muß, wenn die bange Sorge sich einschleichen muß, daß die Aufnahme reduziert und vielleicht viele Hilfesuchende abgewiesen werden sollen, weil die Mittel der Erhaltung und Verpflegung unzureichend seien. Soll ein solcher Hilferuf nicht gehört, nicht verstanden werden? Sollen die Aermsten der Armen die letzte Hoffnung, die Hilfe, eine Linderung ihres schweren Leidens vermissen, weil einige hundert Kronen fehlen, um ihnen ihre Gesundheit wieder zu geben, ihr Leben zu verlängern, um für die Ihrigen das Brot erwerben zu können? Das gute jüdische Herz, das immer und zu allen Zeiten für die Leiden ihrer Stammesgenoffen ein williges Ohr und eine freigebige Hand beseffen, und sich, wo immer es nötig war, der armen verlassenen und dazu kranken Brüder und Schwestern hilfreich angenommen hat, wird gewiß in Kenntnis der Sachlage wieder da eingreifen, wo es am meisten nottut und wo es gilt, den Hilfesuchenden einen Rettungsanker zu reichen, an welchem sich die Enterbten des Lebens klammern können, Ihnen neue Hoffnung zu bringen und der Verzweiflung zu entreißen. Es ist die Ehrenpflicht eines jeden Juden, welchem es durch Gottes Gnade beschieden ist, seine Hand dem Wohltun zu öffnen, hier tatkräftig einzugreifen, und ich appelliere an den Wohltätigkeitsfinn meiner Glaubensgenoffen, das Haus der Barmherzigkeit, das israelitische Badehospital in Teplitz-Schönau zu stützen, damit es nicht wanke und seine Mission, sein barmherziges Werk erfüllen und fortsetzen könne, zum Wohle der armen kranken in- und ausländischen Israeliten. Juden in der kaiserlich ottomanischen Bank. Die kaiserlich ottomanische Bank weist eine Anzahl höherer jüdischer Funktionäre auf, die bei der Generaldirektion in hohem Ansehen stehen. Es wird ihnen nicht nur große Sachkenntnis, sondern auch besondere Arbeitsliebe nachgerühmt. In jüngster Zeit erst wurde der gewesene Vizedirektor der Filiale in Aleppo, Leon Levy, zum Direktor der Filiale in Jaffa ernannt. Ferner wurden ernannt: Paul Moulia zum Direktor der neugegründeten Abteilung in Baliteffer, I. Alguaditch zum Direktor in Sivas und Edgar Levy zum Kontrollor in Savas.

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