Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 9 (4.3.1910)
- Date
- 1910-03-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Dr. Blochs Wochenschrift. Sette 189 baldmöglichst zu beheben, man möge deshalb die Neuwahl verschieben. Es entwickelte sich sodann eine Geschäftsordnungsdebatte, worauf im Sinne der Vereinsstatuten zu der Neuwahl geschritten wurde: dieselbe ergab als Resultat die Wiederwahl sämtlicher früheren Vorstandsmitglieder, von denen aber die anwesenden sich hie statutenmäßige achttägige Bedenkzeit betreffs Annahme oder Ablehnung des Mandates vorbehielten. Tempelbauverein des VIII. Bezirkes der Stadt Wien. Am 20. Februar d. I. wurde in der Zeremonienhalle d s Josefstädter Tempels VIII., Neudeggergasse 12, die diesjährige ordentliche Generalversammlung dieses Vereines abgehalten. Zu derselben halten sich eingefunden, in Vertretung der israelit. Kultusgemeinde Herr Kultusvorsteher Adolf Schrame?, Herr Kultusvorsteher S. Steiner, der Gesamtvorstand des Vereines, sowie zahlreiche Mitglieder und Gäste. Nachdem der Präses, Herr Hermann V e ck. die Versammlung eröffnete und die Erschienenen, namentlich die Vertreter der Kultusgemeinde und den Rabbiner des Vereines, Herrn Dr. Bau e r. begrüßt hatte, erteilte er dem Schriftführer des Vereines, Dr. Sigmund Goldberger, das Wort zur Erstattung des Rechenschaftsberichtes. Herr Dr. Goldberger gedenkt vorerst des ^verstorbenen Ehrenpräsidenten Herrn Wilhelm Beck und hebt rühmend die Verdienste hervor, die sich der Verblichene um die Erhaltung des von ihm vor zirka einem halben Jahrhundert gegründeten Vereines erworben batte. Er erstattet sodann Bericht über die Gebarung des Vereines im abgelaufenen Jahr, der von der Versammlung zur Kenntnis genommen und dem, da die Revisoren die ordentliche Gebahrung bestätigten, das Absolutorium erteilt wurde. Der Vertreter der Kultusgemeinde Herr Schrame? gibt seiner Freude über die segensreiche Tätigkeit des Vereines und über das einträchtige und harmonische Zusammenwirken der ganzen Gemeinde Ausdruck und verspricht, ein treuer Dolmetsch der berechtigten Wünsche, die ihm bei dieser Gelegenheit vorgebracht wurden, bei dem Vorstande der Kultusgemeinde zu sein. Bei den vorgenommenen Wahlen wurden die ausgetretenen Ausschußmitglieder, die Herren Architekt Leopold Fuchs, Josef Mittler. Hermann Pollak, Samuel Sidon, kais. Rat Dr. Ludwig Weiß, ebenso als Revisoren die Herren Salomon Bauer, Jg. N o s e nbaum und Philipp Weiß wiedergewählt'/ Nach einer kurzen Ansprache des Rabbiners Herrn Dr. Bauer wurde sodann die Versammlung geschlossen. Verband zur Unterstützung armer isr. Wöchnerinnen Ausweis über die Hilfstätigkeit des Verbandes in der Zeit vom I. Jänner bis 31. Dezember 1909. Ansuchen wurden von 585 Petentinnen eingebracht. Hievon wurden 547 Petentinnen zur Unterstützung bewilligt. Die bewilligten Unterstützungsfälle verteilen sich auf die einzelnen Monate des Jahres 1909 wie folgt: Jänner 62, Februar 43, März 56, April 35, Mai 32, Juni 34, Juli 51, August 43, September 50, Oktober 48, November 47, Dezember 56 Petentinnen. Die bewilligten Unterstützungsfälle verteilen sich auf die einzelnen Bezirke, bezw. Verbands vereine wie folgt: I. Bezirk (Isr. Fräuen-Wohltätigkeitsverein) 5, II. Bezirk (Isr. Frauen-Wohltätigkeitsverein für Hausarme) 53, II. Bezirk (Isr. Frauen- Wohltätigkeitsverein p Zuflucht“) 139, III. u. X. BeZi (Frauen-Wohltätigkeitsverein „Providentia“) 28, , IV. und V. Bezirk (Isr. Frauen-Wohltätigkeitsverein für die Bezirke IV und V) 5, VI. und VII. Bezirk (Isr. Frauen-Wohl tätigkeitsverein für die Bezirke VI und VII) o, VIII. Bezirk (Isr. Frauen- Wohltätigkeitsverein „Josefstadt“) 1;. IX. und XIX. Bezirk- (Isr. Frauen-Wohltätigkeitsverein „Frauenhort“) 12, XI. Bezirk (Isr. Frauen-Wohltätigkeitsverein „Simmering“). 1, XII.