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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-03-04 · 9 (4.3.1910) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
9 (4.3.1910)
Date
1910-03-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 9 r Dr. Blocks Wochenschrift. Sette 163 licher Grund dieser mangelnden Berücksichtigung des Vereines liege darin, daß die seitens des letzteren an den Kultusvorstand wiederholt gestellte Bitte um Aufnahme in die Spendentafeln der Gemeindetempel bisher nicht erfüllt wurde, trotzdem das Wirken des Vereines von maßgebender Seite des Kultus Vorstandes wiederholt anerkannt und die Erfüllung der Bitte in sichere Aussicht gestellt wurde. Der Präsident apostrophiert schließlich die anwesenden Vertreter des Kultusvorstandes, dieselben mögen das heute neuerdings wohl in der höflichen Form einer Bitte, aber mit aller Entschiedenheit gestellte Ansuchen um Aufnahme des Vereines in die Spendentafeln an geeigneter Stelle wärmstens befürworten. Der vom Sekretär Dr. M. L ö w y erstattete ausführliche Bericht konstatiert, daß der Verein im abgelaufenen Jahre über K 8000 für Bekleidung und Barunterstützungen verausgabt hat, welche Beträge zum großen Teile durch Spenden der Mitglieder und Veranstaltungen zustande gebracht wurden. Nach Verlesung des Kassaberichtes durch Herrn Kassier Isidor Goldblatt ergänzte Herr Schriftführer Gustav Planer die Statistik des Vereines mit einigen Bemerkungen. Hierauf sprachen die Herren Kultusvorsteher Adolf Schrame! und Dr. Markus Spitzer, die beide den Verein der größten Sympathie des Kultusvorstandes versicherten und sein Wirken rückhaltlos anerkannten. Daß die Bitte des Vereines betreffs der Spendentafeln bisher nicht erfüllt wurde, sei keineswegs als Geringschätzung aufzufassen, sondern dadurch zu erklären, daß auch von zahlreichen anderen Vereinen das gleiche Ersuchen vorliege und der Kultusvorstand nicht leicht eine Ausnahme machen könne. Nach dem Berichte des Revisors Herrn Ferdinand Popper wurde hierauf dem Vorstand das Absolutorium erteilt und der Bericht einstimmig genehmigt. Ueber Antrag des Herrn Moritz Bon di wurden die Wahlen per Akklamation vorgenommen und in den Vorstand wiedergewählt die Herren: Isidor Schwarz, Carl Fuchs, Gustav Planer, Alois Theumann, Josef Flesch, Edmund Hof mann und Anton Schneider; als Revisoren die Herren: Leo Deutsch, Florian Haas und Ferdinand Popper. Nach Erledigung der Tagesordnung hielt Herr Rabbiner Dr. I. Taglicht einen höchst anregenden Vortrag über die Bedeutung und den Wert des Gebens und Vermittelns von Wohltaten, der von den Anwesenden mit reichem Beifalle ausgenommen wurde. Mit einem Danke an den Vortragenden sowie an seine Mitarbeiter im Vorstande schloß der Vorsitzende die Versammlung. Bei der hierauf unter dem Vorsitze des Alterspräsidenten im Vorstande, Herrn Moritz B r e i t n e r, folgenden Konstituierung des Vorstandes wurden die bisherigen Funktionäre einstimmig wiedergewählt. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien.) Am Sonntag den 6. d. M. um 7 Uhr abends hält der Verein im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgaffe 9, folgende zwei hochinteressante Vorträge ab: 1. Vortrag des Hof- und Gerichtsadvokaten Doktor Richard Preßburger: „Aus der Mappe eines Verteidigers" und 2. führt die Wiener Urania in 100 ihrer schönsten kolorierten Skioptikonbildern „Eine Dampferfahrt um das mittelländische Meer" vor. Eintritt nur gegen Vorweis von Einladungskarten. Für die Vereinsleitung: Der Schriftführer Franz Frankl. Wien. (Kaiserlicher Rat Siegfried Schweinburg.) Dem Kanzleidirektor des Niederösterreichischen Gewerbevereines Siegfried Schweinburg ist der Titel kaiserlicher Rat verliehen worden. Umfaffende Kenntnis aller Sach- und Personalverhältniffe auf industriellem und gewerblichem Gebiete, rastloser Fleiß sowie ein sehr gefälliges Wesen find in der Person Schweinburgs vereint. Jüdischer Schulverein für den IX. Bezirk. (IX. Vereinsjahr.) Am 20. Februar l. I. fand die Generalversammlung des Jüdischen Schulvereines für den IX. Bezirk unter Vorsitz des Ehrenpräsidenten Herrn Dr. Gustav Kohn, Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde, statt. Ueber den Jahresbericht entspann sich eine angeregte Aussprache, in der allseitig die Befriedigung über die erreichten Fortschritte, sowohl in der Frequenz der Anstalt, als auch über die finanzielle Gebahrung zum Ausdrucke gebracht wurde. Die Mitglieder-Beiträge