Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 9 (4.3.1910)
- Date
- 1910-03-04
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette 164 Dr. Vlochs Wochenschrift. Nr. 9 wünsche des Kultusvorstandes, worauf Obermagistratsrat Afperger die Gratulationen des Präsidiums der Wiener Stadtgemeiude zum Ausdrucke brachte. Beide Reden fanden beim zahlreichen Publikum lebhaften Beifall. Das Jubelpaar war während der ganzen Feier Gegenstand herzlicher Ovationen. Wien. (Hebräischer Konversationsklub „I v r i a h", Cafe Brammer, IX., Liechtensteinstraße 1.) Am 5. d. M., halb 8 Uhr: Diskussion über Oppenheimers Auffassung von Stamm und Nation. Wien. (Israelitischer Tempel - Verein für die Bezirke Wieden und Margarethen in Wien.) Anläßlich des 60. Geburtstages unseres verdienten Obmannes und Ehrenmitgliedes Herrn Adolf H o f m a n n findet Samstag den 5. März l. I. im Vereinstempel, V., Margarethenstraße 73, ein feierlicher Gottesdienst mit Festpredigt statt. Die kantorale Funktion bei diesem Gottesdienste — und auch Freitag abends — wird der für den neuen Vereinstempel bestellte I. Kantor Herr Simon Weiß versehen. Der Schriftführer : Der Obmannstellvertreter: Franz Frankl. Ignaz Taufsik. Verein der Sabbatfreunde. Am 24. Februar d. I. veranstaltete der Verein der Sabbatftevnde einen Vortragsabend, welcher glänzend besucht war. Am Vortragstisch erschien Herr Rabbiner Jakob Hoffman« aus Kostet, der in ebenso tiefdurchdachter wie formvollendeter Weise über das Thema: „Die Bedeutung des Sabbat im jüdisch-religiösen Leben" sprach. Redner gliederte seinen Vortrag in zwei Teile, in einen theoretischen und praktischen und erörterte in äußerst interessanten, von lebhaftem Beifall begleiteten Ausführungen die Wichtigkeit und Bedeutung der Sabbatidee. Der Vortrag wird übrigens demnächst zu Propagandazwecken in Druck gelegt und ist vom Verleger oder durch die Firma Jos. Schlesinger. Wien, zu beziehen. Das Reinerträgnis wird zugunsten des Vereines, der Sabbatfreunde verwendet. Wien. Mittwoch den 9. März 19 10 hält Herr A. Lllbetzky im Vereinölokalc des akademischen Vereines „Jüdische Kultur" (II.. Blumauergasse 20) einen Vortrag über „die Jüdische Literatur". Beginn 8 Uhr abends. Gäste herzlich willkommen. Wien. Das Vorbereitungskomitee des „Hasomir", Verein zur Förderung der jüdischen Literatur und Kunst, veranstaltet am 7. März 1910 im Saale des jüdischen Theaters (II., Taborstraße „Hotel Stefanie") einen literarischen Abend, bestehend aus: 1. Gesangsvorträgen. 2. Conference. 3. Schalom Asch; „Zurikgekimen", Schauspiel in zwei Akten. Karten zu L 3, 2, 1.40, 0.80 sind zu haben: Bei H. M. Hammer, I., Rotenturmstraße 26; im „Cafe Marienbrücke", I., Rotenturmstraße; im „Cafe Mocca", I., Schottenring 12; im „Cafö Stefanie", Stefaniestraße. Wie«. (Beth-Hamidrasch-Talmud-Thora. II.. Malzgasse 16.) Freitag den 4. März l. I., abenls halb 8 Uhr, Vortrag Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Schenk. — Samstag den 5. März l. I., nachmittags 3 Uhr, Vortrag des Herrn Rabbinats- Kandidaten Bäla Fischer. Thema: „I b n Esra und Nachmani's Exegese zum Wochenabschnitte." Wien. (Verein „Achwa Jüdische Brüder".) Das neue Lokal des Vereines „Achwa Jüdische Brüder" zur Ausspeisung unbemittelter Juden aus Galizien und Bukowina, Wien, II., Herminengasse 8 ist beretts vollständig fertiggestellt und wird in den nächsten Tagen bezogen werden. Das neue Lokal besteht aus sechs großen, hellen Räumen, außer einer sehr geräumigen, mit allen modernen Behelfen ausgestatteten Küche. Der Verein „Achwa", der schon heute täglich durchschnittlich 300 Portionen gegen sehr billiges Geld verabreicht, wird in seinem neuen Lokale, dessen feierliche Einweihung demnächst stattfinden soll, den an ihn gestellten, sich täglich steigernden Ansprüchen in viel erhöhterem Maße nachzukommen in der Lage sein. Wie«. Die Lese- und Nedehalle veranstaltet, wie alljährlich, einen Kurs zur Vorbereitung für die jndiziellen Prüfungen (Staatsprüfung und Rigorosen. Juli-Oktober-Termin). Der Kurs, dessen bebewährter Leiter unser A. H. Herr Dr. Rudolf Rosner ist, beginnt Montag ton 7. März und dauert vier Monate. Mündliche und schriftliche Anmeldungen zu diesem Kurse werden vom Präsidium der Halle entgegengenommen. Die Vorbesprechung der Jntereffenten findet Sonntag den 6. März, 11 Uhr vormittags, im Lokale der Halle (IX., Hahngaffe 15) statt. .Die Teilnahme an diesem Kurs steht auch Nichtmltgliedern frei. Wieu. Der „Erste Jüdische Turnverein in Fünfhaus", der sich in den westlichen Bezirken Wiens einer großen Popularität und Beliebtheit erfreut, feiert Samstag den 19. März d. I. in