—XIV, Bezirk Isr. Frauen-Wohltätigkeitsverein im Bezirke Sechshaus) 33, XVI. und XVH. Bezirk (Isr. Frauen-Wohltätigkeitsverein für die Bezirke XVI U.XVII) 33, XVIII. Bezirk (Isr. Frauen-Wohltätigkeitsverein für den XVIII, Bezirk) 5, XX. Bezirk (I. Brig. isr. Frauen- Wohltätigkeitsverein) 229, XXI. Bezirk (Isr. Frauen-Wohltätigkeitsverein „Floridsdorf*) 3 Petentinnen. Von den verschiedenen Arten von Hilfeleistung wurden bewilligt: Geldunterstützungen an 502, Bettwäsche an 3, Leibwäsche an 11, Kinderwäsche an 300, geburtshilfliche Utensilien an 315, Honorierung von Hebammen an 388, Honoriernng von Aerzten an 138, Honorierung von Pflegerinnen an 68 Petentinnen. Losten der Hilfstätigkeit des Verbandes im Jahre 1909: K 21.384*30. An die vom Verbände unterstützten Wöchnerinnen wurde nebst den Gaben aus Verbandsmitteln überdies gewährt: 1. Geldunterstützungen seitens der israelitischen Kultusgemeinde aus den in der Verwaltung derselben heflndlichen Stiftungen und Widmungen für Wöchnerinnen an 14 Petentinnen mit dem Betrage von K 716; 2. Kindermilch seitens der Israel. Armenanstalt an 92 Petentinnen im Ansmasse von 5040 Liter mit dem Kostenbeträge von K 1411. Statistisches: Im Jahre 1909 sind im Geburtsbuche der Israel. Kultusgemeinde Wien 2573 im Gemeindegebiete der Stadt Wien erfolgte Geburten israelitischer Kinder eingetragen. Es beträgt somit die Zahl jener Geburtsfälle, rücksichtlich welcher seitens des Verbandes Unterstützungen bewilligt worden sind (unter Annahme von 547 Wöchnerinnen), rnnd 21*25 % sämtlicher Geburten im Jahre 1909. Bemerkung: Ueber Anweisung der n.-ö. Landes-Gebäranstalt wurden im Jahre 1909 93 israelitische Wöchnerinnen, welche in dieser Anstalt entbunden haben, mit dem Betrage von K 1845 von der israelitischen Kultusgemeinde unterstützt. Der Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen ist eine Vereinigung der Wiener isr. Frauen-Wohltätigkeitsvereine zu gemeinsamer, planmässig geregelter Pflege armer jüdischer Wöchnerinnen in einer den Anforderungen der Hygiene entsprechenden Weise. Hilfsbedürftige Wöchnerinnen erhalten Geldunterstützungen, Wäsche, Utensilien, Beistellung der Hebamme, erforderlichenfalls auch ärztliche Hilfe und Wartung durch eine Pflegeperson. Jüdische Frauen und Mütter! Gedenket Eurer armen 6laubensschwestern zur Zeit ihrer schweren Stunde! Helfet den Armen in dem Momente, da sie hilflos in bedrängter Lage fremden Beistandes bedürfen! Geldspenden und für die Wöchnerinnenpflege geeignete Naturalien — ausser Verwendung gesetzte Bett-, Leib- und Kindswäsche in hygienisch unbedenklichem gebrauchsfähigen Zustande — werden erbeten an den Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen, I., Seitenstettengasse Nr. 2. Diese Gaben wollen mit Namensnennung oder anonym gewidmet werden. Naturalien werden über Wunsch auch abgeholt. Zeutenar-Feier, Ludwig August Frankl im Jüdischen Museum. Letzten Sonntag hatte das Jüdische Museum einen großen Tag. Schon um 6 Uhr begann das Publikum, den Festsaal des Nieder-Oesterreichifchen Gewerbevereines zu füllen, und um 7V.2 Uhr abends, dem Beginne der Feier, war der große Saal bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Das kunstsinnige, den besten Kreisen angehürende Publikum folgte pietätsvoll der Feier. Als um 7Vs Uhr abends der Präsident der Gesellschaft, Baurat Stiaßny, mit dem Vortragenden, Direktor Adolf Weisse, die Tribüne betrat, wurden sie von langanhallendem Beifall begleitet. Baurat Stiaßny hielt nunmehr folgende Festrede: Hochansehnliche Versammlung! Die Gesellschaft zur Sammlung von Denkmälern des Judentums hat es als ihre Pflicht erachtet, das Andenken eines ihrer Mitbegründer, des verehrten Dichters, des ausgezeichneten Menschenfreundes, des hervorragenden Sohnes unseres Volkes, L u d w i g A u g u st F r a n k ls, bei der 100. Wiederkehr seines Geburtstages zu feiern. Die Würdigung des Dichters Frankl bleibt dem großen Künstler Direktor Adolf Weisse Vorbehalten. Aber gestatten Sie mir, der sich seit den Tagen seiner Jugend des Wohlwollens und der innigen Freundschaft des edlen Mannes zu erfreuen hatte, daß ich ihn als Menschenfreund verherrliche. Seiner Initiative, seinen rastlosen Bemühungen ist es zu danken, daß vor 40 Jahren das israelitische Blinden- Institut aus der hohen Warte gegründet wurde, ein Muster-In-