und Spenden sind im Berichtsjahre um zirka X 300 gestiegen. Die Schülerzahl betrug 130. Dem Vorstande wurde das Absolutorium einstimmig erteilt, dem löblichen Vorstande der israelitischen Kultnsgemeinde wurde für die munifizente Förderung des Vereines der Dank votiert. Die vom Vorstande vorgeschlagenen Statutenänderungen wurden einstimmig angenommen. In den Vorstand wurden neugewählt: die Herren Dr. Siegfried Halberstamm, S. Samueli, I. Weiß und S. Weiß. Frau Dr. Wilh. Hersch hat zum Andenken an ihren Gemahl, Herrn Dr. Wilhelm Hersch in Meran, dem Vereine eine Widmung von L 200 zugewendet, wofür derselben protokollarisch der Dank der Generalversammlung ausgesprochen wurde. Der verstorbenen Mitglieder wurde in einem warmen Nachrufe gedacht. Schließlich wurde den Förderern unserer Freibibliothek für Spenden an Büchern und Zeitschriften der Dank ausgesprochen. Zur Erhaltung und dringend nötigen Erweiterung der Lehranstalt bedarf der Verein größerer Mittel und werden alle unsere wohltätigen Glaubensgenoffen gebeten, denselben zu unterstützen. Wien. Am 22. v. M. ist Herr David Hör Witz, Obmann des Bethausvereins „Schön-Latern-Schul", der nach kurzem Leiden im Alter von 83 Jahren gestorben ist, unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen worden. Bei dem Leichenbegängnisse waren Vorsteher der Kultnsgemeinde und Delegierte von vielen Bethausvereinen und Wohltätigkeitsiustitutionen erschienen. Herr Rabbiner Dr. Bach hielt demselben einen warmempfundenen Nachruf und hob unter Anderem auch hervor: Der Verstorbene hatte eine schwere Aufgabe übernommen und sie im Leben ehrlich durchgeführt, er hatte nämlich die Verpflichtung, als ältester Sohn des seligen Rabbiners Horwitz, deffen Namen in seinem Glanze zu erhalten, jenes Mannes, der nicht nur durch seine Gelehrsamkeit, sondern durch einen untadelhaften Charakter eine Leuchte Israels war. Dem Namen, der ihm solche Verpflichtungen auferlegte, ist von ihm in vollem Maße Rechnung getragen worden. Heute noch gedenkt die Gemeinde in Brody in dankbarer Verehrung, des Verewigten, der daselbst ein Spital gründete und eine Musterfchule ins Leben rief. Hier in Wien war es ihm vergönnt, lange Jahre an der Stelle, wo sein seliger Vater lehrte, Obmann des bewährten Bethausvereines „Schön-Latern-Schul" zu sein. Sein Name ruft das Andenken seines großen Ahnen uns in Erinnerung, deffen berühmtes Werk „Die zwei Tafeln des Bundes" benannt ist. Der Verstorbene hat die Pflichten gegen Gott und gegen die Menschen, die die Bundestafeln uns lehren, in schönster Weise erfüllt und hochgehalten. Wien. Sonntag den 6. März findet im Deutschen Volkstheater eine Nachmittagsvorstellung zu Gunsten des Rekonvaleszentenheimes „Philantropia" statt. Zur Aufführung gelangt das zugkräftige Lustspiel „Vater" mit Herrn Thaller in der Titelrolle. Die noch vorhandenen Karten find an den Tagestaffen des Deutschen Volkstheaters zu haben. Wien. (Verlobung.) Fräulein Sarah Donath, Tochter des Herrn Edmund Donath in Wien, hat fich mit Herrn Siegmund Benedikt in Nagymarton verlobt. Wien. Ober-Ingenieur Ernst B r o d der k. k. österr. Staatsbahnen-Direktion in Wien, Sohn des Fabrikanten Herrn S. Brod in Wien, hat fich mit Fräulein Lilly Meisel, Tochter des Fabrikbesitzers Herrn Karl Meisel in Zlin, verlobt. Wien. (Trauung.) Sonntag, den 6. März 1910, uni 121/2 Uhr mittags, findet im israelitischen Tempel in Baden bei Wien die Trauung des Fräulein Lili Adler aus Graz, Tochter des Herrn Ignaz Adler mit Herrn Emil Neurath statt. Wien. (Diamantene Hochzeit.) Samstag den 26. Februar fand im Leopoldstädter Tempel im Rahmen des Gottesdienstes, die diamantene Hochzeit des Ehepaares Salomon und Julie H o f f m a n n statt. Der Jubilar ist 88 Jahre alt und war durch mehr als dreißig Jahre Vertreter der Brunner Brauerei. Die Jubilarin ist 86 Jahre alt. Beide find noch sehr kräftig und geistesfrisch. Aus Anlaß der Jubelfeier war der Tempel bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Als der Jubilar zur Thora gerufen wurde, trug Oberkantor Bela Guttmann einen von ihm selbst für diese Gelegenheit verfaßten Mischeberach in meisterhafter Weise vor, worauf Rabbiner Dr. Schmidt an den Jubilar eine tiefempfundene Rede richtete. Nach dem Gottesdienste fand die Feier im Zeremonienfaale deS Tempels eine würdige Fortsetzung. Präsident der Kultnsgemeinde DoKor Alfred Stern verdolmetschte in beredten Worten die Glück'

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