Weigl's Dreher-Park (Katharinenhalle) das Dezennium seines Bestandes durch Abhaltung eines Gründungsfestes mit Schauturnen und anschließendem Tanzkränzchen. Karten sind erhältlich: Am Turnplatz von 8 bis 9 Uhr abends; bei den Vereinsmitgliedern; im „Cafs Raimundhof" VJ., Wallgasse, und an der Abendkassa. Telephonische Bestellungen nimmt Herr Rudolf Elkan unter Nr. 7228 entgegen. Wien. (Voranzeige.) Der „Humanitäre Verein der Mattersdorfer" in Wien veranstaltet am 27. März d. I. (Ostersonntag) in den Prachtsälen des Hotel „Bayrischer Hof« eine Wohltätigkeitsakademie mit anschließendem Tanzkränzchen. Im Interesse der vielen Armen und Kranken, die sich in ihrer Not an den Landsmannverein wenden und stets unterstützt werden, ist diesem eminent wohltätigen Vereine eine recht zahlreiche Beteiligung an seinem Festabende zu wünschen. Das rührige Vergnügungskomitee hat schon für sehr gute Militärmusik und für ein amüsantes Akademieprogramm gesorgt, infolgedessen der Kartenvorverkauf schon jetzt recht lebhaft ist. Wie«. Die im Verein „L i v i a s Che n" II., Stefaniestraße 2 (Stefaniehof) jeden Samstag um halb 4 Uhr nachmittags stattfindenden Vorträge des Herrn Abraham Landmann erfreuen sich infolge der Eigenart dieses mit modernen Wissen ausgestatteten Gelehrten, die Bibelexegese mit eingestreuten geistreich pointierten und witzigen Melizes zu würzen, anch bei den einheimischen Juden durch seine anziehende Vortragsweise einer immer größer werdenden Beliebtheit. Freunde des jüdischen Schrifttums seien auf diese Vorträge besonders aufmerksam gemacht. Jüdische Toynbeehalle. XV., Herklotzgasse 21. Samstag den 5. März, 7*/, Uhr abends hält Profeffor Otto Simo« einen Vortraa über das Thema: „Zufall und Notwendigkeit". — Unter der bewährten Leitung der Frau Profeffor Funk-Freu«d fand am 19. v. M. ein großer Konzertabend statt, bei welchem einigen Schülerinnen der trefflichen Gesangsmeisterin Gelegenheit geboten war, Proben ihrer schönen Kunst zu bieten. Mit einem Klaviervortrage des Fräulein Margit Schwarz begann das Konzert. Fräulein Schwarz verbindet mit einem gut geschulten Anschläge ein feines künstlerisches Verständnis. Fräulein Helene Frschbei« bolte sich mit dem Vortrage von Goldmarks „Quelle" wohlverdienten Beifall. Die junge Sängerin darf mit dem Bewußisein, eme schöne Stimme und tüchtige Schulung zu besitzen, getrost ihrer künstlerischen Zukunft entgegensehen. Gle ches Lob verdient Fräulein Helene Fock» die Hildachs herrliches Lied „Der Lenz" zum Vortrage brachte Ein Meisterstück, das all? Zubörer gefangen nahm, war der Vortrag des Quartettes aus der „Zauberflöte" durch Fräulein Fischbein, Frau Irene Matuschka Frau Madeschta Römer und Fräulein Frieda Helmer. Jn^b sondere Fräulein Helmer, die sich noch durch den Vortrag von Einzelliedern stürmischen Beifall holte, verdient ob ihrer herrlichen Stimme und ausgeieichneten Schulung besondere Hervorhebung. Auch Fräulein Ella Löwit fand nach dem schönen Vortrag des Momrtschen Liedes „D 's Veilchen" reichen Beifall. Der Dirigentin Frau Funk-Freund und allen Mitwirkenven wurde seitens der Leitung der Toynbeehalle in herzlichsten Worten der Dank ausgesprochen, den das dankbare Publikum lebhaft akkl imierte. Die Vorträge finden jeden Samstag abends statt. Eintritt frei. Beginn genau halb 8 Uhr abends. Anmeldungen von Mitwirkenden für den künstlerischen Teil sind zu richten an Herrn k. k. Kommerzialrat Leopold Baß, XII., Schönbrunnerstraße 209. Am 26. Februar sprach Herr Hof- und Gerichtsadvokat Doktor Karl Lifezis über das Thema „Staat und Religion unter Berücksichtigung des Judentums". Der ausgezeichnete Redner fesselte durch seine geistreichen, wie aktuellen Ausführungen die Zuhörer. Vorher rezitierte Herr Hugo Walter die Rede des Antonius aus „Julius Cäsar". Jüdische Toynbeehalle XX., Othmargaffe 46. Das dieswöchentliche Programm wurde wie folgt f stgesetzt: Samstag den 5. d. M. Konzert, Arrangement Frau Else Freund- Funk. — Sonntag den 6. d. M. „Vom altjildffchen Handel" (mit Lichtbildern.) Professor Dr. S- Kraus- — Montag den 7. d. M. „lieber Kindersterblichkeit und Säuglingsfürsorge". Dr. Heinr. Grün. — Dienstag 8. d. M. „Die Ehe in ihren Beziehungen zur Volkswirtschaft". Dr. Alois Schwarz. — Mittwoch den 9. d. M. „Italienische Kunst (II.) Michel Angelo (mit Lichtbildern.) Professor Dr. Ludw. Singer. — Do nerstag den 10. d. M. „DaS Judentum im Lichte der Moderne." Zyklus. (Schluß.) Rudolf Beck. — Freitag den 11. d. M. Bibelvortrag. * Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerlen wolle man an den Obnnnn Herrn Dr. I. Saumely, Wien, I. Bez« Fischerstiege 6, gelangen lassen.